Expertenbeitrag Ralf Kern, Geschäftsführer Rademacher Hausautomatisierung im Bestand: Klein beginnen, dann ergänzen

Es muss nicht gleich die Komplettlösung sein: Wer seine Wohnung oder sein Haus intelligent machen möchte, kann schon mit wenigen Smart-Home-Komponenten viel erreichen und den Wohnkomfort deutlich steigern. Mit funkbasierten Systemen funktioniert das auch im Bestand hervorragend. Ralf Kern, Geschäftsführer von Rademacher, erläutert, wie sich ein Smart Home im älteren Eigenheim oder auch in der Altbauwohnung realisieren lässt.

Experte Ralf Kern von Rademacher

Smarte Anwendungen bringen jede Menge Vorteile. Je nachdem, worauf das Augenmerk liegt, gewinnen Bewohnerinnen und Bewohner mehr Wohnkomfort, eine bessere Energieeffizienz oder mehr Sicherheit. In vielen Fällen bekommen sie gleich eine Kombination dieser Pluspunkte. Was allen Komponenten gemeinsam ist: Sie automatisieren Abläufe und befreien von Routinehandlungen.

Perfekter Einstieg: Automatisierung von Sicht- und Sonnenschutz

Ein erster Schritt, um schnell von automatisierten Prozessen zu profitieren, ist das Nachrüsten von Rollläden mit elektrischen Gurtwicklern, die über eine integrierte Zeitschaltuhr verfügen. Sie werden in wenigen Minuten gegen den alten, manuellen Wickler ausgetauscht und ans Stromnetz angeschlossen. Die Rollläden setzen sich dann zu festen Zeiten in Bewegung, wobei man mit dem Wochenprogramm für jeden Tag unterschiedliche Wunschzeiten hinterlegen kann. So öffnen sie sich an den Wochenenden beispielsweise später als unter der Woche, wo sie meist schon bei Tagesanbruch hochfahren. Bei Modellen mit einer sogenannten Astrofunktion ermittelt das Gerät über die Eingabe der Postleitzahl die örtlichen Dämmerungszeiten und öffnet und schließt den Rollladen entsprechend mit dem Sonnenauf- beziehungsweise -untergang.

Funkschnittstellen bieten mehr Möglichkeiten

Noch mehr Möglichkeiten bieten elektrische Gurtwickler mit Funkschnittstelle. Sie bringen zum Beispiel die Rollläden in Kombination mit einem Sonnensensor auch wetterabhängig in Position. Der Sensor wird einfach mit Saugnäpfen an der Fensterscheibe befestigt. Ab einer bestimmten Sonnenlichtintensität fährt der Rollladen dann ganz automatisch nach unten – auch wenn die Bewohner nicht zu Hause sind. Dadurch liegen die Wohnräume an heißen Tagen im Schatten und heizen sich nicht so sehr auf. Gleichzeitig sind Möbel, Teppiche und empfindliche Pflanzen vor starkem Sonnenlicht geschützt.

Alternativ lassen sich Rollläden mit einem Rohrmotor nachrüsten. Dieser elektrische Antrieb wird in der Antriebswelle des Rollladens, also direkt im Rollladenkasten verbaut. Nach dem Einbau ist er unsichtbar, denn ein Rollladenband ist im Gegensatz zu elektrischen Gurtwicklern nicht mehr nötig, um den Sicht- und Sonnenschutz zu bewegen. Rohrmotoren lassen sich ebenso wie Gurtwickler automatisieren und stellen damit ein Stück Smart Home dar, das den Alltag erleichtert. Sind Rollläden bereits mit Motoren versehen, ist die Automatisierung ebenfalls ein Leichtes, der Fachhandwerker muss sie lediglich mit den entsprechenden Aktoren versehen.

Die Automatisierung ganz einfach erweitern

Oft sind automatisierte Rollläden nur der erste Schritt in Richtung intelligenter Wohnkomfort. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bewohner schnell mehr wollen – sie haben die Vorteile der Automatisierung schätzen gelernt und wollen nun weitere Bereiche der Wohnung oder des Hauses einbinden. Mit funkbasierten Systemen ist das problemlos zu realisieren. Möglich ist generell alles, was das System des Herstellers hergibt, von der energiesparenden Regelung der Raumtemperatur mit Heizkörperstellantrieben und Fenster-Tür-Kontakten über die Lichtsteuerung bis zur wetterabhängigen Steuerung von Außenjalousien und Rollläden über Umweltsensoren. Bei manchen Systemen lassen sich bis zu 100 Komponenten in die Hausautomation einbinden.

Smarte Funktionen unkompliziert nachrüsten

Wer sich für Funk-Lösungen entscheidet, muss keine Wände aufstemmen, um Elektroleitungen oder Kabel zu verlegen. Nötig ist lediglich einen Internetanschluss, eine zentrale Steuerungseinheit gibt dann die Befehle an die ins System eingebundenen Geräte weiter. Deren Bedienung erfolgt ganz einfach per Wandtaster oder Fernbedienung oder noch komfortabler über eine App. Über Smartphone und Tablet können Benutzerinnen und Benutzer so jederzeit, also auch von unterwegs, auf die Haussteuerung zugreifen, nach Wunsch Konfigurationen ändern oder den Zustand einzelner Komponenten überprüfen.

Smart-Home-Geräte bequem über Sprachbefehle steuern

In Kombination mit Amazon Alexa oder Google Assistant reagiert das System sogar auf Zuruf. Dann genügen beispielsweise die Befehle „Alexa, schließe die Rollläden im Wohnzimmer“ oder „Dimme das Licht auf 50 Prozent“. Die Sprachsteuerung kann insbesondere Menschen, die körperlich nicht mehr so mobil sind oder nur ein eingeschränktes Sehvermögen haben, im Alltag deutlich unterstützen.

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Experte Ralf Kern von Rademacher

Als Leiter der Entwicklung, Key Account Manager und CTO bei der Rademacher Geräte-Elektronik GmbH hat Ralf Kern über viele Jahre die Wachstumsstrategie des mittelständischen Unternehmens maßgeblich vorangetrieben und wegweisende Smart-Home-Produkte mitentwickelt. Seit März 2019 ist er CEO und Sprecher der Rademacher Geschäftsführung.

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