Grafikkartenhersteller mit Smart Home-Plänen Mit Nvidia Shield und Shield Spot zieht Google Assistant ein

Laut der Zukunftsvision des Nvidia-Konzernchefs Jen-Hsun Huang soll das vernetzte Haus schon bald für die meisten Haushalte Realität werden. Der bislang in erster Linie für Grafikkarten und PC-Komponenten bekannte Hersteller dringt mit der Weiterentwicklung der Set-Top-Box Shield in den Smart Home Markt vor. Seine Vision ist es, die noch junge aber bereits sehr beliebte Google Assistant-Plattform mithilfe eines kleinen Mikrofons namens Spot in jeden Raum zu bringen. So einfach und komfortabel die sprachgestützte Steuerung von Smart Home-Geräten auf diesem Wege sein mag: Datenschützer warnen vor dem aggressiven Vorpreschen von Google-Diensten in den privatesten Bereich.

Nvidia Shield und Shield Spot

Nvidia verstärkt die Zusammenarbeit mit Google

Auf der CES 2017 in Las Vegas hat Nvidia eines besonders deutlich gemacht: Die Firma möchte sich nicht länger auf den Spielemarkt beschränken. Stattdessen nutzt der Konzern seine Erfahrungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, um in den Smart Home Markt zu streben. Während seiner Präsentation ließ Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang keinen Zweifel daran, wer der wichtigste Partner bei der Umsetzung dieser Zukunftspläne sein wird: Google. Der Datenriese und seine Sprachdienste sind der Dreh- und Angelpunkt von Nvidias Smart Home-Plänen. Die Set-Top-Box Shield soll die Google-Anwendungen weiter in privaten Haushalten verankern und die Internetservices fest in den Alltag verweben.

Set-Top-Box Nvidia Shield streamt Filme und Games

Shield ist eine Streaming Box, die an den Apple TV oder den Amazon Fire TV erinnert. Shield vernetzt den heimischen Fernseher mit dem Internet und damit auch mit zahlreichen Diensten, allen voran Streaming-Plattformen wie YouTube, Netflix oder Amazon Prime. Anders als die Konkurrenz aus dem Hause Apple und Amazon jedoch dient Shield zugleich als leistungsstarke Spieleplattform, die bekannte Android-Games für den großen Bildschirm aufbereitet. Aber auch klassische PC-Spiele lassen sich über den Cloud-Gaming-Dienst GeForce Now streamen. Dafür wird die benötigte Rechenleistung vollständig auf externe Server ausgelagert und die Spieledaten in Echtzeit auf das Endgerät des Spielers übertragen – sogar in HDR und 4K-Qualität. Shield hat sich bereits am Markt etablieren können, neu allerdings ist die Integration von Google-Diensten und des Sprachassistenten Google Assistant. Damit wird die Set-Top-Box zum Zentrum des Smart Home. Zahlreiche Smart Home-Komponenten lassen sich bereits mit dem Google-Assistenten vernetzen. Über einfache Sprachbefehle können mithilfe von Google Assist Lichter von Philips Hue gesteuert, der Raumthermostat Nest kontrolliert oder die Lieblingssongs abgespielt werden. Der Assistent erlaubt darüber hinaus die Verwendung von Drittdiensten, erinnert an Kalendereinträge, liefert Verkehrsinformationen und vieles mehr.

Nvidia Spot bringt den Googles Assistant in alle Räume

Über Mikrofone in allen Räumen des Hauses sollen die sprachgestützten Google-Dienste künftig überall und immer zur Verfügung stehen – so jedenfalls ist es von Nvidia gedacht. Shield Spot heißen die Golfball-großen Mikrofone, die sich unauffällig an Wänden und Möbeln befestigen lassen. Kabellos verbinden sie sich mit der zentralen Shield-Box und damit mit dem Google Assistant-Dienst. Die vernetzten Nvidia-Gadgets sollen sogar selbständig erkennen, in welchen Zimmern des Hauses sich aktuell Personen aufhalten. Möglich macht das der Laufzeitunterschied, also die zeitliche Differenz, in der Töne und Stimmen auf die Mikrofone trifft. So sind immer nur relevante Spots empfangsbereit. Auch andere Anwendungsfälle sind denkbar, beispielsweise würden vernetzte LED-Birnen nur in den gerade bewohnten Räumen leuchten.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Google erhält Einzug in den privaten Lebensraum. Zwar werden die Mikrophone erst durch eindeutige Ansprache aktiviert, die Befehle werden aber über das Internet an die Google-Server weitergeleitet. Eine Erklärung darüber, wie Nvidia die sensiblen Daten seiner Nutzer schützen möchte, blieb das Unternehmen bislang schuldig. Bis zur Markteinführung bleibt aber noch etwas Zeit, um diese wichtigen Fragen zu klären.

Technische Details

  • NVIDIA® Tegra® X1 processor mit 256-core GPU
  • 3 GB RAM
  • 4K HDR-ready
  • Dolby Atmos and DTS-X Surround Sound
  • 16 GB interner Speicher, erweiterbar über USB 3.0-Flash-Laufwerke
  • Betriebssystem: Android 7.0 (Nougat)

Preise und Verfügbarkeit

Nvidia Shield soll noch im Januar in Handel erhältlich sein und soll rund ca. 185 Euro kosten. Wann die Mikrofone Nvidia Spot zur Erweiterung der Set-Top-Box zu haben sein werden, ist bislang unbekannt. Preislich sollten sich die Smart Home-Gadgets an der Marke von 45 Euro orientieren. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Herstellers zu finden.

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?