Objekt-Scanning auf Top-Niveau? Creality Sermoon S1 im Praxis-Test: Hält er das Versprechen?

Mit dem Sermoon S1 wagt Creality den Sprung in das professionelle Metrologie-Segment. Das Versprechen: Egal ob winziges Bauteil oder kompletter Motorblock, ob schwarzes Gummi oder glänzendes Metall – dieser Scanner soll alles erfassen, ohne dass Nutzer zum Mattierungsspray greifen müssen. Wir ordnen ein, was das 2.500-Euro-Flaggschiff leistet.

Creality Sermoon S1 Scanner im Test

Test-Fazit zum Creality Sermoon S1

Der Creality Sermoon S1 markiert einen Wendepunkt: Er ist kein Spielzeug mehr, sondern ein ernstzunehmendes Messinstrument. Creality gelingt hier der seltene Spagat, die Lücke zwischen günstigen Heim-Scannern und teuren Profi-Geräten von Marken wie Artec oder EinScan fast vollständig zu schließen – und das zu einem Bruchteil des Preises.

Für den reinen Hobbyisten, der nur gelegentlich eine Sammelfigur digitalisieren möchte, ist der Sermoon S1 technischer „Overkill“ und schlicht zu teuer. Wer jedoch als Ingenieur, Designer oder anspruchsvoller Maker präzise Bauteile für den 3D-Druck replizieren muss (Reverse Engineering), findet hier das aktuell wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt. Einzige Voraussetzung für den flüssigen Workflow: Der heimische PC muss genügend Rechenpower mitbringen.

Wir finden: Creality Sermoon S1 Scanner macht seine Sache „sehr gut“.

Creality Sermoon S1
Testurteil
sehr gut
92/100 Punkte | 01.2026
www.homeandsmart.de
  • Einsteigerfreundlich
  • Präzise Ergebnisse
  • Hoher Preis
  • Hohe Rechner-Anforderungen
  • Software-Übersetzung verbesserungswürdig
Stand: 06.01.2026

Lieferumfang und Funktionen

Creality liefert den Sermoon S1 in einem robusten Hartschalenkoffer aus, der das Gerät und das Zubehör optimal schützt – ideal für den sicheren Transport zu Kunden oder zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen.

Sermoon S1 Lieferumfang

Im Koffer findet sich alles, was für den sofortigen Start benötigt wird. Besonders hervorzuheben ist die hochpräzise Kalibrierplatte aus Glas. Anders als bei günstigen Einsteiger-Modellen (wo oft Plastik oder Papier zum Einsatz kommt) sorgt diese Glasplatte dafür, dass die Messgenauigkeit auf einem hohen Niveau gehalten werden kann.

Der Sermoon S1 hebt sich durch seine Hybrid-Technologie von der Konkurrenz ab. Anstatt sich nur auf eine Scan-Methode zu verlassen, kombiniert das Gerät gleich vier verschiedene Kamerasysteme und zwei Lichttechnologien (Blau-Laser und Infrarot). Das macht ihn zum "Schweizer Taschenmesser" unter den 3D-Scannern.

Hier sind die wichtigsten Funktionen im Detail:

Multilight-Technologie: Die größte Stärke des S1 ist seine Anpassungsfähigkeit. Je nach Bauteil schaltet man zwischen verschiedenen Laser-Modi um:

  • 34 Kreuzlaser-Linien: Dieser Modus ist der "Turbolader". Er erfasst große Flächen extrem schnell und effizient.
  • 7 parallele Laserlinien: Ideal für feinere Details, bei denen es auf hohe Kantenschärfe ankommt.
  • Die Einzel-Laserlinie (Single Line): Ein echtes Profi-Feature. Damit leuchtet der Scanner in tiefe Bohrungen, Sacklöcher oder extrem enge Spalten hinein – Bereiche, die für normale Scanner oft im "toten Winkel" liegen.

Infrarot-Modus (NIR): Für sehr große Objekte (wie eine Autotür) oder organische Formen (Gesichter, Körper) nutzt der Sermoon S1 infrarotes Strukturlicht. Dieser Modus funktioniert komplett markerlos und ist augenschonend, was ihn perfekt für das Scannen von Personen macht.

