Zementfugen im Bad werden schneller grau, wenn du diesen Fehler machst

Die Zementfugen sehen nach dem Putzen kurz sauber aus und werden dann schneller wieder grau? Eine Ursache kann der Reiniger sein. Häufiger oder länger anhaltender Kontakt mit Essig oder Zitronensäure kann die Oberfläche klassischer Zementfugen aufrauen, sodass Schmutz leichter haften bleibt.

Zementfugen im Bad werden schneller grau, wenn du diesen Fehler machst
Je nach Fugentyp braucht es spezielle Reiniger. Wir erklären welcher passt. (Ralf Geithe / Adobe Stock)

Das Wichtigste in Kürze

  • Fugentyp: Das beschriebene Säure-Risiko betrifft klassische Zementfugen, nicht pauschal jede Badfuge.
  • Reinigung: Bei leichten Verschmutzungen kann Natron-Paste helfen. Zunächst an einer unauffälligen Stelle testen, eine weiche Bürste verwenden und anschließend gründlich abspülen.
  • Badfeuchte: Nach dem Duschen empfiehlt das Umweltbundesamt, die Fenster für 5 bis 10 Minuten weit zu öffnen, um Schimmel vorzubeugen.
  • Silikonfugen: Wiederkehrender oder tief sitzender Schimmel sowie Risse und Ablösungen sind Gründe, die Fuge zu erneuern.

Warum gereinigte Zementfugen schneller wieder grau werden

Wer regelmäßig zu Essig oder Zitronensäure greift, merkt möglicherweise erst später, dass die Fugen nicht heller, sondern dauerhaft schneller schmutzig wirken.

Wichtig ist die Unterscheidung: Der Effekt betrifft zementgebundene Fugen (klassische Zementfugen). Silikonfugen und spezielle, hochfeste Zementfugen reagieren anders. Einige hochfeste Zementfugen, etwa weber.fug 873, haben laut Hersteller eine erhöhte Säurebeständigkeit. Ob ein saurer Reiniger geeignet ist, hängt vom konkreten Produkt ab.

Der Fehler: Essigreiniger auf Zementfugen

Essig wirkt im Bad verlockend, weil er Kalk löst. Bei Zementfugen ist genau das das Problem: Essigsäure kann mineralische Bestandteile des Fugenmörtels angreifen. Die Folge kann eine rauere Oberfläche sein. Auf der bleibt Schmutz leichter hängen, die Fuge wirkt schneller wieder grau.

Häufiger oder länger anhaltender Kontakt mit Essig oder Zitronensäure kann klassische Zementfugen schädigen. Wer die Fugen regelmäßig mit einem solchen Reiniger abwischt, kann damit die Verschmutzung begünstigen, die er eigentlich beseitigen möchte.

Welche Fugen sind gemeint, und welche nicht

Im Bad liegen oft verschiedene Materialien direkt nebeneinander: Zementfugen zwischen Fliesen, dazu Silikonfugen an Wanne, Dusche oder Waschbecken. Der Essig-Fehler betrifft klassische zementgebundene Fugen.

Silikonfugen reagieren anders, können aber verschimmeln. Auch bei speziellen, säurebeständigeren Zementfugen kommt es auf das jeweilige Produkt an. Ist der Fugentyp nicht bekannt, sollten Essig und Zitronensäure bei der Reinigung von Zementfugen vermieden werden.

Zementfugen reinigen und das Bad lüften

Gegen leichte Verfärbungen und Verschmutzungen wird als Hausmittel eine Natron-Paste empfohlen: drei Teile Natron mit einem Teil Wasser anrühren und mit einer weichen Zahnbürste auftragen. Teste die Paste zunächst an einer unauffälligen Stelle und spüle die Fuge anschließend gründlich ab.

Auch das Klima nach dem Duschen ist wichtig. Das Umweltbundesamt empfiehlt Stoßlüften direkt danach für 5 bis 10 Minuten, in der warmen Jahreszeit je nach Temperatur und Wind eher 10 bis 20 Minuten. Zur Schimmelvorbeugung sollte die relative Luftfeuchte nicht dauerhaft über 60 Prozent liegen. Ein Hygrometer hilft dabei, den Wert zu kontrollieren. Die Messgenauigkeit hängt vom jeweiligen Modell ab. Liegt die Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent, solltest du häufiger lüften und prüfen, wo zusätzliche Feuchtigkeit entsteht.

Wann Silikonfugen erneuert werden sollten und was das kostet

Bei Silikonfugen ist sichtbarer Schimmel ein Hinweis, den Zustand der Fuge genauer zu prüfen. Leichter oberflächlicher Befall lässt sich unter Umständen behandeln. Kommt der Schimmel trotz Reinigung wieder oder ist er tief ins Material eingedrungen, ist ein Austausch häufig die bessere Lösung. Auch Risse, Ablösungen vom Untergrund und Brüchigkeit sprechen für eine Erneuerung.

Ein Fachratgeber nennt für Silikonfugen im Bad eine typische Haltbarkeit von 5 bis 8 Jahren. Das ist ein Orientierungswert, keine feste Austauschfrist.

Preisportale nennen für die Erneuerung durch einen Fachbetrieb teils etwa 3 bis 8 Euro pro laufendem Meter. Je nach Region, Zustand der Fuge und Arbeitsaufwand können die Kosten höher liegen. Bei kleinen Aufträgen kann außerdem eine Mindestpauschale anfallen. In Eigenregie hängen die Kosten vor allem vom Materialbedarf und den benötigten Werkzeugen ab.

Fazit: Reiniger nach Fugentyp wählen

Bei klassischen Zementfugen gehören Essig und Zitronensäure nicht zur regelmäßigen Reinigungsroutine. Gegen leichte Verfärbungen kann Natron-Paste helfen. Zur Schimmelvorbeugung sollte die Luftfeuchte nicht dauerhaft über 60 Prozent liegen. Wiederkehrender Schimmel, Risse oder Ablösungen an Silikonfugen sind ein Anlass, die Fuge zu prüfen und gegebenenfalls zu erneuern.

Quellen: Umweltbundesamt, Saint-Gobain Weber: Die Kunst des Verfugens, Verbraucherzentrale: Schimmel entfernen

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