Marstek auf der Intersolar 2026: Vier Speicher, vier Haushalte – und ein Modell, das aus der Reihe tanzt

Auf der Intersolar Europe in München zeigt Marstek Ende Juni seine breiteste Heimspeicher-Reihe: die Venus E Family. Vier Geräte, vom Wohnungsspeicher bis zum System fürs ganze Haus. Interessant ist dabei weniger ihre Zahl als ihr Zuschnitt – jedes Modell zielt auf ein eigenes Wohn- und Verbrauchsszenario. Genau daran entscheidet sich, für wen welcher Speicher taugt.

Marstek auf der Intersolar 2026: Vier Speicher, vier Haushalte – und ein Modell, das aus der Reihe tanzt
Marstek stellt seine neue Speicher-Generation auf der Intersolar 2026 vor. (Carsten Kitter/ home&samrt)

Das Wichtigste zur neuen Marstek-Speichergeneration in Kürze

Was die einzelnen Geräte leisten und wo ihre Grenzen liegen, zeigt der Blick auf die wichtigsten Eckdaten:

  • Venus E Mini: 2 kWh, 1,5 kW PV-Einspeiseleistung, flache Wandmontage mit 22 kg – Einstiegsspeicher für Wohnung oder Balkonkraftwerk.
  • Venus E 4.0: 5 kWh, 3 kW PV-Einspeiseleistung, wechselstromgekoppelt und auf 15 kWh erweiterbar – Nachrüstung für bestehende PV-Anlagen.
  • Venus E Pro: 2,08 bis 12,48 kWh PV-Einspeiseleistung, eigener Solareingang mit 3 kW über nur einen MPP-Tracker – für alle, die ihre Module selbst anschließen.
  • Venus E MAX: 10 kWh, 3,6 kW, parallel auf 30 kWh ausbaubar – Vollversorgung für Haushalte mit hohem Verbrauch.
Welcher der neuen Marstek Speicher passt zu deinem Balkonkraftwerk?
Welcher der neuen Marstek Speicher passt zu deinem Balkonkraftwerk? (Carsten Kitter/ home&samrt)

Der Flache: Venus E Mini

Das kleinste Modell zog  am Messe-Stand auf der Intersolar die meisten Blicke auf sich, weil es kaum nach Stromspeicher aussieht. Knapp 22 Kilogramm, flach genug für die Wand, kein klobiger Schrank im Hauswirtschaftsraum. „Dünnste Plug-in-Batterie der Welt“ nennt Marstek das – ein Superlativ, den man getrost dem Marketing überlassen kann, der aber auf einen realen Vorzug zeigt: Das Ding lässt sich auch dort unterbringen, wo schlicht kein Platz für mehr ist.

Viel Technik steckt bewusst nicht drin. 2 kWh Kapazität, jeweils 1,5 kW beim Laden, Entladen und im Notstrombetrieb, dazu eine Software, die den Eigenverbrauch automatisch nachregeln soll. Für ein Einfamilienhaus ist das zu wenig, für eine Wohnung mit Balkonkraftwerk oder kleiner Dachfläche genau die richtige Hausnummer. Der Mini richtet sich an alle, die in die Speicherwelt einsteigen möchten, ohne gleich das große Budget und den großen Stellplatz mitzubringen.

Der Marstek Venus MINI ist besonders platzsparend.
Der Marstek Venus MINI ist besonders platzsparend. (Carsten Kitter/ home&samrt)

Der Nachrüster: Venus E 4.0

Wer schon Solarmodule auf dem Dach hat, will selten den funktionierenden Wechselrichter wieder ausbauen, nur um einen Speicher zu ergänzen. Der Venus E 4.0 ist für genau diesen Fall gemacht: Er koppelt auf der Wechselstromseite an und hängt sich hinter eine bestehende Anlage, ohne sie umzukrempeln.

