Heizkosten pro m²: Ab diesem Wert zahlst du zu viel

Der Heizspiegel 2026 zeigt, ab wann Heizkosten pro Quadratmeter als zu hoch gelten. Für den Vergleich brauchst du allerdings die Zahlen fürs ganze Haus.

Heizkosten pro m²: Ab diesem Wert zahlst du zu viel
Für den Vergleich mit dem Heizspiegel brauchst du die Gesamtkosten des Hauses aus der Heizkostenabrechnung. (Gehkah / Adobe Stock)

So viel Heizkosten pro Quadratmeter sind normal

Die Heizkostenabrechnung ist da und die Summe wirkt hoch. Ob sie das wirklich ist, zeigt ein Blick in den „Heizspiegel für Deutschland 2026“. Dafür hat co2online die Heizkostenabrechnungen von 67.000 Haushalten aus der Heizperiode 2025 ausgewertet. Alle Werte beziehen sich auf das Abrechnungsjahr 2025.

Laut co2online lagen die durchschnittlichen Heizkosten in Mehrfamilienhäusern 2025 so:

EnergieträgerDurchschnitt pro m² und Jahr70-m²-Wohnung pro Jahr
Erdgas16,50 Eurorund 1.170 Euro
Heizöl14,70 Eurorund 1.030 Euro
Fernwärme18,50 Eurorund 1.295 Euro
Wärmepumpe10,20 Eurorund 715 Euro
Holzpellets10,00 Eurorund 735 Euro

Die Jahreskosten für die 70-m²-Beispielwohnung enthalten Heiznebenkosten, z. B. Wartung, Betriebsstrom oder Abgasmessung. Deshalb stimmen sie nicht in jeder Zeile exakt mit dem gerundeten Quadratmeterwert multipliziert mit 70 überein.

Spare Heizkosten und genieße mehr Komfort: Mit programmierbaren Thermostaten heizt du nur dann, wenn du es brauchst. Ganz automatisch und auch von unterwegs.

Ab diesem Wert stuft der Heizspiegel die Gebäudekosten als zu hoch ein

Der Heizspiegel teilt die Kosten in vier Stufen ein: niedrig, mittel, erhöht und zu hoch. Für Mehrfamilienhäuser mit 250 bis 500 Quadratmetern Gesamtfläche nennt der Heizspiegel-Flyer diese Grenzen, jeweils in Euro pro Quadratmeter und Jahr:

Energieträgerniedrigmittelerhöhtzu hoch
Erdgasbis 10,10bis 16,70bis 25,50ab 25,51
Heizölbis 10,30bis 14,70bis 22,00ab 22,01
Fernwärmebis 8,20bis 18,50bis 29,70ab 29,71
Wärmepumpebis 6,40bis 10,20bis 19,40ab 19,41
Holzpelletsbis 6,50bis 10,50bis 16,70ab 16,71

Für andere Gebäudegrößen gelten eigene Zeilen. In einem Haus mit 80 bis 150 Quadratmetern und Gasheizung etwa beginnt „zu hoch“ laut Flyer erst ab 27,21 Euro pro Quadratmeter. Die vollständige Tabelle findest du beim Heizspiegel von co2online.

Der wichtigste Haken: Du brauchst die Zahlen fürs ganze Haus

Das ist der entscheidende Punkt. Der Heizspiegel bewertet Gebäude, nicht einzelne Wohnungen. Im Flyer heißt es ausdrücklich, er eigne sich nicht, um die Angemessenheit der Heizkosten einzelner Wohnungen zu prüfen. Auch den Verbrauch einer Wohnung in einem zentral beheizten Haus kann die Tabelle nicht bewerten.

Wer in einer Wohnung lebt, braucht deshalb laut Flyer die Gesamtfläche des Gebäudes. So gehst du vor:

  • Gesamtkosten suchen: Such in deiner Abrechnung die Heizkosten für das ganze Gebäude heraus. Laut Flyer enthalten die Vergleichswerte Raumwärme und Warmwasser.
  • Kaltwasser abziehen: Stecken Kaltwasserkosten mit drin, musst du sie herausrechnen.
  • Durch die Gesamtfläche teilen: Die Gesamtkosten teilst du durch die Wohnfläche des ganzen Gebäudes.
  • Mit der passenden Zeile vergleichen: Gebäudegröße und Energieträger müssen stimmen.

