Nach dem Duschen machen viele genau den falschen Handgriff

Nach dem Duschen kurz die Tür auf, damit es „rauszieht“: Genau so landet die Feuchte oft im Flur statt draußen. Im Bad mit Fenster bleibt die Tür besser zu, während das Fenster weit geöffnet wird.

Nach dem Duschen machen viele genau den falschen Handgriff
Querlüften ist kein Mythos, sondern hält die Luftfeuchtigkeit auf einem Minimum. (lenblr / Adobe Stock)

Warum die offene Badtür nach dem Duschen ein Problem ist

Die Situation ist typisch: Das Bad ist warm, der Spiegel beschlägt, und als Erstes geht die Tür auf. Damit verteilt sich die feuchte Luft aber in der Wohnung, statt gezielt nach draußen zu verschwinden. Experten raten deshalb, nach dem Duschen sofort zu lüften. Sonst könne die Feuchtigkeit in andere Räume entweichen.

Wichtig ist die Trennung: Der Tipp mit Tür zu und Fenster auf gilt für Bäder mit Fenster. Für fensterlose Bäder gelten andere Regeln, dort muss die Feuchte wenn möglich technisch abgeführt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Badtyp: Die Tür-zu-Regel gilt für Bäder mit Fenster. In fensterlosen Bädern ist eine geeignete mechanische Entlüftung erforderlich.
  • Zielwert: Die Verbraucherzentrale nennt 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als sinnvollen Orientierungsbereich in Wohnräumen. Dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit erhöht das Schimmelrisiko.
  • Lüftdauer: Bei Kälte oder Wind empfehlen Verbraucherzentralen etwa 3 bis 5 Minuten Stoßlüften pro Vorgang.
  • Feuchte-Quelle: Ein Vier-Personen-Haushalt gibt laut Verbraucherzentrale 6 bis 12 Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab. Unzureichendes Lüften kann zu Schimmel führen, besonders in nicht ausreichend beheizten Räumen.

Der „falsche Handgriff“ passiert im Bad mit Fenster: Tür auf statt Fenster auf

Wer nach dem Duschen die Badtür öffnet, lässt die feuchte Luft in den Flur und die übrige Wohnung gelangen.

Kipplüften ist laut Verbraucherzentrale die schlechtere Wahl, weil der Luftaustausch gering ist, der Raum aber auskühlt und es deutlich länger dauert.

Konkreter Ablauf: So lüftet man nach dem Duschen

1) Wasser abziehen: Wände und Boden gleich nach dem Duschen mit einem Fensterabzieher abziehen, besonders bei eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit.

2) Sofort stoßlüften: Direkt nach dem Duschen das Fenster weit öffnen, die Tür bleibt zu. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, unmittelbar nach dem Duschen oder Baden zu lüften, weil Stoßlüften Feuchtigkeit abtransportiert.

3) Dauer passend zur Jahreszeit wählen: Bei Kälte oder Wind reichen oft 3 bis 5 Minuten Stoßlüften pro Vorgang. In Frühjahr und Herbst kann der komplette Luftaustausch 10 bis 20 Minuten dauern.

4) Feuchtigkeit nicht in andere Räume verteilen: Halte die Badtür geschlossen, solange du die Feuchtigkeit über das Badfenster abführst. Querlüften ist für den allgemeinen Luftaustausch sinnvoll, sollte aber nicht dazu führen, dass die feuchte Badluft in die übrige Wohnung zieht.

Luftfeuchte prüfen

Nach einer heißen Dusche kann die relative Luftfeuchtigkeit im Bad kurzfristig auf 70 bis 80 Prozent oder höher steigen. Das ist zunächst normal. Wichtig ist, die Feuchtigkeit zügig abzuführen, damit der Raum und seine Oberflächen wieder trocknen.

Die Verbraucherzentrale nennt 40 bis 60 Prozent als allgemeinen Orientierungsbereich für Wohnräume. Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft darüber, steigt das Schimmelrisiko. Ein einfaches Hygrometer macht den Wert sichtbar.

Bad ohne Fenster: Hier entscheidet die Technik, nicht die Tür

Innenliegende Bäder und fensterlose Toilettenräume benötigen eine geeignete mechanische Entlüftung. Die DIN 18017-3 beschreibt die technischen Anforderungen. Welcher Abluftvolumenstrom erforderlich ist, hängt unter anderem von der Betriebsweise der Anlage ab. Bei Bädern sind je nach Konzept beispielsweise 40 oder 60 m³/h vorgesehen. Maßgeblich sind die Auslegung der Anlage und die geltenden Anforderungen.

Eine Abluftanlage führt die feuchte Luft ab, bietet aber nicht automatisch eine Frischluftzufuhr oder Wärmerückgewinnung.

Fazit: Nach Badtyp handeln und Routine entwickeln

Im Bad mit Fenster bleibt die Tür nach dem Duschen zu: Wasser von Wänden und Boden abziehen, sofort stoßlüften und die feuchte Luft direkt nach draußen abführen. Im fensterlosen Bad ist eine geeignete mechanische Abluft erforderlich.

Für beides gilt aber: Man muss es aktiv praktizieren. Es lohnt sich daher, frühe eine Lüft-Routine zu entwickeln.

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