Monitoring-System für Hirten Alptracker: Schafe hüten per Smartphone

So idyllisch Berglandschaften auf Wanderer wirken, für Almhirten bedeutet es auch heute noch harte Arbeit, ihre Tiere jeden Tag wiederzufinden. Nicht nur Nebel und Regen erschweren oft die Sicht, auch die Glocken der Tiere sind nur aus begrenzter Distanz hörbar. Die Schweizer Technology Solutions AG (TECSAG) stellt auf der CeBIT den Alptracker vor: Das Tracking-System soll schon bald die schweren, traditionellen Glocken durch kompakte Technik ersetzen.

Mit dem Alptracker lässt sich jedes Tier orten

Der Alptracker als digitaler Hütehund

Die Idee, Nutztiere mit Funksendern auszustatten, ist nicht neu. Allerdings scheiterte die Umsetzung bisher meist am zu hohen Gewicht der Geräte, der zu kurzen Batterielaufzeit, viel zu geringer Reichweite oder schlichtweg an horrend hohen Kosten. Diese Probleme will die Schweizer Technology Solutions AG (TECSAG) mit ihrem Alptracker beheben. Mithilfe von Funktechnologien wie LPWAN, die für das Internet der Dinge entwickelt wurden, soll noch in diesem Jahr die präzise, fehlerfreie Ortung von Tieren sogar im rauen Bergterrain möglich werden.

Der Alptracker kann nicht nur zur Ortung genutzt werden, sondern die Weidetiere auch vor Raubtieren (wie zum Beispiel Wölfen) schützen, indem er ihr Bewegungsverhalten analysiert und daraus Präventionsmaßnahmen errechnet. Außerdem kann er durch die Auswertung von Inertialsensoren den Gesundheitszustand der einzelnen Herdenmitglieder überwachen. Bei Bedarf haben die Hirten die Möglichkeit, mit ihrem Smartphone Zusatzfunktionen wie Geofencing zur virtuelle Einzäunung der Tiere oder Rumiwatch, einen Kau- und Schlucksensor zu aktivieren. So werden ausgebrochene Tiere, Verletzungen oder Krankheiten schneller entdeckt.

Der Alptracker verfügt über eine wasserfeste Hülle

Steht nicht nur Schafen gut zu Gesicht 

Getestet wird das Gerät seit Herbst 2016 an Schafen auf der Unteralp bei Andermatt. Laut Hersteller ist es auch für Ziegen, Alpakas, Lamas und andere Herdentiere geeignet. Selbst Hütehunde können damit getrackt werden - das smarte Monitoring-System ist so leicht, dass es von allen klassischen Nutztieren problemlos getragen werden kann. Die Befestigung erfolgt ähnlich einer traditionellen Glocke mit einem Gurt am Hals.

Alptracker – Technische Details

  • Die Positionsbestimmung durch eine Alptracker-Antenne erfolgt alle 30 Minuten, mit einer Genauigkeit von 15 Metern. Die Antenne, auch Lora-Stabantenne genannt, ist 1,5 Meter hoch und funkt über das eigenständige LoRa-Netz.
  • Möglich ist, je nach Topograhpie der Alm, eine Reichweite von bis zu 15 Kilometern rund um den Standort der LoRa-Antenne.
  • Der Alptracker hält, sofern alle 30 Minuten eine Positionsbestimmung durchgeführt wird, mindestens 150 Tage durch. Betrieben wird das Gerät mit zwei AA-Baterien.
Mit dem Alptracker geht kein Schaf mehr verloren

Preise und Verfügbarkeit des Alptrackers

Pro Tier entstehen Kosten von 37 Franken (ca. 34,50 Euro, Stand: März 2017) plus Mehwertsteuer. Dazu kommt einmalig der technische Aufbau benötigter Infrastruktur in Höhe von mindestens 1000 Franken (etwa 930 Euro, Stand März 2017) und die Betriebskosten von etwa 4,50 Franken (etwa 4,20 Euro, Stand März 2017 ) pro Tier und Saison für die Datenübertragung per Internet. Der Alptracker ist auf der Website des Schweizer Herstellers bestellbar und wird ab April 2017 ausgeliefert. Dort kann auch ein individuelles Angebot für den eigenen Tierbestand angefordert werden. Vorgestellt wird der Alptracker von der TECSAG auch auf der CeBIT in der Halle 6, Stand E30. Das Unternehmen ist einer der Partner des SWISS Pavilion.

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, herauszufinden wo sich ihr vierbeiniger Liebling herumtreibt. Dann helfen Ihnen diese  Haustier-Tracker  sicherlich weiter.

 

Die Alptracker werden mit handelsüblichen Batterien betrieben

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Studium Germanistik und Multimedia, zahlreiche Film- und Schreibprojekte, freie Autorin im Bereich Medizin, Pflege und Erlebnispädagogik. Stellt sich immer neuen technischen Herausforderungen. Kreativ und handwerklich geschickt. Heute Redakteurin bei home&smart. Mit Leidenschaft an der Entwicklung neuer Formate beteiligt. Lässt sich von Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende läuft alles rund.