SunEnergyXT 500 PRO vs. Anker SOLIX 4 : Der große Speicher-Vergleich

5 kWh, vier MPPT-Tracker, echte Notstromfunktion: Anker SOLIX Solarbank 4 Pro (kurz: SOLIX 4) und SunEnergyXT 500 PRO klingen auf dem Papier fast identisch. Doch im direkten Vergleich zeigen sich deutliche Leistungsunterschiede bei wenig Sonne, Wetterfestigkeit und der Erweiterbarkeit. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich welches Modell lohnt.

SunEnergyXT 500 PRO vs. Anker SOLIX 4 : Der große Speicher-Vergleich
Speicher-Duell: Anker SOLIX 4 gegen SunEnergyXT 500 PRO. (KI-Symbolbild)

Kurz-Check: Das sind die Hauptunterschiede von Anker und SunEnergyXT

  • PV-Eingangsleistung: Anker SOLIX 4 verarbeitet bis zu 5.000 W an einem einzigen Gerät, lädt davon ohne Erweiterungsakku aber maximal 2.500 W in den Akku. SunEnergyXT 500 PRO nimmt bis zu 2.500 W je Kopfspeicher auf, mehr geht nur mit weiteren Kopfspeichern (bis zu 7.500 W mit drei Geräten).
  • Notstrom: Der Anker-Speicher gibt bis zu 2.500 W im Off-Grid-Modus ab, SunEnergyXT 500 PRO maximal 2.400 W, pro Gerät liegen sie damit praktisch gleichauf. Mit zwei oder drei kombinierten 500 PRO steigt die Notstromleistung aber auf 4,8 bzw. 7,2 kW, dafür sind allerdings weitere vollständige Geräte nötig. Bei Anker bleibt sie mit Erweiterungsakkus bei 2.500 W, mehr Leistung gibt es dort via Power Dock.
  • Erweiterbarkeit: Beide Geräte lassen sich mit je fünf Erweiterungsakkus auf bis zu 30 kWh ausbauen. Unterschiedlich ist der Weg zu mehr Leistung: Bei SunEnergyXT können (ohne Zusatzhardware) bis zu drei Kopfspeicher kombiniert werden, was neben der Kapazität auch Eingangs-, Ausgangs- und Notstromleistung skaliert. Bei Anker erhöhen Erweiterungsakkus die Kapazität und ermöglichen, die vollen 5.000 W PV-Leistung einzuspeichern. Für mehr Ausgangsleistung koppelt Anker bis zu vier Geräte über das Power Dock (bis zu 9,6 kW), SunEnergyXT hat dafür die PowerBOX für Herbst 2026 angekündigt.
  • Datenschutz/Steuerung: SunEnergyXT 500 PRO arbeitet bei Bedarf mit lokaler API ohne Cloud-Zwang, Anker SOLIX 4 ist stärker auf sein App- und Cloud-Ökosystem ausgelegt.

Welcher Speicher eignet sich für wen am besten?

Anker SOLIX 4 ist die richtige Wahl für große Anlagen mit bis zu zwölf Modulen an einem einzelnen Gerät. Seine vollen 5.000 W PV-Eingangsleistung spielt er vor allem dann aus, wenn tagsüber viel Strom direkt verbraucht wird oder ohnehin ein Erweiterungsakku geplant ist.

Zusätzlich punktet SOLIX 4 mit einem komfortablen App-Ökosystem inklusive KI-gestützter Funktionen, wie einer Energieplanung, die dynamische Stromtarife berücksichtigt. Dazu kommen ein Display am Gerät, die höhere Schutzart IP66 (statt IP65 bei SunEnergyXT) und das geringere Gewicht. Wer mit einer Cloud-Anbindung kein Problem hat, erhält hier demnach ein rundes Gesamtpaket.

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Bei SunEnergyXT 500 PRO ist die PV-Ladeleistung auf maximal 2.500 W je Kopfspeicher begrenzt. Bei typischen Balkonkraftwerk-Setups fällt das aber nicht ins Gewicht, weil im vereinfachten Anmelderahmen ohnehin nur bis zu 2.000 Wp Modulleistung zulässig sind. Das gilt allerdings für beide Speicher: Auch die 5.000 W des SOLIX 4 lassen sich in diesem Rahmen nicht ausschöpfen.

