Die Zukunft von Home Entertainment Warum Streaming das Entertainment für immer verändert

Smart Home Technologie hat sich in den letzten Jahren immer stärker verbreitet. Bereits 20,1% aller Haushalte in Deutschland nutzen die intelligente Technik in irgendeiner Form laut dem Portal statista. Eines der großen Zugpferde stellt dabei zweifellos der Home-Entertainment Bereich dar, weil das Fernsehen die größten Schnittmengen bei allen Verbrauchern hat. Doch wie kam es zu dieser großen Änderung und welche Entwicklungen stehen uns in diesem Bereich noch bevor?

Die Zukunft des Home Entertainments ist Streaming

Streaming – Stationen des Wandels

Die Entwicklung des Video-Streamings bekam ihren ersten großen Schub mit der weiteren Verbreitung des Flash-Players. Dieser bot die erste wirklich ausgereifte Möglichkeit, Videos vernünftig per Stream zu präsentieren. Somit verwundert es auch nicht, dass im Jahr 2005 die Gründung von YouTube ebenfalls auf dieser technischen Lösung basierte.

Mit iTunes 6.0 bot Apple im Jahr 2005 zudem die Möglichkeit an, erstmals verschiedene Serienepisoden herunterzuladen. 2006 wurde der deutsche Streaming-Dienst Maxdome gegründet, der gerade hierzulande als erstes Angebot im Bereich Video-on-Demand gelten kann, welches eine größere Verbreitung erlangte. Der bekannte Streaming-Anbieter Netflix begann 1997 als Online-Videothek in den USA mit einem DVD-Versand, erweiterte im Jahr 2007 das eigene Angebot jedoch ebenfalls um Video-on-Demand Technologie.

2014 startete der Dienst auch in Deutschland mit einem entsprechenden Streaming-Modell und seitdem sind mit Amazon Prime, Sky Ticket, Joyn (Nachfolger von Maxdome) und Disney+ viele prominente Anbieter gefolgt.

Doch welche Schritte haben am Ende dazu geführt, dass Video-Streaming mehr und mehr den Platz des herkömmlichen linearen Fernsehens einnimmt?

1. Grundlagen schaffen mit Sticks und Boxen

Der erste Schritt des Siegeszugs von Streaming-Angeboten waren TV-Sticks und Streaming-Boxen. Das bekannteste Angebot ist in desem Zusammenhang mittlerweile der Fire TV Stick von Amazon. Wer über einen älteren HD-Fernseher mit einem HDMI-Anschluss verfügt, kann mit einem solchen TV-Stick seinen Fernseher in ein Smart TV umwandeln.

Der Stick stellt eine Verbindung zum Internet her und erlaubt den Zugriff auf Apps wie Amazon Prime Video, Disney+, Netflix, Spotify und auch YouTube. Ließen sich Streaming-Angebote zuvor nur über den PC, Laptop oder sehr eingeschränkte Set-Top-Boxen einzelner Anbieter konsumieren, gab es mit den Sticks seit 2015 (Google Chromecast seit 2013) auch in Deutschland eine Möglichkeit, auf nahezu alle Streaming-Anbieter auch ganz bequem über den Fernseher zuzugreifen. Damit wurde die Technologie richtig massenkompatibel, so dass sie schnell Millionen von Anhängern fand.

2. Ohne Smart kein TV-Verkauf

Seit im Jahr 2010 die ersten Smart TVs in den Handel kamen, haben diese eine rasante Entwicklung hinter sich. Ein Smart TV stellt dabei einen Fernseher dar, der sich mit dem Internet verbinden lässt. So können auch problemlos die Angebote von Streaming-Diensten genutzt werden. Ein zusätzlicher TV-Stick ist dabei nicht mehr zwingend erforderlich.

Mittlerweile besitzen ca. 32% aller Haushalte in Deutschland ein entsprechendes Gerät. Smart-TVs erlauben dabei nicht mehr nur den Zugriff auf verschiedene Apps, sondern verfügen oft auch über Browser, mit denen Nutzer bequem auf das Internet zugreifen können. Trotzdem erweisen sich folgende Apps in Bezug auf das Streaming als besonders beliebt:

  • YouTube (kostenfrei)
  • Vimeo (kostenfrei)
  • Clipfish (kostenfrei)
  • Dailymotion (kostenfrei)
  • Netflix (Streaming-Anbieter)
  • Sky Go (Streaming-Anbieter)
  • Amazon Prime Video (Streaming-Anbieter)
  • Disney+ (Streaming-Anbieter)

3. Das Ende der linearen Zeiten

Der größte Vorteil der Streaming-Anbieter liegt darin, dass Nutzer jederzeit ihr individuelles Fernsehprogramm gestalten können. Die Zeiten des linearen Fernsehens sind damit vorbei. Niemand muss mehr zu einer bestimmten Uhrzeit vor dem Fernseher sitzen, um einen gewünschten Film oder eine Serie zu sehen. Auch das lästige Aufzeichnen entsprechender Inhalte entfällt.

