Unser Test-Fazit zum ANTHBOT N8
Der ANTHBOT N8 verfolgt einen wirklich interessanten Ansatz: Mit dem Fangkorb mäht er schnell viel Gras auf einmal, ohne dass Schnittgut auf dem Rasen liegen bleibt – was diesem schadet, wenn der Rasen um mehrere Zentimeter auf einmal gekürzt wird.
Das Aufsammeln von Gras und Laub funktionierte im Test hervorragend, ebenso die automatische Entleerung an bis zu fünf frei wählbaren Punkten. Auch Verarbeitung, App und Hinderniserkennung können sich sehen lassen.
Im Betrieb zeigt der N8 aber zu große Schwächen für eine bessere Note: Er wirkt beim Wenden und Ausweichen oft orientierungslos, lässt Bahnen aus, schaltet Mähwerk und Gebläse bei jedem Wendemanöver ab und lässt am Rand teilweise 15 Zentimeter stehen. Dazu kommt der laute Gebläse-Betrieb von knapp 69 dB.
Für kleine, verwinkelte Gärten ist er wegen seiner enormen Länge von fast einem Meter ungeeignet – wer eine große, offene Rasenfläche hat, kann vom cleveren Fangkorb-Konzept aber profitieren. Im Vergleich mit vielen anderen Mährobotern, hat er aber zu große Schwächen.
ANTHBOT N8 – Design & Ausstattung im Überblick
Optisch macht der ANTHBOT N8 einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist zwar komplett aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber durchdacht und sauber verarbeitet.
Besonders positiv im Vergleich zum ANTHBOT Genie 3000: Der N8 ist spürbar robuster und verzichtet auf den wackeligen Bumper-Korpus, der uns beim Genie störte.

Auffällig ist der große Lieferumfang. Neben dem Roboter samt Ladestation und RTK-Antenne liegen im Karton: der 23-Liter-Grasfangkorb für Rasenschnitt und Laub, ein zusätzlicher Deflektor, mit dem der N8 wie ein klassischer Mähroboter mulcht, sowie zwei unterschiedliche Mähscheiben – eine zum Einsammeln, eine zum Mulchen. Ausgeliefert wird der N8 mit montierter Sammelscheibe.
Ein Detail, das uns besonders gefallen hat: ANTHBOT legt zwei RTK-Kabel bei – ein langes und ein kurzes. Wer die RTK-Antenne direkt neben der Station platziert, nutzt das kurze Kabel und vermeidet unnötigen Kabelsalat.

Bei der Navigation setzt der N8 auf Full-Band RTK mit Dual-Vision-Kameras und 4G-Unterstützung, gegen Spritzwasser ist er nach IPX6 geschützt. Ausgelegt ist er laut Hersteller für Rasenflächen von 800 bis 1.500 Quadratmetern.
Auf der Oberseite gibt es neben der STOP-Taste den Regensensor sowie drei Bedienknöpfe und vier Status-LED-Lämpchen mit klar beschrifteten Funktionen.
So funktioniert das 4-in-1-System mit den zwei Mähscheiben
Das Herzstück des N8 sind seine beiden Scheiben, deren Design sich deutlich unterscheidet.
Die Sammelscheibe trägt drei leicht gebogene Klingen, die das Gras ähnlich wie bei einem richtigen Rasenmäher anheben und in Richtung Fangkorb werfen. Unterstützt wird sie von einem Gebläse, das den Schnitt in den Korb schleudert – ANTHBOT nennt das Zyklon-System.

Die Mulchscheibe arbeitet mit insgesamt sechs Klingen: drei gebogenen und drei klassischen Mähroboter-Klingen. Das Gras soll so zusätzlich verkleinert und anschließend gleichmäßig über den Deflektor ausgeschleudert werden.
Der Wechsel zwischen beiden Scheiben ist erfreulich unkompliziert: Drei Schrauben lösen, Scheibe tauschen, wieder festschrauben – fertig. So wird aus dem Sammel-Roboter in wenigen Minuten ein klassischer Mulch-Mäher. Dennoch sollte man aufpassen, dass man sich beim Wechsel der Scheiben nicht an den Klingen schneidet.
Aufbau und Einrichtung des ANTHBOT N8
Der Aufbau ging im Test einfach von der Hand und ist eigentlich identisch zum Aufbau vieler anderer Mähroboter. Ladestation aufstellen, RTK-Antenne verbinden und Netzteil einstecken. Fertig. Sobald die Station mit Strom versorgt ist, leuchtet die Lampe über den Ladekontakten auf.

