Neue bundesweite Regelung Intelligenter Stromzähler ab 2017 für viele Haushalte Pflicht

Ein neues Jahr beginnt – nicht ohne eine neue bundesweite Regelung: Der sogenannte Smart-Meter ist seit dem 1. Januar 2017 Pflicht in vielen deutschen Haushalten. Betroffen sind alle, die mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen oder mehr als sieben Kilowatt Nennleistung mit einer stromerzeugenden Anlage generieren. In der Zukunft soll der Stromzähler für alle Pflicht werden. Die wichtigsten Informationen und Hintergründe im Überblick.

Smart Meter - Intelligenter Stromzähler

Ein smarter Motor der Energiewende

Smarte Lösungsansätze beeinflussen mittlerweile auch bundesweite Regulierungen. Ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurde vergangenen Juni im Bundestag verabschiedet und bekräftigt diesen Eindruck. Demnach sollen bis 2020 alle Haushalte mit einem Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden in der Bundesrepublik mit einem sogenannten Smart Meter ausgestattet werden, einem intelligenten Stromzähler, der einen besseren Überblick über Stromerzeugung und -verbrauch gewährleisten soll. Die gewonnene Transparenz dient der flächendeckenden Netzstabilität. Damit folgt die Bundesregierung einer Richtlinie der EU (2009/72 EG), die vorsieht, dass bis 2020 80 Prozent der Stromzähler in EU-Haushalten digitalisiert werden sollen. Seit 2010 ist der Einbau für Neubauten und nach umfassenden Renovierungsarbeiten bereits Vorschrift. Auch der Verbraucher kann daraus Nutzen ziehen und bewusster den Energieverbrauch im Eigenheim steuern. Neue Tarifmodelle können anhand der Messdaten ausgehandelt werden. Für Großverbraucher mit einem Stromverbrauch über 10.000 Kilowattstunden pro Jahr, ob Gewerbe- oder Privatkunde, ist der Einbau des Zählers nun seit Beginn des Jahres Pflicht. Wer unter dem Verbrauch pro Jahr liegt, 6.000 Kilowattstunden jedoch überschreitet, der muss sich für den Einbau auf 2020 einstellen. Verbraucher, die unter dieser Grenze liegen – und dies betrifft den Großteil der Privathaushalte in Deutschland (etwa 30 Millionen Haushalte) – müssen erst einmal nicht mit einem vom Bund vorgegebenen Einbau rechnen. Allerdings kann der Messstellenbetreiber eigenständig entscheiden, ob Geringverbraucher sich ebenfalls dem Smart Metering anschließen sollen. Es schadet also nicht, sich mit dem Thema zu befassen und eine Installation bereits heute vorzunehmen. Auch wenn Sie keinen Smart Meter haben müssen, ist er eine hilfreiche Ergänzung für den Haushalt, der es ermöglicht Stromfresser zu vermeiden. 

Was kostet der smarte Umgang mit dem Strom?

Zunächst einmal gilt: Die Kosten für den Einbau und Betrieb, sowie Wartungskosten müssen vom Verbraucher getragen werden. Pro Jahr sollen sich die Kosten für Geringverbraucher zwischen 20 und 100 Euro belaufen – eine gesetzlich festgelegte, maximale Preisobergrenze sichert Großverbrauchern zwischen 10.000 und 20.000 Kilowattstunden Kosten von maximal 130 Euro zu, Verbraucher bis 50.000 Kilowattstunden werden mit nicht mehr als 170 Euro Kosten rechnen müssen. Verbraucher bis 100.000 Kilowattstunden werden nicht mehr als 200 Euro zahlen.

Wozu ein Smart Meter?

Im Gegensatz zu herkömmlichen analogen Stromzählern soll das intelligente Smart-Meter-Messsystem den Stromverbrauch innerhalb eines Betriebes oder Haushaltes den Geräten genau zuordnen können. Eine genaue Übersicht über den Strombedarf mit zeitgenauer Angabe ist dadurch möglich. Mehr Transparenz über den Stromverbrauch und -bedarf ist das Ziel. Zu verdanken ist das intelligente Messsystem der Gateway-Technologie. Die Smart Meter-Gateways sind mit den Rechenzentren und Steuerungszentralen der Energieanbieter verknüpft, es entsteht das Smart Grid - ein intelligentes Stromnetz, mit mehr Transparenz und der Möglichkeit direkten Zugriff auf bestimmte Kunden/Verbrauchsdaten zu erhalten. Das Smart Grid stellt die Voraussetzung eines jeden Netzbetreibers dar, die Energiewende umzusetzen: Eine vollständige Netzstabilität kann gewährleistet werden, indem dank übersichtlicher Darstellung des Verbrauchs, Netzkapazitäten gegebenenfalls umverteilt werden können, etwa in lastschwächere Zeiten. So wird die Energie optimal und effizient genutzt. Dank der gewissen Flexibilität des Netzes, können außerdem Schwankungen ausgeglichen werden. Diese entstehen etwa, weil mehr und mehr Energie mittels Solar- oder Windanlagen produziert wird, die allerdings wiederum stark abhängig vom Wetter ist. Bei einem Energiedefizit oder -überschuss reagiert das Smart Grid automatisch: Kraftwerke werden gedrosselt, Windparks werden abgeschaltet.

Ein weiterer Vorteil kommt insbesondere dem Verbraucher zugute: So flexibel und variabel, wie das Smart Grid reagiert, können in Zukunft auch die Strompreise täglich variieren: Der Strompreis sinkt über den Tag, sobald viel Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht. Ein Preissystem in dieser Art ist mit den bisherigen, analogen Messsystemen nicht möglich.

Insgesamt wird der Energiebedarf und -verbrauch mithilfe der Smart-Meter-Einführung wesentlich transparenter und die Nutzung deutlich effizienter.

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?