Das kostenlose Internet der Dinge The Things Network verbreitet offenen LoRa-Standard

The Things Network (TTN), eine global miteinander vernetzte Community von IT-Experten und Netzaktivisten, ist bereits seit mehr als 18 Monaten in Zürich tätig und baut dort ein valides Internet der Dinge auf. Dabei bedient sich die Gruppe des sogenannten LoRa-Standards, um eine möglichst hohe Kompatibilität des Netzwerkes zu erreichen - ein Opensource-Ansatz, der ohne WLAN und 3G auskommt. Doch welchen Zweck soll ein solches Netzwerk überhaupt erfüllen?

Das Netzwerk vom The Things Network vergrößert sich - es ist aber Luft nach oben

Die Gruppe IT-Tüftler, welche sich selber als The Things Network (TTN) bezeichnet, wurde ursprünglich in Amsterdam gegründet. Neben Amsterdam hat sich jedoch Zürich schnell als zweite Hauptstadt etabliert und ist - ebenso wie Amsterdam - die technisch am weitesten erschlossene Stadt der TTN-Community. Gegründet und lanciert hat den Hauptsitz in der Schweiz der Software-Ingenieur Gonzalo Casas, welcher sich - nach seiner Ausbildung in Argentinien - in Zürich niedergelassen hat. Obwohl die Gruppe The Things Network (TTN) basisdemokratisch aufgebaut ist, hat sich Casas als ihr Sprecher für die Stadt Zürich und die dortige Entwicklung etabliert. Insgesamt beteiligen sich in Zürich mehr als 70 Freiwillige am Ausbau des offenen Netzwerks und treffen sich regelmäßig. Mehr als 20 Gateways sind laufend verfügbar und bilden die Grundstruktur des Netzwerks.

Der Zweck des Netzwerks muss sich erst noch etablieren

Immer wieder wird Gonzalo Casas gefragt, welchen Zweck das Netzwerk der Dinge in Zürich verfolgt und welche Absichten hinter The Things Network (TTN) stecken. Eine Frage, die er selber nicht so ohne weiteres beantworten kann. Denn The Things Network (TTN) sieht sich eher als "Enabler", denn als direkter Nutzer des Netzwerks. So wie auch das Internet zu Beginn durch die Vernetzung privater Server kostenlos zur Verfügung stand, soll der LoRa-Standard als unabhängiges Medium für das Internet der Dinge dienen – frei von Geldern und Interessen großer Konzerne. The Things Network (TTN) soll die Basis der Entwicklung schaffen und eine stabile und sichere Plattform für ein Netz der Dinge zur Verfügung stellen. Welche Erfolge und Möglichkeiten sich daraus in späterer Zeit noch ergeben, steht in den Sternen. Sicher ist, dass sich durch die Leistungen von The Things Network (TTN) festgesetzte Branchen-Strukturen aufweichen lassen, sodass neue Möglichkeiten und Geschäftsfelder entstehen können.

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Der LoRa-Standard als Grundlage für die Entwicklung

Um das Netzwerk von The Things Network (TTN) möglichst effektiv nutzen zu können, baut die Gruppe auf den sogenannten Lora-Standard, welcher auch in der Industrie verbreitet ist. Der korrekte Begriff für diese Form der Netzwerk-Architektur lautet LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) und bezeichnet ein Übertragungsprotokoll, welches für diese Zwecke bestens geeignet ist. Mit dem Lora-Standard können Informationen mit geringem Energieaufwand über nicht exklusiv verteilte Funkfrequenzen weitergeleitet werden. Grundlage für die Verteilung des Netzwerkes sind die sogenannten Gateways, welche in ganz Zürich verteilt die Abdeckung des Netzwerks ermöglichen. Da ein Gateway gerade einmal 300 Franken kostet, werden diese von vielen Freiwilligen gekauft und in heimischer Umgebung betrieben. Somit kann das Netz von The Things Network (TTN) kontinuierlich weiter wachsen und langsam aber sicher über die Grenzen einzelner Städte hinaus eine Vernetzung schaffen, welche große Möglichkeiten bieten kann.

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Die Vision vom The Things Network

Die Vision vom The Things Network ist also die: Ein passwortloses, kostenloses Netzwerk, dass sich auf eine kostengünstige Infrastruktur stützt. Das LoRa-Netzwerk soll dafür sorgen, dass sich sinnvolle Anwendungen flächendeckend und schnell verbreiten können. Für eine Stadt wie Amsterdam sind gerade mal 10 Gateways nötig, die Gesamtkosten nicht höher als 1.200 Euro.

Über die Website vom The Things Network kann man sich über Anwendungsbeispiele informieren und sich dem Netzwerk als Mitglied anschließen.

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?