E-Auto und Verbrenner im Vergleich Elektroauto vs. Benziner: Hier liegen die Unterschiede

Derzeit fördert der Bund den Kauf eines Elektroautos mit einer Pauschalsumme von 4.000 Euro. In Verbindung mit den geringeren Betriebskosten könnte sich der Kauf eines Elektroautos insbesondere bei einem Zweitwagen schon aus wirtschaftlicher Sicht lohnen. Welche Unterschiede im Vergleich zu einem klassischen Verbrenner beachtet werden sollten, erfahren Kaufinteressenten hier.

Elektroauto vs. Benziner - die Unterschiede im Vergleich

Wie unterscheiden sich Elektroauto und Fahrzeug mit Verbrennungsmotor?

Die Differenzen zwischen E-Auto und einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor sind auf ganz unterschiedlichen Ebenen bemerkenswert. Zum einen unterscheidet sich der Fahreindruck ganz erheblich, weil die vom Verbrenner bekannten Betriebsgeräusche fehlen - Neulinge genießen bei der ersten Fahrt mit dem Elektroauto die lautlose Fortbewegung. Außerdem kann auf das Schalten gänzlich verzichtet werden: bei einem Verbrennungsmotor ist ein Getriebe mit immer mehr Gangstufen notwendig, um den Motor möglichst immer in einem optimalen Drehzahlbereich zu halten. Wird dieser optimale Drehzahlbereich verlassen, verringert sich die Leistung bei gleichzeitig erhöhtem Verbrauch. Aufgrund des in den letzten Jahren von vielen Herstellern vorgenommenen "Downsizings", also der Verringerung des Hubraums bei gleicher Leistung, wird der als günstig einzuschätzende Drehzahlbereich immer kleiner. Aus diesem Grund werden feinere Unterteilungen und damit immer mehr Gangstufen notwendig, was für den Fahrer zumindest bei einem Schaltgetriebe zusätzlich Arbeit bedeutet.

Ganz anders bei einem Elektroauto: der Motor gibt bei sämtlichen Drehzahlbereichen das volle Drehmoment ab, sodass ein Getriebe nicht notwendig ist. Abgesehen davon, dass ein aufwändiges Bauteil damit überflüssig wird, kann ohne Schaltunterbrechungen beschleunigt werden. Der größte Unterschied besteht aber darin, dass die volle Leistung auch bereits beim Anfahren zur Verfügung steht. Dabei muss berücksichtigt werden, dass sich die Leistungsangaben eines Autos mit Verbrennungsmotor immer auf die bei einer günstigen Drehzahl erzeugte Höchstleistung beziehen, aber keinesfalls auf die tatsächlich verfügbare Kraft, wenn diese Drehzahl verlassen wird. Aus diesem Grund beschleunigen Elektroautos rasanter, als dies durch die nominelle Leistungsangabe eigentlich vermutet werden könnte - ein Grund mehr dafür, dass die meisten Fahrer eines E-Autos von ihrem Fahrzeug begeistert sind.

Das Elektroauto und das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor unterscheidet so einiges

Auch wenn der Fahreindruck überzeugen kann: natürlich ergeben sich auch Unterschiede, die für den Besitzer eines Elektroautos nachteilig sind. Insbesondere die unzureichende Infrastruktur in Deutschland sorgt dafür, dass die geringe Reichweite sich durchaus problematisch auswirkt. Die meisten Menschen müssen zur Arbeit pendeln, im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Wegstrecke dabei 16,8 km. Selbst ohne ein konkretes Elektroauto zu betrachten, zeigt sich hier eindeutig, dass die Reichweite für den täglichen Pendlerbetrieb durchaus ausreichend ist. Problematisch wird es allerdings, wenn weitere Strecken zurückgelegt werden sollen, weil hier ein dichtes Netz an Ladesäulen notwendig wäre, um das Auto unterwegs zu laden. Wer kein Eigenheim besitzt sondern im urbanen Umfeld wohnt, könnte zudem Schwierigkeiten bekommen, das Fahrzeug vor der eigenen Haustür an das Stromnetz anzuschließen - selbst wenn eine Garage oder einen Stellplatz angemietet werden.