Seine Stärken dürfte der SunEnergyXT 500 PRO vor allem an Standorten mit häufig schwachem Licht ausspielen, etwa in Norddeutschland oder bei ungünstiger Dachausrichtung. Zudem ist er die passendere Wahl bei Nutzung einer bedarfsgeregelten Heizstrategie im Winter oder dem Wunsch nach lokaler Steuerung.

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Kapazität und Leistung: Anker oder SunEnergyXT – wer liefert mehr?

Beide Systeme spielen in der 5-kWh-Klasse, unterscheiden sich aber deutlich bei der PV-Eingangsleistung. Anker SOLIX 4 kommt auf eine Nennkapazität von 5.024 Wh bei rund 50 kg Gewicht. Seine vier MPPT-Tracker verarbeiten in Summe bis zu 5.000 W, unterstützt werden vier bis zwölf Module. In den Akku fließen davon laut Datenblatt bis zu 2.500 W gleichzeitig. Was darüber hinausgeht, wird direkt im Haushalt genutzt, eingespeist oder mit einem Erweiterungsakku zusätzlich gespeichert.

SunEnergyXT 500 PRO liegt mit 5.024 Wh Nennkapazität gleichauf (4.800 Wh nutzbar laut Hersteller) und bringt aber mit 58 kg etwas mehr Gewicht auf die Waage. Seine vier MPPT-Kanäle sind mit je 625 W kleiner dimensioniert und kommen in Summe auf rund 2.500 W je Kopfspeicher.

Für die meisten Balkonkraftwerke mit zwei bis vier Modulen ist das aber ausreichend und wer mehr braucht, kombiniert ohne Zusatzhardware bis zu drei Kopfspeicher. Dafür wird allerdings jeweils ein vollständiges weiteres Gerät fällig.

Bei der AC-Ausgangsleistung liegen beide näher beieinander: Der 500 PRO liefert bis zu 2.400 W, Anker kommt auf bis zu 2.500 W. Das gilt allerdings pro Gerät: Mit zwei oder drei kombinierten 500 PRO steigt die Ausgangsleistung auf 4,8 bzw. 7,2 kW, während der SOLIX 4 mit Erweiterungsakkus bei 2.500 W bleibt. Über das Power Dock lassen sich bei Anker bis zu vier Geräte auf bis zu 9,6 kW koppeln.

Notstromsteckdose und Parallel-Anschluss am SunEnergyXT 500 PRO
Die Backup-Steckdose des SunEnergyXT 500 PRO liefert bei Stromausfall bis zu 2.400 W, darüber sitzt der Parallel-Anschluss für weitere Kopfspeicher. (Mariella Wendel)

Fazit: Wer viele Module an einem einzelnen Gerät betreiben will, findet bei Anker die höhere PV-Eingangsleistung, mit Erweiterungsakku lässt sie sich auch vollständig einspeichern. Wer eine kompakte Standardanlage plant und trotzdem Reserve für später haben möchte, erreicht mit dem SunEnergyXT 500 PRO ebenso sein Ziel und kann bei Bedarf weitere Kopfspeicher ergänzen.

Erweiterungsoptionen im Überblick

Bis 30 kWh pro Turm erreichen beide Systeme durch Zusatzakkus, erst danach trennen sich die Konzepte.

Bei Anker SOLIX 4 bleiben die vier MPPT-Eingänge der Haupteinheit die Grenze für zusätzliche PV-Leistung: Weitere BP5000-Akkus erhöhen die Speicherkapazität und sorgen dafür, dass die vollen 5.000 W Solarleistung auch eingespeichert werden können. Ausgangs- und Notstromleistung bleiben dagegen bei 2.500 W.

Wer trotzdem mehrere SOLIX-4-Einheiten koppeln möchte, kann das über ein Power Dock tun: Denn so ist eine Parallelschaltung von bis zu 4 Geräten mit einer maximalen AC-Ausgangsleistung von 9,6 kW möglich.

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Zur PV-Eingangsleistung und Gesamtkapazität im gekoppelten Betrieb macht Anker jedoch keine expliziten Angaben. Rechnerisch wären bei vier voll ausgebauten Einheiten bis zu 20 kW PV-Eingangsleistung und bis zu 120 kWh Kapazität denkbar, das ist aber unsere eigene Hochrechnung, keine Herstellerangabe. Klar ist unabhängig von den genauen Zahlen: Die PV-Leistung wächst bei Anker nur, wenn komplette zusätzliche Einheiten hinzukommen, nicht durch reine Akku-Erweiterung.

