Das Wichtigste in Kürze
- Moderne Netzteile sind effizient: Seit April 2020 gelten für externe Netzteile je nach Bauart und Betriebszustand Grenzwerte für die Leistungsaufnahme im Leerlauf.
- Im Alltag meist Centbeträge: Ein sehr sparsames Netzteil mit 0,008 Watt kommt übers Jahr nur auf rund 0,06 Kilowattstunden.
- Alte Netzteile können deutlich mehr verbrauchen: Öko-Test hat bei einem Netzteil 1,2 Watt und bei einem älteren Netzteil sogar 3,7 Watt im Leerlauf gemessen.
- Bei auffälligen Altgeräten lohnt sich das Ausstecken: Moderne Ladegeräte verursachen meist nur geringe Kosten. Bei alten, ineffizienten Netzteilen kann der Unterschied deutlich größer sein.
Warum ein „leeres“ Ladegerät trotzdem Strom zieht
Viele lassen das Ladegerät einfach stecken – am Bett, in der Küche oder am Schreibtisch. Selbst wenn kein Smartphone, Handy oder Tablet geladen wird, kann das Netzteil weiterhin Strom verbrauchen.
Der Grund: Moderne Ladegeräte sind in der Regel Schaltnetzteile. Ihre Elektronik bleibt auch dann teilweise aktiv, wenn kein Gerät angeschlossen ist. Dadurch entsteht ein kleiner Leerlaufverbrauch. Das ist ein echter Stromverbrauch, auch wenn kein Handy geladen wird.
Was kostet mich der Leerlauf im Jahr?
Für externe Netzteile, die seit dem 1. April 2020 in Verkehr gebracht wurden, setzt die EU-Ökodesign-Verordnung 2019/1782 Grenzwerte für die Leistungsaufnahme. Je nach Bauart liegen diese bei 0,1 beziehungsweise 0,3 Watt.
Wer dauerhaft 0,1 Watt verbraucht, kommt bei einem Strompreis von 31,1 Cent pro Kilowattstunde auf rund 0,27 Euro pro Jahr. Bei 0,3 Watt sind es rund 0,82 Euro.
Altgeräte: Böse Überraschungen in der Praxis
Wie groß die Spanne sein kann, zeigt ein Test des Schweizer Verbrauchermagazins Kassensturz: Elf Netzteile großer Hersteller lagen im Leerlauf zwischen 0,008 und 0,125 Watt. Bei einem Muster von zwei Stunden Laden und 22 Stunden Leerlauf pro Tag ergeben sich daraus etwa 0,06 bis 1 Kilowattstunde pro Jahr, also rund 0,02 bis 0,31 Euro.
PGRpdiBpZD0ic3RhZ2ktMzg4NTIwNTQ2OSIgY2xhc3M9InN0YWdpLWluLWNvbnRlbnQtYWQgc3RhZ2ktZW50aXR5LXBsYWNlbWVudCI+PHNjcmlwdCBhc3luYyBzcmM9Ii8vcGFnZWFkMi5nb29nbGVzeW5kaWNhdGlvbi5jb20vcGFnZWFkL2pzL2Fkc2J5Z29vZ2xlLmpzP2NsaWVudD1jYS1wdWItNTU1MjYxOTc4Mjc2NzI1NiIgY3Jvc3NvcmlnaW49ImFub255bW91cyI+PC9zY3JpcHQ+PGlucyBjbGFzcz0iYWRzYnlnb29nbGUiIHN0eWxlPSJkaXNwbGF5OmJsb2NrOyIgZGF0YS1hZC1jbGllbnQ9ImNhLXB1Yi01NTUyNjE5NzgyNzY3MjU2IiAKZGF0YS1hZC1zbG90PSIxOTQwMTkyMjc0IiAKZGF0YS1hZC1mb3JtYXQ9ImF1dG8iPjwvaW5zPgo8c2NyaXB0PiAKKGFkc2J5Z29vZ2xlID0gd2luZG93LmFkc2J5Z29vZ2xlIHx8IFtdKS5wdXNoKHt9KTsgCjwvc2NyaXB0Pgo8L2Rpdj4=Es gibt aber Ausreißer. Öko-Test hat bei einem Netzteil 1,2 Watt Leerlaufverbrauch gemessen. Bei 31,1 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 3,27 Euro pro Jahr. Bei einem älteren Netzteil, ursprünglich für eine Lampe gedacht, waren es sogar 3,7 Watt – das entspricht etwa 10,08 Euro pro Jahr.
