Dyson Spot+Scrub Ai gegen ECOVACS Deebot T90 Pro Omni: Wer hier gewinnt, überrascht

Dyson betritt den Markt der Wischwalzen-Saugwischroboter mit breiter Brust: 1.199 Euro UVP für den Spot+Scrub Ai, das erste Walzen-Kombigerät eines Konzerns mit jahrzehntelangem Ruf als Staubsauger-Gütesiegel. ECOVACS kontert mit dem Deebot T90 Pro Omni, offiziell nur Mittelklasse, für 799 Euro. Nach Drehbuch ein Aufwärmkampf für den ECOVACS. Die home&smart Tests schreiben das Drehbuch um: 90 von 100 Punkten für den Herausforderer, 72 für den Goliath. Der Gang durch die einzelnen Disziplinen zeigt, wie es dazu kommt.

Dyson Spot+Scrub Ai gegen ECOVACS Deebot T90 Pro Omni: Wer hier gewinnt, überrascht
Saugroboter-Duell: David vs. Goliath? (home&smart/ KI)

Wer gewinnt: Die Kurzempfehlung vorab

Der ECOVACS Deebot T90 Pro Omni gewinnt diesen Vergleich deutlich. Er saugt kräftiger, überwindet doppelt so hohe Schwellen, ist in wenigen Minuten eingerichtet und kostet je nach Angebot 350 bis 400 Euro weniger. Wer ein Kombigerät für Saugen und Wischen sucht, bekommt hier schlicht mehr Technik fürs Geld.

Genau ein Kaufargument bleibt dem Dyson: seine Fleckenerkennung per künstlicher Intelligenz, die komplett lokal auf dem Gerät rechnet und ohne Cloud auskommt. Wem Datenschutz wichtiger ist als jeder andere Messwert, für den lohnt der Aufpreis. Für alle anderen nicht.

Der große Vergleich: Kategorie für Kategorie

Wie sich die beiden Roboter im Detail schlagen, zeigt sich erst im direkten Vergleich der einzelnen Testkategorien. Für home&smart ist jedes Gerät nach demselben Schema durch unser Testverfahren gelaufen, sodass sich Saugleistung, Wischergebnis und Bedienung objektiv gegenüberstellen lassen. Die folgenden Abschnitte gehen die Disziplinen einzeln durch.

Preis und Positionierung

Schon das Wiegen vor dem Kampf fällt ungleich aus. Der Dyson Spot+Scrub AI startet mit 1.199 Euro UVP im Flaggschiffsegment und liegt aktuell ab 899 Euro bei Amazon im Regal. Der ECOVACS meldet sich mit 799 Euro UVP eine Gewichtsklasse tiefer an, im Handel gibt es ihn derzeit schon ab 548 Euro. Streng genommen kämpfen die beiden also gar nicht um dieselbe Kundschaft. Genau deshalb wiegt das Testergebnis so schwer: Der günstigere Roboter müsste in den Kerndisziplinen eigentlich unterliegen. Er tut es fast nirgends.

Saugleistung im Vergleich

Runde eins gehört klar dem Herausforderer. Der Dyson bringt laut Datenblatt 18.000 Pascal auf den Boden und boostet auf Teppich automatisch nach. Der ECOVACS kontert mit 30.000 Pascal aus seiner BLAST-Technologie, ein Wert, der eher in die Flaggschiffklasse gehört als in die Mittelklasse. Der Alltagstest bestätigt den Abstand. Der T90 Pro Omni nimmt groben wie feinen Schmutz zuverlässig auf, egal ob auf Hartboden oder Teppich, und aktiviert bei stärkerer Verschmutzung selbstständig die Seitenbürste. Der Dyson liefert auf Hartböden solide ab, verliert aber sichtbar an Tiefenwirkung, sobald der Schmutz tief im Teppichflor sitzt. Ausgerechnet die Paradedisziplin des Staubsaugerkonzerns geht damit verloren.

