Amazon launcht Alexa für Business Alexa for Business: Amazons Sprachassistentin will mit ins Büro

Bald wird Alexa unsere Wünsche nicht mehr nur zuhause erfüllen: Mit dem Start seines Geschäfts-Services Alexa for Business ergänzt Amazon Web Services (AWS) das Dienstleistungsportfolio von Amazon um einen weiteren wichtigen Baustein. Bisher war dieser Geschäftsbereich eher Google und Microsoft mit ihren Office-Apps vorbehalten. Mit Alexa for Business soll nun der Sprung in die lukrative Geschäftswelt gelingen. Vor allem Collaboration-Funktionen und Rechte-Management sollen die Zusammenarbeit zukünftig erleichtern, natürlich unter der Schirmherrschaft von Alexa for Business.

Alexa for Business: Amazons Sprachassistentin Alexa will jetzt auch ins Büro

Wie Alexa for Business zukünftig die Zusammenarbeit erleichtern will

Über Alexa for Business soll Amazons Sprachassistentin zukünftig dabei helfen, den Arbeitstag effizienter zu gestalten. Vorgestellt wurde Alexa for Business auf der AWS re:event, der einwöchigen Konferenz von Amazons Web Services Geschäftssparte in Las Vegas. Als Themenschwerpunkte für das Büro hat Amazon das Managen von Kalendern, die Einwahl in Meetings oder die Suchen nach Informationen identifiziert. Natürlich geschieht dies im Amazon-Szenario zukünftig über die Alexa Sprachsteuerung. Mitarbeiter sollen so zukünftig den Büroalltag effizienter gestalten können. Über Sprachbefehle wie "Alexa, zeige die Präsentation auf dem Beamer" öffnet Alexa dann die entsprechende Präsentationsdatei und startet die Übertragung an den Meetingraum-Beamer. Steht eine Konferenz an, kann der Mitarbeiter die Sprachassistentin anweisen, eine Telefonkonferenz zu starten.  Dazu muss der Mitarbeiter nur sagen: "Alexa, starte das Meeting mit Herrn Maier."

Hier einige Business-Szenarien für Entwickler, die mit dem Alexa Skills Kit (ASK) neue Apps für Alexa programmieren:

  • Auffinden von Informationen durch Abruf von Inventar- oder Sales-Daten
  • Starten von Online-Meetings oder Telefonkonferenzen via Sprachbefehl
  • Steuerung von Geräten in Meeting-Räumen
  • Alexa-Skills für Geschäftsfunktionen die sich zum Beispiel für Niederlassungen eignen oder für Personen die vom Home-Office aus arbeiten.

Amazon spricht dabei nicht mehr nur über seine Echo-Lautsprecher mit den Beschäftigten, sondern via entsprechende APIs auch in anderen Geräten Platz finden. Demnach könnte Alexa bald auch nativ über Bürogeräte mit Nutzern kommunizieren.

Dass es Amazon ernst ist, beweist ein Rechte-Managements, das Unternehmen zur Verfügung stehen soll. Wofür ein Rechte-Management nötig ist? Administratoren in Unternehmen können dann regeln, wer auf welche Business-Funktionen zugreifen darf. Ein absolutes Muss für jede ernstzunehmende Business-Anwendung. Beispielsweise dürfen nur Sales-Mitarbeiter und Vertriebs-Manager über Alexa Kundenumsätze abfragen, oder nur Mitarbeiter der Personalabteilung sind berechtigt, Alexa nach Gehaltsinformationen zu fragen.

Erste Business-Anwendungen im Einsatz

Wie schon bei der In-Skill-Kauffunktion für Alexa Apps, hat Amazon bereits erste Pilotprojekte am Laufen. Darunter auch den bekannten CRM-Lösungsanbieter Salesforce. Hier ein Überblick:

Concur: Nutzer des Reisemanagement-Anbieters können bereits jetzt Alexa verwenden. Über den Concure-Skill für Alexa lassen sich so Informationen zur nächsten Geschäftsreise abfragen.

Polycom: Das auf Meetings und Collaboration spezialisierte Unternehmen Polycom nutzt die Alexa for Business Geräte-API, um ihren Videokonferenzgeräten das Entgegennehmen von Sprachbefehlen zu ermöglichen.

RingCentral: Der Messaging-Service-Anbieter RingCentral nutzt Alexa ebenfalls, um seinen Kunden neue Sprachfunktionen anzubieten. So können sich diese von Sprachnachrichten vorlesen lassen oder Alexa anweisen, ein Meeting zu starten.

Salesforce: Der Cloud-CRM-Lösungsanbieter Salesforces nutzt ebenfalls Alexa for Business, um seinen Kunden das Bedienen des Analyse-Werkzeugs Salesforce Einstein per Alexa Sprachsteuerung zu erleichtern.

