Straßen als Solarkraftwerke Solmove Solarstraßen könnten E-Autos bald beim Fahren laden

Das deutsche Start-up Solmove um den bayrischen Gründer Donald Müller-Judex ist auf der Überholspur: Ihre Solarmodule verwandeln Straßen in Solarkraftwerke. Dabei hat die Technologie von Solmove wesentliche Vorteile im Vergleich zu den amerikanischen und französischen Solarstraßen-Lösungen, die ebenfalls Strom per Photovoltaik produzieren. Wir haben uns angesehen, wie sicher die Fahrt auf der Solarstraße ist und ob die Solmove-Straße auch das Elektroauto mit Strom versorgen kann.

Greentech-Startup Solmove sorgt für leise und sichere Fahrt auf der Solarstraße
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Photovoltaik auf horizontalen Flächen

Konventionelle Wind- und Solarkraftwerke nehmen viel Platz auf Wiesen und Dächern ein. Nach erfolgloser Suche nach einem Dach für seine Photovoltaik-Anlage, kam Donald Müller-Judex auf eine Lösung für das Platzproblem: Solarstraßen. Solar Roadways, Wattway und SolaRoad sind bereits mit ähnlichen Photovoltaik-Konzepten am Markt unterwegs, allerdings erfordern sie das kostspielige Aufreißen bestehender Straßen. Die Solarmodule von Solmove werden hingegen wie ein Solarteppich auf den üblichen Straßenbelag aufgelegt. Durch die spezielle Oberfläche der Solmove-Solarstraßen können sie nicht nur besonders viel Sonnenenergie verwerten, sondern reinigen sich auch selbst.

Solmove ermöglicht Photovoltaik auf horizontalen Flächen wie Straßen und Einfahrten.

200 Euro pro Quadratmeter Solmove-Straße

Wieso sollten Unternehmen und Staaten in Solarstraßen investieren? Die Umweltfreundlichkeit ist wahrscheinlich mal wieder nicht das überzeugende Argument. Dafür aber die Aussicht darauf, dass bei einem Lebenszyklus von 25 Jahren, jeder Quadratmeter Solarstraße 200 Euro Gewinn in die Kassen spült.

Für die Zukunft noch wichtiger: Solarstraßen könnten schon in 10 bis 15 Jahren dafür sorgen, dass Elektroautos ohne Reichenweiten-Ängste an ihr Ziel kommen. BP prognostiziert, dass 2035 weltweit 100 Millionen Elektrofahrzeuge auf der Straße unterwegs sein werden. Müller-Judex ist zuversichtlich, dass die eigenen Solarmodule Elektroautos bald induktiv während der Fahrt laden werden. Damit wären dann auch weniger Batterien in den E-Fahrzeugen notwendig. Wieso das deutsche Start-up ihre Pilotprojekte im sonnenarmen Deutschland gestartet hat, erklärt der Gründer so:

„Es gibt ein paar sehr gute Gründe, in Deutschland anzufangen und dann in die Welt hinauszugehen. Einer der Gründe ist, dass es hier ganz starke politische Kräfte gibt, die durch den Wunsch der Gesellschaft entstanden sind, hier etwas zu ändern“, betont Müller-Judex. Weitere Pilotprojekte gehen in China, Korea und den USA an den Start.

Wie sicher sind Solarkraftwerke auf der Straße?

Auf einem aufgelegten Solarteppich zu fahren, klingt im ersten Monat wenig vertrauenswürdig. Die Solmove Solarstraßen sollen aber genauso griffig und bruchfest sein wie normaler Aspalt – dafür sorgt die spezielle Oberfläche und Materialkomposition der Straßensolarmodule. Die Ableitung von Wasser soll sogar wesentlich besser funktionieren als die von herkömmlichen Straßenbelägen.

