Lebensmittel smart managen Smarte Lösungen rund um die Vorratshaltung

Mehr als eine Milliarde Tonnen Lebensmittel landen nach offiziellen Angaben im Jahresdurchschnitt weltweit auf dem Müll. Dabei spielen beschädigte Verpackungen, unterbrochen Kühlketten oder Restbestände aus Gastronomien eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Hauptverantwortlichen der alltäglichen Verschwendung: dem Privatkonsumenten. Alleine in Deutschland wirft jeder Bundesbürger durchschnittlich 80 Kilogramm Lebensmittel jährlich in den Müll. Wir zeigen, wie sich der unnötigen Vergeudung mit ein wenig Umsicht und dank innovativer Technologien vorbeugen lässt.

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Lebensmittelverschwendung: Industrie schadet Entwicklungsländern

Während in westlichen Industrieländern sogar genießbare Nahrungsmittel entsorgt werden, leiden in anderen Regionen Menschen Hunger. Bereits seit 2006 weist die Umweltorganisation „World Wildlife Fund“ an jedem 2. Mai mit dem „Tag der Lebensmittelverschwendung“ auf das Problem hin, dem nach und nach auch von anderen Seiten vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gesetzliche Maßnahmen, private Initiativen und innovative Technologien tragen dazu bei, der Verschwendung Einhalt zu gebieten und für eine faire Verteilung verfügbarer Lebensmittel zu sorgen.

Gourmet Bag statt Tonne: gesetzliche Vorgaben und freiwillige Aktionen

Seit dem Jahr 2016 werden in Frankreich nach und nach Einzelhändler, Supermärkte und Gastronomen dazu verpflichtet, ungenutzte Lebensmittel an soziale Einrichtungen zu spenden. Restaurantbesitzern droht darüber hinaus ab Mitte 2021 ein Bußgeldbescheid, bieten sie ihren Gästen nicht aktiv an, nicht verspeiste Gerichte mitzunehmen.

In Deutschland setzen wir auf Freiwilligkeit: Mit der Initiative „Zu gut für die Tonne“ sollen Gastronomiebetriebe dazu animiert werden, ihre Gäste auf die Möglichkeit des Einpackens nicht verzehrter Speisen hinzuweisen. Ergänzt wird die gleichnamige App um Rezepte beliebter Fernsehköche, Ideen zur Verwertung von Essensresten sowie Hinweise zum sinnvollen Einkauf und zur effektiven Lagerung von Lebensmitteln und Getränken.

Zu schade für den Ausguss: Getränke richtig lagern und verwerten

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In erster Linie wird feste Nahrung verschwendet. Aber auch bei Getränken können wir viel tun. Das Wasser aus dem Gurkenglas dient als Grundlage für das nächste Salatdressing, das aus dem Spargeltopf für die Gemüsesuppe. Wer auf Leitungswasser und Sprudelgeräte statt auf Wasser in Kunststoffverpackungen setzt, schont neben der Umwelt auch den Geldbeutel.

Abhängig von Füllstand und Traubenfarbe halten sich geöffnete Weinflaschen im Kühlschrank noch bis zu sieben Tagen. Wer möchte, kann auch Soßen mit den edlen Tropfen verfeinern. Vor dem Entkorken trägt die richtige Aufbewahrung dazu bei, dass manche Weine auch nach Jahren nichts an ihrer Qualität einbüßen. Einige gewinnen mit zunehmendem Alter sogar an Geschmack.

Andere Getränkeverpackungen punkten mittlerweile mit smarter Technologie. Ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes waren die Budweiser-Bierbecher in den russischen Stadien zur Fußball-WM 2018, deren integrierte LED-Lichter mit zunehmendem Jubel zu leuchten begannen. Während dies nicht dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung diente, werden Konsumenten dank Augmented Reality, künstlicher Intelligenz und weiterer innovativer Technologien an den rechtzeitigen Verbrauch ihrer Frischmilch erinnert oder erhalten Vorschläge zu Mixgetränken für den Inhalt angebrochener Flaschen.

Intelligente Technologien auf dem Vormarsch: von smart packaging bis zu vernetzten Küchengeräten

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Fast alles ist möglich: Experten prognostizieren ein über vier-prozentiges Wachstum intelligenter Verpackungen bis zum Jahr 2024. Bereits jetzt helfen drahtlose Übertragungen Sensor-gemessener Werte (Radio Frequency Identification/RFID) bei der Überwachung von Lebensmitteln und Getränken entlang der Produktionskette. Supermärkte profitieren von der Erfindung des Start-ups „Wasteless“ aus Israel, auf deren Minidisplays die Preise der Waren automatisch an deren Frische angepasst werden. Biosensoren erfassen die Sauerstoffdichte in Verpackungen und geben über smarte Etiketten Auskunft zu möglichem Keimbefall bei Frischfleisch oder Meeresfrüchten.