Der RTK-Empfänger blinkt zunächst und leuchtet durchgehend grün, sobald er eine stabile Satellitenverbindung aufgebaut hat. Blinkt er auch nach mehreren Minuten weiter, sollte man einen anderen Aufstellort für die Antenne suchen.
Für den Zusammenbau des Fangkorbs war ein kurzer Blick in die Anleitung nötig – dafür kommt er komplett ohne Schrauben aus und wird einfach am hinteren Ende des Mähroboters eingehängt.
Auch die Einrichtung in der App war sehr schnell und einfach erledigt. Die ANTHBOT App gefällt uns generell sehr gut: übersichtlich gestaltet, logisch aufgebaut und auch für Einsteiger verständlich – das kennen wir bereits vom Genie 3000.
Bei der Kartierung haben Nutzer die Wahl zwischen automatischer und manueller Variante. Beide funktionierten im Test problemlos.
Kritik gibt es trotzdem: In der App erscheinen die Modi für Kehren, Sammeln und Mulchen wie Auswahlfelder, haben aber keine Funktion – das verwirrt.

Im Mulchmodus konnten wir zudem keine Einstellungen zu Fahrgeschwindigkeit, Mährichtung oder Effizienz vornehmen; es erschien stets eine Fehlermeldung. Lediglich die Mähhöhe ließ sich anpassen. Auch die Zonen-Einstellungen sind etwas umständlich gelöst.
Funktionen, Performance und Sicherheit: Was kann der ANTHBOT N8?
Wir haben im Betrieb beide Mähscheiben samt Korb und Deflektor getestet. Grundsätzlich fährt der N8 gute und parallele Bahnen – egal mit welcher Scheibe.

Was sofort auffällt: Er ist deutlich lauter als klassische Mähroboter, denn neben dem Mähwerk arbeitet ein Gebläse, das den Grasschnitt in den Korb befördert.
Beim Wenden zeigt sich die größte Schwäche: Der N8 braucht lange für jedes Wendemanöver, fährt mehrmals hin und her und wirkt dabei orientierungslos. Im Test kam es dadurch vor, dass Bahnen teilweise ausgelassen wurden.

Zudem schalten Mähwerk und Gebläse bei jedem Wenden komplett ab – das wirkt nicht nur merkwürdig, sondern verschlechtert unserer Meinung nach auch das Mähergebnis am Rand.
Einsammeln und Mulchen: Wie gut sind die Ergebnisse?
Das Aufsammeln mit dem Fangkorb funktionierte sehr gut – auf dem Rasen blieb kein Gras liegen. Nur beim Laub, das wir zum Test verteilt hatten, wurde nicht alles eingesaugt. Schade, denn gerade die Laubfunktion wäre im Herbst ein echtes Argument.

Nach getaner Arbeit entleert der N8 seinen Korb automatisch – an bis zu fünf in der App festgelegten Punkten. Das funktionierte im Test ausnahmslos perfekt. Beim Leeren wird der Korb sogar vier bis fünf Mal geschüttelt, ein minimaler Rest blieb aber trotzdem hängen.
Mit der Mulchscheibe zieht der N8 ebenfalls gute, parallele Bahnen; der Grasschnitt wird ordentlich verteilt – aber nicht unbedingt besser als bei normalen Mährobotern. Auch hier stören das laute Gebläse und das abschaltende Mähwerk beim Wenden.

Kantenmähen und Engstellen: Hier hakt es
Am Ende jeder Aufgabe mäht der N8 automatisch den Rand ab – drei Runden, jede etwas weiter außen. Das gleicht einen Teil dessen aus, was er durch das abgeschaltete Mähwerk beim Wenden versäumt.
Trotzdem blieben im Test teilweise 15 Zentimeter am Rand stehen. Besonders problematisch sind 90-Grad-Ecken, in die der N8 aufgrund seiner Größe bzw. Länge schlicht nicht hineinfahren kann.

Generell ist die enorme Länge des Roboters sein Handicap: An Engstellen fuhr er sich öfter fest, und bei kurzen Bahnen mäht er nur einen Bruchteil der Strecke, bevor er wieder wendet bzw. wenden muss.
Hinderniserkennung: Top-Quote, schwaches Verhalten
Bei der reinen Erkennung von Hindernissen liefert der N8 ab, was man von einem Modell aus 2026 erwartet: Alle Hindernisse in unserem Parcours wurden erkannt – auch Tennisbälle und ein Gartenschlauch. Quote: 100 Prozent.

Das Verhalten danach ist allerdings schlecht gelöst: Beim Ausweichen schaltet der N8 oft das Mähwerk ab und mäht erst nach dem Wenden oder hinter dem Hindernis weiter. Ab und zu übersprang er sogar komplett mehrere Bahnen und setzte an anderer Stelle fort – das Mähbild leidet sichtbar.
Überhaupt wirkt die Orientierung häufig schwach, was für einen RTK-Mäher sehr ungewöhnlich ist: Teilweise drehte der N8 mitten in der Bahn um, obwohl gar kein Hindernis im Weg war.

