Heizung vor der Heizsaison prüfen: Druck, Heizkörper und Thermostat kontrollieren
Mit Beginn der Heizsaison lohnt sich ein kurzer Check der Heizkörper. Werden einzelne Heizkörper nicht richtig warm, gluckern sie. Bleibt der Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat kalt, können Luft im Heizkörper, ein zu niedriger Anlagendruck oder ein klemmendes Thermostatventil die Ursache sein.
Nach Angaben des ADAC entfallen im Haushalt meist rund 70 Prozent des Energieverbrauchs auf das Heizen. Maßnahmen, die den Heizbetrieb effizienter machen, können sich deshalb besonders auf den Energieverbrauch auswirken.
Das Wichtigste in Kürze
- Anlagendruck prüfen: Welcher Druck richtig ist, hängt von der jeweiligen Heizungsanlage ab. Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers.
- Heizkörper entlüften: Gluckergeräusche oder ein oben kalter Heizkörper können auf Luft im Heizkörper hindeuten.
- Druck nach dem Entlüften kontrollieren: Beim Entlüften kann der Anlagendruck sinken.
- Thermostat prüfen: Wird ein Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat nicht warm, kann ein klemmendes Ventil die Ursache sein.
- Nicht vorsorglich jedes Jahr entlüften: Heizkörper sollten vor allem dann entlüftet werden, wenn Luft im System erkennbar ist.
- Wichtig bei Wärmepumpen: Für Heizungsanlagen mit besonderen Anforderungen an die Wasserqualität gelten die Vorgaben des jeweiligen Herstellers beziehungsweise Fachbetriebs.
Wasserdruck prüfen: Herstellerangaben sind entscheidend
Bevor Heizungswasser nachgefüllt wird, sollte zunächst der Druck der Heizungsanlage kontrolliert werden. Einen für alle Heizungen gleichermaßen geltenden Idealwert gibt es nicht. Der erforderliche Anlagendruck hängt unter anderem vom Aufbau der Anlage und vom Höhenunterschied zwischen Wärmeerzeuger und dem höchsten Punkt des Heizsystems ab. Wie hoch dieser im Normalfall sein sollte, kann man oft der Bedienungsanleitung entnehmen oder beim Heizungsmonteur erfragen.
Viessmann nennt als Faustformel etwa 0,1 bar pro Meter Höhenunterschied zuzüglich eines Sicherheitszuschlags von 0,5 bar. Bei einem Höhenunterschied von zehn Metern ergibt die Formel beispielsweise 1,5 bar. Das ist jedoch kein allgemeingültiger Sollwert für jede Heizung. Entscheidend sind die Angaben in der Bedienungsanleitung beziehungsweise die Vorgaben des Fachbetriebs.
Ist der Druck zu niedrig, kann bei geeigneten Anlagen Heizungswasser nachgefüllt werden. Dabei sollte nicht allein nach einem pauschalen Grenzwert vorgegangen werden. Insbesondere bei Anlagen mit besonderen Anforderungen an die Qualität des Heizungswassers können spezielle Vorgaben gelten.
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Gluckert ein Heizkörper oder wird er nicht über die gesamte Fläche warm, kann sich Luft im Heizkörper befinden. Dann kann Entlüften helfen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Heizkörper vor dem Entlüften zunächst vollständig warm werden zu lassen. Anschließend kann die Umwälzpumpe beziehungsweise die Heizung nach den Vorgaben der jeweiligen Anlage abgeschaltet werden. Der ADAC empfiehlt, anschließend etwa 30 bis 60 Minuten zu warten.
Das braucht man zum Entlüften
Zum Entlüften werden in der Regel ein passender Entlüftungsschlüssel, ein kleines Gefäß zum Auffangen des austretenden Wassers und ein Tuch benötigt. Das Entlüftungsventil wird vorsichtig geöffnet. Zischt zunächst Luft heraus, sollte gewartet werden, bis Heizungswasser austritt. Anschließend wird das Ventil wieder geschlossen.
Nach dem Entlüften sollte der Anlagendruck erneut kontrolliert werden. Ist er zu niedrig, kann je nach Anlage Heizungswasser nachgefüllt werden.
Wie groß die Einsparung durch das Entlüften ausfällt, hängt vom Zustand der Anlage und vom bisherigen Heizbetrieb ab. Der ADAC nennt als möglichen Höchstwert eine Reduzierung der Energiekosten von bis zu 15 Prozent. Das ist allerdings keine garantierte Ersparnis.
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Nein. Ein Heizkörper muss nicht automatisch jedes Jahr entlüftet werden. Wenn er gleichmäßig warm wird und keine ungewöhnlichen Geräusche macht, besteht in der Regel kein Anlass für eine routinemäßige Entlüftung.
Sinnvoll ist ein Check zu Beginn der Heizsaison: Wird ein Heizkörper nur teilweise warm oder sind Gluckergeräusche zu hören, kann Entlüften erforderlich sein.
Thermostatventil prüfen: Wenn Stufe 5 nichts bringt
Wird ein Heizkörper trotz vollständig aufgedrehtem Thermostat nicht warm, kann neben Luft im Heizsystem auch ein klemmendes Thermostatventil die Ursache sein.
Ein Thermostat besteht vereinfacht aus dem Thermostatkopf und dem darunterliegenden Ventil. Der Thermostatkopf misst die Raumtemperatur und steuert über den Ventilstift den Durchfluss des Heizungswassers.
Bei einem möglicherweise klemmenden Ventilstift kann nach dem Abnehmen des Thermostatkopfs vorsichtig geprüft werden, ob sich der Stift hineindrücken lässt. Dabei sollte keine Gewalt angewendet werden. Lässt sich der Stift nicht bewegen oder bleibt der Heizkörper trotz funktionierendem Ventil kalt, sollte ein Fachbetrieb die Ursache prüfen.
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Heizsaison: Der 1. Oktober ist keine allgemeine gesetzliche Grenze
Der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April wird in Deutschland häufig als Heizperiode genannt. Er ist jedoch keine allgemeine gesetzliche Heizperiode, die unabhängig von Wetter, Gebäude und Mietvertrag für alle gilt.
Für die praktische Heizungsprüfung ist deshalb nicht allein das Datum entscheidend. Sinkende Außentemperaturen und die tatsächliche Raumtemperatur sind wichtiger.
Wer seine Heizkörper vor der kalten Jahreszeit kontrolliert, kann mögliche Probleme frühzeitig erkennen. Thermostatventile lassen sich dabei ebenfalls auf ihre Funktion prüfen.
Thermostat richtig nutzen
Bei einem klassischen Thermostat wird die gewünschte Raumtemperatur über eine Skala eingestellt. Die Stufen stehen dabei nicht für unterschiedliche Heizgeschwindigkeiten. Ein höheres Einstellen des Thermostats sorgt also nicht dafür, dass der Raum schneller warm wird.
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Ein programmierbares Thermostat kann die Temperatur dagegen abhängig von Uhrzeit und persönlichen Einstellungen automatisch regeln.
Fazit: Heizkörper vor der kalten Jahreszeit kurz prüfen
Vor Beginn der Heizsaison lohnt sich ein kurzer Blick auf die Heizungsanlage. Der Anlagendruck sollte entsprechend den Vorgaben des Herstellers geprüft werden. Gluckert ein Heizkörper oder bleibt er oben kalt, kann Entlüften helfen. Danach sollte der Druck erneut kontrolliert werden.
Wird ein Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat nicht warm, kann ein klemmendes Thermostatventil die Ursache sein. Lässt sich das Problem nicht ohne Weiteres beheben, sollte ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen.

















