Withings BodyScan 2 im Test: 60 Biomarker in 90 Sekunden

Withings neueste Premium-Waage BodyScan 2 positioniert sich nicht als reine Personenwaage, sondern als Longevity Station. Über 60 Biomarker in 90 Sekunden, 6-Kanal-EKG, Bluthochdruck-Hinweise, Sauerstoffsättigung. Wir haben getestet, ob der hohe Anschaffungspreis von knapp 500 Euro wirklich lohnt.

Withings BodyScan 2 im Test: 60 Biomarker in 90 Sekunden
Withings BodyScan 2 (homeandsmart)

Test-Fazit zur Withings BodyScan 2

Die Withings BodyScan 2 ist die vollständigste Körperanalysewaage, die aktuell im Handel steht.

Was uns überzeugt hat: Sensorik, die keine andere Waage bisher bietet: 6-Kanal-EKG, Sauerstoffsättigung, Gefäßalter und Hinweise auf Bluthochdruck sowie die übersichtliche Darstellung und Analyse in der App.

Was uns gestört hat: Der hohe Anschaffungspreis von 499,95 Euro, dazu sitzen Herzalter und die kommende Glukose-Resilienz hinter dem Withings+ Abo für 99,95 Euro im Jahr. Die SpO2-Messung brach bei uns wiederholt ab.

Empfehlenswert ist die BodyScan 2 für Menschen, die regelmäßig messen und aus Trends tatsächlich Konsequenzen ziehen. Wer nur wissen will, ob die Hose enger sitzt als im Frühjahr, aber den Komfort einer smarten Waage nicht missen möchte, sollte lieber zur ebenfalls erhältlichen Withings Body Smart greifen.

Design & Ausstattung der Withings BodyScan 2 im Überblick

Die BodyScan 2 ist eine hochwertige Waage mit Premium-Design: Die großflächige Platte besteht aus gehärtetem ITO-Glas in einem verstärkten Aluminiumrahmen. Da sieht sehr schick aus.

Withings BodyScan 2 Griff

Der ausziehbare Griff ist das prägende Element und war schon beim Vorgänger der eigentliche Unterschied zu den einfacheren Withings-Modellen. Er liegt magnetisch in einer flachen Mulde, hängt an einem Textilkabel und bringt bei der BodyScan 2 sein eigenes Display mit: 3,5 Zoll, 640 × 172 Pixel, und das auch in Farbe. Weil das Display beim Messen auf Brusthöhe gehalten wird, kann man die Werte problemlos ablesen.

Insgesamt zwölf Elektroden sind verbaut: acht aus Indiumzinnoxid in der Glasplatte, vier aus Edelstahl im Griff. Daraus entsteht ein Messkreis über Füße, Beine, Rumpf, Arme und Hände. Links im Griff sitzt zusätzlich ein optischer PPG-Sensor für die Sauerstoffsättigung. Die Waage trägt bis 200 Kilogramm und arbeitet in 50-Gramm-Schritten.

Geladen wird die Waage über ein mitgeliefertes USB-C Kabel.

Bedienung & Benutzerfreundlichkeit der Withings BodyScan 2

Die Einrichtung dauert keine zehn Minuten: Withings-App öffnen, Gerät hinzufügen, den auf dem Griffdisplay angezeigten Code bestätigen, WLAN einrichten – das war’s.

Bis zu acht Nutzer lassen sich anlegen, die automatische Erkennung läuft über Gewicht und Profil. Liegen zwei Personen im Haushalt gewichtsmäßig dicht beieinander – typischerweise Kinder – lässt sich das Profil über die Daumensensoren am Griff manuell umschalten.

Die App ist der Grund, warum das Gerät überhaupt Sinn ergibt. Auf der Waage selbst sieht man Momentaufnahmen, in der App die Kurven über den Zeitverlauf. Withings arbeitet mit Ampelfarben, erklärt jeden Wert und bindet über 100 Drittanbieter-Dienste ein, darunter Apple Health, Google Health Connect, Strava und MyFitnessPal. Damit werde nicht nur Daten der Withings BodyScan 2 in andere Apps synchronisiert, sondern eben auch viele weitere Daten aus den anderen Diensten übersichtliche dargestellt. Trotz der detaillierten Messwerte wirkt die App nicht unübersichtlich und ist selbst für Einsteiger gut zu bedienen.