"Spray-Free" Scanning von schwarzen oder glänzende Oberflächen: Eines der größten Probleme beim 3D-Scannen war bisher schwarzes Plastik oder glänzendes Metall. Meist musste man diese Objekte mit teurem Mattierungsspray behandeln. Der Sermoon S1 löst dieses Problem hardwareseitig: Dank intelligenter Belichtungsalgorithmen kann er selbst schwarze Gummireifen oder metallische Motorteile direkt erfassen, ohne Vorbehandlung. Das spart im Arbeitsalltag enorm viel Zeit und Reinigungsaufwand.

Outdoor-Ready: Während viele Scanner bei Sonnenlicht "blind" werden, arbeitet der S1 auch draußen zuverlässig. Er toleriert Umgebungslicht bis zu 100.000 Lux, was einem direkten Einsatz bei Tageslicht entspricht.

Praxis-Test des Creality Sermoon S1 Scanner

Sermoon S1 Scanner Ersteinrichtung

Installation & Einrichtung

Die Ersteinrichtung wird ausführlich und nachvollziehbar in der beiliegenden Anleitung dargestellt. 

Zunächst wird die Software Creality Scan 4 auf dem Computer installiert. Anschließend wird das Strom- und Verbindungskabel in den Scanner gesteckt. Das andere Ende ist zweigeteilt; eins kommt in den Computer (per USB-A oder -C) und eines ist für die Stromversorgung zuständig.Für die Verbindung mit dem Computer ist alternativ auch per WiFi möglich.

Beim ersten Softwarestart wird ein Tutorial angezeigt, was die wichtigsten Bedienungshinweise für den Scanner enthält. Ein Test verrät, ob der PC für die Leistung des Scanners geeignet ist. Unser Test-Laptop verfügt nicht über eine NVIDIA Grafikkarte, die Creality empfiehlt, deshalb wird eine „schlechte PC-Leistung“ angezeigt. Zwar funktioniert das Scannen, jedoch werden Bildraten des Scanners entsprechend nach unten angepasst, um den PC nicht zu überlasten.

Hinweis: Die Scandaten können auch in andere Reverse-Engineering-Software, 3D-Inspektions- und Designsoftware importiert werden, wie z.B. QuickSurface und Geomagic Design X.

Bevor der erste Scan erfolgen kann, muss der Sermoon S1 noch kalibriert werden. Auch dies geht einfach über die Software.

Zuerst wird per QR-Code die Kalibrierungstafel mit dem Scanner verbunden, dann muss der Scanner in verschiedenen Positionen über die Tafel gehalten werden.

Kalibrierung von Creality Sermoon S1 Scanner

Die Software zeigt an, in welcher Position (horizontal, vertikal und lateral) der Scanner über der Kalibrierungstafel positioniert werden muss. 

Creality Software Kalibirerung

Hat man den Dreh einmal raus, ist der Prozess innerhalb von unter 5 Minuten abgeschlossen. Danach kann es los gehen.

Creality Sermoon S1 im Praxis-Test

Das Herzstück des Sermoon S1 ist seine Hybrid-Technik, die zwei physikalisch unterschiedliche Welten vereint, um maximale Vielseitigkeit zu erreichen. Auf der einen Seite steht der blaue Laser: Mit seiner extrem kurzen Wellenlänge agiert er wie ein technisches Präzisions-Skalpell. Er ist unempfindlich gegenüber Reflexionen und absorbiert kaum Licht, was ihn zur ersten Wahl für schwarze Bauteile, Metalloberflächen und Ingenieurs-Aufgaben macht, bei denen es auf den hundertstel Millimeter (0,02 mm) ankommt.

Auf der anderen Seite steht das Infrarot-Licht (NIR), der „sanfte Pinsel“ des Systems. Da dieses Licht für das menschliche Auge unsichtbar ist, blendet es nicht und eignet sich daher perfekt für Personen- und Gesichtsscans. Zwar ist dieser Modus etwas weniger detailgenau, dafür aber rasend schnell und erfasst organische Formen und große Objekte oft komplett ohne Klebemarker. 

Der Nutzer hat im Alltag also stets die Wahl: Maximale technische Schärfe (Blau) oder hoher Komfort und Geschwindigkeit (Infrarot). Im folgenden werden beide Techniken ausprobiert.

Infrarot-Licht der Creality 3D Scanners im Test

Im Bereich Infrarot Scan wählen Nutzer zunächst das Objet („Normal“, „Gesicht“ oder „Körper“) aus, zu sehen anhand der roten Umrahmung im folgenden Screenshot.

