Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihenfolge: Erst das Heizsystem hydraulisch prüfen und gegebenenfalls abgleichen, dann die Heizkurve optimal einstellen.
- Der große Hebel: Eine optimierte Heizungsregelung kann in schlecht eingestellten Anlagen bis zu 15 Prozent Energie sparen. Ein hydraulischer Abgleich kann ebenfalls bis zu 15 Prozent bringen – die Werte lassen sich aber nicht einfach addieren.
- Der richtige Moment: An einem kalten, möglichst sonnigenarmen Tag testen. Je kälter es draußen ist, desto aussagekräftiger ist die Einstellung – besonders dann, wenn keine solare Wärmegewinne die Räume zusätzlich aufheizen.
- Die Ausnahme: Wärmepumpe mit Fußbodenheizung? Nachtabsenkung höchstens 1 bis 2 Grad, sonst springt morgens der teure Heizstab an.
Warum „warm genug“ trotzdem zu teuer ist
Viele Haushalte drehen an den Thermostaten, aber der Taktgeber sitzt im Heizkeller: Heizkurve und Vorlauftemperatur. Sie legen fest, wie heiß das Wasser bei einer bestimmten Außentemperatur in die Heizkörper geht.
Ist dieser Wert zu hoch, fällt das niemandem auf, weil die Wohnung ja warm wird. Die Verbraucherzentrale beschreibt genau das als Regelfall: Heizungen sind häufig deutlich überhöht eingestellt, und die Bewohner merken es nicht. Bezahlt wird der Puffer trotzdem, jeden Winter.
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Bosch Smart Home Heizkörperthermostat II [+M]

Bosch Smart Home Raumthermostat II
1. Hydraulischer Abgleich: ohne ihn bleibt jede Einstellung Rätselraten
Beim Abgleich ermittelt ein Fachbetrieb den Wärmebedarf jedes Raums und stellt die Heizflächen passend ein. Ohne ihn bekommt der Heizkörper neben der Pumpe zu viel Wasser und das Zimmer unterm Dach zu wenig, und die Anlage gleicht das mit einer höheren Vorlauftemperatur für alle aus.
Die Verbraucherzentrale nennt dafür 5 bis 15 Prozent weniger Energieverbrauch und eine gleichmäßigere Wärme. In ihrem Rechenbeispiel sind 15 Prozent bei 15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und 12 Cent pro Kilowattstunde rund 270 Euro im Jahr.
Gut zu wissen: Pflicht ist der Abgleich nicht für jeden. Seit dem 1. Oktober 2024 ist ein hydraulischer Abgleich bei neu eingebauten wassergeführten Heizungsanlagen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder selbstständigen Nutzungseinheiten vorgeschrieben. Dazu kommt die Prüffrist nach § 60b GEG: Anlagen, die seit Oktober 2009 eingebaut wurden, müssen spätestens nach 16 Jahren geprüft werden. Eine Heizung von 2010 ist damit grundsätzlich 2026 an der Reihe, sofern sie unter diese Regelung fällt.
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Die Heizkurve beschreibt das Verhältnis von Außen- zu Vorlauftemperatur. Ist sie zu steil oder zu hoch angesetzt, fährt die Anlage dauerhaft heißer als nötig. Eine optimal eingestellte Kurve spart bis zu 15 Prozent Heizkosten, ohne dass es im Wohnzimmer kälter wird.
Eingestellt wird an einem kalten Tag ohne Sonne, am besten unter fünf Grad Außentemperatur. Vorher alle Heizkörperthermostate voll aufdrehen: Sonst regeln die Ventile die Testbedingungen weg, und am Ende steht die Kurve wieder zu hoch, nur damit einzelne Räume trotz gedrosselter Thermostate warm werden. Dann in kleinen Schritten senken, jeweils einen Tag beobachten, bis der kälteste Raum gerade noch seine Temperatur hält.
3. Nachtabsenkung: spart meistens, bei der Wärmepumpe aber nicht automatisch
Im Einfamilienhaus bringt die Nachtabsenkung 5 bis 12 Prozent weniger Heizenergie. In gut gedämmten Häusern fällt der Effekt kleiner aus, weil die Räume ohnehin kaum auskühlen.
Gut zu wissen: Bei Wärmepumpen mit träger Fußbodenheizung fällt der Spareffekt einer Nachtabsenkung oft geringer aus. Ein starkes morgendliches Aufheizen kann zudem die benötigte Leistung erhöhen und je nach Anlage den Einsatz des Heizstabs begünstigen. Wenn überhaupt, sollte die Temperatur deshalb nur moderat abgesenkt werden.
Programmierbare Thermostate: für alle, die es nicht täglich nachstellen wollen
Wer die Heizzeiten nicht ständig von Hand nachstellen will, kommt mit programmierbaren Thermostaten zu einem festen Zeitplan, das Umweltbundesamt nennt dafür rund 10 Prozent Ersparnis. Entscheidend ist, dass die Zeiten wirklich zum Alltag passen: Ein Programm, das um 6 Uhr eine leere Wohnung heizt, kostet mehr, als es spart.
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Fazit: Die Reihenfolge entscheidet, nicht die maximale Absenkung
Der teuerste Fehler ist die zu hoch eingestellte Heizkurve, weil es trotzdem warm wird und niemand etwas merkt. Erst den hydraulischen Abgleich erledigen, dann die Kurve an einem kalten, sonnenfreien Tag senken: darin liegt der größte Teil des Sparpotenzials. Die Nachtabsenkung kommt obendrauf, bei Wärmepumpe mit Fußbodenheizung aber nur sehr vorsichtig.
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