Bei SunEnergyXT besteht jeder Standard-System-Turm ebenfalls aus einem Kopfspeicher mit bis zu fünf Erweiterungsmodulen (macht bis zu 30 kWh). Zusätzlich können bis zu drei Kopfspeicher der 500-PRO-Serie parallel betrieben werden: Das ergibt auf einer Phase eine gemeinsam steuerbare Kapazität von bis zu 90 kWh, eine Ausgangsleistung von bis zu 7,2 kW und über die dann aktiven 12 MPPT-Kanäle eine Solareingangsleistung von bis zu 7.500 W.

Darüber hinaus hat der Hersteller eine dreiphasige SunEnergyXT PowerBOX für Herbst 2026 angekündigt, mit der sich künftig bis zu neun Kopfspeicher für bis zu 270 kWh und 21,6 kW koppeln lassen.

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Schwachlichtverhalten: Wer startet bei wenig Sonne früher?

Der SunEnergyXT 500 PRO und der SOLIX 4 nutzen laut Herstellerangaben dieselbe Zellkonfiguration: 314 Ah bei einer Nennspannung von 16 V, was jeweils 5.024 Wh ergibt. Die Batteriespannung erklärt Unterschiede bei schwachem Licht also nicht.

Entscheidend dürften vielmehr die Startschwelle und die Auslegung der MPPT-Regelung sein. SunEnergyXT gibt an, die MPPT-Regelung des SunEnergyXT 500 PRO auf niedrige Eingangsleistungen ausgelegt und den Eigenverbrauch gering gehalten zu haben, was sich bei schwacher Einstrahlung positiv auswirken kann.

Im Praxistest von Bild.de zeigte sich ein Unterschied zwischen beiden Speichern beim Schwachlichtverhalten dementsprechend deutlich: Bei identischen Solarmodulen registrierte der SunEnergyXT 500 PRO bei schwachem Morgenlicht bereits PV-Leistung, während der SOLIX 4 zunächst meist keine oder nur eine sehr geringe Eingangsleistung anzeigte.

Die Messwerte zeigen damit einen späteren PV-Start des SOLIX 4, erlauben jedoch keine eindeutige Aussage darüber, ob dafür beispielsweise eine Mindestspannung, ein Mindeststrom oder eine interne Startschwelle verantwortlich ist. Auch wie stark sich der spätere Start auf den Tagesertrag auswirkt, lässt sich aus der Beobachtung nicht ableiten.

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Ausstattungs-Check: Was liegt im Karton und was muss extra bestellt werden?

Beide Balkonkraftwerk Speicher sind als All-in-one-Systeme konzipiert. Das heißt konkret: Batterie, Wechselrichter, MPPT-Tracker und Notstromsteckdose stecken jeweils in einem einzigen Gehäuse.

Im Lieferumfang des Anker SOLIX 4 sind die Haupteinheit, das AC-Anschlusskabel sowie PV-Anschlusskabel und eine Kurzanleitung enthalten. Am Gehäuse fallen die eingelassenen Griffmulden und das große, gut ablesbare Display auf, das Ladezustand, Eingangs- und Ausgangsleistung direkt anzeigt.

Display des Anker SOLIX 4 mit Eingangsleistung, Ladestand und Ausgangsleistung
Das Display des Anker SOLIX 4 zeigt Eingangsleistung, Ladestand und Ausgangsleistung direkt am Gerät. (Dimitri Metzler)

SunEnergyXT 500 PRO kommt ebenfalls mit Haupteinheit, Anschlusskabeln und stabilen, einschraubbaren Standfüßen für einen sicheren Stand im Außenbereich. Statt eines Displays zeigt eine LED-Statusanzeige den groben Betriebszustand, für detaillierte Werte ist hier die App nötig.

Weiteres Zubehör ist bei beiden Herstellern separat erhältlich: Bei Anker z. B. die BP5000-Erweiterungsakkus, das Power Dock für Mehrfach-Systeme sowie das Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 und passende Smart Plugs. Bei SunEnergyXT sind es die Erweiterungsmodule B500 sowie künftig die angekündigte PowerBOX für den Ausbau auf mehr als drei Kopfspeicher.

Hinweis: Der exakte Lieferumfang (z. B. Anzahl und Länge der mitgelieferten Kabel, Wandhalterungen) kann sich je nach Bundle und Händler unterscheiden.

Wetterfestigkeit: Wer kommt besser über den Winter?

