Perfekter Fitnesstracker oder gruseliges Spionagetool? Amazon Halo Armband erkennt dank Bodyscan sogar Gefühle

Mit Halo bringt Amazon das erste eigene Wearable auf den Markt und setzt damit gleich einen Meilenstein. Denn per Bodyscan soll dieses smarte Armband weitaus mehr über seinen Träger herausfinden als ein klassischer Tracker. Doch genau das ruft auch Datenschützer auf den Plan, die Halo scharf kritisieren. Wir erklären, warum es so viel Kritik gibt und welche davon gerechtfertigt ist.

Das Amazon Halo Band besitzt erstaunlicherweise kein Display

Was macht das Amazon Halo Armband Band so besonders?

Herzfrequenzmessung, Schrittzähler und Schlafanalyse gehören inzwischen längst zur Ausstattung aller Fitnesstracker und finden sich selbst bei sehr preisgünstigen Chinamodellen ab 30 Euro.

Amazons Tracker geht jedoch weit darüber hinaus. Obwohl er über kein Display verfügt und deshalb sehr schlicht wirkt, kann Halo über ein integriertes Mikrofon die Stimme seiner Träger analysieren und daraus Rückschlüsse auf deren Emotionen ziehen.

Zudem sollen Halo Nutzer mit der dazugehörigen App ein Ganzkörperfoto erstellen und dadurch eine Körperfettanalyse durchführen können. Amazon behauptet sogar, diese sei genauso präzise, wie die eines Arztes. Dafür gibt es bisher allerdings noch keine wissenschaftlichen Belege.

Darüber hinaus soll die Halo App dabei helfen gesunde Gewohnheiten zu erlernen und alle Messdaten übersichtlich anzeigen. Die App dient somit als Ersatz für das nicht vorhandene Display und hat den Vorteil, dass sie nicht zusätzlich den Akku des Trackers beansprucht.

Optisch sieht man dem Amazon Halo Band sein komplexes technisches Innenleben nicht an

Warum kritisieren Datenschutz-Experten Amazon Halo?

Um eine optimale Analyse der Körperfettwerte erreichen zu können, dürfen voluminösen Kleidungsstücke nicht im Weg sein. Deshalb sollte bei der Erstellung eines Ganzkörperfotos möglichst enganliegende Kleidung oder noch besser Unterwäsche getragen werden.

Dies dürfte manche Halo Nutzer abschrecken, vor allem, da die Fotos zur Analyse zumindest kurzfristig in einer Cloud hochgeladen werden. Amazon verspricht zwar die anschließende Löschung, Datenschutz-Profis sehen jedoch bereits den Upload solcher sensiblen Daten kritisch.

Dazu kommt: Halo misst auch per Sensor Schlafqualität, Aktivitäten sowie Körpertemperatur und beurteilt per Stimmanalyse die Emotionen seines Nutzers. Alles zusammen ergibt demnach ein sehr umfassendes Profil.

Die Körperfettanalyse per App ist leider nur durch Buchung eines Abos möglich

Gibt es Test- oder Erfahrungsberichte zum Amazon Halo Band?

Bisher ist Amazon Halo noch nicht frei verkäuflich, daher liegen uns derzeit noch keine Bewertungen zu diesem Tracker vor. (Stand: 08/2020)

Was kostet das Halo Band und wo ist es verfügbar?

Bisher ist Halo nur im amerikanischen Amazon Store und dort auch nur auf Einladung bestellbar. Der Einführungspreis liegt aktuell bei 64,99 US-Dollar (ca. 54,60 Euro). Später soll es 99,00 US-Dollar (ca. 84 Euro) kosten.

Um die Analysefunktionen per Cloud zu nutzen, fallen außerdem laut Medienberichten Kosten von 3,99 US-Dollar pro Monat an. Wir gehen deshalb davon aus, dass auch deutsche Nutzer später 3 bis 4 Euro Abogebühren für Halo zahlen müssen.

Erhältlich ist der Amazon Fitnesstracker wahlweise in den Größen, S, M oder L sowie in den Farbvarianten Black and Onyx, Blush and Rose Gold oder Winter and Silver.

Welche Alternativen zum Amazon Halo Band gibt es?

Günstige Alternative: Weitaus günstiger als das Halo Band ist das wasserfeste Mi Band 5, das bereits ab 40 Euro erhältlich ist und elf verschiedene Sportarten trackt. Darüber hinaus beherrscht es das Zyklustracking, die Schlafanalyse und ermöglicht geführte Atemübungen.

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Stand: 22.09.2020

Hochwertige Alternative: Alle, die ihr Wearable sprachsteuern möchten, finden in Fitbit Versa 2 eine gute Lösung. Dieses Modell ist etwas hochpreisiger als Amazon Halo, dafür wurde Alexa direkt integriert, so dass sich darüber sogar Smart Home Geräte bedienen lassen.

Zudem lassen sich auf der bis zu 50 Meter wasserdichten Fitbit Versa 2 rund 300 Songs direkt speichern und beim Sport wiedergeben, ohne ein Smartphone mitschleppen zu müssen.

Fitbit Versa 2
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Fazit: Amazon Halo Band bietet viel Potenzial, aber auch klare Risiken

Mit seiner Cloudanalyse stößt Amazon vermutlich bei vielen sicherheitsbewussten Deutschen auf Bedenken und wird wohl auch durch seine Abogebühren manche abschrecken. Trotzdem stellt dieses scheinbar schlichte Armband ein riesiges Umsatzpotenzial für den Onlineriesen dar und wird sicherlich seine Abnehmer finden.

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Sammelte schon im Studium Erfahrungen mit innovativen Ambient Assisted Living Geräten und bloggte viele Jahre darüber. Mariella Wendel gehört von Anfang an zum home&smart-Redaktionsteam und testete die Echo Lautsprecher bereits vor der Markteinführung in Deutschland. Außerdem verfasste sie 2017 die erste umfassende Übersicht Alexa kompatibler Geräte. Heute zählen außerdem intelligente Haushalts-Gadgets und fernsteuerbare Gartengeräte zu ihren Lieblingsthemen.