Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Test: Dampf plus Rückwärtswalze

Dampf auf Knopfdruck und eine Bürstenwalze, die rückwärts schrubbt: Der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam will den Wischmopp überflüssig machen. Wir haben das neue Top-Modell der IFA 2026 auf die Probe gestellt und bei dem modernen Wischsauger Alltagstauglichkeit, Reinigungsleistung, Handhabung, Lautstärke sowie die Selbstreinigung getestet.

Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Test: Dampf plus Rückwärtswalze
Steam Boost oder Reverse Scrub - was macht beim S9 Artist den Unterschied? (Maximilian Seitner)

Unser Test-Fazit zum Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam

Wer regelmäßig Eingangsbereich, Küche, Ess- und Wohnzimmer feucht wischen möchte, wird den Tineco S9 Artist Boost Steam zu schätzen wissen. Eingetrocknete Säfte, Sirup, Milch, Fett und Schmutz lösen sich dank Boost Steam und ReverseScrub-Technologie zuverlässig, auch in den Fugen. 

Unsere Kritikpunkte: Die Selbstreinigung ist mit durchschnittlich 68,5 dB(A) sehr laut und die Walze war nach der Schnelltrocknung nicht vollständig trocken. Die Dampffunktion ist zwar praktisch, allerdings nur recht punktuell. Wer sie länger nutzen möchte, muss sie immer wieder reaktivieren. 

Besonders empfehlenswert ist der S9 für Haushalte mit viel Fliesen-, Stein- oder Vinylboden. Auf Laminat und Parkett sollte man den Dampfmodus dagegen meiden. Dort bleibt der S9 ein sehr guter, aber eben normaler Wischsauger, der im Normalbetrieb sparsam mit Wasser umgeht und den Boden schnell wieder trocknen lässt.

Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Premium
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 10/2026
Sehr starke Wischleistung
ReverseScrub löst Eingetrocknetes schnell
Motorisierter Fahrantrieb schiebt und zieht mit
Schnelle Nachtrocknung
Dreikammer-Schmutzwassertank mit Sieb
Dampfmodus ist für Laminat und Parkett nicht zu empfehlen
Selbstreinigung mit 68,5 dB(A) relativ laut
Feintuning nur per App
Tineco
ab 649,00 €
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 10/2026

Boost Steam im Praxistest  |  Was die App wirklich bringt  |  Selbstreinigung & Pflege  |  Für wen lohnt er sich?  |  Alternativen

Schnellcheck: Passt der S9 Artist Boost Steam zu mir?

Der Artist Boost Steam passt perfekt, wenn:

✓ häufig Flecken und Flüssigkeiten aufgesaugt werden müssen.
✓ der Haushalt viele Fugen hat.
✓ der Bodenbelag überwiegend aus Fliesen, Stein oder Vinyl besteht.
✓ schonende, leicht feuchte Reinigung empfindlicher Böden wichtig ist.
✓ ein hoher Hygieneanspruch besteht.

Design & Ausstattung: Wie ist der S9 Boost Steam verarbeitet?

Kurz gesagt: hochwertig verarbeitet, durchdacht aufgebaut, aber mit 6,1 kg kein Leichtgewicht.

Der S9 gehört zur Artist-Reihe und übernimmt deren schlanke, moderne Optik. Spaltmaße, Bedienelemente und bewegliche Teile waren an unserem Testgerät sauber verarbeitet und stabil. Die Premium-Variante ist dezent in silber-braun gehalten.

Beim Wischen selbst fallen die 6,1 kg Gesamtgewicht kaum auf, weil die motorisierten Räder in beide Richtungen mitarbeiten. Sobald das Gerät aber angehoben oder über eine Treppe getragen werden muss, merkt man es deutlich. Wer auf zwei Etagen putzt, sollte das einkalkulieren.

