Die Push-Nachrichten sind eine feine Sache, zumal sie garantieren, dass keine wichtige Nachricht mehr verpasst wird. Problematisch ist nur, dass mittlerweile jede simple Smartphone-App auf Push-Nachrichten setzt und das Mobiltelefon ständig zu den ungünstigsten Zeitpunkten vibriert. Wie schön wäre da eine Funktion, die automatisch erkennt, wann unwichtige Push-Nachrichten unerwünscht sind? Unter anderem diesem Problem hat sich der Tüftler Kunal Chaudhary mit seinem Projekt Dot – The Physical Push Notification angenommen.
Fluch der guten Tat
Der eigentliche Sinn hinter Push-Nachrichten ist, den Smartphone-Nutzer über den Eingang wichtiger Nachrichten zu informieren. Das Ausufern dieser Funktion ist aber mittlerweile nicht mehr nur lästig, sondern sorgt durch das Störungspotenzial vor allem im Rahmen der Arbeit für ständige Unterbrechungen und damit eine verringer Konzentrationsfähigkeit und Produktivität.
Eine einfache Lösung wäre schlicht das Ausschalten des Mobiltelefons, doch gesetzt diesem Fall wäre es nicht mehr möglich wichtige Anrufe oder Nachrichten zu erhalten. Zielführend ist daher das automatische Erkennen des Aufenthaltsortes durch das Smartphone, sodass entsprechende Voreinstellungen für den Empfang von Push-Nachrichten aktiviert werden können und das Smartphone somit beispielsweise im Auto oder im Homeoffice nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit klingelt.

Dot-Beacons versprechen individuelle Problemlösungen
Leider verfügen Smartphones derzeit noch nicht über die Hardware, um dieses Problem ab Werk adäquat zu lösen, denn die verbauten GPS-Module sind für die Positionsbestimmung auf engem Raum nicht präzise genug. Unter dem Namen Dot hat Kunal Chaudhary aber ein solches System entwickelt, das genau diese Anforderung erfüllt.
Dabei handelt es sich im Grunde um kleine Signalstationen, die dank ihrer Klebefläche an jedem beliebigen Ort befestigt werden können. Ausgestattet sind die Signalstationen des Dot-Systems mit einer Bluetooth-Schnittstelle, die es mit Hilfe der Signalstärke ermöglicht, die genaue Distanz zwischen jedem sogenannten Beacon und dem Smartphone zu ermitteln.
Der Clou an der Sache ist die freie Programmierbarkeit der Dot-Beacons, sodass beispielsweise ein im Homeoffice angebrachtes Beacon mit Anweisungen belegt werden kann, die nur bestimmte Push-Nachrichten erlauben oder je nach Priorität der eingehenden Meldungen in einer bestimmten Farbe aufleuchten.
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Erhöhtes Nutzenpotenzial jenseits von Push-Nachrichten
Sobald das Smartphone in den eingestellten Senderadius des Dot-Beacons gelangt, werden die hinterlegten Einstellungen automatisch übernommen und aktiviert. Das Dot-System, das aktuell auf der Plattform Kickstarter eine vielversprechende Finanzierungsrunde durchläuft, verfügt jedoch noch über weitere Anwendungsmöglichkeiten, die den Smart-Home-Konzepten diverser Anbieter ähneln.
So aktiviert ein im Fahrzeug angebrachtes Dot-Beacon auf Wunsch beispielsweise automatisch die Navigationsfunktion des Smartphones und leitet alle einkommenden Anrufe auf die Freisprecheinrichtung um, sobald der Fahrer in einsteigt. Auch können mit den Dot-Beacons typische Smart-Home-Elemente gesteuert werden, sofern diese vorhanden sind.
Dies betrifft beispielsweise das automatische Einschalten der Beleuchtung, sobald der Nutzer mit seinem Smartphone ein Zimmer betritt sowie das Ausschalten beim Verlassen des Raumes. Verlockend ist auch die automatische Versendung von Nachrichten an andere Haushaltsmitglieder, die zum Beispiel die Kinder daran erinnern, den Müll raus zu bringen. Als Beispiele nennt der Hersteller die Lifx Bulbs und das Nest Thermostat.
Potenzial haben die Dot-Beacons, die für 20 US-Dollar pro Stück erhältlich sind, also in jedem Fall, womit sie dank ihrer universellen Programmierbarkeit für Technikliebhaber zu einer veritablen Option für den Alltag werden.
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