Was ist IPTV? IPTV Anbieter im Vergleich IPTV: Anbieter, Apps, Streaming-Boxen für legales Film-Streaming

Fernsehen über das Internet etabliert sich immer mehr als neue Empfangsart für Entertainment-Inhalte auf dem Fernseher. Dank Breitband ist das Streamen von Filmen und Serien über Internet längst keine Nerd-Anwendung mehr. Anbieter wie Netflix oder Amazon bringen global eigene Programminhalte auf den TV-Bildschirm – mit und ohne Zusatzgeräte. Ein Fernsehgerät ist für den Empfang der Videoinhalte nicht nötig. Alles was Interessierte benötigen, ist ein Breitbandinternetzugang sowie ein Bildschirm.

Fernsehen über das Internet ist einfach, vielfältig und macht Spaß

IPTV: Was ist Fernsehen über Internet Protocol Television?

Wer denkt, dass für den Empfang von Fernsehprogrammen ein DVB-T2-Receiver oder eine Sat-Anlage nötig ist, täuscht sich. Mit der Verbreitung des Internets und zunehmender Bandbreite werden auch Serien und Filme immer mehr über das Internet auf den Fernseher oder Computerbildschirm gestreamt. Möglich macht es das Internet Protocol Television (IPTV) als neuestes Übertragungsverfahren. Hier die einzelnen Verfahren im Überblick:

  • DVB-S: Werden die TV-Inhalte über Satellit übertragen, spricht man von DVB-S
  • DVB-T: Beim Verfahren DVB-T kommen die Bildinhalte über eine terrestrische Antenne in die Haushalte
  • DVB-C: Beim Übertragungsverfahren DVB-C werden Filme und Serien über ein Breitbandkabel gesendet
  • IPTV: Übertragung von Bewegtbildinhalten für das Fernsehen über das Internet

Amazon Fire Stick 1 ist für 39,99 EUR bei Amazon erhältlich (Stand: 23.05.2018)

 

Voraussetzungen für das Fernsehen via Internet (IPTV)

Mit dem Übertragungsprotokoll IPTV geht das Fernsehprogramm den Weg der Telefonie und anderer Informationsformate, die den Weg von analog zu digital geschafft haben. So wird für den Empfang im Grunde auch keine extra Hardware benötigt: befindet sich ein Internet-Breitbandanschluss sowie ein Computer, Tablet oder Smartphone im Haus, sind alle nötigen Voraussetzungen für IPTV erfüllt.

Um die neuesten Serien oder Filme auf dem Bildschirm ansehen zu können, ist dann nur noch ein Streaming-Anbieter nötig, der die Fernsehinhalte für IPTV aufbereitet und per App oder Software-Programm zur Verfügung stellt. Mitunter wird auch eine Set-Top-Box angeboten, die über einen HDMI-Anschluss mit dem Fernsehen und per WLAN oder Ethernet mit dem Internet verbunden wird. Der Nutzer zappt dann mit der Fernsehfernbedienung zum entsprechenden HDMI-Kanal des Fernsehers. Dort steht die TV-Applikation des IPTV- oder Streaminganbieters zur Verfügung, in der mit der Fernbedienung der Set-Top-Box weiternavigiert wird.

Streaming-Lösungen wie Google Chromecast für IPTV sind einfach installiert

Google Chromecast Ultra ist für 74,95 EUR bei tink erhältlich (Stand: 23.05.2018)

 

IPTV-Anbieter im Überblick

Weit verbreitete Anbieter von diesen Streaming-Boxen oder -Sticks sind:

