Das Punktesystem für Saug- und Wischroboter im Überblick
Wir testen nicht unter Laborbedingungen. Stattdessen simulieren wir das, was in einer normalen Wohnung täglich passiert: Kabel auf dem Boden, unterschiedliche Bodenbeläge von Zimmer zu Zimmer, eingetrockneter Kaffee in der Küche, Haare von Menschen und Tier. Die Ergebnisse bewerten wir nach einem Punktesystem mit maximal 100 Punkten, aufgeteilt in fünf Kategorien plus Extrapunkte. Jedes Gerät durchläuft dabei dieselbe Teststrecke unter denselben Bedingungen – damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben.
| Bereich | Gewichtung |
| Navigation & Hindernisse | hoch |
| Saugen | hoch |
| Wischen | hoch |
| Wartungsaufwand & Ausdauer | mittel |
| Funktionen | mittel |
Neben den fünf Standardkategorien vergeben wir Extrapunkte für Funktionen, die wirklich neu oder nützlich sind – und ziehen Punkte ab, wenn ein Gerät unter Schwächen leidet, die im Alltag dauerhaft stören.
1. Navigation & Hindernissserkennung der Saug- und Wischroboter
Wohnungen sind keine aufgeräumten Showrooms. Es gibt Ladekabel quer durch den Flur, Türschwellen zwischen Parkett und Fliesen, Teppiche in verschiedenen Zimmern. Ein Saugroboter, der damit nicht umgehen kann, macht mehr Arbeit, als er abnimmt – weil er ständig befreit werden muss oder Bereiche einfach auslässt. In dieser Kategorie prüfen wir, wie gut sich ein Gerät in einer real eingerichteten Wohnung behauptet.

Navigationsverhalten
Ein Saugroboter, der zögerlich navigiert oder vor jedem Kabel anhält, kostet Zeit und Nerven. Im Test beobachten wir deshalb das Fahrverhalten über eine vollständige Raumreinigung im Timelapse und bewerten dabei auch die messbare performance der Navigation: Bewegt sich der Roboter fließend und ohne unnötige Stopps? Reagiert er auf Hindernisse, ohne den Reinigungsfluss zu unterbrechen? Erkennt er Kabel und kleine Schnürsenkel zuverlässig? In die Bewertung fließen außerdem typische Probleme wie unnötige Stopps oder fehlerhafte Hinderniserkennung ein.
Hindernisüberwindung
Türschwellen, Teppichkanten, Ladekabel – der Alltag ist voller kleiner Barrieren. Im Test bauen wir Hindernisse in definierten Höhen auf und dokumentieren, was der Roboter schafft und was nicht. Je höher das Hindernis, das ein Gerät souverän überwindet, desto besser das Ergebnis.

Teppichkompatibilität
Gerade Geräte mit Wischfunktion müssen über eine zuverlässige Teppicherkennung verfügen: Denn die Mopps dürfen den Flor nicht durchfeuchten. Im Test prüfen wir aus diesem Grund auf einer definierten Testfläche drei unterschiedliche Teppichtypen – von dünn bis Hochflor – und schauen, ob das Gerät die Mopps rechtzeitig anhebt oder in der Station ablegt, ob der Teppich trocken bleibt und ob sich die Seitenbürste auf dickem Flor nicht verhakt. Zusätzlich bewerten wir die Navigation Teppich, also Orientierung und Reinigung direkt auf dem Teppich.
2. Saugleistung der Saug- und Wischroboter
Saugen ist die Kernaufgabe – und trotzdem gibt es zwischen einzelnen Geräten teils massive Unterschiede. Vor allem in Ecken und entlang von Wänden hinterlassen viele Roboter sichtbare Rückstände, weshalb wir neben der Saugleistung auch die allgemeine Leistung im Alltag bewerten. Für Haushalte mit Haustieren oder Allergikern ist das kein Randthema. Die Saugkraft auf Hartboden wird häufig in Pascal angegeben, und ein guter Saugroboter sollte hier mindestens 1.500 Pa bieten. Wir messen die Saugleistung deshalb nicht nach Eindruck, sondern mit Vergleichswerten, die direkt aus dem Alltag stammen.