Das Regenwasser dient dabei zusätzlich der effektiven Selbstreinigung der Straße – dazu ist die Oberfläche mit Nanopartikeln überzogen, die durch Bestrahlung mit Sonnenlicht organische Materialien auf der Oberfläche zersetzen. Zusätzlich können die Solarstraßen auch von Reinigungsfahrzeugen befahren werden.

Unfall auf der Solmove-Solarstraße?

Die Sauberkeit der Solarstraße sorgt dafür, dass die Sonneneinstrahlung effizient verwertet wird, aber auch  für die Sicherheit im Falle eines Unfalls ist durch die Technologie von Solmove gesorgt. Die Oberfläche der Solarkraftwerke ist aus Sicherheitsglas gefertigt, das im Falle der Zerstörung in kleine Bruchstücke bricht – wie man es von Windschutzscheiben kennt. Gefahren durch Stromschläge entstehen nicht, da die Spannung mit 30 Volt gering ist und der Strom erst am Rand der Straße gesammelt und dort isoliert sind.

Wie weit kommt ein Elektroauto auf der Solmove-Straße?

Ein Quadratmeter Solarteppich erzeugt etwa 100 Watt elekrische Leistung. In einem sonnenarmen Land wie Deutschland kommt ein Photovoltaik-Modul von Solmove auf ca. 100 kWh im Jahr. Den Berechnungen von Start-up-Gründer Müller-Judex zufolge, reichen damit 33 Quadratmeter aus, um einen durchschnittlichen Haushalt mit Strom zu beliefern. Oder ein Elektroauto 20.000 Kilometer über die Straße zu treiben. Neben der induktiven Energieübertragung zum Laden von E-Autos während der Fahrt, bieten die 1,4m² großen Platten auch die Option der Beheizung und LED-Beleuchtung. Bis die Multifunktionsmodule aber zielführend als Beleuchtungssystem oder Ladestation für E-Autos verwendet werden können, muss Solmove noch weitere Test- und Entwicklungsarbeit leisten.

LED-Licht und Beheizung können in die horizontale Photovoltaik integriert werden

Horizontale Photovoltaik: Die Konkurrenz schläft nicht

Solmove zeigt sich entspannt gegenüber den derzeitigen Wettbewerbern am Markt. Solar Roadways (USA), Wattway (Frankreich) und SolaRoad (Niederlande) können nicht mit dem „Solarteppich“-Prinzip punkten. Die Solar-Module verlangen nach einer grundlegenden Überarbeitung der Straßenoberfläche und kosten damit mehr Geld und Nerven aufgrund längerer Baustellen.

Ein zweiter Vorteil von Solmove ist die große Umweltverträglichkeit. Die horizontalen Solarbahnen können nach Gebrauch von etwa 25 Jahren wieder von der Straße abgezogen und in den Recycling-Müll für Solaranlagen „geschmissen“ werden. Andere Solarstraßen-Modelle verlangen nach einer individuellen Demontage.

Ein großer Kritikpunkt bei Solarstraßen der genannten Wettbewerber ist auch die vorhersehbare Ermattung des Glases durch Abnutzung und Schmutz, die geringere Solarerträge nach sich zieht. Die spezielle Oberflächenstruktur von Solmove soll den Stromertrag so gut wie gleichbleibend halten.

Fazit: Solmove könnte der neue deutsche Exportschlager werden

Es bleibt zu hoffen, dass Müller-Judex recht behält und in den nächsten Jahren viele Gelder in Pilotprojekte rund um horizontale Photovoltaik gesteckt werden. Das Reichweitenproblem von Elektroautos wäre damit bald gelöst – vielleicht durch einen neuen deutschen Exportschlager, das Solarmodul für die Straße.

Übrigens sollen die Solarmodule von Solmove auch bei den olympischen Spielen in China 2022 zum Einsatz kommen. Auf einer Strecke von 190 Kilometern werden Shuttle-Busse über elektronische Schienen betrieben, die über Solmove-Module Strom erzeugen.

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?