Das Display ist übersichtlich und die Druckknöpfe die perfekte Lösung für Putzarbeiten.
Das Display ist übersichtlich und die Druckknöpfe die perfekte Lösung für Putzarbeiten. (Maximilian Seitner)

Die Bedienelemente sitzen oben am Griff: ein Knopf zum Einschalten, einer für Boost Steam, einer zum Durchschalten der Modi. Dazu kommt der Knopf für die Selbstreinigung an der Station und einer für die Sprachausgabe. Das Display zeigt Akkustand in Prozent und den aktiven Modus. Oben am Gehäuse sitzt zusätzlich ein LED-Ring, der je nach erkannter Verschmutzung zwischen Blau und Rot wechselt. 

An der Vorderseite der Bodendüse sitzen LEDs, die den Bereich vor dem Gerät ausleuchten. In abgedunkelten Räumen sieht man Verschmutzungen dadurch deutlich besser. Direkt darunter liegt der Dampfauslass.

Der Frischwassertank fasst 880 ml und wird über eine Öffnung an der Seite befüllt. Das geht bequem, an sehr kleinen Waschbecken kann es jedoch etwas fummelig werden. Im Zweifelsfall muss man den Tank mit einem Messbecher befüllen. 

Der Frischwassertank fasst 880 ml und lässt sich einfach entnehmen.
Der Frischwassertank fasst 880 ml und lässt sich einfach entnehmen. (Maximilian Seitner)

Der Schmutzwassertank mit 800 ml Fassungsvermögen sitzt hinten am Gerät und lässt sich auf Knopfdruck ganz leicht entnehmen. Praktisch gelöst: Ein Dreikammersystem mit Sieb hält feste Partikel zurück, während die Flüssigkeit nach unten durchläuft. Man zieht also kein pampiges Gemisch heraus, sondern kann Feststoffe getrennt von der Flüssigkeit entsorgen.

Lieferumfang

  • Floor One S9 Artist Boost Steam
  • Basisstation
  • 2 × Ersatz-Bürstenrolle (Premium)
  • 2 × Ersatz-Staubfilter (Premium)
  • Reinigungsbürste für den Schmutzwasserkanal
Der Lieferumfang der Premium Version enthält zwei Wischwalzen und zwei Filter.
Der Lieferumfang der Premium Version enthält zwei Wischwalzen und zwei Filter. (Maximilian Seitner)

Wie einfach ist die Bedienung im Alltag?

Kurz gesagt: Der S9 Artist Boost Steam beweist mit drei gut erreichbaren Haupttasten und der praktische Automatikpause, dass weniger auch mehr sein kann.

Andere Hersteller verbauen inzwischen Touchflächen und Untermenüs, Tineco bleibt klassisch bei Druckknöpfen. Im Nassbereich klar die klügere Entscheidung. Die Tasten reagieren prompt und lösen bei einer versehentlichen, leichten Berührung nicht sofort aus. Auch die Sprachausgabe ist sauber gelöst: Lautstärke und Sprache lassen sich direkt am Gerät per Knopfdruck anpassen.

Unser Lieblingsdetail im Alltag: Rastet man das Gerät während des Betriebs in die aufrechte Position ein, hört es automatisch auf zu saugen und zu wischen. Sobald man es wieder ausrastet, läuft das Programm weiter. Klingt banal, ist es aber nicht. Wer kurz etwas zur Seite räumen oder an die Tür muss, braucht keinen einzigen Knopf zu drücken.

Der Frischwassertank wird über die seitliche Öffnung gefüllt. Das kann bei sehr flachen Waschbecken problematisch werden.
Der Frischwassertank wird über die seitliche Öffnung gefüllt. Das kann bei sehr flachen Waschbecken problematisch werden. (Maximilian Seitner)

Das Handling profitiert spürbar vom Fahrantrieb. Die Räder unterstützen sowohl in Schub- als auch in Zugrichtung, wodurch das Wischen angenehm leicht von der Hand geht. Das ist ein echter Unterschied zum S5 Max, der seinen Vortrieb nur aus der Walzenrotation bezieht und dadurch spürbar eigenwilliger nach vorn zieht.