Withings BodyScan 2 Mein Fokus Übersicht

Ein Satz zum Thema Daten, weil er dazugehört: Gesundheitsdaten dieser Tiefe landen in der Cloud. Withings gibt DSGVO-Konformität an und sitzt als Unternehmen in Frankreich – wer mit Cloud-Gesundheitsdaten grundsätzlich ein Problem hat, sollte sich diese Geräteklasse trotzdem nicht ins Bad stellen.

Funktionen & Performance: Was kann die Withings BodyScan 2

Körperzusammensetzung: die 6 Zonen sind der eigentliche Mehrwert

Die BodyScan 2 nutzt Bioimpedanz-Spektroskopie mit 13 Frequenzen bis 800 kHz und wertet sechs Segmente getrennt aus: rechter Arm, linker Arm, Rumpf, rechtes Bein, linkes Bein, Körpermitte. Neben Gewicht liefert sie Körperfett, Muskelmasse, Knochenmasse, Wasseranteil, Viszeralfett-Index und Grundumsatz.

Withings BodyScan 2 Griff Körperzusammensetzung

Genau diese Segmentierung ist der Grund, eine BodyScan 2 statt einer 90-Euro-Waage zu kaufen. Denn damit kann einerseits unterschieden werden, ob eine Gewichtsveränderung gerade durch einen Rückgang bzw. Zuwachs von Fett- oder von Muskelmasse  begründet ist.

Herz-Kreislauf-Messung: hier wird die Waage zum Gesundheitsgerät

Das 6-Kanal-EKG ist das Argument, mit dem Withings die Preisklasse rechtfertigt. Es zeichnet die Herzaktivität aus sechs Perspektiven auf und kann Hinweise auf Vorhofflimmern liefern. In unserem Test funktionierte die Aufzeichnung zuverlässig, die Erkennungsquote lag praktisch bei 100 Prozent.

Withings BodyScan 2 EKG Messung in der App

Neu ist die Impedanzkardiographie. Sie erfasst zusätzlich die mechanische Herzfunktion, also Pumpleistung und Reaktionszeit. Das gab es in Consumer-Geräten bisher nicht. Ebenfalls neu: die Bluthochdruck-Hinweise. Allerdings misst die Waage keinen Blutdruck direkt, sondern sie erkennt Muster, die auf Bluthochdruck hindeuten können. Erscheint ein Hinweis, muss er mit einer Manschette geprüft werden. Withings selbst schreibt, dass das Muster nur in einem Teil der Fälle auftritt – man kann also Bluthochdruck haben und trotzdem keine Meldung bekommen. Als Screening-Anstoß ist die Funktion wertvoll, als Diagnose taugt sie nicht.

Messdauer im Alltag: 90 Sekunden sind kein Nebenbei

Die Vollmessung dauert rund 90 Sekunden: barfuß aufstellen, Griff herausziehen, Elektroden halten, warten. Withings trennt deshalb zwischen Daily Scan und Longevity Scan. Der Daily Scan liefert Gewicht, Körperzusammensetzung, Viszeralfett, Herzfrequenz und Gefäßalter in wenigen Sekunden. Den vollständigen Scan haben wir zwei bis drei Mal pro Woche gemacht – das ist aus unserer Sicht der sinnvolle Rhythmus. Wer sich täglich 90 Sekunden aufs Glas stellt, hält das erfahrungsgemäß nicht durch.

Lediglich die Messung der Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2) klappte bei uns im Test zu keinem Messzeitpunkt.

Diese Besonderheiten zeichnen die Withings BodyScan 2 aus

Withings vermarktet die BodyScan 2 als „Longevity Station“ und hat dafür 2026 einen CES Innovation Award bekommen. Der Kern dieses Versprechens sind aggregierte Scores, die aus Rohwerten eine Richtung machen: Herzalter, Gefäßalter, Nerven-Reaktions-Score, die sogenannte Health Trajectory und – noch nicht verfügbar – die Glukose-Resilienz.

