Das Wichtigste in Kürze
- Nach 20 Jahren endet die EEG-Vergütung – für Einspeisung gibt es dann nur noch rund 4 Cent/kWh.
- Selbst genutzter Strom spart 35–40 Cent/kWh und ist damit deutlich mehr wert als eingespeister.
- Ein AC-Nachrüstspeicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend – ohne Umbau der PV-Anlage.
- Ein Speicher lohnt sich erst bei hohem Überschuss und viel Abendverbrauch
20 Jahre später: Die Rechnung geht nicht mehr auf
Zwanzig Jahre lang war die Rechnung einfach: Solarstrom aufs Dach, Überschuss ins Netz, feste Vergütung kassieren. Für die ersten Anlagenjahrgänge ist damit jetzt Schluss, denn die 20-jährige EEG-Förderung läuft aus.
Das Ergebnis: Für eingespeisten Strom gibt es nur noch wenige Cent. Wer eine ältere PV-Anlage ohne Speicher betreibt, schickt seinen Solarstrom also tagsüber für kleines Geld ins Netz und kauft ihn abends teuer zurück. Genau hier setzt ein Nachrüstspeicher an. Wir erklären, warum sich die Rechnung dreht, für wen sich das Nachrüsten lohnt und welche AC-Speicher dafür infrage kommen.

Was passiert, wenn die EEG-Förderung endet?
Die EEG-Vergütung ist auf 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr befristet. Für die frühen Jahrgänge aus den 2000ern ist dieser Zeitraum inzwischen abgelaufen, und Jahr für Jahr kommen weitere Anlagen dazu. Wichtig: Die Anlage darf ganz normal weiterlaufen. Nur die hohe, garantierte Vergütung fällt weg.
An ihre Stelle tritt die Anschlussvergütung für ausgeförderte Anlagen, die per Solarpaket I bis Ende 2032 gesichert ist. Sie orientiert sich am Jahresmarktwert Solar abzüglich einer Vermarktungspauschale – 2025 blieben davon rund 4 Cent pro Kilowattstunde übrig. Zum Vergleich: In den Anfangsjahren gab es dafür teils über 40 Cent.
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Damit dreht sich die Logik um. Wer heute eine Kilowattstunde einspeist, bekommt rund 4 Cent. Wer dieselbe Kilowattstunde selbst verbraucht, spart den Einkauf von Netzstrom. Je nach Tarif rund 35 bis 40 Cent. Selbst genutzter Solarstrom ist damit ein Vielfaches wertvoller als eingespeister.
Speicher nachrüsten: So funktioniert das Prinzip
Das Prinzip ist einfach. Mittags produziert die Anlage mehr, als der Haushalt verbraucht. Ohne Speicher fließt dieser Überschuss ins Netz. Mit Speicher wandert er zuerst in die Batterie und steht abends und nachts bereit. Genau dann, wenn sonst teurer Netzstrom nötig wäre.
Für eine bestehende Anlage ist ein AC-gekoppelter Speicher die naheliegende Wahl. Er greift nicht in die vorhandene PV-Verkabelung ein, sondern wird über einen Stromwandler oder Smart Meter ins Hausnetz eingebunden. Er erkennt, wann Strom ins Netz zurückfließt, und lädt genau in diesem Moment.
Für wen lohnt sich ein Speicher?
Nicht jede alte Anlage braucht automatisch einen Speicher. Sinnvoll ist die Nachrüstung vor allem, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:
- ein spürbarer Mittagsüberschuss, der bisher ungenutzt ins Netz geht
- ein relevanter Stromverbrauch am Abend und in der Nacht
- bisher kein Speicher vorhanden
- eine technisch noch gut funktionierende PV-Anlage
- ein Verbrauch, der zur gewählten Speichergröße passt
Wer dagegen den größten Teil seines Solarstroms ohnehin schon tagsüber verbraucht oder nur eine sehr kleine Anlage betreibt, spart mit einem Speicher wenig.
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Worauf man beim Nachrüsten achten sollte
Bevor es an konkrete Geräte geht, hilft ein Blick auf die wichtigsten Auswahlkriterien:
- AC- oder DC-gekoppelt: Für die Nachrüstung einer bestehenden Anlage ist AC in der Regel einfacher.
- Kapazität: Sie sollte zum abendlichen und nächtlichen Verbrauch passen, nicht maximal groß sein.
- Lade- und Entladeleistung: Je höher, desto mehr Mittagsüberschuss lässt sich tatsächlich speichern.
- Erweiterbarkeit: Modulare Systeme wachsen später mit dem Bedarf mit.
- Garantie: Auf Zyklenzahl und Garantiedauer achten.
- Smart Meter / Energiemanagement: nötig, damit der Speicher den Überschuss erkennt und steuert.
- Installation: Der Einbau gehört in die Hände eines Fachbetriebs.
Geeignete AC-Nachrüstspeicher für bestehende PV-Anlagen
Drei AC-Speicher passen besonders gut zu diesem Einsatz. Vom günstigen Einstieg bis zur leistungsstarken Lösung für große Dachanlagen. Alle drei lassen sich modular erweitern und werden von einem Fachbetrieb eingebunden.
| Empfehlung | Produkt | Kapazität | Leistung | Preis (0 % MwSt) |
| Höchste Leistung | Anker SOLIX Solarbank MAX AC | 7 → 42 kWh | 3.500 W | 1.899 € |
| Preis-Tipp | Jackery SolarVault 3 Pro Max AC | 2,5 → 15 kWh | 2.500 W | 649 € |
| Smart gesteuert | Zendure SolarFlow 2400 AC+ | 2,4 → 16,8 kWh | 2.400 W | 699 € |
Höchste Leistung: Anker SOLIX Solarbank MAX AC
Die leistungsstärkste Option im Feld und damit die naheliegende Wahl für eine größere Bestands-Dachanlage. Mit 3.500 Watt Lade- und Entladeleistung fängt sie auch kräftige Mittagsspitzen ab, statt sie ins Netz abzugeben. Der Smart Meter der zweiten Generation ist bereits dabei, ebenso eine Notstromfunktion, die in unter zehn Millisekunden umschaltet. Einen ausführlichen Bericht zum Nachrüsten des Anker SOLIX MAX AC kann man auf home&smart nachlesen.
- Kapazität: 7 kWh, erweiterbar bis 42 kWh
- Leistung: 3.500 W (Peak 5.250 W)
- Smart Meter Gen 2 inklusive, Notstrom 3.680 W
- 10.000 Ladezyklen, 10 Jahre Garantie, LiFePO4
- Preis: 1.899 € (0 % MwSt für Privatkunden)
Geeignet für: größere ausgeförderte Dachanlagen mit hohem Mittagsüberschuss