Allgemein gilt: Tank befüllen, Schmutzbehälter leeren, Walze oder Filter wechseln – all das ist kinderleicht.

Die Wischwalze kann im Handumdrehen getauscht werden.
Die Wischwalze kann im Handumdrehen getauscht werden. (Maxmilian Seitner)

Braucht man die Tineco-App?

Kurz gesagt: Die App hat ein paar praktische Einstellungsoptionen, bietet aber nichts Weltbewegendes. Man kann im Alltag getrost darauf verzichten.

Die Einrichtung ging problemlos. Die App verlangt allerdings Zugriff auf Standortdaten und die Erlaubnis für Benachrichtigungen auf dem Smartphone. Dazu kommt ein Tineco-Nutzerkonto, also ganz ohne Account läuft die App nicht. Das sollte man wissen, bevor man sie installiert.

Ein praktischer Hinweis, der uns beim Koppeln kurz aufgehalten hat: Die für die Verbindung benötigte Seriennummer war an unserem Testgerät nicht am Gerätekörper zu finden, sondern ausschließlich auf dem Karton. Wer die App nutzen will, sollte die Verpackung also nicht sofort entsorgen oder den S/N-Code (Seriennummer) vorher abfotografieren.

Angezeigt werden Akkustand, Reinigungsverlauf, der Abstand zur letzten Reinigung sowie Ton- und Moduseinstellungen. Dazu kommt ein ausführlicher Reinigungsbericht. Das interessanteste Feature sind die Parametereinstellungen. Dort lässt sich das Bodenbürstenlicht ein- und ausschalten, die Laufgeschwindigkeit anpassen und die Trocknung konfigurieren, also wahlweise Schnelltrocknung oder Leisetrocknung. 

Wer die laute Selbstreinigung als störend empfindet, findet hier den passenden Hebel: Der leise Trocknungsmodus arbeitet laut Hersteller unter 40 Dezibel. Darüber hinaus lassen sich Saugkraft und Wasserdurchfluss für einzelne Modi feiner justieren und eigene Profile für empfindliche Böden wie Parkett anlegen.

Unser Fazit zur App: einmal zu Beginn ausprobieren und prüfen, ob die Modi im eigenen Alltag wirklich etwas bringen. Darüber hinaus bietet sie keine Funktion, die sie unverzichtbar macht. Wir persönlich würden sie nicht dauerhaft nutzen und sie daher wieder deinstallieren.

Funktionen & Performance: Wie gut reinigt der S9 Artist Boost Steam? 

Kurz gesagt: Bei frischem Schmutz reicht der Normalbetrieb, bei eingetrocknetem Dreck spielen ReverseScrub und Boost Steam ihre gebündelte Stärke aus. Die starke Fugenreinigung ist ein echtes Highlight!

Die vier Reinigungsmodi

Vier Modi stehen zur Wahl, umgeschaltet wird per Druckknopf am Griff oder in der App. Dazu kommt Boost Steam als separate Taste, die sich mit jedem Modus kombinieren lässt:

Auto-Modus: Die Sensorik erkennt den Verschmutzungsgrad und regelt Saugkraft und Wasserzufuhr automatisch. Für uns der Standardmodus, denn er trifft die Dosierung im Alltag zuverlässig.
Max-Modus: Volle Saugkraft und mehr Wasser für grobe Fälle. Kostet spürbar Laufzeit.
Suction-Modus: Der Saugmodus ist ausdrücklich für Flüssigkeiten gedacht, nicht für trockenen Staub. Die Walze wird deshalb auch in diesem Modus angefeuchtet.
Quiet-Modus: Leiser und mit längerer Laufzeit. Mit 59,5 dB(A) in unserer Messung tatsächlich spürbar ruhiger als die übrigen Modi. Für den Abend oder wenn Kinder schlafen, die richtige Wahl.