Welche Reichweite kann ich mit beiden Antriebskonzepten erwarten?

Viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, insbesondere Diesel, erlauben Reichweiten von mehr als 1000 km mit einer einzigen Tankfüllung - hiervon sind Elektroautos natürlich weit entfernt; Fachleute gehen davon aus das derartige Reichweiten aufgrund der begrenzten Energiedichte von Akkus auch nicht erreicht werden. Grundsätzlich ist der Energiegehalt sämtlicher auf der Erde befindlichen Rohstoffen begrenzt, sodass der Akkukapazität auch bei der Nutzung neuer Technologien Grenzen gesetzt werden.

Hier soll es aber weniger um theoretische Betrachtungen gehen, als vielmehr einen praxisgerechten Vergleich. Weil es sich bei den meisten Elektrofahrzeugen - der US-Pionier Tesla einmal ausdrücklich ausgenommen - um Kleinwagen handelt, soll sich der Vergleich fairerweise auch auf jene Kleinwagen beziehen. Bei vielen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor wird ein 35 Liter-Tank verbaut, der bei einem angenommenen innerstädtischen Kraftstoffverbrauch von 6L auf 100 km also eine theoretische Reichweite von etwa 550 km erlaubt, wenn der Tank nicht komplett leer gefahren werden soll. Eines der derzeit beliebtesten Elektroautos in Deutschland, der Renault Zoe, erlaubt nach einer kürzlichen Überarbeitung eine Reichweite von bis zu 400 km nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). In der Praxis ergibt sich daraus eine Reichweite von 300 km.

Elektroauto vs. Benziner: Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Die Vorteile des Elektroautos liegen im lautlosen Fahren, der Tatsache, dass keine fossilen Brennstoffe zum Antrieb benötigt werden, die Luft der Innenstädte sauber gehalten wird und die Betriebskosten gering ausfallen. Zudem ist in Zukunft mit weiteren staatlichen Förderungen zu rechnen, die Elektroautos privilegieren könnten. Hier ist es beispielsweise denkbar, dass besondere Parkplätze geschaffen werden. Auch der Fahrspaß spricht für das Elektroauto.

Vorteile des Elektroautos im Überblick:

  • Lautloses Fahren
  • Keine fossilen Brennstoffe nötig
  • Saubere Luft
  • Geringe Betriebskosten
  • Staatliche Förderungen
  • Hoher Fahrspaß
Ein Elektroauto hat Vor- und Nachteile gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor

Nachteilig wirkt sich die begrenzte Reichweite aus. Obwohl die Kosten für ein Elektroauto in der Anschaffung deutlich über denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor liegen, ist der Einsatzzweck beschränkt - eine Fahrt quer durch Deutschland, die mit einem konventionellen Fahrzeug vielleicht nicht angenehm, aber möglich ist, erscheint mit den meisten Elektrofahrzeugen heute noch kaum denkbar. Selbst wenn sich die Infrastruktur verbessert und weitere Schnellladestationen aufgestellt werden, muss auch eine gewisse Ladezeit abgewartet werden. Es wird auch in absehbarer Zukunft vermutlich nicht möglich sein, ein Elektroauto so schnell zu laden, wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aufgetankt werden kann - dies würde für eine zu starke Erhitzung der empfindlichen und teuren Akkus sorgen. Etwa 14.000 Tankstellen stehen in Deutschland rund 7.200 Ladestationen gegenüber. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass der Ladevorgang wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als das Tanken. Zudem sorgt die geringere Reichweite dafür, dass wesentlich häufiger geladen werden muss.

Nachteile eines Elektroautos im Überblick:

  • Begrenzte Reichweite
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Lange Ladezeiten
  • Noch nicht so viele Ladestationen

Welche Kosten bringt das E-Auto, im Vergleich mit dem ähnlichen Modell eines Benziners?

