Wäsche in der Wohnung trocknen: Was Experten im Winter raten

Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale Niedersachsen raten vom Wäschetrocknen in der Wohnung ab. Was du tun kannst, wenn es doch drinnen sein muss.

Wäsche in der Wohnung trocknen: Was Experten im Winter raten
Wäscheständer im Wohnzimmer: Wer drinnen trocknet, sollte laut Umweltbundesamt ausreichend stoßlüften. (gabort / Adobe Stock)

Warum der Wäscheständer im Wohnzimmer zum Problem werden kann

Wenn es draußen kalt und nass wird, liegt es nahe, den Wäscheständer ins Wohnzimmer oder Schlafzimmer zu stellen. Das Umweltbundesamt (UBA) rät davon ab: Wäsche sollte nach Möglichkeit nicht in der Wohnung trocknen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen formuliert es noch deutlicher und schreibt, Wäsche sollte auf keinen Fall in der Wohnung getrocknet werden.

Der Grund ist die Feuchtigkeit. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen entstehen in einem Vier-Personen-Haushalt im Alltag täglich rund 12 Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Das UBA zählt das Wäschetrocknen neben Duschen und Kochen zu den Feuchtequellen in der Wohnung. Liegt die relative Feuchte an einer Wand oder einem anderen Bauteil über mehr als zwei Wochen bei 80 Prozent, ist Schimmel laut Verbraucherzentrale vorprogrammiert.

Nicht jede Wohnung hat dafür einen Balkon, Garten oder Trockenraum. Die folgende Übersicht zeigt, was UBA und Verbraucherzentrale empfehlen.

FrageEmpfehlung
Wo trocknen?im Freien, auch bei Frost, oder in unbeheizten, gut belüfteten Räumen
Wie lüften?Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern, im Winter 2- bis 3-mal täglich etwa 5 Minuten pro Raum; beim Wäschetrocknen jeweils 5 bis 10 Minuten
Fenster kippen?besser nicht dauerhaft, das treibt die Heizkosten und kühlt die Wand aus
Welche Luftfeuchte?UBA: 40 bis 60 %. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen betont, dass der sinnvolle Bereich von Bauzustand und Temperatur abhängt.
Wie schleudern?möglichst mit mehr als 1.400 Umdrehungen pro Minute
Trockner?Wärmepumpentrockner brauchen deutlich weniger Strom als ältere Geräte
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Draußen trocknen: Das geht auch bei Frost

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist darauf hin, dass du Wäsche auch bei Frost draußen aufhängen kannst. Auch das UBA empfiehlt, Wäsche im Freien oder in unbeheizten, gut belüfteten Räumen zu trocknen.

Einen Vorteil hat der klassische Weg auch beim Geld: Wäscheständer und Wäscheleine sind laut UBA die energieeffizienteste Methode, Wäsche zu trocknen.

Wäsche an der Leine im Schnee: Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen kannst du Wäsche auch bei Frost draußen aufhängen.
Wäsche an der Leine im Schnee: Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen kannst du Wäsche auch bei Frost draußen aufhängen. (schankz / Adobe Stock)

Wenn es drinnen sein muss: So lüftest du richtig

Trocknest du in der Wohnung, kommt es aufs Lüften an. Das UBA empfiehlt, vor allem im Winter ausreichend zu lüften, und zwar mit kurzem Stoßlüften von jeweils 5 bis 10 Minuten. So lässt sich laut UBA Schimmelbildung in der Wohnung verhindern. Für die kalte Jahreszeit nennt das UBA allgemein 2 bis 3 Stoßlüftungen am Tag von etwa 5 Minuten pro Raum, mit einem oder mehreren weit geöffneten Fenstern. Liegen sich Fenster gegenüber, wird der Luftwechsel beim Querlüften deutlich größer.

Ein dauerhaft gekipptes Fenster ist keine gute Alternative. Laut UBA erhöht es den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch, wenn Fenster über längere Zeit gekippt bleiben. Außerdem kühlt die Wand rund ums Fenster aus, was Kondenswasser und Schimmel begünstigen kann.

Zwei weitere Punkte helfen: Räume, die kühler bleiben als der Rest der Wohnung, trennst du laut UBA mit einer geschlossenen Tür von den wärmeren Räumen. Und Möbel rückst du nach Rat der Verbraucherzentrale Niedersachsen etwa 5 bis 10 Zentimeter von kalten Außenwänden ab. Wie sich die Luftfeuchte im Schlafzimmer über Nacht verändert, liest du in unserem Ratgeber Dein Schlafzimmer wird nachts feuchter, als du denkst. Wie du trotz Lüften sparsam heizt, zeigt unser Ratgeber zur Heizkurve.

Luftfeuchte messen: Welche Werte gelten

Ob du genug lüftest, zeigt ein Hygrometer. Laut UBA helfen schon einfache Geräte dabei, die Raumluftfeuchte im Blick zu behalten. Bei den Zielwerten unterscheiden sich die Empfehlungen: Das UBA nennt 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt für den Winter 30 bis 45 Prozent und für den Sommer 45 bis 65 Prozent. Steigt der Wert beim Wäschetrocknen deutlich darüber, ist das ein Zeichen, öfter zu lüften.

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Gut schleudern: Weniger Wasser in der Raumluft

Je trockener die Wäsche aus der Maschine kommt, desto weniger Wasser muss in der Wohnung verdunsten. Außerdem spart es Energie: Laut UBA braucht es hundertmal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen als durch Schleudern. Beim Kauf einer neuen Maschine empfiehlt das UBA eine Schleuderdrehzahl von mehr als 1.400 Umdrehungen pro Minute.

Trockner oder Luftentfeuchter?

Die andere Option ist ein Trockner. Laut UBA verbrauchen Wärmepumpentrockner etwa 73 bis 97 Kilowattstunden pro 100 Trocknungsgänge, ältere Geräte ohne Wärmepumpe rund 340 Kilowattstunden. Bei etwa 160 Trocknungsgängen im Jahr und einem Strompreis von 30 bis 36 Cent pro Kilowattstunde liegen die Stromkosten laut UBA zwischen etwa 40 und 200 Euro im Jahr, je nach Effizienz des Geräts. Hast du einen Ablufttrockner, sollte der Abluftschlauch laut UBA nach draußen führen, sonst bleibt die feuchte Luft im Raum.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Luftentfeuchter, der der Raumluft Wasser entzieht. Einige Modelle haben einen eigenen Wäschemodus. Welche Geräte sich für Wohnräume eignen, zeigt unser Test der Luftentfeuchter für die Wohnung. Für feuchte Kellerräume gibt es einen eigenen Keller-Test, für das Badezimmer unseren Bad-Test. Einen breiteren Überblick gibt der Vergleich elektrischer Luftentfeuchter.

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