Die Schnellreinigung ist mit 72,5 dB(A) in der Spitze der laut.
Die Schnellreinigung ist mit 72,5 dB(A) in der Spitze der laut. (Maximilian Seitner)

Wie laut ist der S9 Boost Steam? Unsere Messwerte aus zwei Metern Entfernung

BetriebszustandMedianSpitzeDauer
Quiet-Modus59,5 dB(A)––
Auto-Modus62,0 dB(A)––
Suction-Modus67,0 dB(A)––
Max-Modus68,5 dB(A)––
Selbstreinigung (normal)68,5 dB(A)73,5 dB(A)ca. 3,5 Min.
Selbstreinigung (leise)66,0 dB(A)69,0 dB(A)5 Min. + 40 Min. Trocknung

Zwischen dem leisesten und dem lautesten Wischmodus liegen 9 dB(A). Der Quiet-Modus wird seinem Namen gerecht. Allerdings ist der als „leise“ beworbene Selbstreinigungsmodus in der Waschphase kaum leiser als der normale. Leise ist, wie vom Hersteller versprochen, nur die anschließende Trocknung. Die dauert allerdings ganze 40 Minuten, aber dafür ist der Wischmopp danach auch wirklich trocken.

Praxistest: So gut reinigt der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam wirklich

Auf dem Papier stehen 25.000 Pa Saugleistung. Im Alltag merkt man das: Loser Schmutz wird zuverlässig aufgenommen, während das Gerät gleichzeitig wischt.

Was uns besonders gefallen hat: Im Normalbetrieb bleibt der Boden nach dem Wischen nur minimal feucht und trocknet schnell nach. Für empfindliche Böden ist das ein echtes Argument. Viele Wischsauger hinterlassen deutlich mehr Nässe, als Parkett oder geöltes Holz vertragen. 

Für Eingetrocknetes gilt: Wer erwartet, dass mit einem Zug alles verschwindet, wird enttäuscht. Trotzdem geht es mit dem S9 Boost Steam deutlich schneller und bequemer als per Hand. Für eingetrockneten Senf hat das Gerät mit Dampf und rückwärts drehender Bürste lediglich sechs Überfahrten gebraucht. 

Flüssigkeiten entfernt der S9 Artist sofort, bei Eingetrocknetem sind mehrere Durchgänge nötig. Dank Reverse Scrub klappt die Reinigung auch in den Fugen zuverlässig.
Flüssigkeiten entfernt der S9 Artist sofort, bei Eingetrocknetem sind mehrere Durchgänge nötig. Dank Reverse Scrub klappt die Reinigung auch in den Fugen zuverlässig. (Maximilian Seitner)

Boost Steam im Praxistest: Was der Dampf wirklich leistet

Boost Steam ist der Grund, warum dieses Gerät existiert. Auf Knopfdruck gibt der S9 Dampf nach vorne ab und gleichzeitig dreht die Bürstenwalze in die Gegenrichtung. Tineco nennt das ReverseScrub. Dadurch entsteht eine Art Schrubbfunktion, während der Dampf den Fleck zusätzlich aufweicht.

Das Ergebnis war in unserem Test sehr gut. Eingetrocknete Säfte, Sirup, Milch und Fett lösten sich schnell. Die Fugenreinigung ist in unserem Test das stärkste Einzelergebnis gewesen. Der Dampf dringt in die Vertiefung ein, weicht den Schmutz auf und die gegenläufige Walze holt ihn anschließend heraus. Allerdings muss man unter Umständen mehrmals über die betroffene Stelle gehen und die Walze auch mal etwas länger direkt über der Fuge rotieren lassen. 

Spannend ist die Frage, wer in dieser Situation die Hauptarbeit macht: der Dampf oder die Wischwalze? Der Dampf verlässt die Düse recht mittig, mit weniger Druck als erhofft und auch nur für gut 20 Sekunden. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die sehr gute Reinigungsleistung weniger am Dampf und mehr an der durchdachten Walzenfunktion liegt. Das ist nicht schlimm, denn letztendlich muss das Ergebnis überzeugen. Das hat es auf ganzer Linie.