Ein Rechenbeispiel: Ein Mehrfamilienhaus mit Gasheizung hat 400 Quadratmeter, die Gesamtheizkosten liegen bei 7.200 Euro. Das ergibt 18 Euro pro Quadratmeter, also die Stufe „erhöht“. Wird das Warmwasser über einen Durchlauferhitzer oder Boiler erzeugt, musst du laut Heizspiegel einen Zuschlag von 2,60 Euro pro Quadratmeter hinzurechnen. Bei einer Wärmepumpe sind es 2,50 Euro pro Quadratmeter.

Warum die Kosten so weit auseinandergehen

Allein bei Gas reichen die Kosten einer 70-Quadratmeter-Wohnung laut co2online von 705 bis 1.785 Euro im Jahr. Bei Fernwärme liegt die Spanne zwischen 575 und 2.080 Euro. Den Hauptgrund sieht co2online im energetischen Zustand des Hauses. Auch regionale Wetterunterschiede und das Heizverhalten spielen eine Rolle.

Wie stark das Baujahr wirkt, zeigt der Heizspiegel am Beispiel Gas: In einem Haus von vor 1977 kostete die 70-Quadratmeter-Wohnung 2025 im Schnitt 1.255 Euro, in einem Haus ab Baujahr 2002 nur 755 Euro.

Auch die Lage im Haus zählt. Eine Wohnung im Dach- oder Erdgeschoss kann laut co2online bei gleichem Heizverhalten mitunter 50 Prozent mehr Heizenergie verbrauchen als eine in Innenlage. Außerdem ist der Heizspiegel ein bundesweiter Durchschnitt, regional kann er abweichen. Genauer sind kommunale Heizspiegel, falls deine Stadt einen hat.

Liegen die Kosten über dem Schnitt, helfen laut co2online schon Verhaltensänderungen und programmierbare Thermostate.
Liegen die Kosten über dem Schnitt, helfen laut co2online schon Verhaltensänderungen und programmierbare Thermostate. (jd-photodesign / Adobe Stock)

Deine Kosten liegen über dem Schnitt? Das kannst du tun

Als Mieter den Preis prüfen: Schau dir in der Abrechnung den Energiepreis an. Vermieter dürfen laut co2online keine unnötig hohen Kosten an Mieter weitergeben, das regelt das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Das eigene Heizverhalten ändern: Laut co2online lassen sich mit Verhaltensänderungen und programmierbaren Thermostaten in einer Beispielwohnung im Schnitt rund 10 Prozent oder 115 Euro pro Jahr sparen. Wie du richtig lüftest, ohne die Wärme zum Fenster hinauszuheizen, steht in unserem Ratgeber Morgens richtig lüften. Gluckert ein Heizkörper oder bleibt er oben kalt, hilft unser Check vor dem Heizstart.

Als Eigentümer an die Heizung ran: Heizungsoptimierung und kleinere Dämmarbeiten bringen laut co2online etwa 20 Prozent, in der Beispielwohnung im Schnitt 235 Euro im Jahr. Wie Heizkurve, Nachtabsenkung und hydraulischer Abgleich zusammenhängen, erklärt unser Ratgeber zu Heizkurve und Nachtabsenkung. Bei einer Wärmepumpe rät co2online, die Jahresarbeitszahl zu ermitteln: Gewinnt die Anlage aus dem Strom nicht mindestens das 2,5-Fache an Heizwärme, sollte ein Energieberater sie prüfen.

Der Blick nach vorn macht die Sache nicht billiger: Für 2026 erwartet co2online beim Heizölpreis einen Anstieg von 26 Prozent.

Programmierbare Thermostate: Wo sie helfen

Ein programmierbares Thermostat misst laut Verbraucherzentrale die Raumtemperatur und steuert das Heizkörperventil automatisch. Du kannst Uhrzeiten und die gewünschte Temperatur festlegen. Wie viel du damit sparst, hängt laut Verbraucherzentrale von deinem bisherigen Heizverhalten ab. Welche Modelle wir empfehlen, steht in unserem Smart-Thermostat-Test und im Überblick über programmierbare Thermostate.

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Wer überlegt, ganz auf eine andere Heizung umzusteigen, findet einen Einstieg in unserem Vergleich Klimaanlage oder Wärmepumpe. Einen Überblick über smarte Heizungssteuerungen gibt es ebenfalls.

Quellen:

co2online: Heizkosten pro m²: Vergleich und Rechner (Stand: 09/2026)
co2online: Heizspiegel Flyer 2026 (PDF)

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