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Gerade dieser Umstand führt mehr und mehr dazu, dass sich Nutzer vom linearen Fernsehprogramm abwenden und auf Streaming-Anbieter zurückgreifen. Zusätzlich stellen auch die Fernseher mehr und mehr Inhalte in ihren Mediatheken zur Verfügung, wo Zuschauer diese jederzeit anschauen können.

Hochglanz für wirklich jede Sparte

Das Streaming hat jedoch noch andere Entwicklungen in Gang gebracht. Dazu gehört die Erstellung hochwertiger Inhalte für sehr viele verschiedene Sparten. Im linearen Fernsehen hätten solche Spezial-Inhalte aufgrund fehlender Massenkompatibilität nur wenig Chancen gehabt. Streaming-Anbieter können es sich jedoch leisten, auch kleinere Zielgruppen genau anzusprechen, weil die Inhalte nicht mehr um einen einzigen Sendeplatz konkurrieren.

Hier zwei Beispiele:

Alles rund um Rap und Hip-Hop

Rap und Hip-Hop haben auch hierzulande sehr viele Fans. Trotzdem sind reine Film- und Serienformate rund um dieses Thema im linearen Fernsehen nur selten produziert worden, weil sich die Investition für Produktionsfirmen und auch Sender kaum gelohnt hätte. Mittlerweile existieren gerade auf Netflix viele verschiedene Inhalte in diesem Bereich. Ob nun die Serien Skylines und Unsolved oder zahlreiche Doku-Formate und Filme – für Fans der Szene bleiben mittlerweile kaum Wünsche offen.

Martial Arts

Auch das Genre rund um Martial Arts fristete in den letzten 10 Jahren im linearen Fernsehen eher ein tristes Dasein. Hier sorgen die Streaming-Anbieter dafür, dass Fans genug Nachschub bekommen. Auch das Angebot an asiatischen Filmen sowie Serien wächst auf Streaming-Plattformen immer weiter.

Darüber hinaus produzieren Anbieter wie Netflix und zum Teil auch Amazon sowie Sky Nischenserien, die es wahrscheinlich ebenfalls nie ins lineare Fernsehen geschafft hätten. Dazu gehören beispielsweise auch eigenwillige Comedyserien wie Lady Dynamite, die sich mit dem Thema Depressionen beschäftigte. Auch die Serie Seven Seconds über rassistische Spannungen in den USA, konnte begeistern. Leider fielen beide Serien mittlerweile dem Rotstift zum Opfer. Dies zeigt wiederum, dass auch Streaming-Anbieter auf ein gewisses Publikum angewiesen sind, um Serien am Laufen zu halten.

5. Notwendiger Druck auf die Sender

Durch den Aufstieg der Streaming-Anbieter wird der Bewegtbild-Markt stark durcheinandergewirbelt. Hatten die vier großen Senderketten ARD, ZDF, RTL und ProSieben Sat 1 für eine lange Zeit ca. 90 Prozent Marktanteil bei den Zuschauern, ändert sich diese Verteilung mittlerweile rasant. So sind die Streamingdienste bei der Zielgruppe der unter 20-Jährigen bereits führend. Da auch immer mehr ältere Kunden den Wechsel vom linearen TV in die Streaming-Welt vollziehen, gehen Schätzungen davon aus, dass 2022 nur noch 45 Prozent der TV-Nutzung über klassische Kanäle erfolgt.

Die Sender sind also gezwungen, darauf zu reagieren und bauen selbst Streaming-Plattformen auf. ProSieben Sat 1 hat zusammen mit Discovery die Plattform Joyn ins Leben gerufen, die es immerhin auf 7 Millionen Nutzer pro Monat bringt. Auch RTL hat seine Mediathek umgebaut und zur Streaming-Plattform TV Now gemacht. Die ARD plant zudem, ihre Mediathek ebenfalls umzubauen und dort exklusive Inhalte für Nutzer zur Verfügung zu stellen.

