Mit Alexa vom Smart Home zum “Big Brother”-Haus Amazon Alexa Datenschutzskandal nimmt neue Dimensionen an

Amazons Versagen beim Datenschutz scheint kein Ende zu nehmen. Wie das US-Nachrichtenportal Bloomberg berichtete, sollen Amazon-Mitarbeiter ohne großen Aufwand die Adressen von Alexa-Nutzern bestimmen können. Erst jüngst wurde bekannt, dass Amazon-Mitarbeiter Audio-Mitschnitte privater Gespräche zu Analyse-Zwecken nutzt. Wer zuhause also einen intelligenten Amazon Echo Lautsprecher stehen hat, läuft vielleicht schon bald Gefahr, sein Smart Home in ein „Big Brother“-Haus zu verwandeln und Schlimmeres.

Amazon verknüpft gewonnene Alexa-Daten mit Personen

Amazon Alexa und die theoretische Überall-Überwachung

Das US-Nachrichtenportal Bloomberg bringt Amazon erneut mit dem Thema Datenschutz in die negativen Schlagzeilen. Wie das Portal über ein Amazon-Leak erfahren haben will, haben einige Amazon-Mitarbeiter Zugriff auf Geo-Koordinaten, die sie über eine externe Mapping-Software Adressen bestimmten Alexa-Nutzern zuordnen können.

Nun ist es in der IT-Branche üblich, Kundendaten zur Verbesserung von Services heranzuziehen. Was den Amazon-Fall jedoch besonders macht, ist dass die Bedenken aus den eigenen Amazon-Reihen geleaked werden. Laut Bloomberg äußerten zwei Mitarbeiter des Alexa-Teams ihre Besorgnis darüber, dass ihr Arbeitgeber unnötig breiten Zugang zu Kundendaten gewähre, die eine einfache Identifizierung von Personen ermögliche. Hinweise auf einen Missbrauch gebe es jedoch keine.

Bereits im Dezember 2018 fielen Amazon Mitarbeiter mit einem Alexa-Datenschutzskandal unangenehm auf – was vor allem auf eine mangelnde Sorgfaltspflicht zurückzuführen war. So gelangen versehentlich über Tausend Alexa-Sprachaufzeichnungen eines deutschen Nutzers in die falsche Hände. (home&smart berichtete)

Amazon erklärt "Null-Toleranz-Politik" hinsichtlich Missbrauch

In Bezug auf den Bloomberg Alexa Leak gibt Amazon gegenüber home&smart ein deutliches Statement ab: "Der Zugang zu internen Tools unterliegt einer strengen Kontrolle und wird nur einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern gewährt, die diese Tools benötigen, um den Dienst durch die Verarbeitung einer extrem kleinen Stichprobe von Interaktionen zu trainieren und zu verbessern. Unsere Richtlinien verbieten sowohl den Zugriff der Mitarbeiter auf Kundendaten als auch deren Verwendung zu anderen Zwecken strikt. Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik hinsichtlich des Missbrauchs unserer Systeme. Wir überprüfen regelmäßig den Zugriff der Mitarbeiter auf interne Tools und begrenzen den Zugriff, wann und wo immer es möglich ist."

Amazon Datenschutz – Alexa ist eine gute Zuhörerin

Erst kurz vor Ostern kam Amazon mit seiner Künstlichen Intelligenz Alexa in die negativen Schlagzeilen. So berichtete Bloomberg bereits damals auf Berufung von Insidern, dass Amazon Mitarbeiter Gespräche von Alexa Nutzern auswerte. Bislang ging man jedoch davon aus, dass diese Informationen nicht in Verbindung mit Nutzernamen oder Adressen gebracht werden.