5 kWh und 3 kW Lade- wie Entladeleistung bilden den Ausgangspunkt; über ein Erweiterungsmodul wächst das System auf 9 kW und 15 kWh. Eingebaut sind außerdem Notstromfähigkeit fürs ganze Haus, ein Anschluss für die Wallbox und die Option, den gespeicherten Strom über ein virtuelles Kraftwerk netzdienlich zu vermarkten – also nicht nur selbst zu verbrauchen, sondern unter Umständen damit Geld zu verdienen. Das macht den E 4.0 zum Speicher für PV-Haushalte, die ausbauen wollen, aber ihre Bestandsanlage behalten.

Auf der Intersolar wurde auch der nagelneue Venus 4.0 Stromspeicher vorgestellt.
Auf der Intersolar wurde auch der nagelneue Venus 4.0 Stromspeicher vorgestellt. (Carsten Kitter/ home&samrt)

Der Eigenwillige: Venus E Pro

Das technisch spannendste Gerät der Reihe steht ein wenig im Schatten der Superlative, die Marstek den anderen Modellen umhängt. Der Venus E Pro vereint einen Hochvolt-Solareingang mit 3 kW und eine Wechselstrom-Kopplung mit 2 kW in einem modularen Gehäuse, das von 2,08 kWh auf bis zu 12,48 kWh mitwächst und Modulspannungen zwischen 50 und 500 Volt verträgt.

Interessant wird es bei der Verkabelung. Der E Pro kommt mit einem einzigen MPP-Tracker aus, schafft damit aber trotzdem die vollen 3 kW – möglich, weil die Solarmodule untereinander verschaltet und gemeinsam auf diesen einen Eingang geführt werden. Praktisch heißt das: zwei PV-Kabel statt vieler Einzelstränge, zwischen zwei und acht Module pro Gerät. Wer seine eigenen Module beisteuert und Speicher samt Solareingang lieber aus einer Hand kauft, statt sich durch DC-Verkabelung zu arbeiten, findet hier den durchdachtesten Ansatz der Familie. Eine Umschaltung in den Notstrombetrieb unter zehn Millisekunden und LFP-Zellen, die laut Hersteller über 10.000 Ladezyklen mitmachen, runden das Bild ab.

Der neue Venus Pro von Marstek auf der Intersolar.
Der neue Venus Pro von Marstek auf der Intersolar. (Carsten Kitter/ home&samrt)

Der Große: Venus E MAX

Am oberen Ende parkt der Venus E MAX, von Marstek als erste 10-kWh-All-in-One-Batterie dieser Bauart angekündigt. Ob er der Allererste ist, ließ sich von uns am Messestand schwer überprüfen; entscheidend ist ohnehin, was er kann. 10 kWh Kapazität und 3,6 kW Leistung stecken in einer Einheit, per Parallelschaltung lässt sich das auf 10,8 kW und 30 kWh hochziehen.

Das zielt auf Haushalte, bei denen am Abend richtig Last anliegt: große Familien, Wärmepumpe, mehr als ein Elektroauto vor der Tür. Notstrom fürs ganze Haus, Wallbox-Anbindung und die Vermarktung über ein virtuelles Kraftwerk hat der MAX wie seine Geschwister an Bord – nur eben auf einem Niveau, das eine Tagesvollversorgung tatsächlich tragen kann.

Der Venus E MAX wurde auf der Intersolar 2026 vorgestellt.
Der Venus E MAX wurde auf der Intersolar 2026 vorgestellt. (Carsten Kitter/ home&samrt)

Gestaffelter Verkaufsstart, keine Preise

In den Handel kommen die vier nacheinander:

  • Venus E Mini – Juli 2026
  • Venus E 4.0 – August 2026
  • Venus E Pro – August 2026
  • Venus E MAX – September 2026

Was die Geräte kosten, hält Marstek bis zum Messestart zurück – und ohne Preise bleibt die wichtigste Frage offen, nämlich ob sich die saubere Aufteilung nach Haushaltstyp am Ende auch gegen die Konkurrenz rechnet.

Die genauen Preise für die neue Speicher Generation hat Marstek noch nicht veröffentlich.
Die genauen Preise für die neue Speicher Generation hat Marstek noch nicht veröffentlich. (Carsten Kitter/ home&samrt)

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