Beide Speicher sind für den Außeneinsatz konzipiert, unterscheiden sich aber im Detail. Anker SOLIX 4 erfüllt die Schutzart IP66 und ist damit nicht nur vollständig staubdicht, sondern auch gegen starkes Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt.

SunEnergyXT 500 PRO ist nach der bei Balkonkraftwerk-Speichern üblichen Schutzart IP65 zertifiziert und damit ebenfalls vollständig staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt, nicht aber gegen starkes Strahlwasser.

Dafür besitzt er laut Hersteller eine integrierte Heizung, die nicht pauschal auf eine feste Zieltemperatur vorheizt. Stattdessen regelt der Speicher die Heizung anhand von Batterietemperatur und aktueller PV-Erzeugung selbst.

Der Gedanke dahinter: Gerade wenn ohnehin kaum Solarertrag hereinkommt, soll möglichst wenig von dieser knappen Energie fürs Vorheizen der Batterie verbraucht werden, damit sie fürs Laden zur Verfügung steht.

Anker gibt für den SOLIX 4 eine integrierte Batterieheizung und einen Betriebsbereich von −20 °C bis 55 °C an. Details zur Regelung der Heizung nennt Anker nicht.

SunEnergyXT-Speicher im Feldtest neben Solarmodulen auf einer Wiese
Der SunEnergyXT-Speicher im home&smart-Feldtest. (Mariella Wendel)

Aufbau und Montage: Wie schnell sind die beiden Speicher einsatzbereit?

Beide Speicher sind für den einmaligen Aufbau gedacht und müssen daher nur einmal zum späteren Standort transportiert werden. Sie sollten aber wegen ihres Gewichts (50 kg bei Anker, 58 kg bei SunEnergyXT) unbedingt von zwei Personen aufgestellt werden, wie wir nach unseren Praxistests bestätigen können.

Anker SOLIX 4 wird auf dem Balkon an die Solarmodule angeschlossen
Aufbau des Anker SOLIX 4 auf dem Balkon: Der Speicher wird mit den Solarmodulen verbunden. (Dimitri Metzler)

Wichtig zu wissen: Für den Plug-and-play-Betrieb von Anker mit 800 W reicht theoretisch eine normale Schuko-Steckdose; wer die Ausgangsleistung in der App auf bis zu 2.500 W hochstellt, benötigt aber einen Fachmann und eine entsprechende Einspeisesteckdose (z. B. Wieland-Stecker). Technisch handelt es sich dabei um dasselbe Gerät, die höhere Leistung wird per Software freigegeben. Das macht den späteren Umstieg einfach. Auf dem Typenschild stehen allerdings von Anfang an 2.500 W, was zu Problemen mit dem Netzbetreiber führen kann.

SunEnergyXT bietet dagegen zwei verschiedene Geräte an, die sich auch am Typenschild unterscheiden: Das Basismodell 500 (ohne PRO im Namen) hat eine Erzeugungsleistung von 800 VA und ist laut Hersteller eine VDE-konforme Lösung für die Laienanmeldung mit Formular F1.2 nach VDE-AR-N 4105:2026-03. Der 500 PRO mit seiner höheren Leistung wird dagegen direkt von einem Fachbetrieb angeschlossen und angemeldet.

Welche Zusatzgeräte lassen sich mit SOLIX 4 und SunEnergyXT 500 PRO koppeln?

Für eine dynamische Nulleinspeisung benötigen beide Systeme ein kompatibles Smart Meter im Haushalt.

  • Anker SOLIX 4 lässt sich mit gängigen Shelly-Zählern wie Shelly 3EM und Shelly Pro 3EM koppeln und kann auch mit einem EcoTracker IR oder dem hauseigenen Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 verbunden werden.
  • SunEnergyXT 500 PRO ist laut Hersteller mit Shelly 3EM, Shelly Pro 3EM, Shelly EM-50, EcoTracker IR und P1 sowie bitShake-Energiezählern kompatibel.

Zusätzlich sind beide Systeme abwärtskompatibel: Der SOLIX 4 lässt sich mit den älteren Erweiterungsakkus BP1600 und BP2700 kombinieren, wobei die Stapelreihenfolge die Ladeleistung beeinflussen kann.

Auch wer bereits ein älteres SunEnergyXT-System besitzt, kann es laut Hersteller per App in ein neueres Setup integrieren.

App, Bedienung und Datenschutz: Cloud-App versus lokale Kontrolle?