Datenschützern dürfte es aufgrund all dieser Nachrichten die Haare im Nacken sträuben, denn Alexa ist derzeit nicht nur in vielen Haushalten in Form eines Echo Lautsprechers zuhause, sondern via Smartphone-App auch auf vielen Handys vertreten. Mit einer möglichen Verknüpfung von Alexa mit Geo-Daten und einer Zuordnung zum Nutzer wäre damit in der Theorie nicht nur die Erstellung eines Bewegungsprofiles möglich, sondern auch der „Lauschangriff“. Allerdings handelt es sich hierbei um ein theoretisches Szenario.

Das große Amazon Interview zum Datenschutz

Bereits im Dezember letzten Jahres beteuerte Amazon Country Manager Dr. Philip Berger im home&smart-Interview zum Thema Datenschutz: „[…] Der Zugriff auf Sprachaufnahmen ist mit zahlreichen Zugangsberechtigungen abgesichert, und nur solche Mitarbieter, die beispielsweise im Rahmen des Kundendiensts tatsächlich diesen Zugriff benötigen, erhalten Zugang.“

Das komplette Amazon-Interview zum Thema Datenschutz ist online auf dem home&smart Portal ohne Zugangsbeschränkung abrufbar.

Amazon Datenschutzskandal – Datenverwertung widersprechen

Wer Amazon die Verwertung seiner Daten verbieten will, kann in der Alexa App (Android | iOS) widersprechen. Dazu sind folgende Einstellungen nötig:

  1. Alexa App öffnen
  2. Das „Hamburger-Menü“ (drei gestrichelte Linien) oben links öffnen
  3. Nach unten zum Punkt „Einstellungen“ wechseln
  4. Ganz oben den Punkt „Alexa-Konto“ antippen
  5. Jetzt ganz nach unten scrollen, zum Punkt „Alexa Datenschutz“
  6. Bei „Alexa-Datenschutz“ den Punkt „Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen“ antippen
  7. Jetzt die Schieberegler für „Beim Entwickeln neuer Funktionen mithelfen“ und „Nachrichten zur Verbesserung der Aufzeichnung verwenden“ antippen.
  8. Es erscheint eine Sicherheitsabfrage. Dort den Knopf „Ausschalten“ drücken

Wer das Risiko komplett minimieren will, dass über Alexa oder einem Echo-Lautsprecher persönliche Daten in die Hände Dritter fallen, muss sich letztendlich entscheiden, ob er nicht komplett auf Alexa verzichten will.

Weitere Informationen zu Alexa und Datenschutz

Amazon Mitarbeiter belauschen Alexa Nutzer
Amazon spricht über Alexa und Datenschutz [Interview]
Wie ernst nimmt Amazon den Datenschutz bei Alexa?
Alexa Datenschutzeinstellungen ändern – so geht‘s

Mehr Trends und News zum Smart Home

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
gefällt das
Gefällt mir Gefällt mir nicht
Sie können den Artikel nur einmal bewerten.
Vielen Dank für Ihre Bewertung!
Ulrich Klein

Alexa-Evangelist und Digital Native. Schrieb vor seinem Start bei home&smart als freier Technikjournalist und Redakteur für verschiedene Verlage und Redaktionen, u.a. T3 (Tomorrow's Technology Today), Süddeutsche Zeitung, connect, Handy Magazin, iBusiness oder magnus.de. Spricht fließend Alexa und testet gerne Geräte, die den Alltag smarter machen, wie intelligente Lautsprecher, eBook Reader, Tablets oder Bluetooth-Kopfhörer. Spezialthemen: Smartphones, Mähroboter, Einbruchschutz.

verwandte Themen
Smart Home Angebote bei Amazon
Vernetztes Zuhause
Alexa & Smart Home

Erleben Sie alle Smart Home-Produkte und Geräte mit Sprachsteuerung bei Amazon zu unschlagbaren Preisen.

Zu den Angeboten*
Amazon Prime Mitgliedschaft testen oder abschließen
Jetzt testen!
Amazon Prime

Kostenloser Versand für Prime-Produkte, Zugriff auf Prime Video und Prime Music, Premiumzugang zu Top-Angeboten und vieles mehr.

Zu den Angeboten