Leerlaufverluste und Stromkosten
Laut Umweltbundesamt verursachten Leerlaufverluste durch Standby- und Scheinaus-Zustände in deutschen Privathaushalten und Büros bereits mindestens 22 Milliarden Kilowattstunden Stromverbrauch und mindestens 4 Milliarden Euro Kosten pro Jahr. Die Zahlen stammen aus einer UBA-Bestandsaufnahme.
Als Rechengrundlage für die Beispiele in diesem Artikel dienen 37,0 Cent pro Kilowattstunde, der durchschnittliche Haushaltsstrompreis laut BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Gerät für Gerät: Eine Mess-Steckdose zeigt den Verbrauch dessen an, was an ihr angeschlossen ist.
- Rechenbeispiel: 3 Watt Standby rund um die Uhr kosten bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde etwa 9,72 Euro pro Jahr.
- Alternative zum Kauf: Bei teilnehmenden Beratungsstellen der Verbraucherzentrale lassen sich Strommessgeräte kostenlos ausleihen.
- Rechtlicher Rahmen: EU-Grenzwerte sind Obergrenzen. Sie sagen nichts über den tatsächlichen Verbrauch eines Geräts zu Hause aus.
Was eine smarte Steckdose zeigt
Eine WLAN-Steckdose mit Messfunktion sitzt zwischen Wandsteckdose und Gerät und kann dessen Leistungsaufnahme und je nach Modell den Energieverbrauch anzeigen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den eigenen Stromverbrauch zu messen. So lassen sich versteckte Verbräuche finden und Geräte erkennen, bei denen sich der Austausch gegen eine sparsamere Alternative prüfen lässt.
Gemessen wird nur, was an der Steckdose hängt. Ist dort eine Steckdosenleiste mit mehreren Geräten angeschlossen, erscheint deren gemeinsamer Verbrauch. Für einzelne Werte müssen die Geräte einzeln gemessen werden.

So rechnest du Standby in Euro um
Als Rechenbeispiel dient ein Gerät der Unterhaltungselektronik, das im Standby durchgehend 3 Watt benötigt: Watt × 8.760 Stunden / 1.000 = Kilowattstunden pro Jahr. Das ergibt 26,28 Kilowattstunden. Beim BDEW-Durchschnittspreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde sind das 9,72 Euro pro Jahr. Es handelt sich um eine Rechnung, nicht um einen Messwert.
PGRpdiBpZD0ic3RhZ2ktMTEwMzYwNDg5OSIgY2xhc3M9InN0YWdpLWluLWNvbnRlbnQtYWQgc3RhZ2ktZW50aXR5LXBsYWNlbWVudCI+PHNjcmlwdCBhc3luYyBzcmM9Ii8vcGFnZWFkMi5nb29nbGVzeW5kaWNhdGlvbi5jb20vcGFnZWFkL2pzL2Fkc2J5Z29vZ2xlLmpzP2NsaWVudD1jYS1wdWItNTU1MjYxOTc4Mjc2NzI1NiIgY3Jvc3NvcmlnaW49ImFub255bW91cyI+PC9zY3JpcHQ+PGlucyBjbGFzcz0iYWRzYnlnb29nbGUiIHN0eWxlPSJkaXNwbGF5OmJsb2NrOyIgZGF0YS1hZC1jbGllbnQ9ImNhLXB1Yi01NTUyNjE5NzgyNzY3MjU2IiAKZGF0YS1hZC1zbG90PSIxOTQwMTkyMjc0IiAKZGF0YS1hZC1mb3JtYXQ9ImF1dG8iPjwvaW5zPgo8c2NyaXB0PiAKKGFkc2J5Z29vZ2xlID0gd2luZG93LmFkc2J5Z29vZ2xlIHx8IFtdKS5wdXNoKHt9KTsgCjwvc2NyaXB0Pgo8L2Rpdj4=Der Betrag pro Gerät ist klein; die Kosten steigen proportional mit der Wattzahl und der Zahl der Geräte.
Verbrauch eines Geräts prüfen
- Schritt 1: Mess-Steckdose zwischen Wandsteckdose und ein einzelnes Gerät stecken.
- Schritt 2: Die Wattzahl im „Aus“-Zustand und im Standby getrennt ablesen und notieren. Die Messgenauigkeit variiert je nach Modell; gerade bei sehr kleinen Leistungen können die Werte ungenau sein.
- Schritt 3: Für einen dauerhaft anliegenden Verbrauch die notierte Wattzahl in die obige Formel einsetzen und die Kilowattstunden mit 0,37 Euro multiplizieren. Danach entscheiden, ob das Gerät abgeschaltet oder durch ein sparsameres ersetzt werden soll.
Was EU-Grenzwerte bringen und was nicht
Die EU legt für bestimmte Haushalts- und Bürogeräte Obergrenzen für den Aus-Zustand, die Bereitschaft und die vernetzte Bereitschaft fest. Für sogenannte HiNA-Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit beträgt die Obergrenze im vernetzten Bereitschaftsbetrieb 8,00 Watt.
Zwei Jahre nach Geltungsbeginn greift für Geräte im Aus-Zustand eine Obergrenze von 0,30 Watt. Diese Höchstwerte sind keine Messwerte und sagen nicht, was ein Gerät zu Hause verbraucht.
Welche Steckdose mit Messfunktion sinnvoll ist
- Messfunktion: Die Steckdose muss den Verbrauch anzeigen und nicht nur schalten. Messgenauigkeit und Eigenverbrauch unterscheiden sich je nach Modell.
- App und Kompatibilität: Prüfe, wo die Messwerte erscheinen und ob die Steckdose mit dem genutzten System kompatibel ist, etwa Alexa, Google Home, HomeKit oder Matter. Die Unterstützung eines Smart-Home-Systems bedeutet nicht automatisch, dass dort auch die Verbrauchswerte der Steckdose angezeigt werden. Prüfe deshalb vor dem Kauf, über welche App oder Plattform die Messwerte tatsächlich verfügbar sind.
- Belastbarkeit und Preis: Prüfe die maximale Belastbarkeit laut Herstellerangabe. Für viele Meross-WLAN-Steckdosen werden 16 A genannt, rechnerisch rund 3.680 Watt. Smarte Steckdosen mit Messfunktion sind je nach Ausstattung in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich.

Fazit: Messwerte für die Entscheidung nutzen
Eine smarte Steckdose lohnt sich für die Verbrauchsprüfung nur, wenn ihre Messwerte in der genutzten App oder Plattform angezeigt werden. Für eine einmalige Prüfung ist ein kostenlos ausgeliehenes Strommessgerät der Verbraucherzentrale eine gleichwertige Option. Die ermittelten Werte helfen bei der Entscheidung, welche Geräte abgeschaltet oder durch sparsamere ersetzt werden sollen.
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