Für wen lohnt sich das Keypad 2 NFC?
Das Nuki Keypad 2 NFC ist im Alltag genau das, was man von einem Premium-Türöffner erwartet: Tap to Unlock per Apple Watch oder iPhone funktioniert nach kurzer Eingewöhnung zuverlässig und ist die bequemste Öffnungsart im Test.
Schwächen zeigt das Keypad beim Fingerabdrucksensor, der weniger souverän arbeitet als beworben, und beim fehlenden UWB-Support – die Aliro-Plattform steckt insgesamt noch in den Kinderschuhen.
Für Apple- und Samsung-Haushalte mit aktuellem Nuki Smart Lock ist das 179-Euro-Keypad trotzdem eine klare Empfehlung. Wer mit dem Vorgänger zufrieden ist und keinen digitalen Wallet-Schlüssel braucht, kommt mit dem 20 Euro günstigeren Keypad 2 ohne NFC genauso gut zurecht.

Was unterscheidet das Keypad 2 NFC vom Vorgänger?

Optisch sind die beiden Modelle kaum auseinanderzuhalten. Form, Größe und Materialien sind identisch – einzig ein kleines aufgedrucktes Funksymbol zwischen Tastatur und Fingerprint-Sensor verrät die neue NFC-Antenne. Auch das alte Keypad 2 bleibt für 159 Euro im Sortiment. Wer also bewusst auf NFC verzichten kann, spart 20 Euro.
Der eigentliche Sprung liegt unter der Oberfläche. Über den 2024 veröffentlichten Aliro-Standard kann das Keypad jetzt direkt mit der mobilen Wallet eines Smartphones kommunizieren. Apple Home Key und Samsung Wallet Digital Home Key sind bereits an Bord, Google soll später folgen. Wer keine kompatible Wallet nutzt, kann den NFC-Modus alternativ über die Nuki App betreiben.
Wichtig zu wissen: Tap to Unlock funktioniert nur in Verbindung mit Matter-fähigen Nuki-Smart-Locks. Dazu zählen das Smart Lock Ultra, das Smart Lock Pro (5. Generation), das Smart Lock Go sowie alle Geräte der 4. Generation, die per Matter-Hub angebunden sind. Die Grundfunktionen Code und Fingerabdruck arbeiten dagegen auch mit älteren Modellen ab dem Smart Lock 2.0, dem Nuki Opener und der Nuki Smart Door.
Erster Eindruck und Installation
Im Karton finden sich neben dem Keypad selbst die vorinstallierte Montageplatte, vier AAA-Batterien und eine kurze Anleitung. Das Kunststoffgehäuse ist matt-schwarz und macht im Alltag einen wertigen Eindruck. Sechs Status-LEDs am oberen Rand zeigen Verbindungs- und Sperrzustand an, darunter sitzen neun Zifferntasten plus eine Pfeiltaste, die wahlweise zum Zusperren oder Wechseln in den Konfigurationsmodus dient.
Die Montage gehört zu den Stärken des Keypads. Da Nuki das Gerät bewusst Aufputz konzipiert, sind keine Bohrungen in der Tür oder im Schloss nötig. Im Praxistest reicht es aus, die Montageplatte mit dem vorinstallierten Klebepad am Türrahmen, an der Mauer oder einer Außenfassade zu fixieren. Wer das Keypad am Mauerwerk anbringt, sollte allerdings zur Schraubmontage greifen – das mitgelieferte Klebepad ist auf glatte Untergründe ausgelegt.
Anschließend wird das Keypad einfach aufgeschoben. Etwas unglücklich: Ein Verriegelungsschräubchen, das das Gerät zusätzlich gegen Abziehen sichert, fehlt. Nuki begegnet dem mit einer pragmatischen Diebstahl-Ersatzgarantie – wer das Keypad nachweislich verliert, bekommt nach Vorlage von Originalrechnung und polizeilicher Verlustanzeige ein kostenloses Ersatzgerät.
Die Einrichtung läuft komplett über die Nuki App. Nach dem fünf Sekunden langen Halten der Zurück-Taste meldet sich das Keypad und lässt sich an Smart Lock, Opener oder Smart Door koppeln. Ein 6-stelliger Sicherheitscode verhindert späteres Zurücksetzen durch Unbefugte. Danach folgen Schritt für Schritt die Konfiguration von Zugangscodes, Fingerabdruck und – sofern unterstützt – Tap to Unlock.
