Balkonkraftwerk Kaufratgeber 2026: Funktionsweise, Recht und Auswahl-Tipps

Über 1,3 Millionen Mini-Solaranlagen sind laut Bundesnetzagentur (Stand Frühjahr 2026) bereits in Deutschland angemeldet, Tendenz steigend. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Balkonkraftwerk funktioniert, was gesetzlich erlaubt ist, wo es Förderung gibt, ob eine Versicherung nötig ist – und worauf es beim Kauf konkret ankommt.

Balkonkraftwerk Kaufratgeber 2026: Funktionsweise, Recht und Auswahl-Tipps
Auch auf kleinen Flächen kann man gut Solarstrom erzeugen (Originabild M. Wendel, KI-optimiert)

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk (teilweise auch als Mini-PV-Anlage oder Steckersolargerät bezeichnet) umfasst meist ein bis vier Solarmodule und einem Wechselrichter. Die Module wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um, der Wechselrichter macht daraus haushaltsüblichen Wechselstrom. Über einen Schuko-Stecker (oder bei höherer Leistung Wieland-Anschluss) speist die Anlage den Strom direkt ins Hausnetz ein.

Angeschlossene Geräte greifen dabei zuerst auf den selbst erzeugten Solarstrom zu, erst der Rest kommt aus dem öffentlichen Netz. Der Stromzähler läuft in dieser Zeit spürbar langsamer. Technisch gilt ein Balkonkraftwerk als Haushaltsgerät und nicht als Anlage im Sinne des Energierechts – deshalb sind Montage und Anmeldung so viel einfacher als bei einer klassischen Dach-PV-Anlage.

Das Wichtigste in Kürze: Balkonkraftwerk Kaufcheckliste

Vor der Auswahl eines Starter-Sets sollten sich Einsteiger folgende Fragen stellen:

Auswahlmöglichkeiten

  • Wo soll das Balkonkraftwerk montiert werden? Balkongeländer, (Garagen-)Flachdach, Garten, Terrasse, Zaun oder Fassade – die Standort-Entscheidung bestimmt den Halterungstyp für die Solarmodule.
  • Wie viele Module finden dort Platz? 1 Modul (≈450–500 Wp) oder 2–8 Module (900–2.000 Wp).
  • Welche Wechselrichterleistung? 400 oder 600 W eignen sich nur für kleine Anlagen (meist mit einem Modul). 800 W sind Standard, weil mehr Leistung kein Balkonkraftwerk ins Hausnetz einspeisen darf.
  • Mit oder ohne Speicher?
    Tagsüber zu Hause → dank Sofortverbrauch genügt eine Anlage ohne Speicher.
    Tagsüber (oft) abwesend → der Speicher fängt Stromüberschüsse auf und sichert sie für abends.
  • Welche Marke/welches Set? Konkrete Empfehlungen für einzelne Standorte und Leistungsklassen sind in unserem Balkonkraftwerk Test-Vergleich zu finden.
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Auch gut zu wissen: Anlagen bis 2.000 Wp Modulleistung und 800 W Wechselrichterleistung sind genehmigungsfrei. Es genügt eine kurze Online-Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Wo kann ich mein Balkonkraftwerk montieren?

Der Montageort ist die erste und wichtigste Entscheidung – er bestimmt, welche Sets überhaupt infrage kommen.

Balkon

  • Der häufigste Montageort: Die Solarmodul-Halterungen werden dafür an die Balkonbrüstung geklemmt oder geschraubt.
  • Wichtig: Tragfähigkeit vorher prüfen!
    450–500 Wp Module wiegen inklusive Halterung oft rund 30 kg/ Stück.
    Eine Ausnahme stellen nur sog. Leichtmodule dar, die mit rund 3-5 kg/ Stück auskommen.
  • Seit 2024 haben Mieter und Wohnungseigentümer grundsätzlich Anspruch auf Zustimmung zur Installation. Trotzdem empfehlen wir, den Vermieter vorab zu informieren.
Über Ösen und spezielle Kabelbinder kann dieses Leichtmodul einfach aufgehängt werden
Über Ösen und spezielle Kabelbinder kann dieses Leichtmodul einfach aufgehängt werden (Mariella Wendel)