Beide Apps bieten Live-Überwachung von PV-Ertrag, Ladezustand, Netzeinspeisung und Verbrauch, dazu Betriebsmodi und Firmware-Updates. Der Unterschied liegt darin, wie viel davon zwingend über die Hersteller-Cloud läuft.

  • Anker setzt stark auf sein App-Ökosystem, inklusive KI-gestützter Funktionen („Anka“) und eigener Zusatzhardware wie dem bereits erwähnten SOLIX Smart Meter Gen 2. Für die volle Funktionalität ist in der Regel ein Nutzerkonto mit Cloud-Anbindung vorgesehen.
  • SunEnergyXT 500 PRO erlaubt dagegen laut Hersteller eine lokale Steuerung über eine eigene API, z. B. zur Einbindung in Home Assistant, ohne dass dafür zwingend eine Cloud-Verbindung nötig ist, für datenschutzbewusste Nutzer ein relevanter Unterschied.

Preis und Verfügbarkeit: Mit welchen Speicherkosten muss man rechnen?

Hinweis: Die 800 Watt SunEnergyXT 500 Basisvariante ohne „Pro“ im Namen haben wir bereits getestet und genauso wie das Gerät von Anker mit sehr gut bewertet.

Fazit: Zwei starke Systeme, zwei unterschiedliche Prioritäten

Wer eine große Anlage mit vielen Modulen plant und maximale PV-Eingangsleistung an einem einzelnen Gerät will, ist mit Anker SOLIX 4 gut beraten: mehr PV-Eingangsleistung pro Gerät, ein Display am Gerät, die höhere Schutzart IP66, weniger Gewicht und ein ausgereiftes App-Ökosystem mit KI-gestützter Energieplanung. Dafür setzt Anker stärker auf die Cloud, und um die vollen 5.000 W einzuspeichern, ist ein Erweiterungsakku nötig.

Wer dagegen Wert auf einen früheren PV-Start bei schwachem Licht (im Praxistest beobachtet), eine durchdachte Kälte-Ladestrategie, mehr Kontrolle über die eigenen Daten und einen modularen Ausbau legt, bei dem mit jedem weiteren Kopfspeicher auch Eingangs-, Ausgangs- und Notstromleistung wachsen, findet im SunEnergyXT 500 PRO die passendere Lösung.

FAQ

Welches System bietet mehr Flexibilität bei der Anzahl der Solarmodule?

Anker SOLIX 4 unterstützt laut Hersteller vier bis zwölf Module bei bis zu 5.000 W PV-Eingangsleistung, der SunEnergyXT 500 PRO bis zu acht Module bei bis zu 2.500 W je Kopfspeicher. Pro Gerät ist Anker damit flexibler.

Weil sich beim SunEnergyXT aber bis zu drei Kopfspeicher ohne Zusatzhardware kombinieren lassen, sind dort mit entsprechend mehr Geräten insgesamt bis zu 24 Module und 7.500 W Solareingangsleistung möglich.

Wie unterscheiden sich Anker SOLIX 4 und SunEnergyXT 500 PRO bei der Notstromleistung?

Beide Systeme liegen pro Gerät in einer ähnlichen Leistungsklasse: Anker SOLIX 4 liefert im Akkubetrieb bis zu 2.500 W, SunEnergyXT 500 PRO bis zu 2.400 W an der Backup-Steckdose.

Mit zwei oder drei kombinierten 500 PRO steigt die Notstromleistung auf 4,8 bzw. 7,2 kW, dafür sind allerdings weitere vollständige Geräte nötig. Bei Anker bleibt sie mit Erweiterungsakkus bei 2.500 W, mehr Leistung gibt es dort über mehrere Geräte am Power Dock.

Der SunEnergyXT 500 PRO lädt (laut Hersteller) über seine PCS-Funktion zusätzlich bis zu 1.500 W von externen Quellen wie Stromgeneratoren oder einem weiteren Balkonkraftwerk zu, Anker SOLIX 4 lässt sich dagegen bidirektional mit bis zu 2.500 W über das Hausnetz laden, etwa um günstige Zeiten bei dynamischen Stromtarifen zu nutzen.

Wie lässt sich der Anker SOLIX 4 erweitern?