Für wen lohnt sich der ANTHBOT N8?
Der Ansatz des N8 ist clever: Wer im Frühjahr oder nach dem Düngen den Rasen deutlich herunterschneiden will, muss nicht mehr zum klassischen Rasenmäher greifen, sondern wechselt einfach die Scheibe – und im Herbst hilft der Korb beim Laub. Andererseits ist der normale Rasenmäher genauso schnell einsatzbereit. Im Sommer kommt dann die Mulchscheibe mit Deflektor zum Einsatz.

Klar ist: Für kleine, verwinkelte Gärten ist der N8 ungeeignet. Seine Stärken spielt er auf großen, offenen Flächen aus, wo er möglichst lange in eine Richtung fahren kann und selten wenden muss. Zudem freuen sich Besitzer von großen Gärten mit Laubbäumen, wenn sie im Herbst die herabgefallenen Blätter nicht per Hand aufsammeln müssen.
Wie gut ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des ANTHBOT N8?
Wer auf den Fangkorb verzichten kann, bekommt mit dem hauseigenen ANTHBOT Genie 3000 (Testnote: Gut, 86/100) das ausgereiftere Gesamtpaket – für größere Flächen und mit besserem Mähbild.
Weitere ANTHBOT N8 Tests & Bewertungen
Wir als home&smart Redaktion haben es uns zum Ziel gesetzt, unsere Leser neutral und umfassend zu informieren, damit diese eine gute Kaufentscheidung auf Basis unserer Erfahrungen und Recherche treffen können.
Dabei wollen wir unsere eigenen Erfahrungen transportieren, statt jedes noch so kleine technische Detail zu erklären, welches für die meisten Leser ohnehin keine Rolle spielt. Hierzu führen wir strenge und vergleichbare Tests durch und kombinieren diese mit einer ausführlichen Recherche zu einem Produkt.
Bei allen Tests blicken wir auch immer auf die Testergebnisse anderer Fachredaktionen und auf aktuelle technische Entwicklungen. Dadurch wollen wir einen Tunnelblick vermeiden. Auf unsere Testnote haben diese Ergebnisse aber keine Auswirkungen.
Wer möchte, kann sich in unseren Redaktionsrichtlinien tiefergehend zu unserem Vorgehen bei Produkttests oder zu unserer Recherche informieren. Außerdem gibt es hier einen Artikel über unser Testverfahren.
- Bisher gibt es zum N8 noch keinen anderen Test einer weiteren Fachredaktion.
Preise & Verfügbarkeit des ANTHBOT N8

Mähroboter ohne Begrenzungskabel: Wie funktioniert der ANTHBOT N8?
Wie alle aktuellen ANTHBOT-Modelle kommt der N8 komplett ohne Begrenzungskabel aus. Statt eines im Boden verlegten Drahts markiert eine virtuelle Karte die Grenzen des Rasens.
Die Positionsbestimmung übernimmt Full-Band RTK: Die mitgelieferte RTK-Referenzstation empfängt Signale von bis zu 155 GPS-Satelliten und gleicht sie in Echtzeit mit der Position des Roboters ab. So weiß der N8 zentimetergenau, wo er sich auf dem Rasen befindet.
Die Referenzstation wird dafür einmalig mit freiem Blick zum Himmel montiert – dank der zwei beiliegenden Kabel wahlweise direkt an der Ladestation oder abgesetzt.
Wer sich die RTK-Installation komplett sparen will, kann den N8 alternativ per optionalem NetRTK über 4G betreiben – die Korrekturdaten kommen dann aus dem Mobilfunknetz (nach einem Gratisjahr kostenpflichtig).
Die Grenzen des Gartens lernt der N8 bei der Kartierung: entweder vollautomatisch per „Auto“-Funktion oder manuell, indem man ihn per App-Fernsteuerung am Rand entlangfährt. Beides klappte im Test problemlos. Umso überraschender, dass die Orientierung im laufenden Betrieb nicht immer sattelfest wirkte.
ANTHBOT N8 – Technische Details
- 4-in-1-Funktion: Mähen, Mulchen, Einsammeln, Laubentfernung
- Maximaler Arbeitsbereich: 800–1.500 m²
- Grasfangkorb: 23 Liter, automatische Entleerung an bis zu 5 Punkten
- Mähscheiben: Sammelscheibe (3 gebogene Klingen) und Mulchscheibe (6 Klingen), 4.000 U/min
- Navigation: Full-Band RTK, Dual Vision (2 HDR-Kameras), 4G, optional NetRTK
- Hinderniserkennung: KI-Erkennung von über 1.000 Objekttypen
- Akku: 9,2 Ah
- Wasserfestigkeit: IPX6, mit Regensensor
- Extras: OTA-Updates, Not-Aus-Taste, Diebstahlschutz
- UVP: 1.369 Euro
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