Flachdach

  • Ideal für alle, die keine Bohrungen vornehmen wollen: Die Halterungen werden meist nur mit Betonplatten beschwert, nicht am Boden verschraubt.
  • Profi-Tipp: Diese Halterungen eignen sich auch für ein Garagendach, eine Terrasse oder einen Innenhof.
  • Flachdach-Aufständerungssets ermöglichen die optimale Neigung von 30–35°.
  • Mehr Infos dazu gibt es in unserem Ratgeber zu Flachdach Balkonkraftwerken

Garten/Freifläche

  • Maximale Flexibilität bei der Ausrichtung.
  • Bodenaufständerungen funktionieren wie Flachdachhalterungen und sind ebenso einfach zu montieren.
  • Wichtig: ausreichend lange Kabelverbindung zur nächsten Haus-Steckdose einplanen.
Bei dieser Bodenhalterung fehlt noch eine passende Ballastierung
Bei dieser Bodenhalterung fehlt noch eine passende Ballastierung (Mariella Wendel)

Fassade/Wand

  • Geringste Neigung, dadurch ca. 20–30 % weniger Jahresertrag als bei optimaler Dachneigung.
  • Sinnvoll, wenn keine andere Fläche verfügbar ist.
  • Erfordert spezielle Fassadenhalterungen und etwas mehr Installationsaufwand als andere Lösungen.

Die Südausrichtung mit 30–40° Neigung liefert die höchste Jahresproduktion. Ost- und Westausrichtungen können aber wirtschaftlich sinnvoll sein, um die Morgen- und Abendsonne gleichermaßen zu nutzen.

Wie viele Module machen Sinn und welche Leistung sollten sie haben?

Je nach persönlichem Platzangebot und Stromverbrauch kommen unterschiedliche Modul-Konstellationen infrage.

1 Modul (450–500 W) für sehr kleine Balkone

  • Geeignet für: Balkone mit Platzmangel/Nutzer mit Mini-Budget.
  • Jahresertrag: ca. 400–500 kWh* → Ersparnis ca. 140–175 € (bei 35 ct/kWh).
  • Wechselrichter: 400 W reicht aus.
  • Preis: ca. 180 bis 200 €.

400 bis 600 W Lösungen werden inzwischen eher weniger angeboten. Heute sind eher 900+ W Varianten üblich.

2 Module (900–1.000 W) – Empfehlung für die meisten Einsteiger

  • Jahresertrag: ca. 800–950 kWh* → Ersparnis ca. 280–330 € (bei 35 ct/kWh).
  • Wechselrichter: 800 W (gesetzliches Maximum für Einspeisung).
    Gut zu wissen: 900 Wp Solarmodule in Kombination mit einem 800-W-Wechselrichter sind heute Standard. So wird auch bei wechselhaftem Wetter möglichst viel Solarstrom erzeugt. Dass an wenigen sehr sonnigen Stunden ein kleiner Teil der möglichen Spitzenleistung verloren geht („Clipping“), wirkt sich auf den Jahresertrag nur gering aus.
  • Preis: ca. 200–500 €.

Achtung: Ab 960 Wp Modulleistung ist laut VDE-Norm ein Wieland-Stecker statt Schuko-Stecker Pflicht (Mehr Details dazu im Abschnitt „Was ist rechtlich erlaubt?“).

  • 900-Wp-Sets (2 × 450 Wp) bleiben darunter
  • 1.000-Wp-Sets (2 × 500 Wp) liegen bereits darüber

4 Module (1.600–2.000 W) für Nutzer mit besonders hohem Stromverbrauch

  • Maximale Leistung im gesetzlich vereinfachten Rahmen (bis 2.000 Wp genehmigungsfrei).
  • Jahresertrag: ca. 1.400–1.800 kWh* → Ersparnis ca. 490–630 € (bei 35 ct/kWh)
  • Wechselrichter: 800 W (Einspeisegrenze bleibt gleich) – sinnvoll vor allem in Kombination mit Speicher, der den Überschuss puffert. Bifaziale Module (Glas-Glas, reflektieren Licht von unten) bringen in diesem Leistungsbereich bis zu 10–15 % Mehrertrag.
  • Preis ab: ca. 600–900 € (ohne Speicher).