Hier soll noch einmal der Renault Zoe als Vergleichsfahrzeug herangezogen werden. Derzeit vertreibt Renault den Wagen zu einem Preis von 22.100 Euro, wobei hier die Förderung durch den Bund ebenso einkalkuliert ist wie ein zusätzlicher Aktionsrabatt. Zudem sollten Interessenten bei diesem Rechenbeispiel berücksichtigen, dass zusätzlich eine Batteriemiete in Höhe von mindestens 59 Euro monatlich einkalkuliert werden muss. Hierbei geht Renault von einer jährlichen Fahrstrecke von 7.500 km aus, was bei urbanem Einsatz durchaus realistisch erscheint; bei einer höheren Fahrleistung steigen auch die Mietkosten für den Stromspeicher. Der Verbrauch wird mit etwa 15 kWh je 100 km angenommen, der Strompreis mit 26 Cent je Kilowattstunde. Die Werkstattkosten werden mit monatlich 30 Euro einkalkuliert, der Wertverlust mit 241 Euro. Dabei handelt es sich jeweils um Annahmen, die auf Basis von Erfahrungen getroffen wurden - für das konkrete Modell lässt sich aufgrund der noch recht übersichtlichen Marktpräsenz kaum ermitteln, wie es um die realen Aufwendungen bestellt ist. Daraus ergeben sich insgesamt Kosten in Höhe von etwa 354 Euro, wobei die Kosten für die Kfz-Versicherung noch nicht einkalkuliert sind. Die Einstufung des Zoe entspricht jener der übrigen Fahrzeuge derselben Klasse, sodass die individuellen Unterschiede je nach Schadensfreiheitsklasse des Fahrzeughalters weitaus gravierender ausfallen.

Kosten eines Elektroautos im Überblick:

  • Grundpreis 22.100 Euro
  • Batteriemiete 59 Euro pro Monat
  • 15 kWh je 100 km Verbrauch; 26 Cent Strompreis je Kilowattstunde
  • 30 Euro monatliche Werkstattkosten
  • 241 Euro Wertverlust
  • Kosten insgesamt: etwa 354 Euro pro Monat (ohne Kosten für Kfz-Versicherung)

 

Als Vergleichsfahrzeug wird ein Renault Clio TCE 90 angenommen, der durch den geringeren Grundpreis von weniger als 17.000 Euro überzeugt und hinsichtlich der Größe in etwa jener des Zoe entspricht. Die Fahrleistungen sind mit 66 kW ebenso vergleichbar (Zoe 65 kW). Beim Clio ergeben sich monatliche Kosten von 343 Euro. Allerdings sollte in diesem Vergleich berücksichtigt werden, dass eine relativ geringe jährliche Fahrstrecke angenommen wurde.

Kosten eines klassischen Verbrenners im Überblick:

  • Grundpreis 17.000 Euro
  • 66 kW Fahrleistung
  • 343 Euro monatliche Kosten

Benziner vs. Elektroauto: ein Fazit

Aufgrund der geringen Betriebskosten des E-Autos Renault Zoe kann davon ausgegangen werden, dass das Elektroauto bei größeren jährlichen Kilometerleistungen günstiger wird, als der Clio in unserer Beispielrechnung. Daraus ergibt sich, dass das Elektroauto durchaus bereits wirtschaftlich betrieben werden kann. Einige Parameter wurden allerdings auch hier nur geschätzt, der Wertverlust nach einigen Jahren gehört beispielsweise dazu.

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homeandsmart Redaktion Samira Nowosak

Gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation in Karlsruhe. Tätigkeit als selbstständige Online-Redakteurin. Schon immer Affinität zum geschriebenen Wort. Fasziniert von der Google-Welt, die von optimalem Content lebt. Als digital native vor allem auf Pinterest und Instagram unterwegs. Heute Redaktionsleitung bei homeandsmart.de. Am liebsten beschäftigt mit smarten Fitness-Trackern. Dem Leitsatz folgend: Sich selbst übertreffen, das ist das Ziel.