Kochwäsche: Wann du 90 Grad wirklich brauchst

Laut Umweltbundesamt ist Kochwäsche im gesunden Haushalt nicht nötig. Was niedrigere Temperaturen sparen und wann heiß waschen trotzdem sinnvoll ist.

Kochwäsche: Wann du 90 Grad wirklich brauchst
Leicht und normal verschmutzte Buntwäsche wird laut Umweltbundesamt meist schon bei 20 bis 30 Grad sauber. (Monkey Business / Adobe Stock)

Warum 90 Grad meist mehr kostet als es bringt

Handtücher, Bettwäsche, Unterwäsche: Wer so etwas aus Gewohnheit bei 90 Grad wäscht, kann sich das in einem gesunden Haushalt laut Umweltbundesamt (UBA) sparen. Und es kostet Strom, denn der Energieverbrauch beim Waschen hängt in erster Linie von der Temperatur ab. Das Aufheizen des Wassers braucht deutlich mehr Energie als die Bewegung der Trommel.

So viel Strom braucht ein Waschgang

Wie stark die Temperatur den Stromverbrauch beeinflusst, zeigt eine Untersuchung des unabhängigen Prüflabors Testex im Auftrag von GINETEX, der internationalen Vereinigung für die Pflegekennzeichnung von Textilien. Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft des Bayerischen Staatsministeriums hat die Ergebnisse 2024 zusammengefasst.

Die Studie untersuchte unter anderem volle Waschladungen mit 7 Kilogramm Wäsche. Aus den veröffentlichten Verbrauchsunterschieden lassen sich folgende ungefähren Werte für eine volle Trommel ableiten. Die Kosten sind mit dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 von 37 Cent pro Kilowattstunde berechnet, den der Energieverband BDEW im August angegeben hat.

TemperaturStrom pro Waschgang (ca. 7 kg)Stromkosten bei 37 ct/kWh
30 Grad0,98 kWhrund 36 Cent
40 Grad1,40 kWhrund 52 Cent
60 Grad2,10 kWhrund 78 Cent
90 Grad2,94 kWhrund 1,09 Euro

Wichtig: Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Gerät, Programm, Beladung und Schleuderdrehzahl ab.

Eine Frau hält sich vor der offenen Waschmaschine die Nase zu.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Waschmaschine einmal im Monat mit 60 Grad laufen zu lassen. (yaroslav1986 / Adobe Stock)

Eine Studie des Öko-Instituts von 2006 im Auftrag von Procter & Gamble, auf die auch das UBA verweist, hat ein einfaches Szenario durchgerechnet: Im sogenannten „One-click-down“-Szenario wird jeweils eine Temperaturstufe niedriger gewaschen, also 60 statt 95, 40 statt 60 und 30 statt 40 Grad.

Für dieses Szenario errechnete die Studie ein Einsparpotenzial von 37 bis 38 Prozent des Stromverbrauchs, den private Haushalte fürs Wäschewaschen benötigen.

Welche Temperatur für welche Wäsche reicht

Laut UBA wird leicht und normal verschmutzte Buntwäsche meist schon bei 20 bis 30 Grad sauber, Weißwäsche in der Regel bei 40 Grad. Moderne Waschmittel waschen nach UBA-Angaben bereits bei 30 Grad gut. Energiesparprogramme dauern dafür länger, damit das Ergebnis vergleichbar bleibt. Die längere Laufzeit ist also kein Fehler, sondern Teil des Prinzips.

Starke Flecken behandelst du besser vor, das UBA nennt dafür Fleckenmittel oder Gallseife. Außerdem rät das UBA, die Pflegehinweise auf dem Etikett zu beachten.

Wann heiß waschen trotzdem sinnvoll ist

Bakterien von der Haut oder aus der Umgebung landen ganz normal in der Wäsche. Dieser Kontakt verursacht nach Einschätzung des UBA in der Regel keine gesundheitlichen Probleme. Eine Desinfektion oder Kochwäsche sei in Privathaushalten nicht erforderlich.

Anders sieht es aus, wenn jemand im Haushalt eine ansteckende Krankheit hat, zum Beispiel eine Durchfallerkrankung. Dann kann laut UBA eine höhere Waschtemperatur von 60 oder 95 Grad dazu beitragen, eine Übertragung zu vermeiden. Dazu gehören die einfachen Regeln wie gründliches Händewaschen und keine gemeinsamen Handtücher. Im Zweifel solltest du den behandelnden Arzt fragen. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem rät das UBA, passende Maßnahmen mit dem Arzt festzulegen.

Was die Maschine selbst einmal im Monat braucht

Wer dauerhaft kalt wäscht, sollte die Maschine trotzdem nicht vergessen. Das UBA empfiehlt, sie einmal im Monat mit 60 Grad laufen zu lassen, damit sich keine Keime vermehren. Nach dem Waschen sollte die Tür offen bleiben, damit das Innere trocknen kann. Riecht die Maschine schon muffig, findest du in diesem Ratgeber typische Ursachen und Reinigungstipps.

Drei weitere Gewohnheiten, die du dir sparen kannst

Vorwäsche: Bei den heutigen Waschmitteln ist sie laut UBA entbehrlich.

Zu viel Waschmittel: Für normale Haushaltswäsche genügt meist die Dosierung für „leicht“ oder „normal“ verschmutzt. Mehr bringt laut UBA kein besseres Ergebnis, nur höhere Kosten und eine größere Umweltbelastung. Wie viel du brauchst, hängt laut UBA auch von der Wasserhärte ab, die du bei deinem Wasserwerk erfährst.

Halb leere Trommel: Bei Koch- und Buntwäsche sollte die Trommel voll sein, aber noch eine Handbreit Platz lassen. Das spart laut UBA Energie, Wasser und Geld. Bei Pflegeleicht reicht laut UBA die halbe Füllmenge, bei Feinwäsche ein Viertel und bei Wolle ein Fünftel.

Wie viel deine eigene Maschine wirklich verbraucht, zeigt ein Energiekosten-Messgerät zwischen Steckdose und Stecker. Das funktioniert auch bei anderen Geräten: Welche im Haushalt Strom ziehen, obwohl sie ausgeschaltet sind, haben wir separat aufgeschrieben.

Verbrauch selbst messen: Das Energiemessgerät von Brennenstuhl misst laut Hersteller unter anderem Leistung und Gesamtverbrauch und rechnet mit zwei einstellbaren Stromtarifen die Kosten aus.

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Günstigere Alternative: Das Energiekosten-Messgerät CTM-807 von ChiliTec wird ebenfalls direkt in die Steckdose gesteckt.

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Quietscht deine Maschine beim Schleudern, helfen die Tipps in diesem Ratgeber. Tipps, wie du im Winter Wäsche in der Wohnung trocknest, haben wir ebenfalls gesammelt. Wer ohnehin über ein neues Gerät nachdenkt, findet Modelle im Waschmaschinen-Vergleich, Infos zu smarten Waschmaschinen und Trockner im Wärmepumpentrockner-Vergleich. Einzelne Geräte haben wir auch getestet, zum Beispiel die LG F4WR701YB und die Miele WDB 030 WCS. Wer Waschen und Trocknen in einem Gerät sucht, wird bei den Waschtrocknern fündig.

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