  • IPTV mit Amazon Fire TV: Der Streaming-Stick Fire TV von Amazon unterstützt den hauseigenen Streaming-Dienst Amazon Prime Video und über 5.000 Apps von Drittanbietern wie die ARD Mediathek, den Internet-Stream des ZDF, Netflix, TVNow oder ZATTOO. Der Stick kostet 39,99 Euro, Streaming-Dongle Fire TV mit 4K Ultra HD und Alexa-Sprachsteuerung kostet 79,99 Euro. Die Sprachsteuerung von Fire TV mit einem Echo ist derzeit in Deutschland noch nicht möglich. Eine Übersicht über die besten Amazon Fire TV Apps gibt unser Artikel: Fire TV Apps - Die 26 besten und kultigsten Must-haves 2018.
  • IPTV mit Google Chromecast: Die Streaming-Lösung des Internet-Konzerns Google unterstützt Film- und Serienangebot aus dem Google Play Store, aber auch Apps von Drittanbietern wie dem Streamingdienst Netflix, die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die beliebte Waipu.tv-App oder den Streaming-Dienst TV Now Plus. Google Chromecast kostet 39 Euro und unterstützt HD-Inhalte, die größere Version Chromecast Ultra streamt Medieninhalte mit bis zu 4K-Ultra-HD- und HDR-Auflösung. Einen Überblick über die besten Google Chromecast Apps liefert unser Artikel: Google Chromecast – Die besten Apps im Überblick. Besitzer eines Google Home können diesen mit Google Chromecast verbinden und die Chromecast-Angebote dann per Sprache steuern.
  • IPTV mit Apple TV: Auch Apple hat einen eigenen Video- und Film-Shop samt Streaming-Boxen im Angebot. Die Apple TV Streaming Box kostet speicherabhängig ab 199 Euro und ist kompatibel mit HD und 4K-HDR-Fernsehinhalten. Das kleinere Apple TV mit HD-Unterstützung kostet 159 Euro. Beide Boxen lassen sich auch als HomeKit-Steuerzentrale für ein Smart Home nutzen. TV-Inhalte wie der Live-Stream der öffentlichen-rechtlichen Sender oder Mediatheken sowie Apps von privaten Fernsehanstalten können über Apple TV Apps heruntergeladen werden. Eine große Übersicht über die besten Apple TV Apps haben wir im Artikel Apple TV Apps: Top Must-haves für den Apple TV 4K zusammengestellt.
  • IPTV mit Sky TV: Auch der Pay-TV-Anbieter Sky streamt seine Inhalte mittlerweile über das Internet. Das Angebot ähnelt teilweise dem von Apple, Amazon und Google. So können im Sky Store, dem Nachfolgeangebot von Sky Select, Filme geliehen oder gekauft und behalten werden. Gekaufte Filme werden  sogar zusätzlich zum Stream noch auf Blue-ray oder DVD nach Hause geschickt. Sky bietet eine TV Box für sein IPTV-Angebot über Fernsehen an. Wie bei den anderen oben aufgeführten Anbietern erleichtert die Box die Navigation und sorgt für eine stabile Datenübertragung. Über die Sky TV Box sind neben Sky Ticket Entertainment mit Serien und Sky Ticket Cinema mit Kinofilmen auch Apps für die IPTV-Dienste anderer Streaming-Anbieter abrufbar, wie die ARD Mediathek, ZDF, arte, tagesschau, YouTube oder vevo. Die Sky TV Box kostet einmalig 19 Euro.
  • IPTV mit Smart TVs: Smarte Fernsehgeräte haben die Unterstützung von IPTV-Angeboten bereits integriert. Zu den bekanntesten Vertretern zählen smarte Fernsehgeräte von Samsung oder Android-TVs von Asus, Philips, Sony, Sharp oder TP Vision. Android-TVs beinhalten Google Chromecast-Funktionen. Einen Überblick über besonders gelungene Smart TV Apps haben wir in unserem Artikel Smart TV Apps 2017: Installation und Nutzung zusammengetragen.
  • IPTV mit Telekom EntertainTV: Telekom Magenta Kunden haben die Möglichkeit zwischen drei Entertainment-Paketen zu wählen. Im StartTV Paket (2 Euro/ Monat) sind zum Beispiel 20 Sender in HD-Qualität inklusive, beim EntertaintTV-Paket (5 Euro/ Monat) gibt es zusätzlich u.a. noch 50.000 weitere abrufbare Inhalte, eine 7-Tag Replay Funktion und die Möglichkeit zum zeitversetzten Fernsehen. Das Premiumpaket EntertainTV Plus (10 Euro/ Monat) bietet darüberhinaus die Möglichkeit jederzeit einen Restart durchzuführen und beliebige Filme erneut von Anfang an zu streamen. Zudem bestätigte die Stiftung Warentest bereits vor einigen Jahren Telekom Entertain TV eine bessere Bildqualität als den Standards SAT, Kabel und DVB-T.
  • IPTV mit Vodafone TV: Ebenfalls in drei Kategorien sind die Streamingoptionen von Vodafone unterteilt. Verfügbar sind dabei je nach gebuchtem Paket bis zu 119 Sender in SD und bis zu 65 in HD. Zusätzlich sind Aufnahmen mit 1.000 GB Speicher bei GigaTV (9,99 Euro/ Monat) und GigaTV Premium (14,99 Euro/Monat) inklusive.
  • IPTV mit 1und1 Digital TV: Über eine 1&1 TV-Box lässt sich das Internetangebot von 1und1 fürs Streaming nachrüsten. Anschließend sind auch in der Basis-Version 90 Sender (davon etwa 30 in HD) verfügbar. Zusätzlich lässt sich das 1&1 TV Angebot auch über einen Apple TV oder FireTV nutzbar.
IPTV Zugangslösungen wie Amazon Fire TV sorgen für legale Angebote