In unserem Test konnten selbst längere Haare dem T90 PRO OMNI nichts anhaben.
In unserem Test konnten selbst längere Haare dem T90 PRO OMNI nichts anhaben. (Marius Nann/home&smart)

Wischleistung im Vergleich

In Runde zwei zeigt der Goliath erstmals, warum er 1.199 Euro aufruft. Seine Walze reinigt sich bei jeder Umdrehung selbst: Ein Abstreifer zieht sie ab, direkt danach wird sie neu befeuchtet, in der Station wird zusätzlich mit 60 Grad heißem Wasser nachgespült. Der ECOVACS hält mit der neuen OZMO Roller 3.0 samt TruEdge 3.0 Extreme Technologie dagegen, einer Walze, die 50 Prozent größer ausfällt als beim Vorgänger und sich im Betrieb über 32 Düsen laufend mit frischem Wasser versorgt.

Seine Station spült sogar mit bis zu 75 Grad, bevor mit Heißluft final getrocknet wird. Auf dem Boden liefern beide ein streifenfreies Ergebnis ab. Wer den cleveren Selbstreinigungsmechanismus während der Fahrt höher gewichtet, sieht den Dyson knapp vorn. Wer auf die reine Wassertemperatur schaut, den ECOVACS. Nach Punkten ein Unentschieden, die einzige Runde ohne klaren Sieger.

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Ecken und Kanten: Der gemeinsame Schwachpunkt

In Runde drei treffen sich beide Kontrahenten am unteren Ende der Skala. Der Dyson verzichtet komplett auf einen mechanischen Ausleger für Seitenbürste oder Wischeinheit. Seine Wischwalze fährt an geraden Wänden zwar bis 40 Millimeter aus, im rechten Winkel einer echten Raumecke bleibt sie wirkungslos. Der ECOVACS teilt dieses Grundproblem, auch seine Seitenbürste lässt sich nicht ausfahren.

Immerhin schiebt seine Wischwalze 1,5 Zentimeter seitlich nach und erreicht an Kanten dadurch etwas mehr Fläche. In echten Ecken bleibt bei beiden Geräten Schmutz liegen. Für zwei Roboter mit Flaggschiffanspruch ist das zu wenig, hier hätte 2026 keiner von beiden mehr patzen dürfen.

Hindernisse und Türschwellen

Runde vier bringt den größten technischen Abstand des gesamten Duells. Der Dyson rollt auf einem starren Fahrwerk ohne anhebbarem Chassis und ohne ausfahrbare Beine. Bei rund zwei Zentimetern Schwellenhöhe ist Schluss. Aktuelle Konkurrenz in dieser Preisklasse schafft inzwischen 40 bis 60 Millimeter, der teuerste Roboter im Vergleich ist damit zugleich der schlechteste Kletterer.

Der ECOVACS gibt vier Zentimeter an und bestätigt das im Test weitgehend. An einer Kante von 3,7 Zentimetern blieb er einmal hängen und meisterte sie erst im zweiten Anlauf. Dieser Ausrutscher ändert wenig am Kräfteverhältnis: Das günstigere Gerät überwindet doppelt so hohe Hindernisse wie der Goliath.

Der T90 PRO OMNI kann Kanten von 4cm überwinden.
Der T90 PRO OMNI kann Kanten von 4cm überwinden. (Marius Nann/home&smart) (Marius Nann/ home&smart)

Einrichtung und Bedienung

Runde fünf hätte reine Formsache sein sollen und wurde beim Dyson zur Geduldsprobe. Die MyDyson App verband sich schlicht nicht mit dem Internet, weder ein Neustart des Routers noch eine Neuinstallation halfen. Erst eine Internetrecherche brachte die Ursache ans Licht: Die App verarbeitet ausschließlich ein reines Funknetz mit 2,4 Gigahertz, moderne Router bündeln beide Frequenzbänder aber meist unter einem gemeinsamen Namen.

Bis die Routereinstellungen angepasst waren, verging fast eine halbe Stunde. Bei einem Gerät für 1.199 Euro ist so eine Hürde schlicht peinlich. Der ECOVACS meldet sich dagegen binnen weniger Minuten einsatzbereit, führt mit klaren Ansagen durch die Ersteinrichtung und kartiert die Wohnung präzise.