Saugergebnis
Das Herzstück des Saugtests: Auf einem standardisierten Teppich wird eine klar definierte Menge Testschmutz gleichmäßig verteilt. Anschließend absolviert der Roboter eine Reinigungsrunde. Was er aufgesaugt hat, wird gewogen. Die Punktzahl ergibt sich direkt aus dem Messwert – das macht die Ergebnisse verschiedener Geräte direkt vergleichbar.
Eckenreinigung
Ecken sind der klassische Schwachpunkt vieler Saugroboter. Im home&smart Test wird Testschmutz in einer klar definierten 90°-Ecke auf weißem Boden verteilt. Bewertet wird, ob der Roboter den Schmutz aufnimmt – oder ihn durch ungünstiges Anfahrverhalten weiter in die Ecke schiebt.
Kantenreinigung
Fährt ein Roboter mit zu großem Abstand an Wänden entlang, bleiben dort sichtbare Schmutzstreifen. Im Test streuen wir trockenen Kaffee direkt an einer Wand auf weißem Boden und messen, wie nah der Roboter tatsächlich herankommt.
3. Wischleistung der Saug- und Wischroboter
Viele Saugroboter mit Wischfunktion befeuchten den Boden lediglich – von Reinigung kann kaum die Rede sein. Dabei ist genau das in Küche, Esszimmer oder Flur das Entscheidende: Eingetrocknetes, Klebriges, Fettiges muss wirklich aufgenommen werden. Wir testen deshalb mit Schmutztypen, wie sie im Alltag tatsächlich anfallen.

Wischleistung
Dieser Test ist der differenzierteste im gesamten Verfahren, weil er drei verschiedene Arten von Verschmutzungen abdeckt. Alle Tests finden auf hellem Boden statt, damit Rückstände klar sichtbar bleiben.
Zuerst prüfen wir eingetrockneten Kaffee – ein typischer Küchenschmutz, der haftet und eine gewisse Reibung braucht, um sich zu lösen. Dann Ketchup: klebrig, farbig, zähflüssig – der anspruchsvollste Alltagstest. Wer hier sauber wischt, überzeugt auch im echten Einsatz. Zuletzt testen wir Öl, das sich ohne Heißwasserwischfunktion in der Praxis kaum vollständig aufnehmen lässt; je nach Gerät arbeitet die Wischfunktion dabei auch mit rotierenden Wischpads, und genau solche Unterschiede werden im Test sichtbar.
Reinigungsmitteldosierung
Der Unterschied zwischen echter Reinigung und bloßem Feuchtwischen liegt oft hier: Eine Dosiereinheit, die dem Wasser gezielt Reinigungsmittel beimischt, hinterlässt messbar sauberere Böden. Wir prüfen, ob das Gerät eine solche Funktion überhaupt besitzt und wie sie aufgebaut ist.
4. Wartungsaufwand & Ausdauer der Saug- und Wischroboter
Ein Saugroboter soll Arbeit abnehmen – nicht neue schaffen. Wie oft Bürsten gereinigt, Mopps gespült oder Tanks aufgefüllt werden müssen, bestimmt im echten Betrieb, ob das Gerät wirklich zur Entlastung wird oder regelmäßig Aufmerksamkeit fordert. Wir schauen uns daher an, wie viel Pflege ein Gerät verlangt und ob es für größere Wohnflächen ohne Unterbrechung durchhält.

Moppreinigung
Schmutzige Mopps, die ungereinigt wiederverwendet werden, verschmieren mehr als sie reinigen. Deshalb bewerten wir die Reinigungsleistung der Absaugstation nach intensiven Testeinsätzen. Eine gute Absaugstation reinigt nicht nur die Mopps, sondern handhabt auch Staub und Dreck aus dem Behälter des Roboters hygienischer. Relevante Faktoren sind hier: ob die Mopps tatsächlich gewaschen werden, ob das mit Heißwasser geschieht und ob die Station anschließend auch trocknet – idealerweise mit Heißluft.
Wartung der Hauptbürste
Verheddern sich Haare in der Hauptbürste, steigt der Wartungsaufwand schnell. Im Test verwenden wir Haare mit einer Länge eines Meters und prüfen, ob das Bürstensystem – etwa eine Duodivide- oder Doppelbürste – das Verheddern zuverlässig verhindert.
Ausdauer
Ein zu kleiner Staubtank oder Wassertank unterbricht die Reinigung, bevor ein Raum fertig ist, wobei größere Tanks und stärkere Akkus oft auch den Preis erhöhen. Wir prüfen Wassertank, Staubtank und Akkukapazität und beurteilen, ob die Werte für einen praxistauglichen Dauerbetrieb in normalen Wohnungsgrößen ausreichen – die passende Größe hängt immer auch vom Haushalt ab.
5. Weitere Funktionen der Saug- und Wischroboter
Wer einen Saugroboter zum ersten Mal einrichtet, sollte in wenigen Minuten loslegen können. Zu den bewerteten features zählen dabei auch praktische Alltagsfunktionen wie Filterkonzept und Softwarepflege, etwa ein HEPA-Filter für Allergiker. Wer dagegen sein Gerät seit Monaten nutzt, will es feinjustieren – nach Raumtypen, Zeitplänen, Reinigungsintensität. Wir schauen, ob eine App beides leistet: unkomplizierten Einstieg und echte Tiefe für den täglichen Gebrauch. Regelmäßige Software-Updates können zudem Navigation, Hinderniserkennung und die allgemeine Funktionalität verbessern und gehören deshalb zur Gesamtbetrachtung.

