Intersolar 2026: Unsere Highlights – neue Speicher, neue Ansätze, neue Gesichter

Die Intersolar 2026 war vollgepackt mit Neuheiten rund um Heimspeicher und Balkonkraftwerklösungen. Wir haben die Messe abgeklappert und die spannendsten Produkte und Ankündigungen zusammengefasst.

Intersolar 2026: Unsere Highlights – neue Speicher, neue Ansätze, neue Gesichter
home&smart Geschäftsführer David Wulf im Gespräch an der MOVA Booth. (Carsten Kitter)

MOVA LumeGret Series: Ein bekannter Name, ein neues Geschäftsfeld

MOVA ist vor allem als Hersteller hochwertiger Saugroboter bekannt. Auf der Intersolar 2026 überraschte das Unternehmen mit einem Einstieg in ein komplett neues Produktsegment: Heimspeicher. Mit der LumeGret Series betritt MOVA erstmals den Markt für Balkonspeicher – und setzt dabei von Anfang an auf drei verschiedene Modelle. Die Geräte wirken hochwertig, wirken eher wie Wohnraumobjekte als wie Technikkasten.

Die Serie umfasst: LumeGret A2000, LumeGret A4000 und LumeGret S4800. Im Fokus für den Einstieg stehen die beiden kleineren Modelle A2000 und A4000.

LumeGret A2000: Einstieg mit bis zu 9,6 kWh

Der A2000 ist das kompakteste Modell der Serie. Mit einer Grundkapazität von 1,92 kWh und vier unabhängigen MPPT-Eingängen mit bis zu 2.400 Watt Solareingang richtet er sich an Haushalte, die zunächst klein einsteigen und später skalieren wollen.

DerA2000 wird die günstigere Varianten sein - über Preise machte MOVA keine Angaben.
DerA2000 wird die günstigere Varianten sein – über Preise machte MOVA keine Angaben. (Carsten Kitter)

Über bis zu vier parallel geschaltete Batteriepacks lässt sich die Kapazität auf bis zu 9,6 kWh erweitern. Im Netzbetrieb speist er normkonform 800 Watt ein, im Inselbetrieb liefert er bis zu 1.500 Watt – genug für grundlegende Verbraucher bei einem Stromausfall.

LumeGret A4000: Mehr Kapazität, mehr Leistung

Der A4000 bietet dieselbe Plug-and-Play-Philosophie, aber deutlich mehr Leistungsreserven. Die Grundkapazität liegt bei 4,02 kWh, erweiterbar per vertikalem Stapelkonzept auf bis zu 20,1 kWh.

Der LumeGret A4000 kann einzeln 4kWh speichern und ist bis 20kWh erweiterbar.
Der LumeGret A4000 kann einzeln 4kWh speichern und ist bis 20kWh erweiterbar. (Carsten Kitter)

Der Solareingang beträgt 2.800 Watt über vier MPPTs, die bidirektionale Wechselstromleistung liegt bei 2.500 Watt – sowohl im Netz- als auch im Inselbetrieb. Auch hier gilt: Standard-Einspeisung ins Hausnetz sind 800 Watt, mit entsprechender Installation sind bis zu 2.500 Watt möglich.

LumeGret Orbit: KI-Steuerung mit Tarifoptimierung

Alle drei Modelle sind mit LumeGret Orbit ausgestattet – einem KI-gestützten Energiemanagementsystem, das Daten von über 840 Energieversorgern weltweit einbezieht, Solarprognosen erstellt und die Lade- und Entladezeiten automatisch auf günstige Tarifzeiträume abstimmt. MOVA verspricht durch dieses System Einsparungen von 60 bis 100 Euro im Winterhalbjahr. Die Steuerung erfolgt über die MOVAhome-App. Ergänzend ist FluxCharge für das Laden von Elektrofahrzeugen integrierbar.

Technische Daten im Überblick

LumeGret A2000LumeGret A4000LumeGret S4800
MPPT-Eingang2.400 W2.800 W4.800 W
AC-Eingang (Netz)1.500 W2.500 W3.600 W
AC-Ausgang (Netz)800 W2.500 W (Standard 800 W)3.000 W (Standard 800 W)
AC-Ausgang (Insel)1.500 W2.500 WAC1: 3.600 W / AC2: 6.600 W
Kapazität (Basis)1,92 kWh4,02 kWh3 bzw. 5 kWh
Kapazität (max.)9,6 kWh20,1 kWh15 bzw. 25 kWh
BatterietypLFPLFPLFP
SchutzartIP65IP65IP65
Garantie10 Jahre10 Jahre10 Jahre
Betriebstemperatur−20 bis 55 °C−20 bis 55 °C−20 bis 55 °C

Ob MOVA den Sprung vom Roboterstaubsauger zum Energiespeicher nachhaltig schafft, wird der Markt entscheiden. Der Einstieg macht jedenfalls einen durchdachten Eindruck – und dass ein bekanntes Unternehmen in den Speichermarkt kommt, bringt eine frische Perspektive in ein techniklastiges Segment.

EcoFlow STREAM 2: Mehr Kapazität, gleiche Philosophie – und rückwärtskompatibel

EcoFlow war mit einem der umfangreichsten Auftritt auf der Messe vertreten. Die neuen Produkte wurden dabei bereits am Vortag der Intersolar – am 22. Juni – auf einem exklusiven Event in der BMW World München erstmals vorgestellt. Wir waren dabei.

Die neue STREAM-Serie ist mit den bereits bekannten STREAM-Speichern kompatibel.
Die neue STREAM-Serie ist mit den bereits bekannten STREAM-Speichern kompatibel. (Carsten Kitter)

Das Herzstück der Neuheiten ist die STREAM 2 Serie: eine Weiterentwicklung der bereits bekannten STREAM-Produktfamilie, die den dezentralen Ansatz des Originals beibehält und ihn in wichtigen Punkten ausbaut.