Ausstattung und Lieferumfang

Auch abseits des Rings kassiert der Goliath Punktabzüge. Der Dyson kommt bewusst schlank verpackt, inklusive einer Entscheidung, die im Test für echtes Kopfschütteln sorgte: Trotz fest verbauter Dosierung für Reinigungsmittel liegt keine passende Flüssigkeit bei. Wer sie nutzen will, zahlt 25 Euro pro Flasche extra. Der ECOVACS legt sowohl Reinigungsflüssigkeit als auch einen Ersatzstaubbeutel direkt in den Karton. Das 400 Euro günstigere Gerät kalkuliert damit spürbar kundenfreundlicher als das Premiumprodukt.

Die Wischwalze des T90 PRO OMNI ist um 50% größer, als bei der Vorgänger Generation.
Die Wischwalze des T90 PRO OMNI ist um 50% größer, als bei der Vorgänger Generation. (Marius Nann/home&smart)

Der eine Bereich, in dem Goliath tatsächlich gewinnt

Kurz vor dem Schlussgong landet der Dyson doch noch seinen großen Treffer. Seine Fleckenerkennung per künstlicher Intelligenz gleicht Verschmutzungen über eine HD-Kamera mit rund 200 typischen Haushaltssubstanzen ab und passt das Reinigungsverhalten in Echtzeit an. Hartnäckige Flecken fährt der Roboter bis zu 15-mal ab und prüft anschließend selbst, ob wirklich alles verschwunden ist. Ein grünes Lichtspektrum macht dabei Partikel sichtbar, die dem menschlichen Auge entgehen.

Der entscheidende Punkt liegt aber woanders: Die komplette Bildverarbeitung läuft lokal auf dem Gerät, ohne Cloudanbindung, ohne Gesichtserkennung, mit verschlüsselter Datenübertragung. So konsequent setzt das aktuell kein anderer Roboter im Testfeld um. Der ECOVACS besitzt zwar ebenfalls eine Kamera für die Fernsteuerung per App, im Test blieb sie aber eine nette Spielerei, während der Fernsteuerung lässt sich noch nicht einmal ein Reinigungsprogramm starten. Wem ein transparentes, lokal abgesichertes Datenschutzkonzept wichtig ist, findet beim Dyson das klar bessere Angebot.

Technische Daten im direkten Vergleich

Vergleich
Dyson Spot+Scrub Ai
ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI
Preis
statt 1.199,00 
899,00 
statt 799,00 
465,59 
Zum Angebot
Testbewertung
TESTNOTE
Befriedigend
72/100 Punkte • 07/2026
TESTNOTE
Gut
90/100 Punkte • 03/2026
Saugkraft (Pascal)
18.000 Pa
30.000 Pa
Wischfunktion
Wischwalze
Wischwalze
Reinigungsmittel-Dosierung
ja, fest verbaut
Hindernisüberwindung
2 cm
4 cm
Kantenreinigung
ja, ausfahrbarer Wischmopp
ja; ausfahrbare Seitenbürste, Mop-Verlängerung.
Karten für mehrere Etagen
Effektive Tierhaaraufnahme
gut
sehr gut
Dyson Spot+Scrub Ai
ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI
Preis
statt 1.199,00 
899,00 
statt 799,00 
465,59 
Testbewertung
TESTNOTE
Befriedigend
72/100 Punkte • 07/2026
TESTNOTE
Gut
90/100 Punkte • 03/2026
Saugkraft (Pascal)
18.000 Pa
30.000 Pa
Wischfunktion
Wischwalze
Wischwalze
Reinigungsmittel-Dosierung
ja, fest verbaut
Hindernisüberwindung
2 cm
4 cm
Kantenreinigung
ja, ausfahrbarer Wischmopp
ja; ausfahrbare Seitenbürste, Mop-Verlängerung.
Karten für mehrere Etagen
Effektive Tierhaaraufnahme
gut
sehr gut
Stand: 10.07.2026

Testergebnis: Dyson Spot+Scrub Ai im Rückblick

Der Goliath verlässt den Ring mit 72 von 100 Punkten und einem befriedigenden Gesamtergebnis. Die Wischwalze überzeugt, die lokale Fleckenerkennung setzt ein Ausstattungsmerkmal, das im Testfeld einzigartig bleibt, und das Datenschutzkonzept verdient echtes Lob.