Die Dampfreinigung ist ein nettes Feature, allerdings nicht so stark wie erhofft.
Die Dampfreinigung ist ein nettes Feature, allerdings nicht so stark wie erhofft. (Maximilian Seitner)

Vorsicht: Auf Laminat und Parkett nicht mit Dampf arbeiten!

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Auf Laminat und Parkett sollte man den Dampfmodus nicht nutzen. Feuchtes Durchwischen ist in der Regel unkritisch, weil dabei nur die Oberfläche angefeuchtet wird. Dampf dringt dagegen in die Fugen ein und kann die darunterliegenden Schichten angreifen.

Praktisch heißt das: Auf diesen Böden bleibt der S9 ein sehr guter normaler Wischsauger, nur eben ohne sein Alleinstellungsmerkmal. Wer überwiegend Laminat oder Parkett im Haus hat, sollte sich deshalb ehrlich fragen, ob er für die Dampffunktion mehrere hundert Euro Aufpreis gegenüber dem Floor One S5 Max zahlen will.

Kantenreinigung: seitlich gut, frontal konstruktionsbedingt schwach

An Sockelleisten entlangfahren funktioniert hervorragend, da hier die Bürste fast bis an die Kante reicht. Es bleibt lediglich ein ungewischter Rand von 0,8 cm stehen. Wird frontal auf eine Wand oder einen Schrank zugewischt, bleibt konstruktionsbedingt ein Streifen von gut zwei Zentimetern stehen. Dieser muss dann von Hand gelegentlich nachgewischt werden. Ärgerlich, aber dieses Problem haben die meisten Wischsauger.

Der S9 Steam Boost hinterlässt einen schnell trocknenden Wasserfilm auf dem Boden. Überschüssiges und schmutziges Wasser landet im Schmutzwassertank.
Der S9 Steam Boost hinterlässt einen schnell trocknenden Wasserfilm auf dem Boden. Überschüssiges und schmutziges Wasser landet im Schmutzwassertank. (Maximilian Seitner)

Diese Besonderheiten zeichnen den S9 Artist Boost Steam aus

  • Automatikpause beim Aufrichten: Das Programm stoppt, sobald das Gerät aufrecht einrastet, und läuft beim Ausrasten weiter. Im Alltag das Feature, das wir am häufigsten zu schätzen wussten. Ergänzt wird es durch eine Aufrichtunterstützung: Nach dem Ausschalten helfen die Motoren, das Gerät wieder in die Senkrechte zu bringen.
  • Motorisierter Fahrantrieb in beide Richtungen: Die Räder unterstützen beim Schieben und beim Ziehen. Das federt die 6,1 kg beim Wischen praktisch komplett ab.
  • Dreikammer-Schmutzwassertank: Ein Sieb hält feste Partikel zurück, die Flüssigkeit läuft durch. Man entsorgt Festes und Flüssiges getrennt statt eines Matschgemischs.
  • LED-Frontlicht an der Bodendüse: Zeigt Staub und Fusseln, die man mit bloßem Auge übersieht – vor allem abends und in dunklen Ecken ein echter Gewinn.

Wie gut ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des S9 Artist Boost Steam?

Kurz gesagt: Rund 650 Euro sind viel Geld. Wem die Dampffunktion und starke Fugenreinigung wichtig sind, findet hier ein tolles Produkt.

Im Handel liegt der Preis bei rund 649 Euro (Stand: 10/2026). Was den Preis trägt, sind die Verarbeitungsqualität, das Handling dank Fahrantrieb und die Fugenreinigung. Diese Kombination gibt es derzeit bei kaum einem anderen Hersteller, und sie ersetzt in der Praxis das Schrubben von Hand.

