Samsung will kompatibler werden CES 2018: Samsung öffnet SmartThings und Bixby für Drittanbieter

Der Elektronikkonzern Samsung hat auf der CES in Las Vegas seine Strategie für eine offene Smart Home-Plattform vorgestellt, welche die verteilten Internet of Things (IoT)-Anwendungen der verschiedenen Branchenteilnehmer unter einem Dach versammeln soll. Nutzer sollen dann nur noch eine App benötigen, um ihre Geräte zu steuern. Als zentrales IoT-Ökosystem bietet Samsung dafür seine eigene SmartThings-Plattform und sein Künstliche Intelligenz Bixby an.

Samsung will mit seine SmartThings-Plattform und Bixby mit Drittanbietern teilen

Samsung will eine gemeinsame IoT-Plattform für alle Nutzer

Samsung sieht Endverbraucher mit noch zu vielen Hürden konfrontiert, wenn es darum geht, verschiedene Geräte zu steuern. Beispielsweise müssen Nutzer verschiedene Smartphone-Apps und Systeme nutzen, um smarte Geräte in ihr vernetztes Zuhause zu integrieren oder zu steuern. Die Lösung soll eine Art genormte offene IoT-Plattform sein, die eine herstellerübergreifende Vernetzung von Smart Home-Geräten ermöglicht.

Für die Verwirklichung von Samsungs offener IoT-Plattformstrategie arbeitet das Unternehmen mit dem Open Connectivity Forum (OFC) zusammen, um allgemeine Industriestandards durchzusetzen. Samsung will dazu seine Plattform SmartThings und seinen digitalen Sprachassistenten Bixby auch anderen Geräteherstellern verfügbar machen. Die cloudbasierte Künstliche Intelligenz Bixby 2.0 soll dabei als zentraler Knotenpunkt dienen. In einem Betaprogramm sollen dazu ausgewählte Entwickler mit Samsung zusammenarbeiten.

Die Bausteine der offenen Samsung Smart-Home-Plattform

Den Anfang für eine lückenlose benutzerfreundliche Bedienung verschiedener Smart Home-Geräte will Samsung bei sich selbst machen. So arbeiten die Smart Home-Spezialisten derzeit daran, alle Samsung-Geräte bis 2020 IoT-fähig und untereinander kompatibel zu machen. Folgende Instrumente kommen für Samsungs IoT-Strategie zum Einsatz:

  • Samsung SmartThing App: Die Smartphone App, die bereits in diesem Frühjahr erscheinen soll, dient den Nutzern zukünftig als Steuerzentrale für die aktuellen Samsung IoT-Anwendungen wie Smart Home, Smart View und Samsung Connect. Über die SmartThings App sollen Nutzer kompatible Geräte wie Smartphones, TV-Geräte und Autos miteinander verbinden und steuern können.
  • Samsung SmartThings Cloud: Die zukünftig alleinige Cloud-Plattform von Samsung, die als intelligente Nutzeroberfläche der Überwachung und Steuerung aller angeschlossenen Samsung Smart Home-Geräte dient. Zukünftig sollen auch die Geräte anderer Branchenhersteller mit der Samsung SmartThings Cloud zusammenarbeiten. Derzeit plant Samsung die Vernetzung von HARMAN Ignite mit der SmartThings Cloud, um die Bedienung seiner Smart Home-Geräte auch von unterwegs aus, über das Auto steuerbar zu machen.
  • Samsung Bixby: Der digitale Sprachassistent Bixby, der derzeit nur in Galaxy Smartphones integriert ist, soll zukünftig auch in Samsungs Family Hub Kühlschränken und TV-Geräten zum Einsatz kommen. Allerdings ist Bixby noch nicht in allen Sprachen verfügbar, Besitzer eines Samsung Galaxy Smartphones mit Bixby müssen deshalb noch in englischer Sprache mit dem virtuellen Sprachassistenten kommunizieren. Bixby ist Mund und Ohr der Samsung SmartThings Cloud.
  • Samsung NEXT: Die global operierende Business-Unit Samsung Next befasst sich mit neuen Innovationen und Technologien, der Software- und Produkt-Entwicklung und der Implementierung einer Start-up-Kultur bei Samsung. Samsung NEXT investiert zudem in Start-up-Unternehmen und arbeitet mit anderen Unternehmen zusammen, von denen sie sich neue Zukunftsimpulse und Synergien erhofft. Samsung NEXT fällt die Schlüsselrolle bei der Transformation des gesamten Samsung-Konzerns zu.
  • Samsung Reserach Unit: Die weltweit tätige Entwicklungssparte von Samsung hat ein neues KI-Zentrum erhalten, welche Samsungs Entwicklungstätigkeiten im IoT-Bereich koordiniert.

Kurzanalyse zu Samsungs Plänen einer offenen IoT-Plattform

Samsung kommt mit seinen Plänen sicher den Wunsch vieler Endverbraucher nach, sich nur mit einem Smart Home-System auseinandersetzen zu müssen. Mit dem Open Connectivity Forum hat der Elektronikkonzern einen guten Partner an Bord. Inwieweit andere Branchenhersteller allerdings die Einladung annehmen werden, für ihre Smart Home-Produkte die Samsung-Plattform zu nutzen, bleibt spannend. Mit Amazon Alexa und Google Assistant stehen bereits Alternativen zur Verfügung, die weit verbreitet sind, viele Sprachen verstehen und sich großer Beliebtheit bei den Endverbrauchern erfreuen. Zukünftige Smart Home-Industriestandards können auch diese in ihre Plattform integrieren.

Weitere Neuheiten der CES 2018:

CES 2018: Weitere Integrationsmöglichkeiten für Google Assistant
CES 2018: LG implementiert Künstliche Intelligenz ThinQ in TV
CES 2018: Die Technik-Trends der Consumer Electronics Show

Alle Neuigkeiten zur CES 2018 im Überblick

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Ulrich Klein

Ausbildung als Verlagskaufmann und Studium der Betriebswirtschaft, danach mehrjährige Tätigkeit als Redakteur und freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Publikationen. Nach einem mehrjährigen Schwenk ins Marketing als Copywriter jetzt Redakteur bei home&smart. Immer neugierig auf die Technik- und Digitaltrends von morgen und wie sie schon heute unser tägliches Leben verändern.