Dyson Spot+Scrub Ai
TESTNOTE
Befriedigend
72/100 Punkte • 07/2026
Überzeugend auf Hartböden
Sehr gute Wischergebnisse
Hochwertiges, eigenständiges Design
Schwächen in der Kantenreinigung
Hohe Betriebslautstärke
Kletterfähigkeit nur 2 cm
Einrichtung erst nach umständlicher Problemlösung möglich
ab 899,00 
TESTNOTE
Befriedigend
72/100 Punkte • 07/2026
Stand: 10.07.2026

Dem stehen handfeste Schwächen gegenüber: mangelhafte Eckenreinigung, eine Kletterhöhe von gerade einmal zwei Zentimetern, ein zäher Einrichtungsprozess und ein Lieferumfang, der beim aufgerufenen Preis knausrig wirkt. Für 1.199 Euro UVP stehen derzeit rundere Geräte im Regal. Eine allgemeine Kaufempfehlung gibt es deshalb nicht, wohl aber eine für überzeugte Markenfans mit viel Hartboden und hohen Ansprüchen an den Datenschutz.

Dyson Spot+Scrub Ai im Test
Dyson Spot+Scrub Ai im Test (Marius Nann/ home&smart)

Testergebnis: ECOVACS Deebot T90 Pro Omni im Rückblick

Der Herausforderer holt 90 von 100 Punkten und damit eine klare Kaufempfehlung. Die Saugleistung von 30.000 Pascal, die deutlich vergrößerte Wischwalze und die multifunktionale Station mit Reinigungsmitteldosierung liefern erheblich mehr Ausstattung, als der Preis von 799 Euro vermuten lässt.

ECOVACS DEEBOT T90 PRO OMNI
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 03/2026
Gute Saugleistung
Reinigungsmittel Dosierung
Multifunktionale Station
Schickes Designe
Top Wisch-Ergebnis
Heißwasser Reinigung der Wischwalze
Verbesserte Wischwalze
Bürste legt sich bei starker Verschmutzung an
App Einstellungen sehr stark individualisierbar
Fernbedienung per Kamera
Kletterfunktion scheitert ab und zu an 4cm Schwelle
Ecken und Kanten werden schlecht gesaugt
ab 465,59 
TESTNOTE
Sehr Gut
90/100 Punkte • 03/2026
Stand: 10.07.2026

Abstriche gibt es bei der Eckenreinigung und der Schwelle von 3,7 Zentimetern, die den Roboter im Test einmal ausbremste. Am Gesamtbild ändert das wenig. Für größere Wohnungen mit Fokus auf eine starke Wischfunktion ist der T90 Pro Omni aktuell eines der überzeugendsten Angebote seiner Preisklasse. Und der seltene Fall eines Duells, in dem David den Goliath in fast jeder Runde vorführt.

Der T90 PRO OMNI will den Saug- und Wischroboter Markt aufmischen doch gelingt dem DEEBOT das?
Der T90 PRO OMNI will den Saug- und Wischroboter Markt aufmischen doch gelingt dem DEEBOT das? (Marius Nann/home&smart) (Marius Nann/ home&smart)

Fazit: Der teurere Name verliert das Duell

Der Name auf der Verpackung entscheidet in diesem Duell nichts. Dyson tritt mit Flaggschiff-Preis und dem Ruf eines Branchenriesen an und verliert trotzdem in fast jeder Kategorie gegen ein Gerät, das offiziell eine Klasse tiefer spielt.

Einzig die lokale KI-Fleckenerkennung bleibt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, für alles andere zahlt man beim Spot+Scrub Ai schlicht drauf, ohne dafür mehr Leistung zu bekommen. Der Deebot T90 Pro Omni zeigt, dass 2026 nicht mehr die Marke den Ausschlag gibt, sondern die Technik unter der Haube. Wer keinen Grund hat, an Dyson festzuhalten, bekommt beim ECOVACS für deutlich weniger Geld das rundere Gesamtpaket.

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