Wichtig: Bei 1.600–2.000 Wp Modulleistung liegt man klar über der 960-Wp-Grenze – hier ist zwingend eine Wieland-Steckdose nötig, die ein Elektriker installieren muss (kein normaler Schuko-Stecker).

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*Alle Jahreserträge sind Beispielwerte für unseren Firmenstandort Karlsruhe in Süddeutschland. Die individuellen Werte können je nach Verschattung, Ausrichtung und Wetterjahr variieren.

Welcher Wechselrichter ist der richtige?

Der Wechselrichter ist das Herzstück jedes Balkonkraftwerks. Er wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom um.

Gesetzliche Rahmenbedingungen Maximal 800 W darf ein Balkonkraftwerk ins Hausnetz einspeisen – das gilt für Wechselrichter und Speicher mit integriertem Wechselrichter gleichermaßen. Die Modulleistung darf höher sein als die Wechselrichterleistung (üblich: 900–2.000 Wp Module an einem 800-W-Wechselrichter). Welcher Steckertyp je nach Modulleistung vorgeschrieben ist, steht im Abschnitt „Was ist bei Balkonkraftwerken rechtlich erlaubt?“.

Wechselrichter-Typen

  • Klassischer String-Wechselrichter (z. B. Hoymiles HM-800): Günstig, bewährt und weit verbreitet. Alle Module hängen in einer Kette: Wenn ein Modul verschattet ist, leidet der Gesamtertrag. Daher nur geeignet für gleichmäßig beleuchtete Flächen ohne Teilverschattung.
  • Mikro-Wechselrichter (je Modul ein eigenes Gerät): Teurer, aber jedes Modul arbeitet unabhängig. Verschattung eines Moduls beeinflusst die anderen nicht. Geeignet für Ost-West-Aufstellung und Installationen mit Teilschatten.
  • Speicher mit integriertem Wechselrichter: Kombiniert Speicher und Wechselrichter in einem Gerät (z. B. Anker SOLIX 4, Solakon ONE, EcoFlow STREAM Ultra X oder Avocado 22 Pro Speicher). Einfachste Installation, beste Smart-Home-Integration. Geeignet für alle, die von Anfang an mit Speicher planen.
Bei einem klassischen Balkonkraftwerk hängt der Wechselrichter unter einem Solarmodul
Bei einem klassischen Balkonkraftwerk hängt der Wechselrichter unter einem Solarmodul (Mariella Wendel)

Sind Balkonkraftwerke mit Speicher besser oder ohne?

Das hängt davon ab, wann im Haushalt Strom verbraucht wird – tagsüber oder abends.

Ohne Speicher: sinnvoll bei hohem Tagesverbrauch

  • Wer tagsüber zu Hause ist und kontinuierlich Strom verbraucht, kann den Solarstrom direkt nutzen. Dabei werden typischerweise 55–70 % des erzeugten Stroms direkt verbraucht – der Rest fließt unentgeltlich ins öffentliche Stromnetz.
  • Anschaffungskosten: ab ca. 300 € (2-Modul-Set). Amortisation: häufig in 3–5 Jahren. Geeignet für Rentner, Home-Office-Nutzer, Haushalte mit hoher Tagesgrundlast.

Mit Speicher: sinnvoll bei Abwesenheit tagsüber

  • Wer tagsüber arbeiten geht, verschenkt ohne Balkonkraftwerk Speicher einen Großteil des erzeugten Stroms. Ein Speicher puffert den Überschuss und gibt ihn abends ab.
  • Moderne Speicher liefern dank Notstromfunktion außerdem auch bei einem Blackout weiter Energie, während sich Standard-Balkonkraftwerke in so einem Fall automatisch abschalten.
Anker SOLIX 4 Speicher (links) und SOLIX 3 Speicher rechts
Viele Hersteller bieten Speichermodule in unterschiedlichen Größenklassen an (Mariella Wendel)

Welche Speichergröße passt?
Die optimale Speichergröße für ein 800-W-Balkonkraftwerk mit 900–1.000 Wp liegt in der Praxis bei ca. 2 kWh.
Für 2.000-Wp-Anlagen lohnen sich Speicher ab 3–5 kWh.

