Das Wichtigste in Kürze
- 635,04 kWh Solarstrom in sechs Monaten, von Januar bis Juni 2026
- 566,67 kWh davon wurden im Haushalt genutzt (89,2 Prozent)
- Rund 210 Euro Stromkosten gespart, hochgerechnet knapp 400 Euro im Jahr
- Amortisation der Anlage nach rund vier Jahren
- Ins Netz ging nichts: Das Zendure HEMS regelt automatisch auf den Hausverbrauch und speist nicht ein
Das Setup: 4 PV-Module auf Flachdach und knapp 4 kWh Speicher
Unser System bestand aus vier 440 Wp Modulen und einem Zendure Solarflow 800 Pro mit AB2000X Zusatzakku. Standort war ein 30 m² großes Garagen-Flachdach neben einem Wohnhaus. Die vier Module wurden mit etwa 25 Grad Neigung nach Süden aufgeständert. Insgesamt hatten wir also rund 1.760 Watt Modul-Nennleistung. Gemessen haben wir im Testzeitraum in der Spitze gut 1.600 Watt, das sind etwa 91 Prozent der Nennleistung. Das ist realistisch, da es sich bei den Herstellerangaben der Module in der Regel um Laborwerte handelt.
Gut zu wissen: Der Standort hat eine besondere Eigenheit. Vom Vormittag bis zum späten Nachmittag liegt die Fläche voll in der Sonne, dann schiebt sich der Schatten des Wohnhauses über die Garage. Die Erzeugung endet also, bevor der Abendverbrauch richtig losgeht. Ein Speicher ist unter diesen Umständen also Pflicht statt Kür.

Zendure SolarFlow 800 Pro

Zendure SolarFlow 2400 + 2.060W Balkonkraftwerk
So teilen sich die 635 Kilowattstunden Ertrag auf
Der Ertrag über die sechs Monate, wie ihn die Zendure Speicher-App aufgezeichnet hat:
| Monat | Ertrag | Ø pro Tag |
| Januar | 14 kWh | 0,45 kWh |
| Februar | 40 kWh | 1,43 kWh |
| März | 126 kWh | 4,06 kWh |
| April | 155 kWh | 5,17 kWh |
| Mai | 162 kWh | 5,23 kWh |
| Juni | 142 kWh | 4,73 kWh |

Januar und Februar brachten zusammen 54 Kilowattstunden, also acht Prozent des gesamten Halbjahres. Im Januar lag der Tagesschnitt bei 450 Wattstunden. Das ist weniger, als ein Kühlschrank in derselben Zeit verbraucht. Ab März dreht sich das Bild dann komplett: April, Mai und Juni tragen allein 72 Prozent des Halbjahresertrags.
Wer seine Anlage also bereits im Winter kauft und während der ersten Wochen voller Vorfreude die Daten beobachtet, könnte unter Umständen von den Erträgen enttäuscht sein. Aber keine Sorge, es liegt nicht an Standort oder System, es liegt schlicht an der Jahreszeit. Das haben wir in unserem großen Balkonkraftwerk Feldtest 2026 auch sehr anschaulich simuliert.
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Der überraschendste Posten: die Module
Die Module aus unserem Test haben jeweils 50 Euro gekostet. Vier Module für 200 Euro, ein Speicher für 1.098 Euro. Der Akku kostet also mehr als das Fünffache der Fläche, die den Strom überhaupt erst erzeugt.
Das dreht die übliche Kaufberatung um, allerdings anders, als man vermutet. Im Sommer bringt zusätzliche Modulfläche wenig, weil der Speicher ohnehin voll wird und das System dann abriegelt. Im Januar dagegen lieferte die Anlage 0,45 Kilowattstunden am Tag, im Juni das Zehnfache. In den dunklen Monaten ist die Fläche der Engpass, im Sommer der Speicher. Zwei zusätzliche Module für 100 Euro würden sich also rechnen, allerdings eben nur im Winter.
Die Frage, an der die Wirtschaftlichkeit hängt, bleibt trotzdem die Speichergröße. Und da gilt eine unbequeme Regel: Ein Speicher, der mehr fasst, als der Haushalt abends verbraucht, steht die halbe Zeit voll herum und macht trotzdem den größten Teil der Anschaffungskosten aus.
210 Euro in sechs Monaten – rechnet sich das?
566,67 Kilowattstunden zu 37 Cent, dem BDEW-Durchschnittspreis für Haushalte im April 2026, ergeben 210 Euro. Aufs Jahr gerechnet kommt man bei dieser Ausrichtung auf etwa 1.080 nutzbare Kilowattstunden und damit knapp 400 Euro Ersparnis. Denn die zweite Jahreshälfte liegt bezüglich des zu erwartenden Ertrags erfahrungsgemäß nur knapp unter der ersten.

