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Zendure ZENKI im Alltag: So schnell lernt die KI den Hausverbrauch kennen

Um zwei Uhr nachts springt der Verbrauch in diesem Haushalt auf gut 500 Watt, gegen fünf Uhr noch einmal auf rund 250 Watt. Das ist die Bewässerungsanlage. Die Zendure-KI ZENKI hat das gelernt: Beide Spitzen stehen in ihrer Lastprognose für den nächsten Tag, ohne dass sie jemand eingetragen hat.

Zendure ZENKI im Alltag: So schnell lernt die KI den Hausverbrauch kennen
WIe smart ist Zendure ZENKI in der Praxis? (home&smart KI-generiert)

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Eigenverbrauch wird rund um die Uhr analysiert.
  • Die Lastprognose bildet wiederkehrende Verbraucher ab: In unserem Fall sind Beide nächtlichen Bewässerungsläufe eingeplant.
  • Für den 24. September sagt die App 7,58 kWh Solarertrag und 4,3 kWh Verbrauch voraus.
  • Am Vortag kam der Haushalt bis zum Abend bei 3,89 kWh Verbrauch mit nur knapp 400 Wh Netzstrom aus.

Erfahrungen aus der Praxis

Wie gut funktioniert Zendures Energiemanagement außerhalb von Messeständen und Datenblättern? Wir haben es in der Praxis an einem Balkonkraftwerk-System getestet. Grundlage unserer Erhebungen sind App-Screenshots. Eine Momentaufnahme also. Aber eine, die ziemlich genau zeigt, wie ZENKI rechnet.

Zur Einordnung: Das System ist dasselbe, das wir auf der IFA 2026 mit dem home&smart Innovation Award in der Kategorie Home Energy ausgezeichnet haben. Wie das HEMS grundsätzlich aufgebaut ist, welche Modi es gibt und welche Geräte kompatibel sind, steht in unserem Ratgeber zum Zendure HEMS.

Ein Teil des Solarertrags kommt von diesen nach Süden ausgerichteten Flachdachmodulen.
Ein Teil des Solarertrags kommt von diesen nach Süden ausgerichteten Flachdachmodulen. (Mariella Wendel)

Das Setup: ein Balkonkraftwerk mit zwei Gesichtern

Herzstück ist ein Zendure SolarFlow 800 mit zwei Zusatzakkus. Daran hängen vier Solarmodule, und die sind bewusst unterschiedlich montiert: Zwei Module liegen mit rund 30 Grad Neigung auf dem Garagendach, zwei weitere hängen senkrecht an der Hausfassade. Alle vier Module zeigen nach Süden. Im Haus leben drei Personen, Wärmepumpe oder E-Auto gibt es nicht, und mit Strom geht der Haushalt ausgesprochen sparsam um. Gesteuert wird alles über die Zendure-App.

Gerade diese Mischung macht den Fall interessant. Dachmodule liefern ihre Spitze um die Mittagszeit. Senkrechte Fassadenmodule fangen tief stehende Sonne besser ein. Im Herbst und Winter ein Vorteil, im Hochsommer mittags ein Nachteil. Eine Solarprognose muss beide Neigungen übereinanderlegen.

Worauf die Prognose aufbaut

Laut Zendure kombiniert ZENKI 2.0 Wettervorhersagen, die Verbrauchshistorie des Haushalts, Strompreise und die laufende Solarproduktion. Welchen Wetterdienst die App nutzt und wie fein die Daten aufgelöst sind, sagt der Hersteller nicht. Der Nutzer geht davon aus, dass regionale Wetterdaten einfließen. Das passt zu Zendures Beschreibung, nachprüfen lässt es sich von außen nicht.

Damit ist eine Grenze gleich mit eingebaut: Die Solarprognose kann nie genauer sein als die Wettervorhersage, auf der sie sitzt. Bei der Lastprognose ist es anders. Die stützt sich auf das, was im Haus tatsächlich passiert und genau dort zeigt ZENKI was es kann.

Die Lastprognose für den 24. September: Die Spitzen gegen 2 und 5 Uhr sind die nächtliche Gartenbewässerung.
Die Lastprognose für den 24. September: Die Spitzen gegen 2 und 5 Uhr sind die nächtliche Gartenbewässerung. (Screenshot: Zendure-App)

Lastprognose: Die KI kennt die Pumpe

Die Lastprognose zeigt in Watt, was der Haushalt in den nächsten 24 Stunden voraussichtlich braucht. In unserem Beispiel in Summe 4,3 kWh. Die Grundlast pendelt zwischen 100 und 200 Watt, tagsüber eher am oberen Ende. Darüber ragen zwei Spitzen heraus: gegen 2 Uhr gut 500 Watt, gegen 5 Uhr rund 250 Watt, jeweils für etwa eine Stunde.

Beide gehen auf die Bewässerungsanlage zurück, die nachts zweimal läuft: einmal für das eigene Grundstück, einmal für das Nachbargrundstück. In der App eingetragen hat das niemand. ZENKI hat das Verbrauchsmuster erkannt und übernommen.

Hier liegt der Unterschied zum klassischen Smart-Meter-Modus. Der reagiert erst, wenn die Pumpe anspringt. Eine KI-gestützte Prognose weiß schon am Abend, dass um 2 Uhr ein halbes Kilowatt fällig wird und kann den Akku danach planen.