Für Einsteiger eignen sich u. a.:

  • Solakon ONE (Preis-Leistungs-Tipp): 2,11 kWh pro Einheit, modular bis 12,66 kWh, max. 2.600 W PV-Eingangsleistung, integrierter Wechselrichter, 1.200 W Notstromfunktion.
  • Anker SOLIX 3: 2,7 kWh Grundkapazität, modular auf bis zu 16,12 kWh erweiterbar, max. 2.600 W PV-Eingangsleistung, integrierter Wechselrichter, 1.200 W Notstromfunktion. Alternativ bietet außerdem das Nachfolgemodell SOLIX 4 mit 5 kWh noch mehr Kapazität.
  • EcoFlow STREAM Ultra X (umfassendster Blackout-Schutz): 3,84 kWh Basis, erweiterbar auf bis zu 23 kWh, max. 2.000 W PV-Eingangsleistung, zwei Notstrom-Steckdosen mit zusammen bis zu 2.300 W.

Technische Lebensdauer: Moderne LiFePO4-Speicher halten typischerweise 5.000–8.000 Ladezyklen, was bei ca. 250–300 Ladezyklen pro Jahr einer Lebensdauer von 10–15 Jahren entspricht.

Wie kann ich die richtige Balkonkraftwerk-Marke finden?

Beim Kauf eines Balkonkraftwerks entscheidet nicht nur der Preis, sondern vor allem Qualität, Montage-Kompatibilität und Service. Die relevanten Marken und Shops 2026 im Überblick:

  • Anker – punktet durch 500-Wp-Module, starke App und den SOLIX-3-Premium-Speicher.
  • Solakon – starke All-in-One-Speicherlösung, besonders für Einsteiger.
  • EcoFlow – High-End-Speicher mit der stärksten Notstromfunktion.
  • Kleines Kraftwerk – patentierte Halterungen „Made in Germany“, breite Set-Auswahl für alle Montageorte.
  • Yuma – beliebter Onlinehändler mit Showroom in Köln, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • tepto – riesiges Sortiment, eigene Abholung möglich.

Was ist bei Balkonkraftwerken rechtlich erlaubt?

Die Watt-Grenzen. Seit Mai 2024 dürfen Balkonkraftwerke bis zu 800 Watt Leistung ins Hausnetz einspeisen (vorher: 600 Watt). Die installierte Modulleistung darf insgesamt 2.000 Watt pro Stromzähler nicht überschreiten – deshalb sind inzwischen auch Sets mit vier Modulen üblich.

Seit Dezember 2025 regelt zusätzlich die Produktnorm DIN VDE V 0126-95, welcher Stecker ab welcher Modulleistung nötig ist:

  • Bis 960 Watt Modulleistung reicht ein normaler Schuko-Stecker aus.
  • Über 960 Watt Modulleistung (bis maximal 2.000 Watt) ist eine spezielle Energiesteckvorrichtung (Wieland-Stecker) Pflicht, die ein Elektriker installieren muss.
  • Die Einspeisegrenze für die Stromgabe von Balkonkraftwerken ins Hausnetz liegt immer bei 800 Watt unabhängig vom Steckertyp.

Anmeldung nur noch bei der Bundesnetzagentur. Eine Balkonkraftwerk Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit dem Solarpaket I nicht mehr nötig. Es reicht eine Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur – fünf Angaben, wenige Minuten, kostenlos. Erst ab 2.000 Wp Modulleistung wird zusätzlich eine Meldung beim Netzbetreiber fällig.

Beim Stromzähler gilt: Alte Ferraris-Zähler, die bei Einspeisung rückwärtslaufen können, dürfen übergangsweise weiterlaufen, bis der Messstellenbetreiber sie gegen einen digitalen Zweirichtungszähler oder Smart Meter austauscht. Nutzer müssen dabei nicht unbedingt selbst aktiv werden, es kann aber Jahre dauern, bis der standardmäßige Zählerwechsel erfolgt.

Wird ein neuer digitaler Zähler nötig, darf der Netzbetreiber dafür höhere Betriebsgebühren verlangen, bis zu 30 Euro pro Jahr.