Zur Erinnerung: Die STREAM-Philosophie besteht darin, statt eines zentralen großen Speichers mehrere kompakte Einheiten im Haus zu verteilen, die miteinander kommunizieren und Energie dorthin liefern, wo sie gerade gebraucht wird – direkt zur Waschmaschine, zum Trockner oder zur Klimaanlage, ohne Umweg über das Hausnetz.

Die neue STREAM-2-Produktfamilie

  • STREAM 3000 – 3 kWh, 2.400 W Solareingang
  • STREAM 5000 – 5 kWh, 5.000 W Solareingang, bis zu 3.000 W Ausgangsleistung
  • STREAM AC 5000 – AC-Variante für noch flexiblere Nachrüstung
  • Erweiterungsbatterien mit 3 kWh und 5 kWh

Was besonders relevant ist: Die neuen Modelle sind vollständig kompatibel mit der ersten STREAM-Generation. Wer bereits einen STREAM-Speicher besitzt, kann also einfach nachrüsten, ohne das bestehende System zu ersetzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Markt, der sich technisch schnell dreht.

In Sachen Technik und Daten legt EcoFlow nochmal eine Schippe drauf.
In Sachen Technik und Daten legt EcoFlow nochmal eine Schippe drauf. (Carsten Kitter)

Begleitet wird die Hardware von OASIS 3.0, dem Update der EcoFlow-Energiemanagementplattform. Sie analysiert Strompreise, Wetterprognosen und das Verbrauchsverhalten des Haushalts und optimiert automatisch Lade- und Entladezeiten. Neu ist außerdem EcoBot, ein KI-Assistent, der per Spracheingabe gesteuert werden kann.

Der STREAM 5000 ist ab 12. August 2026 zum Early-Bird-Preis von 1.299 Euro vorbestellbar, der reguläre Launch folgt am 15. September 2026 zu einer UVP von 1.599 Euro.

Tuya Conow: Smart-Home-Erfahrung trifft Balkonspeicher

Der dritte Höhepunkt kommt von einer eher unerwarteten Seite: Tuya, die IoT-Plattform hinter unzähligen Smart-Home-Geräten, greift mit der Speichermarke Conow aktiv in den Heimspeichermarkt ein. Die Marke gibt es erst seit rund zwei Jahren – der Intersolar-Auftritt 2026 war ein klares Statement, dass man es ernst meint.

Die Hauptprodukte am Stand waren die Speicher der Lyra-2500-Reihe: der Lyra 2500 Pro (DC-Speicher mit vier MPPTs, 2.560 Wh, ab 699 Euro) und der Lyra 2500 AC (AC-Speicher für die unkomplizierte Nachrüstung, 2.560 Wh, ab 599 Euro). Beide sind dezentral konzipiert und können per AirMesh-Technologie ein eigenes Netzwerk untereinander aufbauen – ähnlich wie EcoFlows STREAM-Ansatz.

Mit seiner Erfahrung in Sachen Smart Home erhofft sich Tuya einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Knkourrenz.
Tuya Conow präsentierte auf der InterSolar einen spannenden Ansatz ins Sachen Smart Home und Balkonkraftwerk. (Carsten Kitter)

Was Conow von rein auf Speicher fokussierten Herstellern unterscheidet, erklärte Tuya-Produktmanager Alain Zheng am Stand: Tuya kommt aus dem Smart-Home-Bereich und bringt jahrelange Erfahrung in der Vernetzung von Geräten mit. Wer schon Tuya-Steckdosen, -Schalter oder -Hubs im Einsatz hat, kann die Conow-Speicher nahtlos in dasselbe Ökosystem einbinden. Die Steuerung läuft über die Conow App – mit Energiefluss-Diagramm in Echtzeit – sowie über die Smart Life App, die bereits auf Millionen Geräten installiert ist.

Der strategische Vorteil liegt laut Zheng genau hier: Während andere Hersteller Speicher bauen und dann Smart-Home-Funktionen nachrüsten, geht Tuya den umgekehrten Weg. Das soll sich bei der Integration mit Smart Display Hubs und dem eigenen HEMS (Home Energy Management System) auszahlen – und bei der übergreifenden Darstellung und Steuerung des gesamten Energiehaushalts.

Die Lyra-Serie kann mit drei unterschiedlichen Fronten ausgestattet werden.
Die Lyra-Serie kann mit drei unterschiedlichen Fronten ausgestattet werden. (Carsten Kitter)

Ein weiteres Modell am Stand: der CBE2000 Pro (2.048 Wh Basiseinheit, erweiterbar auf bis zu 12,3 kWh). In der auf der Messe gezeigten Konfiguration war die Basis mit einer 5-kWh-Erweiterungsbatterie verbunden – ein 7-kWh-System für 1.499 Euro, was im Marktvergleich ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis ist.

Unser Fazit zur Intersolar 2026

Die Intersolar 2026 hat gezeigt: Der Speichermarkt wächst in wahnwitziger Geschwindigkeit weiter, aber die Differenzierung verlagert sich. Während viele Kernspezifikationen – LiFePO4, IP65, Notstromfunktion – zunehmend Standard sind, kämpfen die Hersteller vor allem in Sachen Softwaren.

Eigentlich jede Marke bringt ein HEMS (Home Energy Management System) auf den Markt oder baut es aus und jeder Hersteller hat den Anspruch das beste System auf dem Markt zu haben. Der Konkurrenzdruck ist enorm, für Kunden heißt das: eine große Auswahl an durchdachten Systemen zu einem immer faireren Preis.

Neues zu Balkonkraftwerk

Neueste Artikel