IPTV Apps für Android und iOS

Sowohl für iOS als auch Android gibt es verschiedene Streamingmöglichkeiten. Zum Beispiel mit den Apps von ARD, ZDF, SAT1 oder Pro7. Wo diese heruntergeladen werden können, zeigt folgende Übersicht:

IPTV am Computer

Alle, die sich nicht an einen bestimmten Anbieter binden möchten, können Filme z.B. auch über VLC Media Player und MPlayer streamen. Und auch wer zusätzlich alte DVDs ansehen oder brennen möchte, kann dies mit einem VLC-Player am Computer tun.

Ist das Streamen von Filmen und Serien aus dem Internet legal?

Eines vorweg: Es ist mehr erlaubt als viele denken. Wer sich zum Beispiel für einen der oben genannten fünf IPTV-Zugangsanbieter entscheidet, kann davon ausgehen, dass die darüber genannten Angebote ohne rechtliche Probleme konsumierbar sind. Die vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlten IPTV-Sendungen oder Live-Übertragungen sind bereits über die GEZ-Haushaltsabgabe bezahlt. Auch bei den zumeist kostenlos angebotenen Apps für Fire TV, Google Chromecast oder Sky angebotenen Zusatz-Apps braucht man sich zumeist keine Sorgen machen. Die Shop-Betreiber überprüfen hier in der Regel die Legalität ihrer Angebote.

Illegale IPTV Streaming-Angebote erkennen

Bedenklich wird es, wenn Filme und Serien von dubiosen ausländischen Webseiten abgerufen und gestreamt werden. Eine beliebte Endung solcher Domains ist beispielsweise .to, die für das Königreich Tonga steht. Eine Besonderheit dieser Domain ist zum Beispiel, dass es für .to-Domains keine whois-Datenabfrage gibt, die Domains also völlig anonym betrieben werden können. whois ist eine Art globales Grundbuchamt für Domains. Weiterhin sollte das Streamen von IPTV-Inhalten von Webseiten vermieden werden, die kein Impressum haben.

Ansehen illegaler Streams ist jetzt Urheberrechtsverletzung

Im September 2017 beschloss der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass Nutzer illegaler Streams im Internet eine Urheberrechtsverletzung begehen. Sie laufen damit Gefahr, eine Abmahnung zu erhalten – sofern sie erwischt werden. Früher bestand hier eine rechtliche Grauzone, in der zwar die Bereitstellung und Vervielfältigung rechtswidrig war, nicht aber das Ansehen.