Trotz dieser Versuche hinken die klassischen Medienanbieter hierzulande den Streaming-anbietern deutlich hinterher. Dabei stehen diese vor zwei großen Problemen:

Sinkende Einnahmen bei den Privatsendern

Die Werbeeinnahmen bei den privaten Fernsehsendern sinken, weil diese weniger Zuschauer haben. Doch durch Abo-Modelle lässt sich bei weitem nicht so viel Geld verdienen, so dass die Sender hier vor einigen schmerzhaften Umstellungen stehen.

Rechtfertigungsdruck bei den öffentlich-rechtlichen Sendern

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben in Bezug auf die Einnahmen ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Schließlich erhalten sie jährlich ca. 8 Milliarden Euro an Rundfunkbeiträgen. Bei regelmäßig sinkenden Zuschauerzahlen nimmt der Rechtfertigungsdruck jedoch deutlich zu. Immer mehr Menschen fragen sich, wieso sie unabhängig von ihrer Nutzung einen Beitrag leisten sollen, wenn die meisten Nutzer sowieso auf Streamingdienste bauen.

6. TV-Werbung bröckelt: Sender müssen sich bald umstellen

Für die Werbeindustrie ist der schleichende Niedergang des linearen Fernsehens besonders problematisch. Die günstigen Abo-Modelle der Streamingdienste versprechen in vielen Fällen Werbefreiheit beim Genuss von Medianinhalten. Auch dies ist im Vergleich zu den andauernden Werbeblöcken im Privatfernsehen für viele Nutzer ein echtes Argument für den Umstieg.

2019 stieg der Gesamtumsatz nach einem Verlust im Jahr 2018 zwar wieder minimal um 0,6 Prozent an, doch insgesamt zeichnet sich anhand der Stagnation und der steigenden Nutzerzahlen der Streaming-Anbieter ab, dass hier bald das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Geringere Zuschauerzahlen bedeuten, dass Werbekunden nicht mehr so viel Geld für Spots zu zahlen bereit sind.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die TV-Werbung generell tot wäre. Mittlerweile finden sich Werbespots vermehrt auf Online-Plattformen, die kostenfreie Inhalte zum Streaming zur Verfügung stellen. Dazu gehören beispielsweise YouTube oder auch Vimeo. Zusätzlich gehen Informationsportale und Online-Tageszeitungen dazu über, ihre Video-Inhalte mit Werbespots zu versehen.

7. Triebmotor des Breitbandausbaus

Die wachsende Popularität von Streaming-Anbietern sorgt dafür, dass immer mehr Menschen solche Dienste nutzen möchten. Video-Streaming stellt jedoch gewisse Ansprüche an die Internetverbindung. Wer Filme in 4k-Auflösung schauen möchte, benötigt für ruckelfreies Streaming gut und gerne eine 25 Mbit-Leitung.

Leider ist dies gerade in ländlichen Regionen nicht immer möglich. So kommen die meisten Bundesländer im Durchschnitt nicht auf entsprechend hohe Download-Raten:

Bundesland

Internetgeschwindigkeit

Baden-Württemberg

24,02 Mbit/s

Bayern

22,71 Mbit/s

Berlin

26,46 Mbit/s

Brandenburg

20,3 Mbit/s

Bremen

27,22 Mbit/s

Hamburg

26,89 Mbit/s

Hessen

23,32 Mbit/s

Mecklenburg-Vorpommern

21,22 Mbit/s

Niedersachsen

14,45 Mbit/s

Nordrhein-Westfalen

25,35 Mbit/s

Rheinland-Pfalz

20,58 Mbit/s

Saarland

19,96 Mbit/s

Sachsen

17,85 Mbit/s

Sachsen-Anhalt

15,25 Mbit/s

Schleswig-Holstein

22,92 Mbit/s

Thüringen

17,38 Mbit/s

Quelle Speedcheck Datenbank in einem Artikel auf T3N

Die Zahlen zeigen, dass gerade die Nutzer in größeren Flächenländern und weniger dicht besiedelten Gebieten in Deutschland ernste Probleme mit dem Streamen von Videos in hoher Bildqualität haben dürften. Dieser Umstand und die hohe Nachfrage nach Video-Streaming könnte jedoch auch einen gewissen Druck erzeugen und den Breitbandausbau schneller vorantreiben.

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Anhand dieser Ansatzpunkte lässt sich erahnen, wie groß der kulturelle Impact von Video-Streaming in Deutschland ausfällt. Es hat unsere Art, Medieninhalte zu konsumieren, grundlegend verändert. Immer mehr Nutzer wollen über ihr Fernsehprogramm und auch die exakten Zeiten selbst bestimmen, um maximale Freiheit und Flexibilität genießen zu können.