Infrarot Scan Sermoon S1

Für diesen Test scannen wir ein Gesicht. Im sogenannten Geometrie-Modus ist das Anbringen von Markern überflüssig, was den Scan-Prozess natürlich deutlich vereinfacht. 

Sehr hilfreich finden wir, dass in der CrealityScan Software alle Einstellmöglichkeiten mit einem „i“ versehen sind, wo man Erklärungen als auch weiterführende Infos bekommen kann. Das macht den Einstieg auch für Neulinge extrem leicht.

Im Anschließenden Scan-Modus zeigt die Software links an, wie nah der Scanner vor das Objekt gehalten werden muss.

Gesichtsscan mit S1

Während des Scans gibt die Software Feedback, wie gut ein bestimmter Bereich bereits erfasst ist. Per Hand bewege ich den Scanner langsam hin und her vor meinem Gesicht und es entsteht mit der Zeit ein immer besseres Abbild in der Software. Je grüner die Bereiche erfasst sind, desto detaillierter konnte der Scanner die Fläche erfassen.

Ergebnis S1 Gesichtsscan

Insgesamt ist es sehr einfach ein möglichst gutes und gleichmäßiges Bild zu bekommen. Und tatsächlich: das erste Ergebnis kann sich sehen lassen.

Sermoon S1 Gesichtsscan

Lediglich Haare werden mit dieser Methode nicht erfasst.

Jetzt kann das gescannte Objekt – bzw. in diesem Falle Gesicht – weiter bearbeitet werden. Zunächst entferne ich Unreinheiten, die versehentlich mit erfasst wurden. Dies geht manuell über die Markierung des entsprechenden Bereichs und des anschließenden Löschens.

Automatisch geht das natürlich auch, über die Fusion Funktion. Diese macht 3 Schritte:

  • Zusammenfügen (Stitching): Die Software erkennt, wo sich die einzelnen Frames überlappen, und legt sie passgenau übereinander.
  • Bereinigung (Noise Reduction): Der Scanner misst manchmal „Mist“ (Rauschen/Streupunkte), die gar nicht zum Objekt gehören. Bei der Fusion prüft der Algorithmus: „Ist dieser Punkt nur auf einem Bild oder auf 50?“ Wenn er nur selten auftaucht, wird er als Fehler gelöscht.
  • Mittelwert-Bildung: Wenn 100 Bilder denselben Punkt auf der Oberfläche treffen, aber leicht variieren (z. B. um 0,01 mm), berechnet die Fusion den perfekten Durchschnittswert, um die Genauigkeit zu erhöhen.

Nach etwa 5 Minuten Berechnung (was sicherlich auch an meinem Hardware Set-up liegt), kommt folgendes Ergebnis heraus, welches deutlich sauberer und klarer wirkt.

Gesichtsscan Endergebnis inkl. Bearbeitung

Als nächstes geht es in der Mesh Verarbeitung weiter. Dort können mehrere Scans in ein Modell vereint werden. Aber auch hier kommen Anfänger schnell zu tollen Ergebnissen. Über den „Ein-Klick-Prozess“ kann mit Standard-Parametern ein komplettes 3-D Modell erstellt werden. Dieser Prozess dauert deutlich länger, bei mir sind es über 20 Minuten. Das Ergebnis ist aber auf jeden Fall deutlich sauberer als vorher.

Anschließend erhalte ich ein bereits sehr gutes Modell, und das gleich beim ersten Versuch. Klar ist natürlich, dass auch hier noch ein paar händische Korrekturen erfolgen müssen. Aber für ein Ergebnis im ersten Versuch ist das Ergebnis wirklich überzeugend.

AI Anpassung S1 Gesichtsscan

Interessant ist die Möglichkeit, das Modell auch mit Hilfe von AI zu bearbeiten. Über Referenzmodelle (im Screenshot links zu sehen) kann das eigene 3D-Modell automatisch optimiert werden. 

KI Bearbeitung Endergebnis

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Endergebnis allerdings sehr weit weg vom Original-Scan. Ich würde es daher zurzeit eher als Spielerei betrachten. Wenngleich natürlich so Bereiche, die der Scanner nicht erfasst (wie hier die Haare) dem Modell einfach hinzugefügt werden können.