App-Qualität
Eine leistungsstarke Hardware nützt wenig, wenn die App sie unzugänglich macht. Wir richten deshalb jeder Test-Gerät von Grund auf neu ein und bewerten Übersetzungsqualität, Einrichtungsaufwand und Bedienbarkeit. Sind alle Einstellungen logisch erreichbar? Findet man sich ohne Blick ins Handbuch zurecht?
Individualisierbarkeit
Gute Saugroboter-Apps passen sich der Wohnung an und bieten die Möglichkeit, Einstellungen für verschiedene Räume sowie Boden- und Teppichtypen anzupassen. Wir prüfen, ob sich das Gerät für verschiedene Boden- und Teppichtypen einstellen lässt, ob Energiesparoptionen vorhanden sind und ob Karteneinstellungen unterschiedliche Raumsituationen sinnvoll abbilden und sich Karten dabei in mehrere Bereiche teilen lassen sollten.
6. Extrapunkte für Saug- und Wischroboter
Der Markt entwickelt sich schnell, und manche Funktionen heben ein Gerät so deutlich aus der Masse heraus, dass eine eigene Wertung gerechtfertigt ist – etwa ein automatischer Moppwechselmechanismus, UV-Desinfektion in der Station, ein LED Licht zur besseren Orientierung in dunklen Bereichen oder ein besonders kompaktes Gehäuse für niedrige Möbel. Auf der anderen Seite gibt es Schwächen, die so gravierend sind, dass sie in der Gesamtbewertung spürbar sein sollten, zumal auch der Erfolg einer Funktion im Alltagstest zählt: Mopps, die auf Teppichen nicht einziehen, oder eine Seitenbürste, die sich auf Hochflor regelmäßig verhakt.

Berechnung der Testnote für Saug- und Wischroboter
Die insgesamt erreichte Punktzahl wird am Ende in eine Testnote von „ungenügend“ bis „sehr gut“ umgerechnet. Auch Stiftung Warentest ordnet Saugroboter in Notenstufen von Gut bis Mangelhaft ein. In einem solchen Vergleich wurden zuletzt 37 Saug- und Wischroboter geprüft. Ein Saug- und Wischroboter kann im home&smart Test also maximal 100 Punkte erreichen.
| Punkte | Testnote |
| 90 – 100 | sehr gut |
| 75 – 89 | gut |
| 60 – 74 | befriedigend |
| 40 – 59 | ausreichend |
| 20 – 39 | mangelhaft |
| 0 – 19 | ungenügend |
Punkteinflation und Anpassung der Testkriterien für neue Saugroboter Generationen
Vor neuen Modellgenerationen überprüfen wir regelmäßig, ob unsere Testkriterien und Gewichtungen noch dem aktuellen Stand der Technik entsprechen – und passen sie bei Bedarf an. Das könnte dazu führen, dass ältere Geräte aus dem Vorjahr punktetechnisch etwas besser abschneiden als neuere Modelle. Das spiegelt dann weniger wider, wie sich die Geräte im direkten Vergleich schlagen, sondern ist einfach eine Folge der weiterentwickelten Bewertungsmaßstäbe.
Kontakt & Testsiegel
Bei Fragen zu Testkriterien oder konkreten Testergebnissen kannst du die Redaktion unter redaktion@homeandsmart.de erreichen.
Wenn du als Hersteller oder Fachhändler Interesse an der Lizenzierung eines Testsiegels hast, um es auf deiner Website zu nutzen, dann melde dich bitte unter info@homeandsmart.de.
Disclaimer: Die home&smart Redaktion arbeitet unabhängig und objektiv. Testnoten sind nicht käuflich oder verhandelbar.
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