Apple TV 4K HDR (32 GB)
Inhalte in 4K HDR von iPhone, iPad oder Mac direkt auf den Fernseher streamen, optimal als Apple HomeKit-Zentrale
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Stand: 23.05.2018

Welche Vor- und Nachteile hat IPTV

Neu heißt nicht immer besser. Doch IPTV kann mit einigen praktischen Extras punkten. Welche dies sind und wo mögliche Nachteile liegen, zeigt folgende Übersicht.

Vorteile von IPTV:

  • Video-on-Demand: Zahlreiche Features, wie z.B. Video-on-Demand oder interaktive Service, können über IPTV verfügt werden – selbstverständlich müsste das in den jeweiligen Tarifen enthalten sein. Praktisch sind auch Kombi-Pakete für IPTV, sogenannte Triple-Play-Pakete, bei denen man Telefonie, Internet und Fernsehen von einem Anbieter bezieht.
  • Streaming beliebig stopp- und fortsetzbar: Wer kennt es nicht: mitten im Film oder einer Sendung wünscht man sich, schnell mal anhalten zu können. IPTV ermöglicht das zeitversetzte Fernsehen, das meist als „Timeshifting“ bezeichnet wird. Einfach mal kurz anhalten zu können, wenn es beliebt.
  • große Programmvielfalt inkl. Spartensendern: Das immer breiter werdende Interesse der Kunden an möglichst vielen unterschiedlichen Themen spiegelt sich auch in der Nachfrage nach einer breiten Senderauswahl wider. Die Anbieter von IPTV können schon ein sehr großes Spektrum an Sendern aufweisen.
  • Mediatheken bzw. Bibliothekenfunktionen: Filme dann gucken, wenn man Lust darauf hat - diese Funktion macht das pünktliche Einschalten überflüssig.
  • interaktive Services (z.B. Restart)
  • sehr gute Bildqualität (laut Stiftung Warentest besser als SAT, Kabel und DVB-T)

Nachteile von IPTV:

  • Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter
  • häufig Set-Top-Box zwingend erforderlich
  • Bei Internetstörungen oder Ausfall kein Fernsehprogramm verfügbar
  • regelmäßige Zusatzkosten

Fazit: IPTV, der schleichende Standard fürs Fernsehen

IPTV klingt technischer als es mittlerweile ist. Ähnlich wie beim Telefonieren über Internet und dem Voice-over-Internet-Protocol-Standard (VoIP) wird auch das Fernsehen schleichend bereits immer öfter per IPTV abgewickelt. Einziger Hemmschuh ist der schleppende bundesweite Breitbandausbau. Für knapp 40 Euro pro Streaming-Stick kann sich fast jeder das IPTV-Erlebnis nach Hause holen. Auch wer das Videoangebot von Google oder Amazon nicht nutzen mag, erhält eine technisch ausgereifte Lösung, um sich über die legalen Apps der Sendeanstalten das Fernsehvergnügen per Internet auf den Fernseher zu holen. Das beinhaltet auch ausländische Angebote wie Nachrichten von BBC. Die Zeiten, in denen das Streamen von Fernsehinhalten und Kinofilmen technisches Know-how und einen Computer voraussetzte, sind vorbei, der Geschmack des illegalen Piratenabenteuers verflogen.

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Ulrich Klein

Ausbildung als Verlagskaufmann und Studium der Betriebswirtschaft, danach mehrjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Publikationen. Nach einem mehrjährigen Schwenk ins Marketing als Copywriter jetzt Redakteur bei homeandsmart.de. Immer neugierig auf die Technik- und Digitaltrends von morgen und wie sie schon heute unser tägliches Leben verändern. Definitiv Team Alexa.