Kinect-basierte Demenzvorbeugung Virtuelle Therapie: Meine Oma fährt im Altersheim Motorrad

Durch virtuelle Spielangebote will das Hamburger Unternehmen RetroBrain R&D neuen Schwung in Altersheime und Krankenhäuser bringen. Mit der mehrfach preisgekrönten MemoreBox können demente oder gehbehinderte Patienten ihre körperlichen Fähigkeiten spielerisch trainieren. Dazu werden die Bewegungen auf ein Computerspiel übertragen, um virtuell zum Beispiel ein Motorrad zu steuern. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Arzt und Kabarettist Eckard von Hirschhausen.

Die MemoreBox begeistert Senioren für virtuelle Realtiät

So werden Senioren zu Zockern

Alle Spiele der MemoreBox sind so gestaltet, dass sie allein durch Körperbewegung und ganz ohne Controller gesteuert werden können. Die Technik basiert auf Kinect, der von Microsoft entwickelten Steuerungs-Hardware für die Xbox 360. Durch die intuitive Bedienung haben auch Menschen ohne Computerkenntnisse die Möglichkeit, spontan mitzuspielen. Im Vergleich zu normalen Computerspielen gibt es zudem noch eine weitere Besonderheit: Die Spiele können hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades so verändert werden, dass auch für körperlich eingeschränkte Personen Erfolgserlebnisse garantiert sind. Damit steht einem virtuellen Kegelabend oder einer rasanten Motorradtour nichts mehr im Weg. Die Erfinder der MemoreBox planen ihr Konzept noch mehr auszuweiten und durch eine Cloud zu ergänzen, sodass bald auch individuelle Profile oder Spielaktionen mit Angehörigen möglich werden.

 

MemoreBox als Motivationshilfe für Patienten

Laut Manouchehr Shamsrizi, dem Gründer des Projekts RetroBrain R&D, soll die MemoreBox durch positive Stimulation dazu beitragen, neue Synapsen im Gehirn zu bilden und somit das Fortschreiten von Demenz zu verlangsamen. Außerdem kann die Bewegung während der interaktiven Spieltherapie den Körper kräftigen und dafür sorgen, dass vermehrt das Glückshormon Dopamin gebildet wird. Gedacht ist das System für die Anwendung in Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

Getestet wurde MemoreBox während einer Werbekampagne unter dem Motto „Meine Oma fährt im Altersheim Motorrad“ im März 2017 von Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland. In einigen Häusern ist die MemoreBox bereits dauerhaft installiert und wird regelmäßig genutzt, etwa in Pflegeeinrichtungen der Malteser, der Johanniter, der Rummelsberger Diakonie und der Marseille-Kliniken AG. Um welche Pflegeheime es sich genau handelt, erfahren Sie auf der MemoreBox-Website.

Dank der interaktiven Spieltherapie wird die Demenzentwicklung verzögert

Unterstützer und Projektpartner der MemoreBox

Das RetroBrain R&D Unternehmen hinter der MemoreBox wurde bereits von der Europäischen Kommission in Brüssel ausgezeichnet, mit dem Eugen-Münch Preis prämiert und erhält auch sonst viel Zuspruch von namhaften Organisationen und Unternehmen. So waren und sind einige große Unternehmen an der (Weiter-)Entwicklung beteiligt, darunter Microsoft, Barmer, Schering Stiftung, Rudi Assauer Inititative oder die Humboldt-Innovation GmbH (HI). Nicht zuletzt hat auch das sozialunternehmerische Geschäftsmodell von RetroBrain R&D Vorbildqualitäten und wurde deshalb durch die WHU Otto Beisheim School of Management zum Social Business des Jahres gekürt.

Auch Senioren haben die Vorzüge von Technik längst erkannt

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Studium Germanistik und Multimedia, zahlreiche Film- und Schreibprojekte, freie Autorin im Bereich Medizin, Pflege und Erlebnispädagogik. Stellt sich immer neuen technischen Herausforderungen. Kreativ und handwerklich geschickt. Heute Redakteurin bei home&smart. Mit Leidenschaft an der Entwicklung neuer Formate beteiligt. Lässt sich von Bedienungsanleitungen nicht aus der Ruhe bringen. Am Ende läuft alles rund.

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