Airfryer Hacks: Was mit der Heissluftfritteuse wirklich funktioniert

Backpapier, Alufolie, Wässern, Thermometer: Welche Tricks für knusprigere Pommes sorgen, welche die Luftzirkulation stören und worauf Sie bei der Sicherheit achten sollten.

Airfryer Hacks: Was mit der Heissluftfritteuse wirklich funktioniert
Zuviel Pommes auf einmal oder zuviel Öl auf den Kartoffelstiften machen den schnellen Snack zu einem Albtraum.

Nicht jeder „Hack“ ist auch wirklich ein guter Trick

Deine Pommes sind schon wieder labbrig geworden, obwohl das Rezept knusprige Ergebnisse versprochen hat? Oft liegt es nicht am Gerät, sondern an der Zubereitung.

Im Netz kursieren zahlreiche Airfryer-Hacks. Manche verbessern tatsächlich das Ergebnis, andere bringen kaum etwas oder erschweren sogar das Garen. Bei Zubehör wie Backpapier kommt es zudem auf die richtige Verwendung an.

Wir zeigen, welche Tricks sich lohnen, wo die Grenzen liegen und welche Fehler man vermeiden sollte.

Dieser Airfryer gart alle Lebensmittel in einem Korb statt in zwei
Dieser Airfryer gart alle Lebensmittel in einem Korb statt in zwei (Bosch)

Diese Hacks bringen wirklich etwas

Der Korb bleibt locker gefüllt. Nur wenn die heiße Luft zwischen den Stücken zirkulieren kann, werden Pommes knusprig. Eine feste Grenze gibt es nicht, die ideale Menge hängt von Gerät und Kartoffelmenge ab. Als Faustregel nennt Kochbuchautor Christian Henze laut ÖKO-TEST: den Korb höchstens zur Hälfte füllen, locker verteilen und zwischendurch schütteln.

Wer mehrere Beilagen gleichzeitig zubereiten will, findet im Test der Doppelkammer-Heißluftfritteusen passende Modelle. Für größere Mengen lohnt ein Blick auf unseren XXL-Airfryer-Test.

Frische Kartoffeln wässern, trocknen, dünn ölen. Für selbst geschnittene Pommes empfiehlt desired.de in einem Rezept: mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser, nach 15 Minuten nochmal das Wasser wechseln, danach gründlich trocken tupfen. Dazu ein bis zwei Esslöffel Öl. Mehr macht die Pommes nämlich matschig. Das Rezept gart in zwei Phasen: 12 Minuten bei 180 °C, dann 5 bis 8 Minuten bei 200 °C. Das sind Richtwerte aus einem Rezept, keine unabhängig bestätigte Regel, und die Zeiten hängen vom Gerät ab. Ganz wichtig: Gewürzt wird erst nach dem Garen.

Das Thermometer entscheidet über das Fleisch. Aus dem Airfryer kommt Hähnchen oft außen braun, innen aber noch roh. Geflügel sollte laut ÖKO-TEST mindestens zwei Minuten lang 70 °C Kerntemperatur erreichen. Klarer Fleischsaft und ein Knochen, von dem sich das Fleisch leicht löst, sind gute Anzeichen, ersetzen eine Messung aber nicht. Wer regelmäßig Geflügel zubereitet, sollte unbedingt über die Anschaffung eines Fleischthermometers nachdenken.

Wir testen regelmäßig Heißluftfritteusen auf ihre Leistungsfähigkeit
Wir testen regelmäßig Heißluftfritteusen auf ihre Leistungsfähigkeit (Mariella Wendel/home&smart)

Welche Heißluftfritteuse im Alltag am besten abschneidet, zeigt unser großer Airfryer-Test mit COSORI, Ninja und Philips.

Diese Tricks sollten man besser lassen

Alufolie im Korb. Wie Papier bremst sie die Luftzirkulation. Das Ergebnis: Das Gargut wird weniger knusprig. Ob eine Folie im Gerät überhaupt erlaubt ist, steht in der Bedienungsanleitung. Gesundheitlich relevanter ist der Aluminiumübergang: Treffen Salz oder Säure auf die Folie, löst sich Aluminium heraus, wie die Verbraucherzentrale beschreibt. Kritisch sind zum Beispiel etwa Marinaden mit Zitronensaft oder Essig sowie Tomaten mit Feta.

Backpapier: nur beschwert, nie beim Vorheizen. Die meisten Geräte sind ohnehin antihaftbeschichtet. Liegt das Papier lose im Korb, kann der Luftstrom es gegen das Heizelement drücken. Die entstehenden Rauchzeichen machen selbst den coolsten Nachbarn nervös. Daher ist es ratsam, das Backpapier nur zusammen mit Lebensmitteln in den Garkorb zu geben und beim Vorheizen darauf zu verzichten. Utopia weist zudem darauf hin, dass beschichtetes Backpapier nicht recycelbar ist und PFAS enthalten kann.

Nasse Panade und wasserreiches Gemüse. Feuchter Teig tropft durch die Löcher und verstopft sie. Zucchini oder Pilze garen im eigenen Wasser statt zu backen und werden weich. Das sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern kann auch zu Rauchentwicklung oder im schlimmsten Falle einem Brand führen.

„Noch eine Minute“ bei Stärkehaltigem. Pommes, Fischstäbchen und Brötchen sollten goldgelb werden, nicht dunkelbraun. Acrylamid entsteht vor allem, wenn stärkehaltige Lebensmittel bei wenig Feuchtigkeit stark erhitzt werden: ab etwa 120 °C, deutlich stärker ab 170 bis 180 °C. Das gilt für Backofen und Pfanne genauso. ÖKO-TEST fasst das als Faustregel „goldrichtig“ zusammen: „Vergolden statt verkohlen“.

Den Korb ungewaschen lassen. Fettreste können beim erneuten Erhitzen rauchen, unangenehm riechen und sich im Garraum festsetzen. Korb und Garraum sollten nach jeder Verwendung gemäß Bedienungsanleitung gereinigt werden. In der Regel mit warmem Wasser und Spülmittel, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.

Fazit: Weniger Tricks, mehr Luft

Die besten Hacks sind oft die einfachsten: ein locker gefüllter Korb, trockene Zutaten, ein dünner Ölfilm auf Gemüse und Pomme und für alle Fälle ein Fleischthermometer. Bei Folie und Papier gilt: lieber weglassen oder nur so einsetzen, wie es die Anleitung des Geräts erlaubt.

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