High Tech Therapie Hilft das IoT bei Schizophrenie?

Drei von fünf Schizophrenie-Patienten nutzen Technik um mit den Symptomen der Krankheit besser fertig zu werden – das fand die „National Alliance on Mental Illness“ bereits vor drei Jahren raus. Einige interessante IoT-Projekte bestätigen das Ergebnis der Studie. Das Smart Home könnte also bald Therapiemaßnahme sein.

Eine Smartwatch kann Schizophrenkranken tatsächlich helfen

Psychose und Smart Home?

Aus dem Bauch heraus denken viele, dass Menschen mit Psychosen Computertechnik eher meiden, da sie Unruhe verbreiten könnten. Genau das Gegenteil ist aber der Fall - zumindest wenn es um Schizophrenie geht. Das verdeutlicht nicht nur das Ergebnis einer Befragung von 457 Schizophrenie-Betroffenen durch die National Alliance on Mental Illness.

Dante Murray leitet das lokale Gesundheitszentrum in Louisville, Kentucky. Er bringt pyschisch-kranken Menschen Excel-Skills bei, damit sie eine berufliche Perspektive haben. Sein Schüler Lon Moore, der an Schizophenie erkrankt ist, entwickelte darüberhinaus eine so große Leidenschaft für Netzwerktechnik, dass er regelmäßig Computer auseinander schraubt und Gadgets baut. Für Murray selbst war eine Smart Watch ein zentrales Element seiner eigenen Therapie. Vor 10 Jahren brach die Schizophrenie bei ihm aus, seither arbeitet er beständig an seinem Heilungsprozess.

Smart Home als Therapiemaßnahme

Das eine Smart Watch zur nützlichen Therapiemethode werden kann, erklärt sich, wenn man sich das Krankheitsbild genauer ansieht. Schizophrenie-Patienten fällt es teilweise schwer die Wirklichkeit angemessen wahrzunehmen und Abläufe zu planen. Eine Smart Watch kann dafür sorgen, dass die Vitalwerte im Blick bleiben und die Krankheitsschübe vor ihrem Ausbruch erkannt und eingedämmt werden.

Darüber hinaus kann die Automatisierung von Abläufen im Haus, die fehlende Routineplanung auffangen. Durch smarte Lichtsteuerung wird beispielsweise der Schlafrhythmus positiv beeinflusst, durch die intelligente Steuerung des Fernsehers, wird der automatisch um eine bestimmte Uhrzeit ausgeschaltet. Murray verfolgt die Smart Home Entwicklung interessiert. Er warte auf ein System mit einem holistischen Ansatz, das Smartphone, Wearables und Smart Home geschickt vernetzt, um Episoden der Krankheit vorherzusehen oder zu vermeiden.

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Neue Technik – Neue Behandlungsmethoden

Dr. John Torous, der Co-Direktor des Digital Psychiatry Program des „Beth Israel Deaconess Medical Centers“ arbeitet zusammen mit JP Onnela an der „Harvard School of Public Heath“ an der Entwicklung einer passiven App, die kontrolliert wie der Nutzer mit dem Smartphone interagiert. Die Daten – generiert über GPS, Beschleunigungsmesser und Display-Modus – wird dazu genutzt eine kurz bevorstehende Krankheitsepisode zu vermeiden.

Dr. Dror Ben-Zeev, Leiter des „Mobile Health for Mental Health“- Programms an der University of Washington sitzt mit seinem Team ebenfalls an der Entwicklung einer App. Sie trägt den Namen Focus und soll eben genau das bewirken - leidet der Betroffene unter Wahnvorstellungen, kann die App dazu beitragen, sich auf die Tatsachen zu konzentrieren. Bildet sich der Patient beispielsweise ein, er könne die Zukunft voraussagen, fragt die App ab, welche Farbe die nächsten fünf vorbeifahrenden Autos haben werden – inklusive der Reihenfolge. Ben-Zeev ist überzeugt, dass die Nutzer mit Hilfe der Fokus-Strategien weniger Stress in der Situation verspüren und sich schneller von der falschen Wahrnehmung befreien können.

Das Smart Home gegen Schizophrenie

Dass sich der schizophren-kranke Murray ein ganzheitliches System wünscht, kommt nicht von ungefähr. Bisher gibt es eben „nur“ diese vereinzelten, wenn auch vielversprechenden Entwicklungen, die zusammengenommen ein Smart Home System gegen Schizophrenie ergeben könnten. In Anbetracht der Tatsache, dass ein solches System sicherlich auch für andere psychische Krankheiten einsetzbar wäre, ist die Entwicklung eines solchen Systems nicht unwahrscheinlich. 

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?