Wenn Alexa dank Sniffer-Algorithmen zur Verräterin wird Echo als Werbe-Wanze – Amazon Patentantrag verrät Vermarkterpläne

Eine aktuelle Amazon Patentanmeldung umfasst technische Möglichkeiten, die Amazons intelligenten Lautsprecher Echo oder andere Computer-Geräte zur Wanze mutieren lassen, indem sie die Schlüsselwortaktivierung „Alexa“ aushebelt. Der Echo-Lautsprecher könnte dann in einen kontinuierlichen Abhörmodus schalten und dank eines oder mehrerer Sniffer-Algorithmen von Schlüsselwörtern auf Nutzerbedürfnisse schließen, die über eine Vermarkterplattform Werbetreibenden zur Verfügung gestellt werden.

Verrät Echo bald Schlüsselwörter in Unterhaltungen an die Werbeindustrie?

Amazons Sniffer-Algorythmus: So funktioniert der Wanzen-Werbemodus

Amazons aktueller US-Patentantrag 20170323645 beinhaltet den Einsatz von Sniffer-Algorithmen zur Extrahierung von Sprachinhalten aus Unterhaltungen, die für gezielte Werbung und Produktempfehlungen nützlich sind. Hardware-seitig ist dabei nicht dediziert von Amazon Echo Lautsprechern die Rede, sondern von einem Computergerät, das Sprachinhalte erfassen kann, wenn eine Person in der Nähe des Gerätes spricht.

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Amazon beschreibt den Vorgang so, dass ein oder mehrere „Sniffer-Algorithmen oder -Prozesse“ versuchen, Trigger-Wörter in Sprachinhalten zu identifizieren, die auf ein bestimmtes Interesse des Nutzers hinweisen können. Danach sollen diese auf dem Gerät oder aus der Ferne analysiert und verwandten Schlüsselwörtern zugeordnet werden können. Die so identifizierten Schlüsselwörter sollen anschließend gespeichert oder an einen „geeigneten Ort“ übertragen werden können, der beispielsweise für Werbetreibende oder Inhaltsanbieter zugänglich ist. Diese könnten so die Schlüsselwörter verwenden, um für den Benutzer relevante Inhalte auszuwählen oder anzupassen.

Bildbeschreibung aus dem Amazon Patentantrag

Amazon reagiert auf Datenschutzkritik und verweist auf Forschung

Laut New York Times versicherte Amazon in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen die Privatsphäre ernst nehme und keine Sprachaufnahmen von Kunden für gezielte Werbung verwendet habe. Es handle sich um eine Reihe von auf die Zukunft gerichteten Patentanmeldungen, um alle Möglichkeiten neuer Technologien zu erforschen, was mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Die Patente würden nicht nötigerweise aktuelle Produkt- und Service-Entwicklungen wiederspiegeln.

Bisher dient die Aufnahmefunktion eines Amazon Echo Lautsprechers dazu, über ein Schlüsselwort die Sprachassistentin Alexa zu aktivieren, in der Regel lautet dieses „Alexa“, gefolgt von einem Sprachkommando. Dieses Kommando wird dann zur weiteren Verarbeitung in die Amazon Cloud gesendet. Der Nutzer kann die Aufnahmehistorie jederzeit in der Alexa App einsehen und auf Wunsch löschen. Zudem lässt sich über einen Mute-Knopf am Echo-Lautsprecher die Aufnahmefunktion komplett abstellen.

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Die Diskussion um den Datenschutz in Zusammenhang mit den intelligenten Echo-Lautsprechern beschäftigt Datenschützer schon seit längerem. Welche potenziellen Schwachstellen es aktuell bei Alexas Datenübertragung gibt und wie sich die Privatsphäre schon jetzt wahren lässt, erklären wir in unserem Artikel Wie ernst nimmt Amazon den Datenschutz bei Alexa?

Weitere Infos zum Datenschutz mit Amazon Echo und Alexa:

Wie ernst nimmt Amazon den Datenschutz bei Alexa?
Alexa Suchhistorie löschen in 3 Schritten
Datenschutz im Smart Home

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Ulrich Klein

Alexa-Evangelist und Digital Native. Schrieb vor seinem Start bei home&smart als freier Technikjournalist und Redakteur für verschiedene Verlage und Redaktionen, u.a. T3 (Tomorrow's Technology Today), Süddeutsche Zeitung, connect, Handy Magazin, iBusiness oder magnus.de. Spricht fließend Alexa und testet gerne Geräte, die den Alltag smarter machen, wie intelligente Lautsprecher, eBook Reader, Tablets oder Bluetooth-Kopfhörer. Spezialthemen: Smartphones, Mähroboter, Einbruchschutz.

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