Was du heute Abend konkret tun kannst
Am schnellsten geht es mit einer kleinen Steckdosen-Routine: Netzteile, die nur „für alle Fälle“ eingesteckt sind, rausziehen.
Alte Ladestecker aus der hintersten Schublade sind eher Kandidaten für einen höheren Leerlaufverbrauch. Wer sie nicht mehr braucht, entsorgt sie am besten gleich.
Gut zu wissen: Wer mehrere Ladeplätze nutzt – etwa am Bett, auf dem Sofa und in der Küche – spart mit modernen Netzteilen pro Platz meist nur wenige Cent im Jahr. Größer wird der Effekt bei alten Netzteilen mit deutlich höherem Leerlaufverbrauch oder bei sehr vielen dauerhaft eingesteckten Geräten.
Wenn du es genau wissen willst: Messen statt raten
Für einzelne Ladegeräte kann ein geeigneter Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung hilfreich sein. Bei sehr kleinen Leistungen ist jedoch Vorsicht geboten: Entscheidend ist nicht die angegebene Genauigkeit von beispielsweise 1–5 Prozent, sondern ob das Messgerät wenige Zehntel Watt zuverlässig erfassen kann. Auch der Eigenverbrauch des Messgeräts kann dabei relevant sein.
PGRpdiBpZD0ic3RhZ2ktMzk5OTA0NDMyMCIgY2xhc3M9InN0YWdpLWluLWNvbnRlbnQtYWQgc3RhZ2ktZW50aXR5LXBsYWNlbWVudCI+PHNjcmlwdCBhc3luYyBzcmM9Ii8vcGFnZWFkMi5nb29nbGVzeW5kaWNhdGlvbi5jb20vcGFnZWFkL2pzL2Fkc2J5Z29vZ2xlLmpzP2NsaWVudD1jYS1wdWItNTU1MjYxOTc4Mjc2NzI1NiIgY3Jvc3NvcmlnaW49ImFub255bW91cyI+PC9zY3JpcHQ+PGlucyBjbGFzcz0iYWRzYnlnb29nbGUiIHN0eWxlPSJkaXNwbGF5OmJsb2NrOyIgZGF0YS1hZC1jbGllbnQ9ImNhLXB1Yi01NTUyNjE5NzgyNzY3MjU2IiAKZGF0YS1hZC1zbG90PSIxOTQwMTkyMjc0IiAKZGF0YS1hZC1mb3JtYXQ9ImF1dG8iPjwvaW5zPgo8c2NyaXB0PiAKKGFkc2J5Z29vZ2xlID0gd2luZG93LmFkc2J5Z29vZ2xlIHx8IFtdKS5wdXNoKHt9KTsgCjwvc2NyaXB0Pgo8L2Rpdj4=Die maximale Schaltleistung des Zwischensteckers sagt darüber nichts aus. Für eine rechtssichere Abrechnung sind solche Geräte zudem in der Regel nicht geeicht.
Fazit: Abziehen kann unnötigen Verbrauch vermeiden
Ein Ladegerät ohne angeschlossenes Gerät verbraucht meist nur wenig Strom. Bei älteren oder auffällig hohen Leerlaufwerten kann das Ausstecken jedoch einen messbaren Unterschied machen. Wer es genau wissen möchte, sollte den Verbrauch mit einem Messgerät prüfen, das für sehr kleine Leistungen geeignet ist.
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