Standby ist nicht „stromlos“, und genau das kostet Geld
Viele Geräte wirken ausgeschaltet, bleiben aber im Ruhemodus: LED an, Uhr sichtbar, Netzwerk bereit. Strom kann weiter fließen, solange das Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist. Selbst dann, wenn es ausgeschaltet wirkt.
Was das im Haushalt ausmacht, zeigt eine Zahl vom Umweltbundesamt: Leerlaufverluste in Privathaushalten und Büros verursachen mindestens 22 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr und mindestens vier Milliarden Euro Kosten.
Für unsere Rechnungen nutzen wir 37,0 Cent pro Kilowattstunde, den Haushalts-Durchschnitt der BDEW-Strompreisanalyse für 2026 (Stand: 11.09.2026). Zusammengerechnet kommen viele Haushalte mit den folgenden 7 Geräten auf Kosten von 100 bis 200 Euro im Jahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Faustformel: Jedes Watt, das rund um die Uhr fließt, kostet im Jahr etwa 3,24 Euro. Ein Gerät mit 18 Watt im Standby liegt damit bei knapp 60 Euro.
- Die größten Posten: Nicht der neue Fernseher, sondern die Geräte, die man selten oder nie ganz ausmacht: Receiver, Router und Konsole.
- Der schnellste Hebel: Eine schaltbare Steckdosenleiste pro Zimmer, sie trennt mehrere Geräte mit nur einem Knopfdruck.
Die Dauerläufer: Router und TV-Receiver
1. WLAN-Router: Er läuft in fast jedem Haushalt 24 Stunden am Tag und zieht dabei circa 8 bis 15 Watt. Das sind 70 bis 130 Kilowattstunden im Jahr, also rund 26 bis 48 Euro. Gut zu wissen: Abschalten legt auch Smart Home und oft die Telefonie lahm, hier lohnt sich höchstens eine Zeitschaltung für die Nacht.
2. TV-Receiver: unauffälliger, aber teurer. Ein Telekom Media Receiver 401 zieht im Standby 7 Watt, eine Vodafone Giga TV Box 18 Watt, das sind 23 beziehungsweise 58 Euro im Jahr für ein Gerät, das die meiste Zeit nur blinkt. Wenn keine Aufnahme geplant ist, kann man ihn getrost vom Netz trennen
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3. Fernseher: Hier entscheidet das Baujahr. Moderne Geräte bleiben im Standby unter 0,5 Watt, das sind keine zwei Euro im Jahr. Ältere Modelle ziehen 10 bis 20 Watt und kosten 32 bis 65 Euro, mehr als der Receiver daneben. Gut zu wissen: Einen OLED-Fernseher lässt man besser eingesteckt, er fährt im Hintergrund seinen Panel-Refresh.
4. Spielkonsole: der klassische Fall von „aus, aber nicht wirklich“. Eine PS4 zieht im Ruhemodus 8,6 Watt, eine Xbox One 15,3 Watt, das macht 28 bis 50 Euro im Jahr. Der Ruhemodus lohnt sich nur, wenn nachts wirklich Updates laufen sollen.
Am Arbeitsplatz: PC, Monitor und Drucker
5. PC und 6. Monitor ziehen im Bereitschaftsmodus jeweils rund 10 Watt, wenn sie nicht richtig ausgeschaltet werden. Pro Gerät sind das etwa 32 Euro im Jahr.
7. Drucker: Hier entscheidet die Verbindung. Ein WLAN-Drucker bleibt in Netzwerkbereitschaft und liegt mit rund 10 Watt auf PC-Niveau. Ein Gerät ohne Netzwerkverbindung fällt im einfachen Standby auf etwa 1 Watt, also 3 Euro im Jahr. Gut zu wissen: Bei Tintenstrahldruckern kann häufiges Steckerziehen teurer werden, weil nach jedem Einschalten Reinigungszyklen Tinte verbrauchen.
Warum manche Geräte mehr als 0,5 Watt verbrauchen dürfen
Für viele Elektrogeräte gelten in der EU inzwischen strengere Vorgaben für den Stromverbrauch im Standby. Seit dem 9. Mai 2025 ist die EU-Verordnung 2023/826 maßgeblich. Sie legt je nach Betriebszustand und Geräteart unterschiedliche Grenzwerte fest.
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- 0,5 Watt im Aus-Zustand und bei bestimmten Standby-Zuständen
- 0,8 Watt, wenn im Standby eine Status- oder Informationsanzeige aktiv ist
- 2 Watt im vernetzten Standby bei netzwerkfähigen Geräten
- bis zu 8 Watt bei bestimmten Geräten mit besonders hoher Netzwerkverfügbarkeit (HiNA)
Entscheidend ist also, ob ein Gerät lediglich auf einen Tastendruck wartet, Informationen anzeigt oder weiterhin aktiv mit dem Netzwerk verbunden bleibt. Deshalb können und dürfen beispielsweise vernetzte Geräte deutlich mehr verbrauchen als ein einfaches Gerät im klassischen Standby.
Smarte Steckdose mit Messfunktion: so findet man die echten Stromfresser
Wer nicht raten will, misst einfach nach. Eine smarte Steckdose mit Messfunktion zeigt Watt und Kilowattstunden direkt an und trennt Geräte zeitgesteuert vom Netz. Wichtig ist die Schaltlast: Viele Modelle sind für 2.300 bis 3.680 Watt ausgelegt, 16 Ampere entsprechen etwa 3.680 Watt.

TP-Link Tapo P110

MyStrom WiFi Switch

Eve Energy (Matter)

ABUS Smartvest Funk-Steckdose
Fazit: Erst die Dauerläufer, dann der Rest
Am schnellsten wirkt der Blick auf Receiver, Router und Konsole: Schon 8,6 bis 18 Watt im Dauerbetrieb bedeuten 28 bis 58 Euro im Jahr, pro Gerät. Danach kommen der alte Fernseher und der Arbeitsplatz.Wer über eine (smarte) Steckdosenleiste konsequent Geräte vom Netz trennt, kann übers Jahr gesehen bereits viele Euro einsparen.
Quellen: umweltbundesamt.de, bdew.de
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