Darüber hinaus wird dadurch auch die Werbebranche in Deutschland umgekrempelt. Die klassischen Wege der TV-Werbung funktionieren immer schlechter. Zu guter Letzt könnten Streaming-Angebote und die hohe Nachfrage zudem auch noch dafür sorgen, dass die überfällige Breitbandausbau in Deutschland endlich mit dem nötigen Ernst angegangen wird.

Streaming: Zukunft des Wandels

Der Markt für Video-Streaming steckt trotz allen Fortschritts nach wie vor in den Kinderschuhen. Hier wartet in der Zukunft also noch erhebliches Potenzial für Weiterentwicklungen auf vielen Gebieten. Einige werden das Nutzererlebnis deutlich verbessern, andere sind eventuell eher dazu geeignet, die Einnahmen der Anbieter zu erhöhen. Hier einige Prognosen für die Zukunft.

1. Von Bumpern und Pause-Ads

Aktuell beruht das Geschäft der Streaming-Anbieter vor allem darauf, zahlende Abonnenten für sich zu gewinnen. Doch dieses Modell hat auch angesichts der wachsenden Konkurrenz seine Grenzen. Irgendwann wird es für die Anbieter darum gehen, pro Kunde einen höheren Umsatz zu generieren. Dies funktioniert vor allem über Werbung. Aktuell finden Werbepartner nur über Produktplatzierungen oder Sponsoring die Möglichkeit, auf den Streaming-Plattformen Fuß zu fassen.

Formate wie Bumper-Ads, die vor oder nach dem Video für wenige Sekunden angezeigt werden, sind in Zukunft vielleicht ein gangbarer Weg, um Zusatzeinnahmen zu generieren, ohne die Kunden allzu sehr zu verärgern. Auch Pause Ads- dürften für die Streaming-Dienste ein willkommene Zusatzquelle für weitere Einnahmen darstellen.

Es muss sich allerdings erst noch zeigen, inwieweit die Nutzer entsprechende Werbeeinblendungen trotz Abo-Gebühren akzeptieren. Sollten Anbieter tatsächlich auch Inhalte gezielt für Werbung unterbrechen, würde so ein großer Vorteil im Vergleich zum linearen Fernsehen aufgegeben. Kleinere Einblendungen rund um das Programm scheinen jedoch durchaus möglich und man darf gespannt sein, wann sich die großen Portale dafür öffnen.

2. Kommt die kritische Anbieter-Masse?

Der Streaming-Markt wächst weltweit und auch in Deutschland immer weiter. Doch gleichzeitig schießen auch immer mehr Streaming-Anbieter aus dem Boden, die ein Stück vom Kuchen abhaben möchten. Hier eine Anbieterliste:

  • Netflix
  • Amazon Prime
  • Sky
  • Apple TV+
  • Disney+
  • Joyn (schluckt bald Maxdome)
  • TV Now
  • Videoload
  • Google Play Movies
  • Magenta TV
  • DAZN

In den USA ist mit HBO Max bereits ein weiterer Streaming-Dienst gestartet, der von WarnerMedia ins Leben gerufen wurde. Sollten noch weitere Marktteilnehmer auftreten, könnte in den nächsten Jahren eng werden. Es dürfte dann zur Konsolidierung kommen, aus der wenige große Anbieter siegreich hervorgehen. Der Wettbewerb wird am Ende vor allem an folgenden Kriterien hängen:

  • Allgemeines Angebot
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Exklusive Eigenproduktionen
  • Technische Qualität
  • Service-Qualität
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3. Ein Kino nur für Netflix?

Der Streamingdienst Netflix hat mit verschiedenen Serien und Eigenproduktionen große Beachtung unter Fans gewonnen. Im Bereich der Filmproduktionen sah dies bisher anders aus, denn gerade Kritiker haben die Filme bislang kaum beachtet. Der Grund: Netflix stellte Eigenproduktionen möglichst sofort auf der eigenen Plattform online. Mittlerweile sieht das Ganze anders aus. Bekannte Blockbuster wie „The Laundromat“ oder „The Irishman“ liefen zunächst einige Wochen exklusiv im Kino, um somit auch für Oscar-Verleihungen zugelassen zu werden und zusätzlich Eigenwerbung zu betreiben. Dafür müssen Filme nämlich mindestens eine Woche in einem Kino in Los Angeles gelaufen sein.   

Da Netflix und auch andere Streaming-Anbieter jedoch große Summen in Eigenproduktionen investieren, könnten die Streamingdienste irgendwann eigene Kinos bauen. Nicht selten kommen nämlich viele Filme in kurzen Zeitabständen auf den Markt. Aktuell sind zwar keinerlei Planungen in diese Richtung bekannt, aber ausschließen lässt sich dies für die Zukunft auch nicht.

