Das Wichtigste zur Notstromversorgung in Kürze
Eine Notstromversorgung ist auch in Wohnungen möglich, jedoch nur eingeschränkt. Benzin- oder dieselbetriebene Generatoren sind wegen Abgasen, Lärm und Brandgefahr ungeeignet und meist verboten. Sinnvolle Alternativen sind:
- Tragbare Powerstations: Sicher, leise und emissionsfrei – ideal für kurze Stromausfälle, jedoch mit begrenzter Kapazität.
- Plug-&-Play-Speicher für Balkonkraftwerke: Speichern überschüssige Solarenergie und geben sie bei Bedarf wieder ab. Wichtig: auf notstromfähige Modelle mit Inselfunktion achten.
- Professionelle Stromspeicher: In Verbindung mit einer Solaranlage bieten sie eine umfassende Lösung und versorgen auch bei längeren Ausfällen zuverlässig mit Energie.
Wie lange darf ein Stromausfall dauern?
Meistens dauert ein Stromausfall nur etwa 10 bis 15 Minuten und ist auf eine kurzfristige technische Störung zurückzuführen. Falls jedoch durch ein Unwetter oder Hochwasser die Stromleitungen beschädigt wurde, kann es mehrere Tage dauern, bis die Versorgung wiederhergestellt ist. Ein solcher Stromausfall, der länger als 24 Stunden andauert, wird als Black Out bezeichnet.
Muss ich das einfach so hinnehmen? Ja, in der Regel bleibt Verbrauchern nichts anders übrig als sich so lange selbst zu behelfen, bis die entsprechende Störung behoben werden konnte.
Was tun bei Stromausfall in der Wohnung?
Bei einem Blackout sollten Betroffene Ruhe bewahren und erst einmal alle noch laufenden Elektrogeräte abschalten. Anschließend ist es empfehlenswert die Nachbarn zu fragen, ob bei ihnen auch der Strom ausgefallen ist. Denn so lässt sich feststellen, ob die eigene Wohnung z. B. nur durch eine herausgeflogene Sicherung im Dunkeln liegt oder ob es ein größeres Versorgungsproblem im ganzen Haus gibt.
Danach empfehlen wir den Energieversorger über den Stromausfall zu informieren und auf weitere Informationen zu warten.
Tipp: Um bei einem Blackout nicht im Dunkeln zu sitzen ist es sinnvoll, immer ein bis zwei Taschenlampen mit ausreichend Batterien und gegebenenfalls Ersatzbirnen griffbereit zu haben. Auch Kerzen sind eine praktische Lichtquelle in solchen Situationen.
Wie kann ich mich gegen einen Stromausfall absichern?
Damit bei einem Blackout keine Lebensmittel im Kühl- oder Gefrierschrank verderben und Handy oder Laptop weiterhin nutzbar sind, macht es Sinn, permanent einen persönlichen Energievorrat bereitzuhalten. Dafür stehen Wohnungsbesitzern oder Mietern drei Möglichkeiten offen.
Lösung 1: Tragbare Powerstation
Eine tragbare Powerstation ist ein mobiler Energiespeicher, der ähnlich wie ein großer Akku funktioniert. Sie kann über Steckdosen, Solarpanels oder Kfz-Adapter geladen werden und versorgt verschiedene Geräte flexibel mit Strom.
Dank mehrerer Anschlüsse können so - abhängig von der Kapazität und den Anschlüssen - gleichzeitig Smartphones, Laptops oder sogar leistungsstarke Geräte wie ein Mini-Backofen betrieben werden.
Preislich starten Powerstations ab etwa 200 Euro. Besonders große Lösungen können aber auch über 3.000 Euro kosten.
Lösung 2: Plug & Play Speicher für die Steckdose
Wer das Glück hat, dass zu seiner Wohnung ein Balkon, eine Terrasse oder ein Garagen(-dach) gehört, kann dort ein Balkonkraftwerk mit Speicher aufbauen. Dafür ist grundsätzlich weder bohren oder schrauben noch die Erlaubnis des Vermieters erforderlich.
Ein weiterer Vorteil dieser Option besteht darin, dass Sonnenenergie keine Zusatzkosten verursacht, wie das bei den Brennstoffen für einen klassischen Notstromaggregat der Fall wäre. Gleichzeitig haben sie allerdings auch den Nachteil, dass im Winter weniger Energie zur Verfügung steht als im Sommer.
Die Preise starten bei günstigen Modellen wie dem Avocado 22 Pro mit 2,11-kWh-Kapazität ab etwa 640 Euro. Darin enthalten ist auch eine Funktion, um den Speicher direkt über ein Smart Meter und einen dynamischen Stromtarif intelligent zu be- und entladen. Ein Balkonkraftwerk ist für den Betrieb also nicht zwingend erforderlich.
Lösung 3: Profi-Stromspeicher als Notstromaggregat
Alle, die einer Eigentümergemeinschaft angehören und sich mit ihren Nachbarn zusammentun, können auch von einer großen PV-Anlage mit stationärem Speicher profitieren, sofern dieser über einen Notstrommodus verfügt.
Er kann zwar den geringen Solarertrag in den Wintermonaten nicht vollständig ausgleichen, steigert jedoch die persönliche Unabhängigkeit erheblich und sorgt dafür, dass bei einem Stromausfall weiterhin Energie verfügbar ist.
Wichtig ist dabei nur zu wissen: Wer mehrere stromintensive Geräte wie einen Herd gleichzeitig betreiben möchte, sollte unbedingt auf eine dreiphasige Lösung setzen. Für die grundlegende Energieversorgung hingegen reicht eine einphasige Variante aus.
