Food-Outlet im Internet für alle SirPlus: Zalando für Lebensmittel?

Ein Fakt, den wir im Alltag der Konsumgesellschaft gern verdrängen: Etwa 50% aller  Lebensmittel in Deutschland werden verschwendet. Das als ‚Containern‘ bezeichnete Retten von entsorgten Lebensmittel ist offiziell verboten. Seit Jahren versuchen Organisationen Wege zu finden, die Restposten aus Supermärkten und Restaurants unter die Leute zu bringen. SirPlus will das Foodsharing-Prinzip auf ein neues Level heben: ihr erstes Foodoutlet entsteht in Berlin, eine Online-Shop mit Same-Day-Delivery soll ganz Deutschland mit günstigen Lebensmitteln versorgen. Vorausgesetzt ihr Projekt findet genug Unterstützer bei Startnext.

SirPlus will die Überproduktion von Lebensmitteln langfristig verhindern

Mission: Lebensmittelrettung soll mainstream werden

2012 entstand bereits die erste Lebensmittel-Bewegung: Beim Foodsharing setzen sich engagierte Menschen für Kooperationen mit Supermärkten und Restaurants vor Ort ein und sorgen persönlich für die Rettung und Verteilung an Menschen und Organisationen. Im Gegensatz zu dieser Bewegung, die eher außerhalb des öffentlichen Bewusstseins operiert, möchte SirPlus (abgeleitet vom englischen Surplus=Überschuss) die Lebensmittelrettung mainstream machen. Durch große Kooperationen im Lebensmittelhandel, unter anderem mit REAL und METRO BERLIN wird es SirPlus möglich werden, günstige Lebensmittelboxen für alle Interessierten anzubieten. 20% aller geretteten Lebensmittel wird das Sozialunternehmen außerdem an gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen spenden.

Das SirPlus-Prinzip ist also eine Win-Win-Win-Sitation: Der Lebensmittelhandel spart Entsorgungskosten, die Umwelt wird mit weniger Treibhausgasemissionen belastet und der Endkunde entlastet Portmonnaie und Gewissen.

Die Weiterentwicklung des Food Sharing

Mitgründer von SirPlus ist kein anderer als Raphael Fellmer, der die Foodsharing-Bewegung, zunächst in Berlin, im Jahr 2012 anstieß. 5 Jahre lebte er im Geldstreik, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie viel Verantwortung in unseren täglichen Konsumentscheidungen steckt. Vorträge und Medienauftritte begleiteten sein Engagement für mehr Gerechtigkeit und gegen Umweltzerstörung. Das langfristige Ziel von SirPlus ist daher nicht, das neue „Zalando für Lebensmittel“ zu werden, sondern durch ein Umdenken von Lebensmittelakteuren und Konsumenten, die überflüssige Produktion und Ausbeutung des Planeten deutlich zu reduzieren.

SirPlus will verhindern, dass gesunde Lebensmittel aus Normgründen vernichtet werden

Crowdfunding: Berliner Outlet ensteht, digitaler Marktplatz in Planung

Etwa ein Drittel des Funding-Ziels hat SirPlus bisher erreicht - damit wird das SirPlus-Team um Raphael Fellmer, Umweltingenieur Martin Schott und Business Angel Alexander Piutti den Foodoutlet in Berlin einrichten können.Und erst wenn das Funding-Ziel von 150.000 Euro deutlich überschritten wird, kann das Start-up sich an die Umsetzung ihres zweiten Schrittes, dem digitalen Marktplatz für überschüssige Lebensmittel machen.

Erst eine Realisierung des Online-Marktplatzes wird es SirPlus möglich machen, die Lebensmittelverschwendung  systematisch zu reduzieren und damit einen Wandel in der Lebensmittelindustrie anzustoßen. Tafeln, Foodsharing, Stadtmissionen, Flüchtlingsheime und andere gemeinnützigen Initiativen können die Online-Plattform kostenfrei nutzen und damit ihr Arbeit effizienter organisieren.

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Bevor der Zeigefinger erhoben wird

SirPlus spezialisiert sich auf überschüssige und abgelaufene Lebensmittel. Das bedeutet natürlich auch, dass die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf und die Lebensmittel so schnell wie möglich an den Mann oder die Frau gebracht werden müssen. SirPlus will deshalb für seinen Online-Lebensmittel-Service Same-Day-Delivery etablieren. Kritiker werden sich nicht nehmen lassen, auf den zusätzlichen CO2-Ausstoß hinzuweisen, der durch die Lieferungen entsteht. SirPlus verweist aber darauf, dass der ökologische Fußabdruck der Lebensmittel trotz des Versands meist immer noch  90% kleiner ist, als durch die Neuproduktion von Lebensmitteln entstehen würde. Diese werden schließlich nicht selten aus Spanien oder Costa Rica bezogen.

(r.n.l.) Alexander Piutti, Raphael Fellmer, Martin Schott

Marktchancen für SirPlus

SirPlus ist ein Vorzeige-Projekt für Social-Entrepreneurship. Den Gründern geht es um mehr als eine gute Geschäftsidee – die Umwelt und damit unser Lebensraum soll nachhaltig vor Ausbeutung geschützt werden. Dass davon sowohl die Industrie, als auch Konsumenten und Hilfsorganisationen profitieren, wird SirPlus die erfolgreiche Realisierung erleichtern. Trotzdem braucht es noch einige Unterstützer damit SirPlus seine Vision umsetzen kann.

Crowdfunding auf Startnext

Mit dem Erwerb von Jute-Beuteln, Gutscheinen, Retterboxen oder einem persönlichen Abendessen mit den drei Gründern, kann man die SirPlus-Crowdfunding-Kampagne noch bis zum 17.07.2017 unterstützen.

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homeandsmart Redaktion Alina Günder

Ausgebildete Veranstaltungskauffrau bei der FUNKE Mediengruppe, Studium der Literatur- und Kulturwissenschaften in Dortmund. Längere Auslandsaufenthalte, um Perspektiven zu wechseln. Praktika in Radio- und Printredaktionen sowie im Online-Marketing. Selbständige Autorentätigkeit bei verschiedenen Onlineformaten. Heute Redakteurin bei homeandsmart.de mit einem kritischen Blick auf neue Technologien. Dabei immer im Fokus: Wie kann smarte Technik unseren Alltag erleichtern?