Trockner trocknet nicht mehr richtig: Diese Filter sind meist schuld

Ein verstopftes Flusensieb kann die Trockenzeit deutlich verlängern und die Stromkosten erhöhen. Neben dem Türfilter kommen auch das Feinsieb und der Wärmetauscher als Reinigungsstellen infrage.

Trockner trocknet nicht mehr richtig: Diese Filter sind meist schuld
Das Flusensieb kennt das jeder. Aber kennst du auch die anderen Fächer deines Trockners? (Maria / Adobe Stock)

Trockenzeit und Stromkosten

Wie viel Strom ein Trockner verbraucht, hängt auch vom Gerät ab. Laut Umweltbundesamt benötigen moderne Wärmepumpentrockner etwa 73 bis 97 Kilowattstunden pro 100 Trocknungszyklen. Das EU-Energielabel weist den Stromverbrauch ebenfalls für 100 Trocknungszyklen im Eco-Programm aus. Das entspricht ungefähr zwei Trockengängen pro Woche.

Bei 37,0 Cent pro Kilowattstunde laut der BDEW-Strompreisanalyse aus August 2026 entsprechen die vom Umweltbundesamt genannten Verbrauchswerte rechnerisch rund 27 bis 36 Euro für 100 Zyklen. Bei etwa zwei Trockengängen pro Woche sind das rund 28 bis 37 Euro im Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfreihenfolge: Sind Türfilter und weitere zugängliche Filter sauber, kommt auch der Wärmetauscher als Ursache für eine längere Trockenzeit infrage.
  • Reinigungsrhythmus: Türfilter nach jedem Trockengang reinigen. Für Feinsieb (Sockelfilter) und Wärmetauscher gelten die Pflegehinweise der jeweiligen Bedienungsanleitung.
  • Stromkosten: Verschmutzte Filter können Trockenzeit und Stromverbrauch erhöhen. Wie stark, hängt vom Gerät und vom Verschmutzungsgrad ab.
  • Neukauf: Die Verbraucherzentrale empfiehlt Wärmepumpentrockner. Die Effizienzklassen reichen von A bis G; die meisten angebotenen Geräte gehören zur Klasse C.

Welche Stellen durch Flusen verschmutzen können

Nicht nur das Flusensieb in der Tür ist zu beachten. Zu prüfen sind auch das Feinsieb (Sockelfilter) und der Wärmetauscher. Wenn Türfilter und Feinsieb sauber sind, kommt der Wärmetauscher als mögliche Ursache für eine längere Trockenzeit infrage. Er ist jedoch nicht das einzig mögliche Teil.

Reihenfolge und Intervalle für die Reinigung

Prüfe zuerst den Türfilter, dann die weiteren zugänglichen Filter und anschließend den Wärmetauscher. Wie häufig die einzelnen Teile gereinigt werden müssen, hängt vom Modell ab. Maßgeblich ist deshalb die Bedienungsanleitung.

  • Türfilter nach jedem Trocknen: Flusen entfernen.
  • Feinsieb (Sockelfilter): entsprechend den Pflegehinweisen des Herstellers reinigen. Nicht jedes Gerät besitzt einen separaten Sockelfilter.
  • Wärmetauscher: entsprechend der Bedienungsanleitung reinigen. Bei selbstreinigenden Wärmetauschern gelten besondere Pflegehinweise.

Flusen und Staub sollten regelmäßig entfernt werden. Reinige das Gerät nur so, wie es die Bedienungsanleitung vorsieht.

Mehrverbrauch durch einen verschmutzten Wärmetauscher

Ein verschmutzter Wärmetauscher kann den Luftstrom und die Wärmeübertragung beeinträchtigen. Dadurch können sich Trockenzeit und Stromverbrauch erhöhen. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt vom Gerät und vom Verschmutzungsgrad ab. Eine allgemein gültige Prozentzahl für den Mehrverbrauch lässt sich aus den verfügbaren Angaben nicht ableiten.

Kriterien für einen anstehenden Neukauf

Wenn ohnehin ein Neukauf ansteht, empfiehlt die Verbraucherzentrale einen Wärmepumpentrockner, weil Kondenstrockner ohne Wärmepumpe und Ablufttrockner deutlich mehr Strom verbrauchen. Ablufttrockner entsprechen laut Verbraucherzentrale nicht mehr dem Stand der Technik.

Das Umweltbundesamt nennt für ältere Geräte ohne Wärmepumpe rund 340 Kilowattstunden pro 100 Zyklen, deutlich mehr als für die oben beschriebenen modernen Wärmepumpentrockner. Die Effizienzklassen reichen von A bis G; die meisten Geräte am Markt gehören laut Verbraucherzentrale zur Klasse C.

Davon zu unterscheiden sind die gesetzlichen Grenzwerte für in der EU verkaufte Haushaltswäschetrockner: Der Energieeffizienzindex darf höchstens 85 betragen. Für Kondenstrockner ist eine Kondensationseffizienz von mindestens 80 Prozent vorgeschrieben. Das sind Anforderungen, keine gemessenen Verbrauchswerte.

Vor dem Trocknen empfiehlt die Verbraucherzentrale, Wäsche in der Waschmaschine möglichst trocken zu schleudern, am besten mit 1.400 oder 1.600 Umdrehungen pro Minute. Das spart Energie beim anschließenden Trocknen.

Fazit: Bei sauberen Sieben den Wärmetauscher prüfen

Bleibt die Trockenzeit trotz sauberem Türfilter und gereinigten weiteren Filtern lang, kommt auch der Wärmetauscher als Ursache infrage. Prüfe außerdem Beladung, Schleuderdrehzahl und Programm. Bleibt das Problem bestehen, obwohl du die Pflegehinweise beachtet hast, kann ein technischer Defekt vorliegen. Die regelmäßige Reinigung nach Herstellerangaben hilft, unnötig lange Trockenzeiten und vermeidbaren Stromverbrauch zu verhindern.

Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale, BDEW

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