Preis-Tipp: Jackery SolarVault 3 Pro Max AC
Der günstigste Einstieg, um eine bestehende Anlage überhaupt erst mit Speicher zu ergänzen. Das reine AC-System wird ins Hausnetz eingebunden, der dreiphasige Smart Meter liegt bei, und wer mehr braucht, wächst dank Stapelsystem modular bis gut 15 kWh mit. Wer noch mehr Speicherpower braucht, darf sich freuen: Das System kann durch Parallelschaltung auf bis zu 45,36 kWh Gesamtkapazität und 7.500 W Ausgangsleistung ausgebaut werden.
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- Kapazität: 2,52 kWh, erweiterbar bis 15,12 kWh
- Leistung: 2.500 W, Wechselrichter integriert
- 3-phasiger Smart Meter inklusive, notstromfähig
- über 6.000 Ladezyklen, 10 Jahre Garantie
- Preis: 649 € (Aktion, regulär 1.099 €)
Geeignet für: preisbewussten Einstieg, kleinere bis mittlere Anlagen

Smart gesteuert: Zendure SolarFlow 2400 AC+
Der intelligenteste Speicher im Feld: Über das KI-Energiemanagement ZENKI 2.0 steuert das System Laden und Entladen vorausschauend – es bezieht Strompreise, Wetterprognose, Haushaltsbedarf und die laufende Solarproduktion mit ein, statt nur reaktiv zu puffern. In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif lädt der Speicher gezielt in günstigen Stunden.
- Kapazität: 2,4 kWh, erweiterbar bis 16,8 kWh
- Leistung: 2.400 W bidirektional, 3.200 W AC-Input
- KI-Energiemanagement ZENKI 2.0, sechs Betriebsmodi
- Messung per D0-Zähler/CT (separat erhältlich)
- Wechselrichter integriert, notstromfähig
Geeignet für: technikaffine Nutzer und die Kombination mit dynamischem Tarif

Welche Speichergröße passt zur Anlage?
Als Faustregel sollte die Kapazität zum abendlichen und nächtlichen Verbrauch passen. Für ein Einfamilienhaus liegen je nach Verbrauch grob 5 bis 10 kWh im sinnvollen Bereich. Wer unsicher ist, startet lieber klein und baut später aus.
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Anker SOLIX Solarbank Max AC

Jackery SolarVault 3 Pro MAX AC

Zendure SolarFlow 2400 AC+
Fazit: Auch alte PV-Anlagen profitieren oft von einem Speicher
Mit dem Ende der EEG-Förderung verliert eingespeister Solarstrom fast seinen ganzen Wert. Selbst genutzter Strom bleibt dagegen bares Geld wert. Für viele ausgeförderte Anlagen ist ein AC-Nachrüstspeicher deshalb der wirtschaftlich naheliegende Schritt – er verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend, ohne die Anlage umzubauen.
Ein Selbstläufer ist er trotzdem nicht: Ohne relevanten Abendverbrauch und ohne echten Überschuss rechnet er sich kaum. Wer aber beides mitbringt, holt mit dem passenden Speicher deutlich mehr aus der eigenen Anlage heraus.
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