Je nach Alter des Gebäudes können die Stromzähler sehr unterschiedlich aussehen
Je nach Alter des Gebäudes können die Stromzähler sehr unterschiedlich aussehen (Mariella Wendel)

Vermieter und Eigentümergemeinschaften dürfen nicht mehr grundlos ablehnen. Seit Oktober 2024 gilt ein Balkonkraftwerk laut Mietrecht (§ 554 BGB) und Wohnungseigentumsrecht als privilegierte bauliche Veränderung – rechtlich ähnlich behandelt wie eine Wallbox oder ein barrierefreier Umbau.

Vermieter und Eigentümergemeinschaften müssen daher zustimmen, außer es gibt einen triftigen Grund dagegen, etwa Denkmalschutz, Statik oder Brandschutz. Trotzdem gilt: Den Vermieter vor der Montage zu informieren erspart spätere Diskussionen.

Wo gibt es Förderung und Steuervorteile?

Balkonkraftwerke sind seit 2023 von der Mehrwertsteuer befreit (0 % statt 19 %) – das gilt unbefristet und ohne zusätzliche Bedingungen, auch 2026.

Zusätzlich fördern einzelne Bundesländer und immer mehr Kommunen die Anschaffung direkt mit Balkonkrafwerk Zuschüssen, meist zwischen 50 und 200 Euro. Weil sich Förderprogramme regional stark unterscheiden und regelmäßig ändern, lohnt sich vor dem Kauf ein kurzer Check bei der eigenen Stadt oder Gemeinde.

Eine Einspeisevergütung für nicht selbst verbrauchten Solarstrom ist bei Balkonkraftwerken theoretisch möglich, verlangt aber einen separaten Stromzähler und mehr Bürokratie. Angesichts der geringen Strommengen lohnt sich der Aufwand für die meisten Haushalte nicht.

Muss ich mein Balkonkraftwerk versichern?

Eine eigene Photovoltaikversicherung braucht es in der Regel nicht. Die Hausratversicherung – die viele Mieter ohnehin haben – deckt das Balkonkraftwerk normalerweise mit ab, etwa bei Sturm, Hagel, Feuer oder Überspannungsschäden durch Blitzschlag. Der Versicherungsverband GDV hat seine Musterbedingungen dafür bereits 2023 erweitert. Bei bestehenden Verträgen lohnt ein kurzer Anruf beim Versicherer, ob die neuen Bedingungen automatisch gelten.

Für Schäden, die die Anlage bei Dritten verursacht – etwa wenn sich ein Modul löst und den Nachbarbalkon beschädigt –, ist die private Haftpflichtversicherung zuständig. Auch das Balkonkraftwerk sollte man dem Versicherer beim Abschluss oder bei Vertragsänderungen kurz melden.

Checkliste: Diese Punkte sind beim Balkonkraftwerk-Kauf entscheidend

  1. Standort & Ausrichtung festlegen: Süd, Ost/West oder Ost und West? Neigung 30–40°?
  2. Modulanzahl und Leistung wählen: 2 Module mit 900–1.000 Wp sind für Nutzer ohne Speicher die beste Wahl. Achtung: Ab 960 Wp Modulleistung ist statt Schuko ein Wieland-Stecker Pflicht.
  3. Halterung auswählen: Passend zum Montageort, z. B. für ein Balkongeländer aus Metall, Beton oder Glas.
  4. Für oder gegen einen Speicher entscheiden. Bei der Speicherauswahl zusätzlich auf Notstromleistung (meist 1.200–2.500 W) und spätere Erweiterbarkeit (je nach Modell ca. 8–64 kWh) achten
  5. Wechselrichter wählen: Entweder ein klassischer 800 W Balkonkraftwerk Wechselrichter oder ein Speicher mit ab Werk integriertem Wechselrichter.
  6. Und nach dem Kauf: Balkonkraftwerk-Anmeldung im Marktstammdatenregister nicht vergessen – das dauert nur wenige Minuten und ist Pflicht. Mieter sollten außerdem den Vermieter informieren und die Hausratversicherung über die neue Anlage in Kenntnis setzen.
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FAQ
Wie viele kWh liefert ein Balkonkraftwerk pro Jahr?