Die Solarprognose: 7,58 kWh erwartet die App für die nächsten 24 Stunden, mit gut 1,2 kW zur Mittagszeit.
Die Solarprognose: 7,58 kWh erwartet die App für die nächsten 24 Stunden, mit gut 1,2 kW zur Mittagszeit. (Screenshot: Zendure-App)

Solarprognose: 7,58 kWh für einen Septembertag

Für den 24. September erwartet die App 7,58 kWh Solarertrag. Die Kurve setzt gegen halb neun ein, erreicht zwischen 12 und 13 Uhr gut 1,2 kW und fällt danach langsam ab. Um 18 Uhr liefern die Module laut Prognose noch knapp 0,2 kW.

Auffällig ist der Knick kurz nach 13 Uhr: Die Kurve fällt erst steil, dann deutlich flacher ab. An der Ausrichtung liegt das nicht, alle Module zeigen nach Süden. Ob dahinter die Bewölkung aus der Wettervorhersage steckt oder eine Verschattung, die ZENKI aus den Ertragsdaten der Vortage kennt, verrät die App nicht. Ebenso offen bleibt, ob das System die unterschiedliche Neigung von Dach- und Fassadenmodulen kennt oder einfach aus den Messwerten lernt.

Wichtig ist: Sie plant damit.

Zum Vergleich: Am 23. September hatten die Module bis zum Abend 3,05 kWh geliefert. Die App rechnete für den Folgetag also mit mehr als doppelt so viel Sonne.

Das Dashboard am Abend des 23. September: 3,89 kWh Verbrauch, davon knapp 400 Wh aus dem Netz.
Das Dashboard am Abend des 23. September: 3,89 kWh Verbrauch, davon knapp 400 Wh aus dem Netz. (Screenshot: Zendure-App)

Die Tagesbilanz: rund 90 Prozent aus eigener Erzeugung

Was Speicher und Steuerung im Alltag schaffen, zeigt das Dashboard des 23. September:

Wert (23.09.2026, Stand Abend)laut App
Solarertrag3,05 kWh
Hausverbrauch3,89 kWh
Netzbezug0,40 kWh
Akku geladen2,13 kWh
Akku entladen2,55 kWh
Anteil aus eigener Erzeugungrund 90 %

Von 3,89 kWh Verbrauch kamen nur 0,40 kWh aus dem Netz, der Rest vom Dach, von der Fassade und aus dem Akku. Bemerkenswert ist, dass die Zahlen aufgehen: Solarertrag plus Netzbezug plus das, was der Akku mehr ab- als aufgenommen hat (0,42 kWh), ergibt 3,87 kWh. Das liegt nur 20 Wattstunden neben dem gemessenen Verbrauch. Verschenkt hat das System an diesem Tag also praktisch nichts – die Nulleinspeisung über das Smart Meter funktioniert.

Die Ansicht „Prognose und Einnahmen“: Solar- und Verbrauchsprognose, geplanter Ladestand und ein fester Strompreis.
Die Ansicht „Prognose und Einnahmen“: Solar- und Verbrauchsprognose, geplanter Ladestand und ein fester Strompreis. (Screenshot: Zendure-App)

Der 24-Stunden-Plan: Warum ZENKI hier wenig zu tun hat

Die Ansicht „Prognose und Einnahmen“ legt Solar- und Verbrauchsprognose übereinander und zeigt darunter den geplanten Ladestand des Akkus als Balken. Über die Nacht sinkt er Schritt für Schritt: Der Speicher trägt die Grundlast und beide Bewässerungsläufe.

Der eigentliche Plan fällt dagegen unspektakulär aus. Er besteht aus einem einzigen Block „Eigenverbrauch“, von 21:44 bis 21:44 Uhr, also rund um die Uhr. Der Grund steckt in der violetten Linie: Der Strompreis verläuft schnurgerade bei knapp 14 Cent pro kWh. Der Haushalt hat einen günstigen Festtarif, keinen dynamischen. Wenn Netzstrom um 3 Uhr nachts genauso viel kostet wie um 18 Uhr, gibt es nichts zu verschieben. Dann ist es am günstigsten, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen.

Für wen sich ZENKI lohnt

Sinnvoll ist das System vor allem für Haushalte mit Verbrauchern, die regelmäßig zu festen Zeiten laufen. Den größten Hebel hat es mit einem dynamischen Stromtarif. Wer einen festen Tarif hat und ohnehin fast alles selbst verbraucht, bekommt vor allem eine sehr genaue Übersicht und eine solide Nulleinspeisung. Ohne Smart Meter arbeitet das System nur mit Schätzwerten.

Fazit: 90 Prozent aus eigener Erzeugung, und noch Luft nach oben.

ZENKI reagiert nicht nur auf den Verbrauch, es sieht ihn kommen. Die nächtliche Bewässerung stand in der Prognose, bevor die Pumpe anlief, und das hat niemand eingetragen. Genau das unterscheidet die KI vom klassischen Smart-Meter-Modus.

Dass am Ende nur knapp 400 Wh aus dem Netz kommen, ist Teamarbeit: Der Haushalt geht sparsam mit Strom um, und ZENKI sorgt dafür, dass der Akku genau dann Reserve hat, wenn die Pumpe anspringt. Neun von zehn Kilowattstunden stammen so aus eigener Erzeugung. Noch besser: Verschenkt wurde praktisch nichts. Der Solarstrom landete im Haus oder im Akku statt im Netz.

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