Withings BodyScan 2 Longevity Übersicht

Die Idee finden wir richtig. Zwanzig isolierte Messwerte helfen niemandem, der morgens im Halbschlaf auf ein Display schaut. Ein Trend mit Einordnung schon. Das Herzalter zum Beispiel wird aus zwei Zeitmarkern der Herzaktion berechnet und relativ zum tatsächlichen Alter angezeigt – „drei Jahre jünger“ versteht jeder sofort.

Der Haken liegt in der Zugangsbeschränkung. Herzalter und Glukose-Resilienz sind Withings+-Funktionen. Das Abo kostet 99,95 Euro pro Jahr beziehungsweise 9,95 Euro im Monat und bringt zusätzlich BodyPath, Ziel- und Kalorientracker, Prognosen und Programme. Das ist bei einem Gerät dieser Preisklasse kritikwürdig.

Wie gut ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Withings BodyScan 2

499,95 Euro sind viel Geld für eine Waage – und trotzdem ist der Preis nicht das Problem. Es gibt schlicht kein zweites Consumer-Gerät, das 6-Zonen-Bioimpedanz mit 13 Frequenzen, 6-Kanal-EKG, Impedanzkardiographie und SpO2 in einem Gehäuse vereint.

Wer jedoch sämtliche Longevity-Scores nutzen will, zahlt im ersten Jahr rund 600 Euro und danach 99,95 Euro jährlich weiter. Über fünf Jahre sind das knapp 1.000 Euro für eine Personenwaage.

Fair ist aber auch: Der reine Hardware-Umfang ohne Abo bleibt stark. 6-Zonen-Analyse, EKG, Gefäßalter, SpO2, Viszeralfett und die komplette Verlaufsdarstellung funktionieren ohne Withings+. Das Abo schaltet Interpretationsschichten frei, keine Messwerte.

Unser Urteil zum Preis-Leistungs-Verhältnis fällt deshalb zweigeteilt aus. Für die Zielgruppe – ambitionierte Sportler, Menschen mit einem Gewichtsziel, Nutzer mit Herz-Kreislauf-Vorgeschichte, GLP-1-Anwender – ist die BodyScan 2 ihr Geld wert. Für alle anderen ist eine Einsteiger-Withings-Waage sicherlich die bessere Wahl.

Weitere Withings BodyScan 2 Tests & Bewertungen

Ergänzend zu unseren eigenen Tests werfen wir auch einen Blick auf andere Stimmen – auf Einschätzungen von Fachredaktionen ebenso wie auf Erfahrungen von Nutzern im Alltag. Unsere eigene Bewertung beeinflussen sie nicht, doch sie erweitern die Perspektive.

  • Die Redaktion von „Tom’s Guide“ zeichnete die BodyScan 2 mit dem Editor’s-Choice-Siegel aus und nennt sie das umfassendste Gesundheitsgerät, das sie bislang getestet hat. Kritisiert wurden der hohe Preis, die Abhängigkeit vom Abo und die zum Testzeitpunkt noch fehlenden Funktionen Glukose-Resilienz und Diabetes-Risiko-Score. (Stand: 07/2026)
  • Zurückhaltender fällt das Urteil bei „Caschys Blog“ aus. Die Redaktion lobt Verarbeitung, Sensorik und App, hält die Waage für die meisten Nutzer aber für überdimensioniert und empfiehlt kleineren Withings-Modellen den Vorzug. Auch dort brach die SpO2-Messung wiederholt ab. (Stand: 07/2026)

Preise & Verfügbarkeit der Withings BodyScan 2

Die Withings BodyScan 2 ist seit dem 9. Juni 2026 zur UVP von 499,95 Euro erhältlich, zunächst direkt über withings.com. Amazon und ausgewählte Fachhändler folgen. Withings gibt zwei Jahre Garantie.

Ein Preisverfall ist bislang nicht zu beobachten – anders als bei vielen Saug- und Wischrobotern hält Withings seine Preise traditionell lange stabil. Wer wartet, wartet erfahrungsgemäß auf Aktionszeiträume wie Black Friday, nicht auf eine dauerhafte Senkung.

Withings+ kostet 99,95 Euro im Jahr oder 9,95 Euro im Monat. Ein Testzeitraum ist beim Kauf enthalten.

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