Gut zu wissen: Die Kosten eines Speichers richten sich nach seiner Kapazität und können entsprechend stark variieren.
Weitere Informationen zu dieser Art der Energiesicherung sind in unserem Stromspeicher Test zu finden.
Kann man ein Notstromaggregat in der Wohnung betreiben?
Ein Notstromaggregat hat auf den ersten Blick viele Vorteile, weil er günstig und leicht einsetzbar ist. Außerdem müssen hierfür keine Außenflächen mit Solarpanelen bestückt werden, sondern es genügt Öl oder Benzin in das Gerät einzufüllen.
Genau darin besteht aber auch ein großer Nachteil, weil die Abgase in Innenräumen sehr gefährlich werden können und so nur die Nutzung in offenen Baustellen oder im Garten möglich machen. Außerdem sind die Lagermöglichkeiten für die zur Energieerzeugung erforderlichen Brennstoffe oft begrenzt, wodurch diese im Krisenfall schnell ausgehen können.
Nicht zuletzt sind Stromgeneratoren oft sehr laut und daher für den privaten Anwender unser Meinung nach nicht geeignet.
Kann man in einer Wohnung einen Stromgenerator aufstellen?
Theoretisch sind Stromgeneratoren einfach im freien Handel erhältlich und auch für Menschen ohne umfassende Vorkenntnisse leicht in Betrieb zu nehmen. Aufgrund ihrer hohen Lautstärke, der oft fehlenden Lagermöglichkeiten für den nötigen Brennstoff und die gefährliche Abgasbelastung in Innenräumen ist ihre Nutzung in der Praxis aber keine gute Idee.
FAQ: Was ist bei der Notstromversorgung einer Wohnung wichtig?
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zur Energieversorgung während einem Blackout.
Ist eine Notstromversorgung in einer Wohnung überhaupt erlaubt?
A: Ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Benzin- oder Dieselgeneratoren sind in Innenräumen verboten, da sie giftige Abgase und Brandgefahr verursachen. Zulässig sind dagegen batteriebetriebene Systeme wie Powerstations oder Solarstromspeicher.
Welche Geräte kann ich im Notfall mit einer Powerstation betreiben?
Kleine Geräte wie Laptops, Router, Lampen oder Handyladegeräte funktionieren problemlos. Für energieintensive Geräte wie Heizlüfter oder Kühlschränke reicht die Kapazität vieler Modelle allerdings nicht aus.
Wie lange reicht eine Powerstation bei Stromausfall?
Das hängt von der Kapazität und den angeschlossenen Verbrauchern ab. Ein Gerät mit etwa 1.000 Wh kann beispielsweise einen WLAN-Router und eine Lampe mehrere Stunden betreiben, aber keinen Herd oder Wasserkocher.
Sind Stromspeicher für Balkonkraftwerke notstromfähig?
Ja, die meisten ab 2024 auf den Markt gekommenen Modelle schon. Anders sieht es hingegen bei Speichern aus, die bereits länger verkauft werden und daher oft noch keine Notstromsteckdose haben.
Kann ich mein Balkonkraftwerk bei Stromausfall weiter nutzen?
Normale Balkonkraftwerke schalten sich aus Sicherheitsgründen bei einem Black Out automatisch ab. Wer dies nicht möchte muss zu einer Lösung mit Speicher greifen, dessen Energie im Notfall übe eine integrierte Notstromsteckdose abgerufen werden kann.
Darf ich eine Powerstation dauerhaft angeschlossen lassen?
Ja, viele Geräte erlauben Daueranschluss und automatische Umschaltung bei Stromausfall. Trotzdem sollte das Ladegerät regelmäßig überprüft und die Belüftung gewährleistet werden.
Ist eine Notstromlösung für Mieter sinnvoll?
Ja, besonders für kurze Ausfälle oder medizinisch notwendige Geräte.
Tipp: Mobile Lösunen wie Powerstations sind besonders flexibel und benötigen keine baulichen Veränderungen.
Wie sicher sind Powerstations in der Wohnung?
Bei sachgemäßer Nutzung sehr sicher. Die Akkus sollten jedoch nicht überhitzt, beschädigt oder in feuchten Räumen betrieben werden.
Was kostet eine einfache Notstromlösung?
Kleine Powerstations gibt es ab etwa 300 Euro, größere Modelle mit 1–2 kWh Kapazität kosten ca. 800–1.500 Euro. Professionelle Stromspeicher mit Solaranschluss sind deutlich teurer.
Benötige ich eine Genehmigung für eine Notstromversorgung?
Für mobile Geräte wie Powerstations oder kleine Speicher ist keine Genehmigung erforderlich. Feste Stromspeicheranlagen mit Netzanschluss müssen allerdings von einem Elektrofachbetrieb installiert und ggf. beim Netzbetreiber gemeldet werden.
Unsere Quellen und weiterführende Informationen
Alle, die bisher noch keine Antwort auf ihre Fragen gefunden haben, finden noch mehr Informationen auf folgenden Ratgeber-Seiten:
| Bundesamt für Bevölkerungschutz und Katastrophenhilfe | Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung |
| ÖkoTest | Ratgeber: Wirtschaftliche Speichernutzung |
| Verbraucherzentrale | Notvorrat: Tipps und Einkaufliste für den Notfall |
| Verbraucherzentrale | Batteriespeicher: Das sind die fünf häufigsten Irrtümer |
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