4. And the Oscars goes to…

2019 hat die Filmbranche ein Novum erlebt. Der Film „Roma“ von Regisseur Alfonso Cuarón gewann gleich 3 Oscars – unter anderem den für den besten fremdsprachigen Film. Die Besonderheit daran lag in der Tatsache, dass der Film eine Netflix-Eigenproduktion war. Auch hier bahnt sich also eine Veränderung an: Die Streaming-Anbieter sind dabei, in Hollywood Fuß zu fassen.

Das mögen die Kinobetreiber zwar gar nicht, aber solange alle Filme zukünftig die Mindestanforderungen (eine Woche Kinolaufzeit) erfüllen, können sie auch an allen Preisverleihungen teilnehmen. In Zukunft dürften die Zuschauer also öfter auch Oscars oder Golden Globes für die Eigenproduktionen der Streamingdienste sehen.

5. Quo Vadis, Auflösungen?

Der Erfolg von Streaming-Angeboten basiert zu einem gewissen Teil auch auf der Möglichkeit, sich die Inhalte heute in bestechender Qualität anschauen zu können. Alle Anbieter bieten heute Mediengenuss mindestens in Full HD an, wobei sehr viele Plattformen sogar schon Streaming per 4k zulassen.

Mit 8k steht zudem schon die nächste Auflösung im Raum, die in Relation zu den Vorgänger-Versionen noch einmal kräftig zulegt. Hier die Auflösungen im Überblick:

Bezeichnung

Auflösung

SD

720 x 576 Pixel

HD-Ready

1280 x 720 Pixel

Full HD

1.920 x 1.080 Pixel

Ultra HD

3.840 x 2.160 Pixel

4k

4.096 x 2160 Pixel

8k

7.680 x 4320 Pixel

Aktuell sind Geräte mit einer 8k-Auflösung noch recht teuer. Darüber hinaus gibt es zudem kaum Medieninhalte, die auf diese Weise zur Verfügung gestellt werden können. Ob normale Fernseher irgendwann auch 16k oder noch höhere Auflösungen zeigen werden, steht in den Sternen.

Der Grund liegt nicht in fehlender technischer Machbarkeit, sondern darin, dass das Bild auf diese Weise immer größer wird. Das menschliche Auge hat es somit immer schwerer, alle Informationen zu erfassen. Darüber hinaus lassen sich bei einem Normalabstand von 2-3 Metern zum Fernseher einzelne Pixel schon bei Full HD nicht erkennen. Verbesserungen der Bildqualität dürften künftig vor allem bei noch besseren Kontrasten und einer nochmals verbesserten Farbdarstellung liegen.

6. Lineares Fernsehen vor allem bei Live-Ereignissen

Lineares Fernsehen wird in Zukunft nur noch eine Option unter vielen sein, aus denen Nutzer wählen können. Gerade Live-Ereignisse wie große Sportveranstaltungen oder Musik-Events passen gut zum Konzept. Darüber hinaus wird es immer auch Menschen geben, die sich vom Fernsehen einfach nur berieseln lassen möchten, ohne selbst vorher das Programm zusammenzustellen.

Fernsehsender benötigen jedoch eine Modernisierungskur, wenn sie überleben möchten. Gute Eigenproduktionen, die zudem auch unkompliziert und über einen langen Zeitraum in der Mediathek abgerufen werden können, dürften ein Schlüssel sein, um auch im zukünftigen Medienmarkt noch einen Platz zu behalten.

Streaming hat unser aller Leben verändert

Abschließend lässt sich festhalten, dass es nach dem Internet und dem Smartphone kaum eine technische Neuerung gab, die unser Leben so veränderte wie das Video-Streaming. Streaming-Anbieter verändern die Art und Weise, wie wir Medien nutzen und in vielen Fällen unseren Feierabend verbringen. Jeder kann sich sein eigenes Fernsehprogramm zusammenstellen und dabei oft auch Nischeninhalte finden, die im linearen Fernsehen kaum einen Platz gehabt hätten. Das lineare Fernsehen hat zwar nach wie vor seinen Platz, wird sich aber modernisieren müssen, um künftig noch eine Rolle spielen zu können.   

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homeandsmart Redaktion Samira Kammerer

Teil des Gründerteams, von Anfang an mit viel Herzblut dabei. Verantwortliche für das Ressort E-Mobilität bei homeandsmart. Zu ihren Lieblingsthemen zählen außerdem smarte Gadgets, Fitness-Tracker und intelligente Haushaltsgeräte. Als Digital Native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs.

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