Aber: Unser eigener Test des kleinen Schwestermodells Tineco Floor One S5 Max liefert den direkten Vergleich. Das Gerät kostet nur rund 249 Euro und wischt im Alltag ebenfalls sehr gut. Was ihm fehlt, ist die ReverseScrub- und Boost-Steam-Technologie. Die Frage vor dem Kauf lautet deshalb nicht „Ist der S9 gut?“, sondern „Habe ich regelmäßig eingetrocknete Flecken und Dreck in den Fugen?“. Lautet die Antwort ja, ist das Geld gut angelegt. Lautet sie nein, ist der S5 Max eine Top-Alternative.

Reinigung & Pflege: Wie viel Aufwand steckt wirklich drin?

Kurz gesagt: Die Selbstreinigung ist schnell, aber laut – und wir nehmen die Walze danach lieber selbst heraus.

Vor dem Start sollte man den Schmutzwassertank entleeren und den Frischwassertank neu befüllen. Die Station reinigt mit dem Wasser aus dem Gerät, ein leerer Tank bedeutet also keine Reinigung.

Die Dauer geht in Ordnung: Bei uns lief der normale Reinigungsvorgang in rund 3,5 Minuten durch. Allerdings war die Wischwalze danach noch leicht feucht. Wir empfehlen deshalb, sie im Anschluss abzunehmen und zum Trocknen zu legen. Oder noch besser: Den leisen Selbstreinigungsmodus verwenden. Der dauert zwar 40 Minuten, allerdings ist die Wischwalze danach vollständig trocken.

Preise & Verfügbarkeit des Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam

Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Premium
Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam Premium
23.000 Pa Saugleistung, 160 °C HyperSteam-Dampfreinigung, ReverseScrub-Technologie gegen hartnäckige Verschmutzungen, dreiseitige Kantenreinigung, 180° Lay-flat-Design, iLoop-Schmutzerkennung & automatische Leistungsanpassung, bis zu 90 Min. Akkulaufzeit, FlashDry-Selbstreinigung mit 85 °C Heißluft
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 10/2026
OTTO DE
649,00 €
Tineco
649,00 €
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 10/2026

Welche Alternativen gibt es zum S9 Artist Boost Steam?

  • Ohne Dampfmodus: Tineco Floor One S5 Max (ca. 249 €): Unser eigener Test: sehr gute Nassreinigung auf Hartboden, 22.000 Pa, leichter mit 5,2 kg – aber ohne Dampf und ohne Fahrantrieb. Für rund ein Drittel des Preises die vernünftige Wahl, wenn selten etwas eintrocknet.
  • Automatische Station: Tineco Floor One S9 Station: Die Station des S9 Artist Boost Steam füllt kein Frischwasser nach. Wer das möchte, muss in der Reihe eine Stufe weitergehen.

Wer sich noch unsicher ist, sollte einen Blick auf unseren Wischsauger Test & Vergleich werfen.

FAQ
Kann man den Dampfmodus auf Laminat oder Parkett benutzen?

Besser nicht. Dampf kann in die Fugen eindringen und die darunterliegenden Schichten angreifen. Auf Fliesen, Stein und Vinyl gibt es diese Einschränkung nicht. Wer überwiegend Laminat oder Parkett hat, nutzt den S9 im Normalbetrieb und sollte prüfen, ob sich der Aufpreis für die Dampffunktion dann überhaupt lohnt.

Darf man beim Tineco Floor One S9 Boost Steam Reinigungsmittel verwenden?

Nur im normalen Wischbetrieb. Wer den Dampfmodus nutzen will, füllt ausschließlich klares Wasser ein. Getrennte Fächer für Wasser und Reiniger gibt es nicht.

Funktioniert der S9 auch ohne App?

Ja, alle Kernfunktionen laufen ohne App – inklusive Moduswahl und Lautstärkeregelung direkt am Gerät. Für das Feintuning (Saugkraft und Wasserdurchfluss je Modus, Bodenlicht, Antriebsstärke, leiser Trocknungsmodus, eigene Parkettprofile) braucht es aber die App, und die verlangt ein Tineco-Nutzerkonto.