Blauer Laser Test

Als nächstes teste ich den Blauen Laser Modus. Dafür habe ich eine Skulptur eines sich umarmenden menschlichen Paares hergenommen. Die Figur hat eine recht verwinkelte Geometrie und auch einige „Löcher“, so dass der Scanvorgang ein paar Schwierigkeiten abbildet.

Figurenmotiv für 3D Scan Test

Zunächst habe ich die Figur mit Markern versehen. Mit Hilfe der Vorschaufunktion kann man gut ausprobieren, wo Marker noch hingeklebt werden müssen. Der Scanner erfordert aus jeder Perspektive, dass mindestens 4 Marker sichtbar sind. Insgesamt habe ich knapp 28 Marker verwendet. Hier gilt es auszuprobieren und gegebenenfalls weitere Marker nachzukleben.

Scanvorgang Creality Sermoon S1

Anschließend kann ein Scanvorgang gestartet werden. Letztendlich muss der Scanner so lange auf das Objekt gehalten werden, bis sich das Motiv in der Software blau einfärbt. Dies ist eine schöne Hilfestellung. Auch wird angezeigt, ob man den Scanner zu nah oder zu weit entfernt vom Objekt hält.

Creality S1 Scanvorgang in Software

Bis auf ein paar Löcher, ist das Scanergebnis schon nach wenigen Versuchen sehr gut gelungen. Diese können anschließend automatisch oder manuell geschlossen werden. Einfach das Loch auswählen, auf „schließen“ klicken und das Loch wird geschlossen.

Löcher füllen mit Creality Software

Über die Meshverarbeitung gibt es darüber hinaus einen „Ein-Klick-Prozess“, der Standard-Verarbeitungsschritte zusammenfasst und gerade für Anfängernutzer ein Motiv unkompliziert verbessert. Ein paar kleine manuelle Schritte anschließend und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Endergebnis Creality Sermoon S1 Scan

Das Motiv lässt sich anschließend in diversen Formaten wie stl, ply, obj oder asc exportieren und über einen 3D-Drucker drucken.

Preise und Verfügbarkeit

Creality Sermoon S1 ist sowohl bei Creality als auch im Amazon Online Shop erhältlich.

Creality Sermoon S1 3D-Scanner
Creality Sermoon S1 3D-Scanner
0.02mm Volumetrische Präzision, 90 FPS, 1+7+34 Blaulaser + NIR, 5mm-4000mm Objekte, KI-Software, CAD/3D-Druck
Erhältlich bei:
Stand: 06.01.2026

Technische Daten

  • Scan-Technologie: Blauer Laser + Infrarot-Strukturlicht (NIR)
  • Lichtquellen-Modi
    • 1 Linie: Blaulicht-Laser (für tiefe Bohrungen/Sacklöcher)
    • 7 Linien: Parallele blaue Laser (für feine Details)
    • 34 Linien: Kreuz-Laser-Gitter (für schnelle Flächenerfassung)
    • NIR: Infrarot (für markerloses Scannen, Körper, große Objekte)
  • Scan-Genauigkeit: Bis zu 0,02 mm (im Laser-Modus)
    • Volumetrische Genauigkeit: 0,02 mm + 0,08 mm/m
  • Scan-Geschwindigkeit: 
    • Bis zu 90 FPS (Bilder pro Sekunde)
    • Bis zu 1,4 Mio. Punkte/Sekunde
  • Objektgröße (Min - Max): 5 mm x 5 mm x 5 mm bis 4000 mm x 4000 mm x 4000 mm
  • Auflösung (Punktabstand: )0,05 mm – 2 mm
  • Arbeitsabstand
    • Laser-Modus: ca. 300 – 600 mm
    • Infrarot-Modus: bis zu 1000 mm
  • Farbe (Textur): Ja (Integrierte RGB-Kamera für fotorealistische Texturen)
  • Umgebungslicht: Outdoor-fähig (bis zu 100.000 Lux Helligkeit)
  • Schnittstelle: USB 3.0 (Kabelgebunden) / Wi-Fi 6 (Optional mit Zubehör)
  • Systemvoraussetzungen: Windows 10/11 (64-bit); macOS (Unterstützung angekündigt). Empfehlung: Starke GPU (NVIDIA) für flüssiges Processing

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homeandsmart Redaktion David Wulf

David Wulf ist Unternehmer, SEO-Berater und Coach. Er arbeitet unter anderem als Geschäftsführer und SEO-Verantwortlicher bei homeandsmart GmbH in Karlsruhe, Deutschland.

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