Alexa for Business – APIs und Skill-Schwerpunkte

Insgesamt gliedert Amazon Web Services das zukünftige Angebot in drei Kernbereiche:

Customs Skills: Kern der Customs Skills ist die Alexa for Business ResolveRoom API. Mit dieser API sollen Alexa Sprachdienste mit GEO-Daten verknüpft werden. Die entsprechenden Alexa-Skills helfen Mitarbeitern dann, den nächsten Aufzug oder Drucker zu finden. Interessant für Mitarbeiter, die beispielsweise eine Zweigniederlassung besuchen. Der Büroplan wird damit überflüssig.

Flash Briefings: Ein weiteres Produkt aus der Alexa for Business-Familie sind die sogenannten Flash-Briefings. Die API versetzt Unternehmen in die Lage, Mitarbeiter per Sprache über Neuigkeiten zu informieren. So kann z. B. die Betriebsversammlungen des Hauptunternehmens zeitgleich an mehrere Zweigstellen oder an entfernt arbeitende Mitarbeiter übertragen werden.

Skills for Smart Devices: Die wohl mit am spannendste API der Alexa for Business-Familie. Die API baut auf der bereits existierenden Smart Home Skill Sprach-API auf. Mit Ihr lassen sich Konferenz-G eräte befähigen, per Sprache gesteuert zu werden. Auf der Webseite Create und Publish Private Skills bietet Amazon weitere Informationen an.

Alexa for Business: Kollegin Alexa hilft

Für den einzelnen Mitarbeiter konzentriert sich Alexa in erster Linie vor allem auf das Managen von Kalendern, To-do-Listen oder Erinnerung. Aber auch die bereits erwähnten Funktionen für eine bessere Zusammenarbeit stehen im Fokus, wie die Einwahl in Konferenzschaltungen oder das Auffinden von unternehmensinternen Daten wie Preise aus Preislisten. Kalender lassen sich schon jetzt mit der Sprachassistentin Alexa führen, wie unser Beitrag über die nützlichsten Alexa Kalender-Skills zeigt.

Interessant dürfte es werden, wenn die Amazon Echos direkt als Telefonkonferenz-Geräte nutzbar sind. Eine Art Telefoniefunktion bieten die Geräte bereits. Nutzer von Echo-Geräten können zum Beispiel kostenlos untereinander „telefonieren“.

Für Unternehmen in den USA hat Amazon auch gleich ein ein Business-Bundle geschnürt. Es besteht aus den Geräten:

  • 3 Amazon Echo-Geräte der zweiten Generation für die Nutzung in Konferenzräumen
  • 2 Echo Dot-Geräte der zweiten Generation für die Steuerung von Geräten in großen Meeting-Räumen
  • 2 Echo Show-Geräte für die Nutzung am Büro-Arbeitsplatz

Das Business-Paket kostet 709,93 US-Dollar. Wann Alexa for Business in Deutschland ankommt steht noch nicht fest.

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Die Sprachassistentin macht Google und Microsoft endgültig Konkurrenz

Bisher hat sich Amazon mit Alexa vor allem auf den Privatkonsumer-Bereich konzentriert. Jetzt geht das Unternehmen den nächsten logischen Schritt und will in die Unternehmen. Dahin also, wo bereits Microsoft und Google sind. Während Microsoft sich mit seiner Cortana-Offensive noch im Anfangsstatium befindet, hat Google den Google Assistant bereits gut mit seinen Android-Funktionen verknüpft.

Amazon hat ihnen gegenüber einen Vorteil: Alexa erfreut sich größter Beliebtheit bei Privatpersonen und vor allem den Amazon-Shop-Kunden. Das Gerät, und wie es zu bedienen ist, ist also vielen schon bekannt. Und was man von zuhause kennt, hat man auch gerne im Büro um sich. Wenn jetzt noch die Qualität der Alexa Business Skills stimmt und große Business-Lösungsanbieter mitziehen, hat Alexa gute Aktien in der Hand und ist bereits im Büro, während man sich noch zuhause von ihr verabschiedet. Mit Salesforce hat Alexa for Business auf jeden Fall schon einen großen und bekannten Namen im Boot.

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Amazon Echo Show
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Ulrich Klein

Ausbildung als Verlagskaufmann und Studium der Betriebswirtschaft, danach mehrjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Publikationen. Nach einem mehrjährigen Schwenk ins Marketing als Copywriter jetzt Redakteur bei home&smart. Immer neugierig auf die Technik- und Digitaltrends von morgen und wie sie schon heute unser tägliches Leben verändern.