Unser Test-Balkonkraftwerk aus diesem Bericht wurde bereits 2023 mit zwei Modulen aufgebaut und dann später auf die doppelte Größe erweitert.
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| Position | Kosten |
| 4 Solarmodule | 200 € |
| Flachdach-Aufständerung | 200 – 300 € |
| Speicher inkl. Erweiterungsmodul | 1.098 € |
| Kabel und Kleinteile | 40 – 80 € |
| Gesamt | 1.538 – 1.678 € |
Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Amortisation von etwa vier Jahren. Die Module halten 20 Jahre und länger, der Akku je nach Zyklenzahl deutlich kürzer.
Wichtig: Die Lebensdauer hängt auch davon ab, in welchem Jahr ein Speichermodell auf den Markt gebracht wurde:
- 2024: ca. 5.000-6.000 Zyklen
- 2025: 6.000-8.000 Zyklen
- 2026: 8.000-10.000+ Zyklen
Wer also ältere Geräte bzw. Auslaufmodelle zum Schnäppchenpreis kauft, wird diese wahrscheinlich schneller ersetzen müssen als die aktuellen Produkte. Tipp: In unserem umfangreichen Speicher Test-Vergleich stellen wir die Marktführer einander direkt gegenüber.
Der Speicher verdoppelt den nutzbaren Anteil
Interessanter als der reine Ertrag ist die Frage, was davon tatsächlich im Haushalt angekommen ist. Von den erzeugten 635,04 Kilowattstunden landeten 566,67 im Haushalt, also 89,2 Prozent.
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Dazu kamen 14,86 Kilowattstunden, die das System aus dem Netz in den Speicher nachgeladen hat. Auf sechs Monate gesehen eine Randnotiz, sollte aber in diesem Zusammenhang erwähnt werden.

Was im Alltag über den Speicher verloren geht
In den Speicher flossen 349,44 Kilowattstunden, heraus kamen 269,1. Die fehlenden 80,34 Kilowattstunden sind Umwandlungs- und Standby-Verluste. Laderegelung, Innenwiderstand der Zellen und Wechselrichtung geben jeweils einen Teil als Wärme ab. Daneben zieht die Elektronik laufend Strom für sich selbst, für die Zellüberwachung, die Funkverbindung und die Regelung.
Unterm Strich blieben 77 Prozent von dem übrig, was in den Speicher hineinging. Anders gesagt kommt fast jede vierte Kilowattstunde, die diesen Weg nimmt, nicht im Haushalt an. In sechs Monaten entspricht das rund 30 Euro.
Das weicht stark von Herstellerangaben und anderen Effizientestes ab, doch das hat einen bestimmten Grund. In einem kontrollierten Lade- und Entladezyklus erreichen solche Geräte Wirkungsgrade von 90 Prozent und mehr, und in Herstellerangaben stehen meist nur die Wirkungsgrade der Batteriezellen. Unsere 77 Prozent stammen dagegen aus sechs Monaten Alltag. Da fällt ins Gewicht, dass die Elektronik (z. B. Standby, Display, Netzwerk) rund um die Uhr Strom zieht. Im Juni ist das neben fast fünf Kilowattstunden Tagesertrag kaum spürbar, im Januar neben 0,45 Kilowattstunden dagegen sehr wohl.
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Unser Fazit nach sechs Monaten
Die Anlage hat geliefert, was sie liefern konnte. Begrenzt hat sie dabei weder die Sonne noch die Modulfläche, sondern die Frage, wohin der Strom überhaupt soll: Bei einem Haushalt mit gut drei Kilowattstunden Tagesverbrauch und einem Speicher, der irgendwann voll ist, hilft ab einem bestimmten Punkt auch mehr Fläche nicht mehr weiter.
Für Haushalte mit spürbarer Grundlast am Abend lohnt sich ein 1.600 W Steckersolargerät mit 4 kWh Speicher bereits nach vier Jahren. Wer dagegen tagsüber zu Hause ist und viel Strom braucht, kommt auch ohne Speicher weit und spart dabei die Hälfte der Anschaffungskosten.

Zendure SolarFlow 800 Pro

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