Dein PC frisst Strom, auch wenn du nicht davor sitzt

Standbymodus, Ruhezustand oder Herunterfahren: Windows bietet mehrere Wege, Strom zu sparen. Die Begriffe sind allerdings verwirrend.

Dein PC frisst Strom, auch wenn du nicht davor sitzt
Solange der PC in keinen Energiesparzustand wechselt, bleibt er im Arbeitszustand, auch ohne dich davor. (Gorodenkoff / Adobe Stock)

Warum der PC auch ohne dich Strom zieht

Du stehst vom Schreibtisch auf, der PC läuft weiter. Solange er nicht in einen Energiesparzustand wechselt, bleibt er im normalen Arbeitszustand. Den listet Microsoft unter allen Energiezuständen als den mit dem höchsten Stromverbrauch. Windows bietet drei Wege, das zu ändern: den Standbymodus, den Ruhezustand und das Herunterfahren.

ZustandWas passiertStromverbrauchZurück am Arbeitsplatz
StandbymodusArbeitsspeicher bleibt aktiv, Programme bleiben offenweniger als im Betrieb, mehr als im Ruhezustandschnell
RuhezustandInhalt des Arbeitsspeichers wird in eine Datei geschriebenweniger als im Standbymodusdauert länger
HerunterfahrenSitzung wird beendet, der PC startet beim nächsten Mal neulaut EU höchstens 1 Watt im Aus-ZustandNeustart nötig

Standbymodus: für die Kaffeepause

Im Standbymodus schläft der PC. Laut Microsoft verbraucht er dabei weniger Energie, startet schneller und du kannst sofort dort weitermachen, wo du aufgehört hast. Microsoft empfiehlt ihn, wenn du den PC nur kurz verlässt, etwa für eine Kaffeepause. Technisch bleibt der Arbeitsspeicher aktiv, der Verbrauch ist laut Microsoft kleiner als im Betrieb und größer als im Ruhezustand.

Wie wenig das ist, regelt die EU: Nach der Ökodesign-Verordnung für Computer darf ein Desktop-PC in diesem Zustand höchstens 5 Watt verbrauchen, ein Notebook höchstens 3 Watt. Mit aktivem Wake-on-LAN darf ein Toleranzwert von 0,70 Watt dazukommen. Das Umweltbundesamt schreibt, ein moderner PC mit Monitor oder ein Notebook brauche im Energiesparmodus „nur noch ein paar Watt oder weniger“.

Zum Vergleich: Selbst 5 Watt rund um die Uhr ergeben 43,8 Kilowattstunden im Jahr. Beim Durchschnittspreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde, den der Branchenverband BDEW für 2026 bisher ermittelt hat, sind das rund 16,21 Euro. Das ist die Obergrenze für Desktop-PCs im Geltungsbereich der Verordnung.

Ruhezustand: für längere Pausen

Im Ruhezustand speichert Windows den Inhalt des Arbeitsspeichers in einer Ruhezustandsdatei. Laut Microsoft verbraucht der PC dabei weniger Energie als im Standbymodus. Beim nächsten Start sind deine Programme wieder da, allerdings nicht so schnell wie nach dem Standbymodus.

Microsoft empfiehlt den Ruhezustand bei Laptops und Tablets, die du längere Zeit nicht nutzt und in dieser Zeit nicht aufladen kannst. Die Option ist laut Microsoft möglicherweise nicht auf allen PCs verfügbar, PCs mit InstantGo etwa haben sie nicht. Ob dein Rechner den Ruhezustand anbietet, verrät laut Microsoft der Befehl powercfg /a in der Eingabeaufforderung.

Wo du die Einstellung findest

In Windows 11 findest du die Zeitsteuerung unter Einstellungen > System > Stromversorgung & Akku. Dort legst du fest, wann Bildschirm und PC bei Inaktivität in einen Energiesparzustand wechseln. Die genaue Menübezeichnung kann je nach Windows-Version und Gerät variieren. Den echten Ruhezustand kannst du, sofern verfügbar, separat über die Energieoptionen aktivieren.

Auch der Energiesparmodus ist etwas anderes: Er reduziert unter anderem Hintergrundaktivitäten und den Stromverbrauch, versetzt den PC aber nicht selbst in den Standbymodus. Seit Windows 11 Version 24H2 lässt er sich auch im Netzbetrieb aktivieren und damit auf Desktop-PCs ohne Akku nutzen. Das gilt auch für 25H2 und 26H2. Die aktuelle Version 26H2 wird seit dem 29. September 2026 schrittweise ausgerollt (Stand: Oktober 2026).

Auch die EU nennt in ihrer Ökodesign-Verordnung den Schlafzustand „Ruhezustand“. Gemeint ist dort ein Niedrigverbrauchsmodus, aus dem der Computer auf ein Weckereignis reagiert.

Für eine kurze Pause empfiehlt Microsoft den Standbymodus.
Für eine kurze Pause empfiehlt Microsoft den Standbymodus. (panitan / Adobe Stock)

Herunterfahren ist nicht immer ganz aus

Beim Herunterfahren beendet Windows die Sitzung. Ist der sogenannte schnelle Start aktiv, nutzt Windows laut Microsoft aber auch dabei eine Ruhezustandsdatei: Erst wirst du abgemeldet, dann legt das System die Datei an, damit der nächste Start schneller geht.

Ganz stromlos ist ein ausgeschalteter PC trotzdem nicht unbedingt. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Computer in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen. Die EU erlaubt im Aus-Zustand höchstens 1 Watt, mit Wake-on-LAN einen Toleranzwert von 0,70 Watt zusätzlich.

Wer das vermeiden will, trennt den PC laut Umweltbundesamt am einfachsten über eine abschaltbare Steckdosenleiste vom Netz, natürlich erst nach dem Herunterfahren.

Die richtigen Einstellungen in drei Schritten

  • Zeiten prüfen: Laut EU-Verordnung müssen Computer so ausgeliefert werden, dass der Bildschirm nach 10 Minuten und der PC nach 30 Minuten Inaktivität in den Schlafzustand wechselt. Wurde das irgendwann abgeschaltet, bleibt der PC in Pausen im Arbeitszustand. Die Zeiten findest du unter Bildschirm und Ruhezustand in den Windows-Einstellungen.
  • Bildschirmschoner weglassen: Laut Umweltbundesamt brauchen Bildschirmschoner mehr Strom, als wenn der Bildschirm bei Inaktivität einfach abgeblendet wird und der Computer in den Ruhemodus geht.
  • Wake-on-LAN bedenken: Soll der PC übers Netzwerk aufwachen, nutze den Standbymodus oder den ausdrücklich gewählten Ruhezustand. Aus dem Schnellstart und nach dem Herunterfahren unterstützt Windows Wake-on-LAN nicht offiziell; ob es trotzdem funktioniert, hängt von Hardware und Firmware ab.

Wie viel Watt dein PC samt Monitor und Lautsprechern im ausgeschalteten Zustand tatsächlich zieht, zeigt dir ein Messgerät. Wie du das misst, erklären wir in unserem Ratgeber Watt im Standby messen, passende Geräte gibt es in unserem Test der Steckdosen-Verbrauchsmesser.

Welche anderen Geräte im Haushalt im Standby Strom ziehen, steht in unserem Artikel über Standby-Stromfresser. Wer seine Geräte per Zeitplan vom Netz nehmen will, findet passende Steckdosen mit Zeitschaltuhr und WLAN-Mehrfachsteckdosen in unseren Übersichten.

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