Wischt der S9 bis an die Kante?

Bei der Reinigung entlang der Kante bleibt lediglich ein Restrand von ungefähr 0,8 Zentimeter stehen. Wer frontal auf die Kante zuwischt, muss sich mit einem ungewischten Restabstand von ca. 2 Zentimetern zufriedengeben.

Wie lange dauert die Selbstreinigung und wie laut ist sie?

Der normale Durchlauf dauerte bei uns rund 3,5 Minuten und erreichte dabei 68,5 dB(A) im Median mit Spitzen bis 73,5 dB(A), gemessen in zwei Metern Abstand. Der leise Modus braucht fünf Minuten für die Bürstenreinigung plus 40 Minuten Trocknung, ist in der Waschphase mit 66 dB(A) aber kaum ruhiger. Wichtig: vorher Schmutzwassertank leeren und Frischwassertank neu befüllen.

Wie laut ist der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam beim Wischen?

In zwei Metern Abstand haben wir 59,5 dB(A) im Quiet-Modus, 62 dB(A) im Auto-Modus, 67 dB(A) im Saugmodus und 68,5 dB(A) im Max-Modus gemessen. Die Spanne von 9 dB(A) zwischen leisestem und lautestem Modus ist ungewöhnlich groß, der Quiet-Modus bringt hier also wirklich etwas.

Was ist der Unterschied zwischen Standard und Premium?

Nur Farbe und Zubehör. Die Premium-Variante bringt zwei Ersatzrollen und zwei Ersatzfilter mit, die Standardvariante je eines. Technisch und bei der Reinigungsleistung sind beide identisch.

Technische Details: Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam

  • Produkttyp: Akku-Wischsauger mit Dampffunktion
  • Getestete Variante: Premium / Pro
  • UVP: 799 € (Premium) · 699 € (Standard)
  • Max. Saugleistung: 25.000 Pa
  • Motorleistung: 450 W
  • Dampftemperatur: bis 230 °C im Geräteinneren, ca. 99 °C am Boden (Herstellerangabe)
  • Geeignete Böden für Dampf: Fliesen, Stein, Vinyl – weniger für Laminat und Parkett
  • Besonderheit: Boost Steam mit ReverseScrub (gegenläufige Walze)
  • Modi: Auto, Max, Suction, Quiet, dazu Boost Steam
  • Frischwassertank: 880 ml (seitliche Einfüllöffnung)
  • Schmutzwassertank: 800 ml, Dreikammersystem mit Sieb
  • Akku: 3.900 mAh, nicht abnehmbar
  • Laufzeit (Hersteller): bis 60 Minuten
  • Ladezeit: ca. 210 Minuten
  • Flachlege-Funktion: 180° Lay-flat, Einsatz unter Möbeln ab ca. 13 cm
  • Gelenk: 90° Schwenkdesign
  • Fahrantrieb: motorisierte Räder, vorwärts und rückwärts
  • Beleuchtung: LED-Frontlicht an der Bodendüse, LED-Schmutzring am Gehäuse
  • Lautstärke Wischen (im Test): 59,5 dB(A) Quiet · 62 dB(A) Auto · 67 dB(A) Suction · 68,5 dB(A) Max
  • Lautstärke Selbstreinigung (im Test): 68,5 dB(A) im Median, 73,5 dB(A) in der Spitze
  • Messmethode: eigene Messung in 2 m Abstand
  • Selbstreinigung: manuell per Knopf gestartet, ca. 3,5 Minuten
  • Selbstreinigung leise: 5 Minuten Bürstenreinigung + 40 Minuten Trocknung
  • Bürstentrocknung: 110 °C Heißluft
  • Maße: ca. 110,2 × 26,6 × 23,3 cm
  • Gewicht: 6,1 kg
  • App: Tineco-App (optional)

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