Der Name ist Programm: Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum garantieren Lebensmittelhersteller die unbedenkliche Verzehrbarkeit ihrer Produkte bis zum angegebenen Zeitpunkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies nicht, dass die Lebensmittel danach nicht mehr bedenkenlos genossen werden können. Die vor Jahren angestoßene Debatte um eine Entfernung des Datums bei Lebensmitteln wie Reis oder Zucker wurde nicht weiter nachverfolgt. Dabei gibt es mit dem elektronischen Mindesthaltbarkeitsdatum bereits eine Alternative. In die Verpackung integrierte Temperatur-Zeit-Indikatoren zeigen dem Verbraucher durch farbliche Veränderungen die Frische des enthaltenen Lebensmittels an. Einzig aufgrund der hohen Kosten haben sich die praktischen Chips noch nicht auf dem Markt durchsetzen können.

Dennoch werden auch für Konsumenten Mehrwerte geschaffen. Gescannte QR-Codes senden in Echtzeit Informationen zum Hersteller oder Produktionsort auf das Smartphone-Display. Daneben liefern moderne Technologien wertvolle Hinweise zur Vorratshaltung.

Wer „Blueapple“ bestellt, erhält mit den blauen Kunststoff-Kugeln in Apfelform Ethylen-Absorber. Im Kühlschrank aufbewahrt, können sie die Haltbarkeit von Obst- und Gemüsesorten um Wochen verlängern.

„Smarter Mats“ können im Kühlschrank, aber auch der Speisekammer gelagert werden. Sie messen das Gewicht aktueller Vorräte und erstellen per App Einkaufslisten der Lebensmittel, die sich dem Ende neigen.

Aufs Ganze geht, wer ein drahtloses „Smarter Detect“-Gerät an seiner Küchenwand befestigt und so ein gemeinsames Netzwerk aller gewünschten Geräte erstellt. Bekannt sind Smart-Home-Lösungen für Haus und Garten bereits seit Längerem. Sie reichen von Gartensensoren für eine automatische Bewässerung über den Einsatz intelligenter Mähroboter bis zur selbstständigen Trocknung gewaschener Kleidung.

Entsprechend unkompliziert erweist sich connected living für die Küche und Vorratshaltung. Einmal installiert, vibriert das Smartphone bei der offenen Kühlschranktür, schaltet sich die Kaffeemaschine von selbst ein, passt der Induktionsherd sein Kochfeld der Topfgröße an. Temperaturregler verhindern ein Anbrennen der Speisen und beugen auch damit einer Lebensmittelverschwendung vor.

Was können wir tun? Tipps für die alltägliche Vorratshaltung

Wir müssen die Verantwortung aber nicht modernen Technologien überlassen. Jeder kann ohne großen Aufwand einen Beitrag gegen die weltweite Lebensmittelverschwendung und für Umwelt und Gesellschaft leisten.

  • Intelligent shoppen: Wer mit vollem Magen einkaufen geht oder sich streng an seine Einkaufsliste hält, kauft normalerweise weniger. Produkte mit „Fair-Trade“-Zeichen garantieren eine sozialgerechte Herstellung, mit saisonalen Produkten aus der Region werden Transportkosten und Energie gespart.
  • Richtig lagern: Wer nach dem Einkauf die neuen Lebensmittel im Kühlschrank nach hinten sortiert, übersieht nicht die älteren und vermeidet so deren Verderb. Werden Speisereste vakuumiert oder tiefgekühlt, können sie oft noch nach Monaten genossen werden.
  • Ab in den Mixer: Statt den Apfel mit Druckstelle oder den welken Salat zu entsorgen, können aus Obst- und Gemüseresten Smoothies gezaubert werden. Die dickflüssigen Getränke erhalten nicht nur Lebensmittel, sondern auch Vitamine.
  • Mehr verwerten: Auch der Strunk vom Blumenkohl kann weich gekocht, auch die Radieschen-Blätter verzehrt werden. Viel mehr ist essbar als gemeinhin angenommen!
homeandsmart Redaktion Samira Kammerer

Teil des Gründerteams, von Anfang an mit viel Herzblut dabei. Verantwortliche für das Ressort E-Mobilität bei homeandsmart. Zu ihren Lieblingsthemen zählen außerdem smarte Gadgets, Fitness-Tracker und intelligente Haushaltsgeräte. Als Digital Native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs.

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