Handy über Nacht laden? Diese Einstellung schont deinen Akku

Hängt dein Handy nachts am Kabel, kann der Akku lange bei 100 Prozent stehen. Welche Funktionen iPhone und Samsung Galaxy dagegen haben und wo du sie findest.

Handy über Nacht laden? Diese Einstellung schont deinen Akku
Eine Hand steckt ein USB-C-Ladekabel in ein Smartphone. (s-motive / Adobe Stock)

Was nachts am Ladekabel mit dem Akku passiert

Abends das Ladekabel einstöpseln und das Smartphone ist am Folgetag vollständig geladen. Perfekt, oder? Ja und nein. Denn oft hängt das Handy so stundenlang vollgeladen am Netzteil. Bei 100 Prozent Ladezustand steht der Akku unter hoher Spannung, was seine chemische Alterung beschleunigt. Wärme verstärkt den Effekt noch weiter. 

Die Lösung: Apples „Optimiertes Laden“ und Samsungs Schlafzeitschutz passen deshalb den Ladevorgang an deine Gewohnheiten an: Sie halten den Akku zunächst „künstlich“ unter 100 Prozent und laden ihn erst später vollständig auf.

FunktionGeräteWas sie macht
Optimiertes Laden der BatterieiPhonelernt deine Ladegewohnheiten und verzögert in bestimmten Situationen das Laden über 80 Prozent
LadelimitiPhone 15 und neuerbeendet das Laden kurz vor dem gewählten Limit zwischen 80 und 100 Prozent
Akkuschutz „Standard“Samsung Galaxystoppt bei 100 Prozent, lädt ab 95 Prozent wieder
Akkuschutz „Maximum“Samsung Galaxylädt nur bis zum Limit, wählbar 80 bis 95 Prozent ab One UI 7.0
SchlafzeitschutzSamsung Galaxystoppt im Schlaf bei etwa 80 Prozent, lädt kurz vor dem Aufwachen auf 100 Prozent

iPhone: So arbeitet „Optimiertes Laden“

Ist die Funktion aktiv, ermittelt das iPhone laut Apple per maschinellem Lernen auf dem Gerät deine Ladegewohnheiten. Rechnet es damit, dass es länger am Ladegerät hängt, verzögert es in bestimmten Situationen das Laden über 80 Prozent hinaus. Der Algorithmus soll dafür sorgen, dass das iPhone trotzdem voll ist, wenn du es abziehst.

Das braucht Anlauf. Laut Apple dauert es mindestens 14 Tage, bis die Funktion deine Gewohnheiten gelernt hat. Außerdem muss das iPhone an einem Standort mindestens neunmal jeweils mindestens fünf Stunden geladen worden sein, damit sie dort greift.

Brauchst du das Handy früher voll, hilft der Sperrbildschirm: Dort zeigt das iPhone eine Mitteilung, wann es vollständig geladen sein wird. Hältst du sie gedrückt, kannst du auf „Jetzt aufladen“ tippen.

iPhone: Hier findest du die Einstellung

Bei der Einrichtung ist „Optimiertes Laden der Batterie“ laut Apple standardmäßig aktiviert. Nachsehen lohnt sich trotzdem, denn je nach Modell gibt es unterschiedliche Optionen. Die Menüpfade stammen aus Apples Support-Seite, je nach iOS-Version kann die Bezeichnung abweichen.

  • iPhone 15 und neuer: Einstellungen > Batterie > Laden. Hier wählst du ein Ladelimit zwischen 80 und 100 Prozent in 5-Prozent-Schritten. Das optimierte Laden gibt es bei diesen Modellen, wenn das Limit auf 100 Prozent steht.
  • iPhone 14 und älter: Einstellungen > Batterie > Batteriezustand & Ladevorgang. Hier schaltest du „Optimiertes Laden der Batterie“ ein oder aus.

Apple warnt: Wer die Ladeoptimierungen abschaltet, kann die Abnutzung der Batterie erhöhen und ihre Lebensdauer verkürzen.