Nuki bewirbt das Keypad 2 NFC mit Sicherheit auf Online-Banking-Niveau. Jede Übertragung zwischen Keypad, Smartphone und Smart Lock ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und nutzt ein Challenge-Response-Verfahren, das einfaches Mitschneiden des Funkverkehrs unbrauchbar macht.
Die Öffnungsarten im Praxistest
Insgesamt bietet das Keypad 2 NFC vier Wege, die Tür aufzusperren: per Tap mit Smartphone oder Smartwatch, per sechsstelligem Zahlencode, per Fingerabdruck und – über das Smart Lock selbst – per Auto Unlock bei Annäherung. Im Alltag lassen sich diese Modi beliebig kombinieren, sodass jede Person im Haushalt ihren bevorzugten Zugang wählen kann.
Per Code lassen sich bis zu 200 individuelle, sechsstellige Zugänge vergeben, jeweils mit Namen, Zeitfenstern und befristeter Gültigkeit. Praktisch für Handwerker, Putzhilfe oder den Paketdienst. Neben dem NFC-Tap die zuverlässigste Methode im Test.
Der Fingerabdrucksensor speichert bis zu 20 Profile, zeigt in der Praxis aber Schwächen: Liegt der Finger nicht gerade und mittig auf, sind regelmäßig zwei oder drei Anläufe nötig – feuchte Fingerkuppen oder schräge Auflage senken die Trefferquote spürbar.
Auto Unlock läuft nicht über das Keypad, sondern direkt über das Smart Lock: Sobald sich ein autorisiertes Smartphone in Bluetooth-Reichweite nähert, entriegelt das Schloss automatisch. Wer das aus Sicherheitsgründen lieber bewusst auslöst, deaktiviert die Funktion in der App und greift stattdessen zu Tap to Unlock.
Tap to Unlock per NFC ist die eigentliche Neuerung und im Test der komfortabelste Weg.
Tap to Unlock per Smartphone oder Smartwatch
Wer sich für die NFC-Funktion entscheidet, muss zunächst zwischen zwei Betriebsarten wählen.
Smart Home Modus
Der Smart-Home-Modus speichert den digitalen Schlüssel direkt in der mobilen Wallet und greift dafür auf einen Matter-Hub im Heimnetz zu. Bei Apple übernimmt das ein HomePod mini, ein HomePod der zweiten Generation oder ein Apple TV 4K. Samsung-Nutzer brauchen einen SmartThings-Hub oder ein Aeotec-Gateway.
Der Vorteil dieses Modus: Das Smartphone muss weder entsperrt noch eine App geöffnet sein. Apple aktiviert auf Wunsch gar den Express-Modus, mit dem die Wallet den digitalen Hausschlüssel auch bei gesperrtem iPhone direkt an das Keypad freigibt – Gerät kurz ans Funksymbol halten reicht.
Eine Einschränkung bleibt zum Testzeitpunkt: Das Keypad lässt sich nur an eine Matter-Plattform gleichzeitig koppeln. Wer Apple und Samsung parallel nutzen möchte, muss das Smart Lock zuerst mit Apple Home und anschließend mit SmartThings einrichten – nur in dieser Reihenfolge funktioniert der Doppelbetrieb. Google Home wird aktuell noch nicht unterstützt; die Integration soll später folgen.
Nuki App Modus
Wer keinen Matter-Hub besitzt oder ein Smartphone abseits des Apple- und Samsung-Universums nutzt, weicht auf den Nuki App Mode aus. In diesem Modus speichert die Nuki-App den digitalen Schlüssel direkt auf dem Smartphone, und auch hier läuft die Kommunikation komplett lokal: per NFC vom Telefon zum Keypad und per Bluetooth weiter zum Smart Lock – eine aktive Internetverbindung ist für das Aufsperren nicht nötig.
Der entscheidende Unterschied liegt im Bedienpfad: Im App-Modus muss das Smartphone zuerst entsperrt werden, bevor man es an das Keypad 2 NFC hält. Erst danach reagiert der NFC-Tap. Unter iOS erscheint eine Benachrichtigung, die man antippen muss, damit sich die Nuki-App öffnet; unter Android startet die App direkt nach dem Antippen.