Ein Standard-Balkonkraftwerk mit 800 Watt Einspeiseleistung (meist 900 bis 1.000 Wp Modulleistung) erzeugt an einem sonnigen Süd-Standort ohne Verschattung häufig 800 bis 950 Kilowattstunden pro Jahr, bei ungünstigerer Ausrichtung oder Teilverschattung auch deutlich weniger. Ausschlaggebend sind Ausrichtung, Neigungswinkel und die Sonneneinstrahlung am Wohnort. Anlagen mit vier Modulen (1.600 bis 2.000 Wp) kommen entsprechend höher, auf etwa 1.400 bis 2.000 kWh pro Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Watt und Watt Peak (Wp)?

Watt Peak (Wp) ist die maximale Leistung, die ein Solarmodul unter genormten Testbedingungen erreicht (1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur) – ein Herstellerwert, der vor allem dem Modulvergleich dient. Watt (W) bezeichnet dagegen die tatsächlich erzeugte Leistung in einem bestimmten Moment, die je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit stark schwankt. Ein Modul mit 450 Wp liefert diese Leistung deshalb nur unter optimalen Bedingungen, im Alltag liegt der Wert meist darunter.

Was passiert mit Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird?

Erzeugt das Balkonkraftwerk mehr Strom, als der Haushalt gerade benötigt, fließt der Überschuss automatisch und ohne Vergütung ins öffentliche Stromnetz. Ohne Speicher bleiben dadurch je nach Tagesablauf üblicherweise 30 bis 45 Prozent des erzeugten Stroms ungenutzt, besonders wenn tagsüber niemand zu Hause ist.

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher kann diesen Überschuss hingegen zwischenspeichern und am Abend bereitstellen, wenn der Verbrauch wieder steigt.

Wie hoch ist die konkrete Ersparnis in Cent pro kWh?

Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde und einem Jahresertrag von 800 kWh ergeben sich rechnerisch bis zu 280 Euro Ersparnis pro Jahr. Tatsächlich genutzt wird davon nur der Anteil, der auch zeitgleich verbraucht wird – ohne Speicher üblicherweise 55 bis 70 Prozent. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 60 Prozent liegt die reale Ersparnis in diesem Beispiel bei rund 168 Euro pro Jahr.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt vor allem vom Eigenverbrauch, dem Standort und dem gezahlten Strompreis ab. Bei einem üblichen Standard-Set mit 800 Watt Einspeiseleistung amortisieren sich die Kosten in der Praxis meist innerhalb von 3 bis 5 Jahren. Je mehr Solarstrom direkt verbraucht wird, etwa durch Tagesanwesenheit oder einen Speicher, desto schneller rechnet sich die Investition.

Welche Befestigung brauche ich für einen Betonbalkon?

Für Balkonkraftwerke an Betonbalkonen gibt es spezielle Halterungssysteme, die Solarmodule ohne Bohrungen in die Bausubstanz fixieren, etwa Klemmhalterungen am Geländer oder beschwerte Aufständerungen. Betonbrüstungen haben meist eine hohe Tragfähigkeit, sodass sich damit auch zwei bis vier Module montieren lassen.

Vor der Montage empfiehlt sich aber trotzdem ein Abgleich des Gesamtgewichts aller Komponenten mit den Herstellerangaben zur zulässigen Belastung.

Was bringen Mini-PV-Anlagen für Umwelt und Geldbeutel?

Mini-PV-Anlagen erzeugen den Strom direkt am Wohnort aus Sonnenlicht und ersetzen damit anteilig Strom aus dem öffentlichen Netz, der noch immer zu einem Teil aus fossilen Energieträgern stammt. Beim Geld wirkt der Effekt unmittelbar: Ein Standard-Set mit 800 Watt Einspeiseleistung spart bei üblichem Eigenverbrauch von 55 bis 70 Prozent real etwa 150 bis 200 Euro Stromkosten pro Jahr. Der Effekt für Umwelt und Haushaltskasse hängt dabei direkt von der erzeugten und tatsächlich selbst verbrauchten Strommenge ab, nicht von der reinen Modulleistung.

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