Setzt du ein Limit unter 100 Prozent, lädt das iPhone bis wenige Prozentpunkte an die gewählte Grenze und hört dann auf. Fällt der Ladestand am Kabel um mehr als 5 Prozent, lädt es wieder. Gelegentlich lädt es laut Apple trotzdem auf 100 Prozent, damit die Schätzung des Ladezustands genau bleibt. Der Preis für das Limit: Unterwegs hast du entsprechend weniger Ladung zur Verfügung.

Samsung Galaxy: So schaltest du den Akkuschutz ein

Bei Samsung heißt die Funktion Akkuschutz. Laut Samsung findest du sie unter Einstellungen > Akku > Akkuschutz, alternativ unter Einstellungen > Gerätewartung > Akku. Samsung weist darauf hin, dass Menünamen und Schritte je nach Gerät und Softwareversion variieren können. Drei Modi stehen zur Wahl:

  • Standard: Das Laden stoppt bei 100 Prozent, danach versorgt das Ladegerät das Handy direkt mit Strom, ohne den Akku weiter zu laden. Sinkt der Akku auf 95 Prozent, lädt er wieder.
  • Maximum: Der Akku wird nur bis zum gewählten Limit geladen. Zwischen 80, 85, 90 und 95 Prozent wählen kannst du ab One UI 7.0. Sinkt der Stand um etwa 2 Prozent unter das Limit, lädt das Handy wieder.
  • Schlafzeitschutz: Während du schläfst, stoppt das Laden bei etwa 80 Prozent, kurz vor dem Aufwachen soll der Akku 100 Prozent erreichen.

Für das Laden über Nacht ist der Schlafzeitschutz gedacht. Laut Samsung dauert es in der Regel etwa zwei Wochen, bis er dein Schlafmuster gelernt hat. Er setzt die Zustimmung zum Anpassungsdienst und die zugehörigen Berechtigungen voraus. Schläfst du unregelmäßig, funktioniert er möglicherweise nicht.

Beim Modus „Maximum“ gilt dasselbe wie beim Ladelimit am iPhone: Ein niedrigeres Limit kann laut Samsung dazu beitragen, die Akkulebensdauer effektiver zu verwalten, dafür hast du tagsüber weniger Reserve.

Auch Wärme spielt eine Rolle

Neben den Ladezyklen nennt Apple den Temperaturverlauf als Faktor für das Altern der Batterie. Für seine Geräte gibt Apple einen idealen Bereich von 16 bis 22 Grad an. Umgebungstemperaturen über 35 Grad solltest du laut Apple auf jeden Fall zu vermeiden versuchen, weil sie die Kapazität der Batterie dauerhaft beeinträchtigen können. Laden bei hohen Umgebungstemperaturen kann sie noch weiter beschädigen.

Ein Punkt betrifft gerade das Laden: In bestimmten Hüllen kann ein Gerät beim Aufladen überhitzen, schreibt Apple. Wird es dabei stark warm, solltest du es aus der Hülle nehmen. Auch Google rät in der Pixel-Hilfe, das Smartphone beim Laden an einer kühlen Stelle liegen zu lassen, an der es nicht zu heiß wird.

Und bei anderen Android-Handys?

Ob dein Gerät eine vergleichbare Schutzfunktion hat und wie sie heißt, verrät die Bedienungsanleitung. Ein schneller Weg ist die Suche in den Einstellungen, etwa nach „Akku“ oder „Laden“.

Und was ist mit dem Netzteil?

Eine Hand steckt ein Handy-Ladegerät in die Steckdose.
Eine Hand steckt ein Handy-Ladegerät in die Steckdose. (Bowonpat / Adobe Stock)

Ob sich das Ausstecken des Ladegeräts nach dem Laden lohnt, haben wir in einem eigenen Ratgeber durchgerechnet: Ladegerät in der Steckdose lassen. Welche Geräte im Haushalt sonst noch im Standby Strom ziehen, steht in unserem Artikel über Standby-Stromfresser. Was dein Netzteil tatsächlich verbraucht, zeigt ein Steckdosen-Verbrauchsmesser, auch WLAN-Steckdosen mit Messfunktion zeigen ihn an.

Suchst du ein neues Netzteil oder Ersatz für unterwegs, helfen unser Ladegerät-Test und der Anker 737 Powerbank Test.

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