Damit ist der Nuki App Mode in der Praxis spürbar weniger komfortabel als der Smart-Home-Modus.
Im Test klappte das Öffnen per NFC problemlos und absolut zuverlässig. Smartphone an den Sensor halten und nach etwa einer Sekunde öffnet sich die Tür.
In Summe ist Tap to Unlock in unserem Testaufbau nach der Auto Unlock Funktion der schnellste Weg, die Tür zu öffnen – noch eine Spur flotter als die Code-Eingabe oder der Fingerabdruck, weil das Treffen des Sensors entfällt.

Was ist UWB – und warum fehlt es dem Keypad 2 NFC?
UWB steht für Ultra-Wideband, eine Funktechnik, die mit sehr breitbandigen Signalen im Bereich um 6 bis 9 Gigahertz arbeitet. Bekannt ist UWB unter anderem aus Apples AirTags, aus dem iPhone ab dem Modell 11, aus Apple Watches ab Series 6 sowie aus den meisten aktuellen Samsung-Flaggschiffen.
Der Clou an UWB ist die räumliche Präzision: Während Bluetooth nur sehr grob unterscheidet, ob ein Gerät „in Funkreichweite“ ist oder nicht, kann UWB die Entfernung und sogar die Richtung zu einem anderen Gerät auf wenige Zentimeter genau bestimmen. Vereinfacht gesagt: Bluetooth weiß, dass dein Smartphone irgendwo in der Nähe ist, UWB weiß, wo es exakt steht und wohin es sich bewegt.
Für ein Smart Lock ist dieser Unterschied entscheidend, sobald es um Auto Unlock geht. Aktuelle Bluetooth-Lösungen wie Nukis Auto Unlock erkennen lediglich, dass ein autorisiertes Smartphone in der Nähe ist – sie können aber nicht zuverlässig zwischen „Bewohner geht von außen auf die Tür zu“ und „Bewohner steht innen zufällig neben der Tür“ unterscheiden. Folge: Die Tür geht gelegentlich auf, obwohl man eigentlich nur an ihr vorbeigegangen ist. Mit UWB ließe sich das vermeiden, weil das Schloss erkennen würde, ob das Smartphone wirklich vor der Tür steht und sich auf sie zubewegt.
Im Aliro-Standard ist UWB technisch grundsätzlich vorgesehen. Nuki verzichtet im Keypad 2 NFC aber darauf und setzt für die Annäherungs-Erkennung weiterhin allein auf Bluetooth. Hier müssen wir uns wohl bis zur 6. Generation des Nuki Smart Locks gedulden.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Pro
- Vier Öffnungsarten – Code, Fingerabdruck, NFC und App sowie Auto-Unlcok
- Hochwertige Verarbeitung, IP54-Schutz und 12 Monate Batterielaufzeit
- Kostenlose Diebstahl-Ersatzgarantie und Sicherheitscode gegen Manipulationen
- Einfache Aufputz-Montage in unter zehn Minuten
Kontra
- Fingerabdrucksensor arbeitet unzuverlässig, vor allem bei Regen
- Google Home wird zum Testzeitpunkt noch nicht unterstützt.
- Kein UWB-Support – damit fehlt eine besonders präzise Auto-Unlock-Variante
- Hoher Preis

Technische Daten im Überblick
| Maße | 118 × 29 × 21 mm |
| Gewicht | 90 g |
| Stromversorgung | 4 × AAA-Batterien (vorinstalliert) |
| Batterielaufzeit | ca. 12 Monate bei durchschnittlicher Nutzung |
| Funk | Bluetooth 5, NFC (13,56 MHz, Aliro) |
| Schutzart | IP54 (staub- und spritzwassergeschützt) |
| Betriebstemperatur | −20 °C bis +70 °C |
| Verschlüsselung | Ende-zu-Ende, Challenge-Response |
| Speicher | 200 Codes, 20 Fingerabdrücke, 35 NFC-Schlüssel |
| Montage | Aufputz, Klebepad oder Schrauben |
| Preis (UVP) | 179 Euro |
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