Das Portfolio: Alles da, nichts Neues – und das ist okay
An der Zendure Booth in Halle C1 war das komplette aktuelle Zendure-Sortiment vertreten: Die kürzlich vorgestellten SolarFlow-Speicher für Balkonkraftwerke, die AIO-Systeme, der Hyper 2000 sowie verschiedene Erweiterungsbatterien. Ein Gerät für jeden Anwendungsfall – vom Balkonkraftwerk-Einsteiger bis hin zum ambitionierten Eigenheimbesitzer mit großer PV-Anlage.
Neuankündigungen auf der Hardware-Seite gab es keine. Im Fokus stand das Zendure HEMS.
Was ist das Zendure HEMS?
HEMS steht für Home Energy Management System – auf Deutsch: ein intelligentes Energiemanagementsystem für den Haushalt. Zendure bezeichnet sein System als KI-gestütztes HEMS, die aktuelle Version heißt HEMS 2.0.

Das Herzstück ist die hauseigene KI ZENKI 2.0, die vier Datenströme gleichzeitig analysiert: aktuelle Netzstrompreise, Wettervorhersagen, den individuellen Energieplan des Haushalts sowie die laufende Solarproduktion. Auf Basis dieser vier Quellen trifft ZENKI 2.0 automatisch Entscheidungen – wann geladen, wann entladen und wann Netzstrom zugekauft wird.
Stromkosten senken durch intelligente Steuerung
Ein Beispiel: Wer einen dynamischen Stromtarif hat kann besonders viel profitieren. Das HEMS lädt den Speicher in den Stunden, in denen Strom günstig ist (oft nachts oder mittags mit viel Solarproduktion im Netz), und entlädt ihn in den teuren Spitzenzeiten. Was früher manuell konfiguriert werden musste oder ganz dem Zufall überlassen blieb, übernimmt das System eigenständig.
Ähnliches gilt für die Eigenverbrauchsoptimierung: Wer tagsüber Solarstrom erzeugt, aber gerade niemanden zu Hause hat, der diesen verbraucht, speichert ihn in der Batterie – und nutzt ihn abends, wenn der Haushalt wieder aktiv ist. Das HEMS koordiniert diesen Ablauf automatisch.
Integration und Kompatibilität
Das Zendure HEMS ist nicht auf eine einzige Gerätekonfiguration beschränkt. Es lässt sich mit einem Smart Meter kombinieren, der den Gesamtverbrauch des Haushalts in Echtzeit erfasst, und unterstützt verschiedene Tarifanbieter in mehreren europäischen Ländern – darunter dynamische Anbieter wie Tibber oder Awattar. Gesteuert wird alles über die Zendure-App, die einen zentralen Überblick über Erzeugung, Speicherstatus und Verbrauch bietet.
Das Ziel: Wer Solaranlage, Speicher und HEMS zusammen einsetzt, soll deutlich weniger Strom vom Netz kaufen müssen – und das ohne eigenes Eingreifen.
Das Zendure E-Cargo: Solarenergie auf dem Sattel
Neben dem HEMS stand ein zweites Thema im Mittelpunkt: das Zendure E-Cargo-Konzeptbike. Bereits auf der IFA 2025 in Berlin vorgestellt, war es auch auf der Intersolar präsent.
Das E-Cargo ist bislang ein Konzept, zeigt aber klar, wohin die Reise gehen soll: ein Lastenrad, das vollständig in das Zendure ZEN+-Energieökosystem integriert ist. Der 1920-Wh-Akku ist kompatibel mit den Zendure-eigenen Speichersystemen – das Rad lässt sich also theoretisch direkt mit selbst erzeugtem Solarstrom laden.

Die Reichweite: bis zu 200 Kilometer im Sport-Modus, bis zu 400 Kilometer im Eco-Modus. Wer es eilig hat: Mit den schnellen Zendure-Ladesystemen soll in einer Stunde Ladezeit Strom für rund 100 Kilometer nachgeladen werden können – laut Hersteller rund fünfmal schneller als bei herkömmlichen E-Cargobikes.
Das technische Highlight ist das optionale Solardach mit 140 Watt Leistung. Es lädt das Rad unterwegs – unter guten Bedingungen sollen 20 Minuten Sonneneinstrahlung rund 10 zusätzliche Kilometer ergeben. Dazu kommen NFC-Keyless-Zugang, GPS-Tracking, eine gefederte Sitzbank, pannensichere Reifen und eine vollständige App-Anbindung.
Das E-Cargo ist noch kein Serienprodukt – wann und ob es in den Markt kommt, bleibt offen. Als Konzept ist es aber eine konsequente Verlängerung des Zendure-Gedankens: selbst erzeugter Strom soll nicht nur das Haus, sondern auch die Mobilität antreiben.
Zendure Dinner: Ein Abend mit Gründer, Experten und Einblicken
Den Abschluss des Messetages bildete ein exklusives Zendure-Dinner, zu dem wir eingeladen waren. In lockerer Runde kamen verschiedene Stimmen aus dem Zendure-Ökosystem zu Wort: Zulieferer berichteten aus ihrer Zusammenarbeit mit Zendure, Power-User teilten ihre Erfahrungen aus dem Alltag mit den Produkten, und Energieexperten gaben Einblicke in aktuelle Marktentwicklungen und die Rolle intelligenter Heimspeicher dabei.

Bryan Liu, Gründer und CEO von Zendure blickte auf die vergangenen Jahre und die aktuelle Entwicklung von Zendure zurück.
Liu erklärte das HEMS-System aus seiner Sicht: Es gehe nicht darum, Energie nur zu speichern, sondern darum, sie wirklich zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Mit HEMS 2.0 und der KI ZENKI 2.0 habe Zendure genau das geschaffen – eine Schaltzentrale, die nicht nur reagiert, sondern vorausdenkt.
Und das E-Cargo? Für Bryan Liu ist es der nächste logische Schritt. Wer die eigene Energie nicht nur zu Hause nutzen will, sondern auch unterwegs – im Alltag, beim Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit –, braucht ein Fahrzeug, das Teil desselben Energiesystems ist.
Das Lastenrad sei für ihn kein Ausflug in ein fremdes Produktsegment, sondern eine Verlängerung der Idee, mit der Zendure angefangen hat: Menschen die Kontrolle über ihre eigene Energie zurückzugeben.
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