Ist die Heißluftfritteuse wirklich günstiger als der Backofen?

Weniger Strom pro Durchgang, aber nicht in jedem Fall weniger Kosten: Wann sich der Airfryer gegenüber dem Backofen rechnet und wann nicht.

Ist die Heißluftfritteuse wirklich günstiger als der Backofen?
Im Kostenduell kommt es oft auf Menge und Nutzungsdauer an. (akhenatonimages / Adobe Stock)

Minimale Ersparnis trotz Werbeversprechen

Bei kleinen Portionen ist der Airfryer im Test deutlich sparsamer als der Backofen: In einem Labortest brauchte er bei allen vier getesteten Gerichten weniger als die Hälfte des Stroms. Spektakulär ist der Unterschied in Euro trotzdem nicht.

Die größte Ersparnis lag bei rund 26 Cent pro Durchgang. Bei einem Gerät für 300 Euro dauert es also entsprechend lange, bis sich die Anschaffung über die Stromrechnung tatsächlich auszahlt. Und bei größeren Mengen kippt die Rechnung sogar zu Gunsten des Backofens.

Wattangabe ist nicht gleich Stromverbrauch

Die Leistung in Watt sagt nur, wie viel Strom ein Gerät in einem Moment zieht. Was du bezahlst, hängt von der Laufzeit ab: Kilowattstunden (kWh) sind Leistung in Kilowatt mal Stunden. Ein Gerät mit hoher Leistung kann also weniger kosten, wenn es kürzer läuft.

Ein Beispiel zum Mitrechnen: Ein Backofen mit 2.500 Watt, der eine halbe Stunde dauerhaft auf voller Leistung läuft, verbraucht 1,25 kWh. Beim durchschnittlichen Strompreis von 37,0 Cent je kWh für Haushalte im bisherigen Jahresverlauf 2026 (Stand August, laut BDEW-Strompreisanalyse) wären das rund 46 Cent. In der Praxis liegt der Wert niedriger, weil der Ofen nach dem Aufheizen taktet. Es ist eine Obergrenze, kein Messwert.

Welche Leistung dein Airfryer hat, steht auf dem Typenschild. Entscheidend ist am Ende, wie lange er für dieselbe Portion braucht und ob er nach dem Einschalten sofort arbeitet, statt erst Backraum und Luft aufzuheizen.

Was Tests und Rechnungen zeigen

Der überzeugendste Beleg stammt aus einem Labortest der britischen Verbraucherorganisation Which? vom Juni 2026, den Utopia zusammenfasst. Getestet wurden Huhn, Pommes, Backkartoffeln und Kuchen in einem älteren Airfryer und einem älteren Backofen. Der Airfryer brauchte bei allen vier Gerichten weniger als die Hälfte des Stroms. Beim Kuchen war die Portion allerdings kleiner als im Backofen, weshalb der Vergleich hier nur eingeschränkt aussagekräftig ist.

Die größte Differenz gab es bei Backkartoffeln: Der Airfryer verbrauchte 0,39 Kilowattstunden pro Durchgang, der Backofen 1,08 Kilowattstunden. Die Differenz von rund 0,69 Kilowattstunden entspricht beim BDEW-Durchschnittspreis von 37 Cent etwa 26 Cent pro Zubereitung.

Bei einem Gerät für 60 Euro ergibt das etwa 235 vergleichbare Zubereitungen, bis sich der Kaufpreis rechnerisch über die Stromersparnis ausgleicht. Bei einem Gerät für 300 Euro wären es rund 1.175 Zubereitungen. Utopia weist selbst darauf hin, dass diese Rechnung eine Vereinfachung ist: Sie beruht auf dem Gericht mit der höchsten Ersparnis und kleinen Portionen, die in den Korb passen.

Was man dabei nicht vergessen darf: Der Stromverbrauch ist stark vom Gerät abhängig. Große Geräte haben dabei in der Regel einen größeren Verbrauch als kleinere.

Wann der Backofen gewinnt

Sobald du mehrere Durchgänge brauchst, schrumpft der Vorteil. Utopia schreibt, dass der Ofen bei wiederholten Chargen meist günstiger ist. Denn der Airfryer muss für dieselbe Menge mehrfach laufen, während das Backblech auf einmal gart.

Das deckt sich mit dem Urteil einer Ernährungsexpertin bei fitbook: Bei kleinen Portionen ist der Airfryer effizienter und schneller, bei größeren Mengen spart meist der Backofen mehr Strom. Ein Umluftofen erzielt oft ähnliche Ergebnisse wie ein Airfryer.

Für Familien, die für vier Personen Pommes oder Ofengemüse machen, rechnet sich der Airfryer über die Stromkosten daher kaum. Für ein bis zwei Personen, die oft kleine Mengen zubereiten, schon eher.

Fazit: Günstiger pro Portion, nicht automatisch über die Jahre

Sinnvoll ist der Airfryer für alle, die oft kleine Portionen zubereiten und den Ofen dafür nicht extra auf- und vorheizen wollen. Wer vor allem große Mengen macht, spart mit dem Backofen meist mehr. Allein wegen der Stromkosten lohnt sich die Anschaffung eines Airfryers daher kaum.

Quellen: Utopia (25.08.2026): Airfryer statt Backofen, spart das wirklich Strom?, fitbook: Ist der Airfryer gesund? Das Urteil einer Expertin

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