Das SOLIX 4-System kann mit bis zu fünf BP5000-Erweiterungsakkus auf eine Gesamtkapazität von 30 kWh ausgebaut werden. Die Zusatzbatterien vergrößern nicht nur den Speicher, sondern sorgen auch dafür, dass die volle PV-Leistung von 5.000 W tatsächlich genutzt und eingespeichert werden kann.

Laut Anker sind auch die älteren Modelle BP1600 und BP2700 kompatibel, wobei die Stapelreihenfolge Einfluss auf die maximale Ladeleistung hat. Wer mehr Ausgangsleistung benötigt, kann über das Power Dock bis zu vier Geräte parallel schalten und so bis zu 9,6 kW erreichen. Ergänzend bietet Anker den SOLIX Smart Meter Gen 2 sowie Smart Plugs an, um den Verbrauch gezielt zu steuern.

Was unterscheidet die SunEnergyXT 500, 500 PRO und 500 PRO AC Core?

Die drei Varianten teilen sich Batterietechnik, Gehäuse und App, unterscheiden sich aber in Ausgangsleistung und Solareingang.

  • Die 500-Basisvariante ist ein eigenständiges Gerät mit 800 VA Erzeugungsleistung (auch auf dem Typenschild ausgewiesen)
  • 500 PRO liefert bis zu 2.400 W mit aktiven MPPT-Solarladereglern
  • 500 PRO AC Core bietet dieselbe Ausgangsleistung, nimmt Solarstrom ab Werk aber ausschließlich über eine bereits vorhandene, AC-gekoppelte PV-Anlage auf. Die eingebauten MPPT-Eingänge lassen sich laut Hersteller nachträglich gegen Gebühr per App freischalten.

Kann ich den SunEnergyXT 500 (Basisvariante) selbst installieren?

Laut Hersteller gilt die 500-Basisvariante wegen ihrer Erzeugungsleistung von 800 VA nach VDE-AR-N 4105:2026-03 als Kleinsterzeugungsanlage und kann von Laien mit dem Formular F1.2 vereinfacht beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Kann ich den Anker SOLIX 4 selbst installieren?

Anker liefert den SOLIX 4 ab Werk mit 800 W Ausgangsleistung und Schuko-Kabel aus und bewirbt ihn in diesem Modus als Plug-&-Play-Lösung mit vereinfachter Anmeldung. Auf dem Typenschild sind allerdings 2.500 W angegeben.

Einzelne Nutzer berichten, dass ihr Netzbetreiber deshalb eine Anmeldung durch eine Fachkraft verlangt hat, eine kurze Rückfrage beim eigenen Netzbetreiber ist also sinnvoll.

Wer die vollen 2.500 W nutzen will, braucht ohnehin eine Elektrofachkraft (siehe Abschnitt Aufbau und Montage). Denn für beide Systeme gilt: Ab mehr als 2.000 Wp Modulleistung ist die vereinfachte Anmeldung als Steckersolargerät nicht mehr möglich.

Lässt sich der SunEnergyXT 500 nachträglich auf den 500 PRO aufrüsten?

Laut Hersteller ist ein Upgrade von 800 VA auf 2.400 W Ausgangsleistung ohne Hardwaretausch möglich, muss aber von einem beim Netzbetreiber zugelassenen Installateur durchgeführt werden. Dabei werden Typenschild, Anschluss sowie die Anmeldung bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister aktualisiert; SunEnergyXT berechnet Installateuren dafür eine Servicegebühr von 50 €.

Welcher Speicher ist wetterfester: Anker SOLIX 4 oder SunEnergyXT 500 PRO?

Beide Speicher sind für den Außeneinsatz konzipiert. Anker SOLIX 4 erfüllt die Schutzart IP66 und ist damit vollständig staubdicht und auch gegen starkes Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt. SunEnergyXT 500 PRO ist nach der bei Balkonkraftwerk-Speichern üblichen Schutzart IP65 zertifiziert. Er ist damit ebenfalls vollständig staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt, nicht aber gegen starkes Strahlwasser.

Für den Winter besitzen beide eine integrierte Batterieheizung. Beim SunEnergyXT 500 PRO heizt sie laut Hersteller nicht pauschal auf eine feste Zieltemperatur vor. Der Speicher regelt sie stattdessen anhand von Batterietemperatur und aktueller PV-Erzeugung, damit bei wenig Solarertrag möglichst viel Energie fürs Laden übrig bleibt. Anker gibt für den SOLIX 4 einen Betriebsbereich von −20 °C bis 55 °C an, nennt aber keine Details zur Regelung der Heizung.

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